Women and men – it’s complicated, part 1

Moderne Gesellschaften neigen immer mehr zur Individualisierung. Wie viele Leute verbringen mehr Zeit mit ihrem smartphone, ihren virtuellen „Freunden“ als mit anderen Menschen? Das verändert auch die Sexualität. Angeblich verlagert sich immer mehr in den cyberspace. Maybe, maybe not. Dennoch, Sexualität kannst du alleine mit dir selbst haben, oder zu zweit, oder in Gesellschaft. Do it as you like, everything is okay with me. Auch ich mache viel Sex mit mir selbst. Die sextoys von heute sind so super geworden, it’s almost like an orgasm guaranteed. No man can give you that. Machines are just better. Aber Orgasmus alleine ist nur ein kleiner Teil von Sexualität. Der intime Kontakt mit einem anderen Menschen, das kann dir kein sextoy geben – auch wenn dabei Orgasmus nicht garantiert ist. So, es ist traurig, wenn viele Menschen Sexualität zu zweit wollen aber es nicht mehr können (außer mit professionellen Dienstleisterinnen).

Bei einer schönen Dinner-Runde mit meinen liebsten Freundinnen haben wir kürzlich gemerkt, dass wir erotische Abenteuer mit Männern in den letzten Jahren fast exklusiv selber initiiert haben, nicht die Männer. No problem, it’s okay. We’re good at it. Aber eigentlich, warum kommt das nicht mehr von den Männern? Schließlich, auch wir sind manchmal bequem, und einen Flirt initiieren, das ist harte Arbeit. Früher haben das die Männer gemacht. Almost exclusively. It was their job. Heute sind sie bequem und überlassen uns den Job.

Warum ist das so? Vielleicht, manche sind bequem geworden. Maybe. Vielleicht, wir sind schneller. Maybe. Sind wir so unattraktiv geworden, dass keiner mehr sich für uns interessiert? No way. Aber vielleicht, viele Männer haben Angst. Eine Frau zu verführen, das kann heute leicht nach hinten losgehen. Melanie Curtin beschreibt in einem bemerkenswerten Text, wie schön sie es findet, wenn sie bei Männern nicht nur neutrale Gefühle, als wären es asexuelle Wesen, sondern  Erotik empfindet. Und sie stellt sich vor, wie schwierig Sexualität für Männer heute vermutlich ist:

I got the sense that somewhere in his past, whether it was his mother or sister or father or brother or middle school friend or grandparent or childhood rival, someone had shamed the shit out of him for his sex. Maybe it was his mother walking in on him masturbating and screaming, “You’re disgusting!! Not in this house, not ever!” Maybe it was an unconscious sister who caught him checking out her friend and said, “Ewww, gross! You’re so nasty. You’re such a perv.” Maybe it was a classmate who saw him noticing a girl in math class and said, “She said she sees you looking at her and thinks it’s creepy. She says you’re creepy.” Maybe it was all of these things, repeatedly. Daily. Nightly. Or maybe it was just a few, which, when taken together, when compressed into a man’s experience of himself, is agonizing to contemplate. Because all that shame creates a cauldron of self-loathing; all that disgust leads to the crushing of that little boy/man’s spirit; and all that tamping down on instincts so basic they literally ensure the propagation of the species, has a tremendous cost.

Es gibt plumpe Anmache, und es gibt die Kunst des erotischen Flirts. Beides hat nichts miteinander zu tun. Wir sollten plumpe Anmache ablehnen, aber die Kunst des erotischen Flirts kultivieren. Vermutlich sind die meisten Menschen heute zu dumm, das zu unterscheiden.

Ja, es ist gut wenn Frauen vor aufdringlichen Männern Ruhe haben, und das soll so bleiben. Aber, daraus haben sex-negative fundamentalistische Feministinnen ein Flirtverbot gemacht. Faktisch, nicht offiziell. Männer haben es verinnerlicht. Die jahrtausendealte Kunst der erotischen Verführung ist in Gefahr. Natürlich, die Voraussetzung ist, der Mann respektiert dich, möchte ein schönes erotisches Abenteuer nicht nur für sich sondern auch für dich. Am besten, er will es vor allem für dich. Weil du schön bist, sexy, erotisch, eine Göttin. Jetzt müssen wir die Männer ermuntern, wieder etwas mutiger zu werden und ab und zu einen Flirt zu initiieren. Für uns.

Love me passionately. I need a hero. I’m holding out for a hero ‚til the end of the night.

Über sunflower22a

I am a mystery.
Dieser Beitrag wurde unter Ladies (and gentlemen) abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

5 Antworten zu Women and men – it’s complicated, part 1

  1. anonym schreibt:

    vielleicht liegt es auch einfach nur daran, dass immer öfter „Belästigung“ geschrieen wird und wir darauf keinen Bock haben 🙂

  2. Florian schreibt:

    Es macht als Mann in letzter Zeit einfach keinerlei Spaß mehr zu versuchen proaktiv zu sein und einen Flirt zu initiieren. Das hat nicht nur mit dem Thema „Belästigung“ zu tun, sondern vielmehr damit, dass die negativen Reaktionen weitaus heftiger ausfallen als früher, was definitiv nicht nur gefühlt so ist.

    Das geht schon los beim einfachen Flirt aus Spaß an der Freude am Flirten. Mir kann es doch nahezu egal sein ob sie z.B. schon Mann und Kind hat, ein wenig Flirten ist auch eine Form der Wertschätzung und des Genusses, aber auch das lässt stetig nach.

    So wie es im Moment großteils läuft, passe ich dankend und lasse die Frau mal machen, im Wissen das ich nicht dermaßen unangemessen auf eine Avance reagieren werde. Sorry, ist leider so.

  3. Doktor Hut schreibt:

    Kann schon sein, dass die Reaktionen heute heftiger ausfallen als damals. Aber das kann ich nicht bewerten. Je älter ich werde umso schamloser werde ich. Was in meinem Fall aber bedeutet, dass ich vor einigen Jahren mich einfach mal garnicht getraut habe eine Frau anzumachen (in welcher Form auch immer) und mittlerweile denke „na gut, mach oinfach mal“.
    Allerdings hätte ich keine Ahnung wie eine erotische Anmache ginge. Ich bin ein Quatschkopf und schieße das ein oder andere Mal übers Ziel hinaus, dass wirkt meist lustig oder zu dick aufgetragen. Jedoch befürchte ich, dass es niemals erotisch wirkt. Daher habe ich eine schöne ausgewachsene Sammlung hübscher Körbe. Aber aus jeder Niederlage lernt man (hoffentlich).

    • sunflower22a schreibt:

      toll, mach weiter, ich finde das super – und Humor ist immer wichtig 🙂

    • Florian schreibt:

      Erotik ist etwas schönes. Es ist das Spiel mit dem „was könnte sein“, mit dem „Versprechen“ dahinter abseits der langweiligen Realität, ein Spiel, wenn man so will. Ich denke, „unsere“ Sonnenblume versteht das sehr gut.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s