Losing control

Horrorfilme sind nicht meine Leidenschaft. Ich mag sie nicht. Aber jetzt, ich empfehle einen solchen Film. Allerdings, es ist wohl nicht das klassische Image eines Horrorfilms, eher ein Psychothriller. In CAM spielt Madeline Brewer eine junge Frau aus Anwhere, USA: ein Camgirl und isie st entschlossen, richtig Karriere zu machen, sie will die beste werden. Dennoch, sie hat ihre Prinzipien, sie will es auf ihre eigene Art machen, sie trennt klar ihre reale Existenz als Alice von der Online-Identität Lola. Als Lola lebt sie aus, was sie als Alice nicht ist.

Sie arbeitet hart, der Film zeigt die weniger glamorösen Seiten, eben wie man ein Business aufbaut, mit viel Arbeit und Investitionen. Sexuelle Dienstleistungen sind davon der allerkleinste Teil. Wer einen Blog aufbaut, eine social media Präsenz, wird sich hier schnell wiedererkennen. Sie hat Erfolg, materiell – aber auch, es gibt ihr Selbstvertrauen, Kreativität und Stärke. Es ist für sie ungeheuer wichtig, erfolgreich zu sein mit diesem Projekt. Aber das bleibt nicht unbemerkt, und eines Tages kommt sie nicht mehr in ihr account und sieht stattdessen eine andere Frau, eine Doppelgängerin, die Lola spielt. Huuh, very creepy. Die andere Lola entwickelt die alte Lola weiter, sie überschreitet die Grenzen, die Alice ihrer Lola gesetzt hat. Die neue Lola wird immer erfolgreicher, aber auch immer mehr hypersexualisiert, und eigentlich weniger authentisch.

Alice will wieder ihr account zurück haben, aber es gelingt nicht. Es wird sehr scary, als die fake Lola immer mehr zur Bedrohung wird. Sie spricht über Alices Familie, nimmt die cam aus dem webcam Raum und führt sie durch Alices Haus, mit realen Konsequenzen für Alice, die bald sehr reale Angst um ihre Sicherheit bekommt. CAM zeigt, wie sich Alice wehrt, vom bürokratischen Desinteresse der cam company bis zum verachtungsvollen Desinteresse der Polizei. Sexarbeiterinnen kennen alles das. Statt ihnen zu helfen, wenn sie Hilfe brauchen (und nur dann), man behandelt sie als rechtlose Objekte.

Alice ist eine anfangs ziemlich schüchterne und unsichere Frau, und ihr alter ego Lola ist alles was sie nicht ist: selbstsicher, stark, mutig, zielstrebig. Als Alice mit dem Identitätsdiebstahl ihres alter ego fertig werden muss, beginnen ihre zwei Identitäten zu verschmelzen.

Regisseurin Isa Mazzei war selbst Camgirl und hat diese Erfahrung reichhaltig in den Film eingebracht, wie es keine andere Regisseurin gekonnt hätte. Madeline Brewer hat die Rolle sehr gut studiert und toll dargestellt. Der Film moralisiert nicht, das ist sehr angenehm, und das „böse Mädchen“ wird nicht umgebracht wie so oft in Filmen. Ein wirklich beeindruckender Film, Preisträger beim Fantasia Film Festival, jetzt zu sehen bei Netflix.

Just in case you are interested now: lately I came across a really inspiring article on a real-life cam girl. Cam Girl. Stripper. Student. im Washington Square Magazine porträtiert Lady Lola Lightning, die mit camming bei Periscope ihr Studium finanziert und das gar nicht verheimlicht.

„No one can deny the calm, witchy energy Lola exudes. When she turns on the camera, there is no alter ego—she stands nonchalantly, leaning to one side, unabashed to be watched and unafraid to demand what she wants. Her charisma enchants viewers. It’s clear: Lola calls all the shots. On Periscope, she can block trolls instantly, set prices for her private streams and go live whenever she pleases. All of her private streams are 15 minutes: $10 for a private group, $30 for a topless one-on-one and $50 for a full nude one-on-one.“

Lola macht mit camming mehr Geld als im Stripclub – mit internationaler Kundschaft. The strip club becomes a haven for empowerment and money-making. For Lola, the strip club is a place of female worship that allows her to, for a moment, level the playing field between men and women as patrons pay to watch her perform. That liberating energy spills into her daily life.

Natürlich, es gibt immer Leute, die so etwas moralisch verurteilen, wie zum Beispiel PayPal, die haben ihr das Konto gekündigt. Sie findet eine andere Alternative. „Juggling all of what she does, Lola has learned to enjoy the madness. She’s sure of herself and won’t budge from any disapproving glances.“ Schön dass es noch Medien gibt, die das anerkennen können.

Lola Lightning

 

 

Über sunflower22a

I am a mystery.
Dieser Beitrag wurde unter Gesellschaft, Ladies (and gentlemen), Musik Kunst Mode abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s