Sexuelle Belästigung – Realität und Hype

Schweppes stellt nicht nur diverse Getränke her, und gehört zum Coca-Cola-Konzern, es hat jetzt auch ein interessantes Experiment gemacht. „The Dress for Respect“ ist ein High-Tech-Disco-Kleid, das drei Frauen getragen haben, als sie in Sao Paulo einen Nightclub besuchten. Das Kleid ist mit Sensoren ausgestattet, die jede Berührung registrieren. Ein Sender schickte die Daten an einen Computer, und das Ergebnis ist eklatant: Der Spitzenwert war 157 Berührungen an einem Abend, mehr als 40 pro Stunde. Schockierend. Look at this video:

Honestly, I am not surprised. Ich kenne es. Du musst nicht in den Nightclub gehen. Eine volle U-Bahn reicht schon aus. They touch you as they like. Wir verdrängen es so sehr, dass wir es oft gar nicht mehr so wahrnehmen. Du brauchst erst Sensoren damit du das Ausmaß feststellst – so viel nebenher zählen kannst du gar nicht.

Männer sind immer noch in denial mode über diese facts, die jede Frau kennt. 40 Prozent der Australier glauben, dass Frauen lügen oder übertreiben, wenn sie sagen, sie wurden sexuell belästigt. Wahrscheinlich also die ganz große Mehrheit der Männer. Okay, Australians are somewhat crazy, aber ich bin sicher, es ist auch woanders so.

Warum glauben so viele immer noch, dass es übertrieben ist? Weil es gibt Leute, die vieles übertreiben, und diese Leute leider sind sehr einflussreich. Es ist die übliche Allianz verklemmter Feministinnen und prüden Konservativen, die wir so oft sehen. Was Jerry Barnett über den britischen Parlamentsreport zu Sexual Harrassment schreibt, ist sehr alarmierend.

The report is one of the worst examples of “porn panic” I’ve ever seen, and I (literally) wrote the book on this subject. It makes ungrounded, hysterical claims based on anecdotal evidence: “sexual harassment in public places … is a routine and sometimes relentless experience for women and girls”.

Relentless experience? Also nonstop, die ganze Zeit? Excuse me, das ist fantasy.

Having established that women and “and even girls in school uniform” are being harassed and assaulted literally all the time in oh so many ways, the report then quickly gets to the something must be done moment: “Sexual harassment is never acceptable, and women and girls should not be expected to endure it.” Anyone questioning the report hereafter is clearly implying that harassment is acceptable and that women and girls should have to endure it. What’s to blame for this virtual holocaust of harassment? Porn, of course! “There is significant research suggesting that there is a relationship between the consumption of pornography and sexist attitudes and sexually aggressive behaviours, including violence”

Dieser Parlamentsreport stellt also zuerst fest, dass Frauen und Mädchen nonstop sexuell belästigt werden, dann stellt er fest, dass Pornographie und die Sexindustrie dafür verantwortlich sind, und dann kommt er zu den Gegenmaßnahmen. Verkleidet mit schönen Phrasen fordert er Zensur in großem Stil – dabei hat Großbritannien heute schon die schärfsten Zensurgesetze aller westlichen Demokratien. Zensur im Internet, bis hin zum Verbot „Pornographie in Bussen anzusehen“. Darunter fällt dann wahrscheinlich wie bei facebook schon ein Kunst-Bildband. Wenn ich meine Selfies im Bus betrachte, mache ich mich in Großbritannien bald strafbar:

 

Barnett’s Schlussfolgerung:

We are at the point where any sexual contact, even digital, may fall into the same category of offence as rape. Sex, in virtually any context, is now considered problematic. While these ideas were once the preserve of an extremist clique of feminists, they are now actively discussed in the British parliament.

Okay, the Brits are crazy, too. Aber dennoch, solche Diskussionen gibt es überall, auch in Germany. Diese Diskussionen werden bestimmt von zuviel Hysterie, von Leuten mit einer perversen Agenda. Frauen respektieren heißt, sexuelle Belästigung zu bekämpfen – aber nicht, alles was entfernt mit Sex  und Erotik zu tun hat zu „sexueller Belästigung“ hochzustilisieren und dann einen fundamentalistischen Kreuzzug gegen Erotik im öffentlichen Leben zu führen. Das ist pervers – das ist der Missbrauch der sexuellen Belästigung für finstere Motive.

 

If you don’t want to see erotic stuff in public, just cover your eyes

Über sunflower22a

I am a mystery.
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Eine Antwort zu Sexuelle Belästigung – Realität und Hype

  1. user unknown schreibt:

    Ich kenne das britische Recht nicht, aber Pornographie in Bussen ansehen, das ist doch einerseits etwas anderes als Erotik oder nackte Körper, andererseits, wenn ich zu Deutschland schwenken darf, heute schon verboten, wenn dadurch Minderjährige die Pornographie sehen ( Verbreitung pornographischer Schriften ).
    Die Details der Rechtsprechung kenne ich da nicht, ob je nach Fall Fahrlässigkeit greifen könnte – jedenfalls wird zwischen Pornographie und öffentlich gezeigter Nacktheit bzw. Erotik unterschieden – bei der lückenhaften Allgemeinbildung der Bevölkerung könnte es aber natürlich sein, dass man aus dem Bus geführt und erst vor Gericht freigesprochen wird.

    Dass so viele Männer das Ausmaß an Belästigung nicht kennen könnte daran liegen, dass ein großer Teil der Männer nicht selbst belästigt und von diesen viele die Belästigung nicht mitbekommen und sich auch nicht darüber informieren oder informiert werden. Viele Männer sind gar nicht aus besonderem Respekt und Einsicht zurückhaltend, sondern von der psychischen Konstitution gar nicht auf Kontaktanbahnung ausgelegt. Sie bekommen schon den Mund nicht auf, geschweige denn, dass sie Körperkontakt suchen. Aber viele der Männer, die übergriffig geworden sind, werden es wohl mehrmals geworden sein.
    Das sind aber laienhafte Spekulationen. Wie groß der Anteil kontaktscheuer Männer ist, kann ich nicht beziffern. Er könnte auch regional sehr verschieden sein. In Schwäbisch-Gmünd vielleicht größer als in Rio.

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