Make the bra optional

Victoria’s Secret hat schöne Lingerie, no doubt. Aber ihr Flaggschiffprodukt, der push up bra, kommt anscheinend aus der Mode. Immer absurdere Modelle, immer teurer – out. Die Verkaufszahlen gehen stark zurück. “There’s a move toward more natural looks. That’s hurtful to Victoria’s Secret,” so das Wall Street Journal, und die Folgen: Der Aktienkurs von L Brands (die Eigentümer von VS) sind in diesem Jahr um 29% gefallen!!

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Neu im Trend sind bralettes, selbst VS bietet sie jetzt an. Sie sind nicht nur bequemer, natürlicher, sondern auch viel preiswerter – weil sie viel einfacher hergestellt werden können. Business Insider schreibt sogar: „This bra trend is killing Victoria’s Secret.” Wenn du jahrelang erzählst, nur üppig gepolsterte Brüste sind sexy, kommt es etwas komisch rüber wenn du jetzt sagst, „no padding is sexy now!“

VS

Actually, it always was…but: there are implications of such proclamations. Smaller boobs used to be “not sexy” and needed to be pushed up, now apparently it is embarrassing to have bigger boobs for which, alas, VS has no bralettes on sale.

Alles shit. Sexy und schön hat nichts damit zu tun, was du bei VS gekauft hast, sondern viel mit deiner natürlichen Ausstrahlung. Die kannst du mit Lingerie verstärken, mit dem Weglassen von Lingerie auch. Da gibt es 1000 Möglichkeiten und keine Dogmen. Auch all diejenigen „Expertinnen“, die jetzt schon überall tips geben, wie du mit bralettes umgehen musst – vergesst es einfach. Bralettes only for ladies with small boobs? Nonsense – Jeanne Pompadour räumt mit den Mythen auf.

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Big boobs NEED support? You MAY WANT it, but whether you NEED ist is an entirely different question. „How to wear a bralette without showing too much skin“ – wer braucht sowas? Wenn sie dir erzählen, du sollst dich mit Klebestreifen oder pasties bekleben – das ganze schöne Gefühl der Natürlichkeit ist doch sofort kaputt. Was ist schlimm am occasional nipple peek? Hard nipples showing through clothes? How terrible, no, haha. I like it.

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Noch bedrohlicher für Moralistinnen und Lingerie-Verkäuferinnen: going braless scheint ein neuer Trend zu werden. Youtuber Stella Rae hat ein wunderbares Video gemacht, in dem sie erklärt, warum sie keine BHs trägt.

Savannah Brown erklärt in ihrem “Guide to going braless”: “Going natural and not wearing a bra is a choice I find empowering and fun, but I think there’s less passion behind it than when burning bras was done out of political protest”.

Nein, heute ist das nichts politisch aufgeladenes wie vor vielen Jahrzehnten, als die Feministinnen BHs verbrannten.

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Was soll das? A bra can be very sexy, very helpful, even comfortable, no doubt. Solche Verteufelungen haben wir heute nicht mehr nötig. Wir kaufen einfach  nicht mehr so viele davon und lassen sie öfter im Schrank liegen, weil sie oft unbequem sind.

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Das erste was ich ausziehe, wenn ich vom Büro nach Hause komme: Schuhe und BH.  At home, never shoes or bras. Oder weil wir nicht einsehen, dass wir sie nur deshalb tragen sollen weil irgendwelche gesellschaftlichen Normen das von dir verlangen. Mache ich auch manchmal, it always means drama. Im Sommer wollen wir nicht so viele Schichten tragen, oder alle möglichen Tops deshalb nicht anziehen weil der BH nicht dazu passt. Relax. Make the bra optional, that’s it.

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Schuld und Sühne

Schuld und Sühne, das ist das Grundprinzip der meisten Religionen. Wer braucht so etwas? Für Schuld und Sühne ist heute längst das Strafgesetzbuch zuständig. In einem halbwegs aufgeklärten, modernen Land wird nur unter Strafe gestellt, was anderen schadet, aber nicht was religiöse Moralkodexe verletzt. Immer wenn es um Sexualität geht, wird das auch heute noch durchbrochen. Die Obsession der Religionen mit Schuld, immer auch eine Quelle der Macht für diejenigen, die die Moral durchsetzen. Machen wir uns frei davon. Enjoy this video, mea culpa. By Enigma.

Kyrie eleison
Christe eleison

Je ne dors plus
(The time hascome)
Je te desire
(The time has come)
Prends moi
Je suis a toi
Mea culpa

Je veux aller au bout de me fantasmes
Je sais que c’est interdit
Je suis folle. Je m’abandonne
Mea culpa

Kyrie eleison
Christe eleison

Je suis la et ailleurs
Je n’ai plus rien
Je deviens folle
Je m’abandonne
Mea culpa

Je ne dors plus
Je te desire
Prends moi
Je suis a toi

Kyrie eleison
Christe eleison

Je suis la et ailleurs
Je veux tout
Quand tu veux
Comme tu veux
Mea culpa

Kyrie eleison

„Mea Culpa“

(translated in english)

 

Lord have mercy
Christ have mercy

I can’t sleep anymore
(The time hascome)
I desire you
(The time hascome)
Take me
I’m yours
I’m guilty

I want to go to the end of my fantasies
I know it is forbidden
I am crazy. I am letting myself go
I’m guilty

Lord have mercy
Christ have mercy

I am here and somewhere else
I have nothing more
I am becoming crazy
I am letting myself go
I’m guilty

I can’t sleep anymore
I desire you
Take me
I’m yours

Lord have mercy
Christ have mercy

I am here and somewhere else
I want everything,
When you want,
As you like
I’m guilty

Lord have mercy

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Do it yourself

Baumärkte sind ein bemerkenswertes Milieu. Ich glaube, es gibt Leute – Männer vor allem – die sich dort öfter aufhalten als in einem Supermarkt. Ich finde das interessant. Eine Szene, die mir fremd, aber sympathisch ist. Ich stelle mir vor, das sind Leute, die ihre Umwelt verbessern wollen. Die nicht nur faul herumsitzen, sondern etwas tun. Es gibt nämlich immer etwas zu tun, damit hat die Werbung recht. Bestimmt sind diese Leute sehr hilfsbereit, bestimmt sind sie sehr gefragt, weil es soviele technisch völlig unbegabte Menschen gibt, denen man helfen kann. Damit wird man beliebt. Vor allem bei Frauen kannst du mit sowas sehr viele Punkte sammeln. Auch wenn es in Baumärkten inzwischen auch Kurse für Frauen gibt. Finde ich toll, aber ich bin dafür nicht die richtige Zielgruppe.

Barbara Wurben, The Handy Goddess, zeigt, was du mit solchen Kursen anfangen kannst. Erotische Möbel kannst du dir bauen, statt schweineteuer nun eben do it yourself. Liebe Männer, damit könnt ihr eurer Liebsten vielleicht eine schöne Überraschung bauen. Im Gegensatz zu Barbara braucht ihr auch keine rosa Werkzeuge😉

Enjoy…

 

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Facts and fiction

Die Welt ist nicht nur rational. Weil der Mensch nicht nur rational ist, funktioniert auch die Welt nicht nur rational. Das ist gut, denn Emotionen und Sinnlichkeit machen das Leben erst lebenswert. Dennoch, die Grundlage moderner Zivilisation ist, dass es objektive Tatsachen gibt, die die Grundlage für unser Zusammenleben sind. Ich habe das Gefühl, das gilt immer weniger. Wir leben in einer Zeit, in der sich immer mehr Leute ihre eigenen Tatsachen basteln und sogar glauben – und alle anderen Tatsachen ausblenden. Der Unterschied zwischen Fakten und Fiktion verschwimmt. People are living in their own realities, there is no common reality anymore.

Dazu gehört, dass nicht mehr klar ist, was Lügen sind. Es ist offensichtlich, dass Medien und Politiker schon immer gelogen haben. Aber sie wollten dabei nie ertappt werden, sie konnten es nie zugeben, sonst wären sie unglaubwürdig geworden.

Heute ist das anders. Trump lügt, logisch. Erdogan lügt, logisch. Blair und Bush haben sich in den Irak-Krieg hineingelogen, mittlerweile amtlich bestätigt. Die Brexit-Kampagne, ein Lügengebilde. Fox News, Russia Today – reine Lügenmedien. Sie lügen alle, aber es ist egal. Ihre Anhänger wollen es so. Nobody cares anymore. Social media reinforce these parallel universes. Du baust dir einen Kokon aus Gleichgesinnten, sie bestätigen dein Weltbild, alles andere wird ausgeblendet.

Davon lebt die moderne Lüge in Politik und Medien. Die Lüge muss in das Weltbild deiner Anhänger passen und es bestätigen. Die Lüge muss leicht auf twitter und facebook verbreitet werden können. Die Algorithmen von Google und Facebook erkennen anhand deiner Suchanfragen und Klicks dein Weltbild und bestätigen es immer mehr, mit jedem neuen Klick. Was ist Wahrheit, was ist Lüge – du kannst es nicht mehr unterscheiden. Vor allem: du willst es nicht mehr unterscheiden. Objektive Wahrheit stört. Wahr ist, was die meisten Klicks bekommt. Wahr ist, was in den Suchergebnissen vorne steht.

Genau die Leute, die den mainstream media am wenigsten trauen, sind am anfälligsten für wilde Behauptungen und blatante Lügen von “Alternativmedien”. Sie sind diejenigen, bei denen Desinformation auf fruchtbaren Boden fällt – solange sie  nicht von deinem Feindbild, dem Establishment, kommt, sondern von jemand anders. Verschwörungstheorien entstehen in diesem Umfeld und verbreiten sich wie ein Virus.

Eine Untersuchung der Cornell University zeigte anhand von 2.3 Millionen Facebook Usern,

We show that attention patterns are similar despite the different qualitative nature of the information, meaning that unsubstantiated claims (mainly conspiracy theories) reverberate for as long as other information. Finally, we categorize users according to their interaction patterns among the different topics and measure how a sample of this social ecosystem (1279 users) responded to the injection of 2788 false information posts. Our analysis reveals that users which are prominently interacting with alternative information sources (i.e. more exposed to unsubstantiated claims) are more prone to interact with false claims.

Maybe you are one of them. Maybe you believe what I say on my little blog because it reinforces your worldview. Maybe you think before doing so. I seriously hope you do. But it’s true, I have a mission with my blog, I have a message, I am not just chatting about meaningless stuff.

Having a message may be a problem when the message becomes a mission. Having a mission is an inherent conflict with objective reporting. Wenn das Blogger tun, okay. Wenn das media outlets tun, wird es problematisch. Für Fox News oder Russia Today gibt es kein objektiver Journalismus. Alle Meinungen sind okay, no matter how marginal or mainstream. Alles wird relativ, nur die eigenen Interessen sind absolut.

Vor allem: all das ist kein Geheimnis, diese Medien sind auf diese Subjektivität sogar noch stolz. Genauso wie viele Politiker. Es wird nicht mehr dementiert, dass man lügt, man kokettiert damit – und entschuldigt sich höchstens noch damit dass es alle tun. So everybody lies, and when everybody lies it doesn’t matter anymore. You just admit you lie, and the other side lies too – and then facts don’t matter anymore, but emotions.

Trump ist das beste Beispiel. Wenn er wieder eine Behauptung in die Welt setzt, er sagt höhnisch grinsend „A lot of people are saying that…“ – und es ist offensichtlich, er sagt es selbst, aber er sagt es doch nicht.

Aber Trump hat das nicht erfunden. Salonfähig gemacht hat dieses Verhalten ein Europäer, Silvio Berlusconi. Von ihm stammt das Zitat “Don’t you realize that something doesn’t exist – not an idea, a politician, or a product – unless it is on television?” Berlusconi hat viele andere Politiker sehr beeindruckt in dieser Dreistigkeit, vor allem die Neoconservatives in America. Karl Rove, ein mastermind hinter der Republican Party von George Bush sr and jr, sagte:  „When we act, we create our own reality, and while you’re studying that reality – judiciously, as you will – we’ll act again, creating other new realities”.

Gegen so etwas kommt man mit Fakten alleine nicht mehr an. Projekte wie der Fact Checker der Washington Post kämpfen wie Don Quixote gegen Windmühlen. Du musst mit anderen Emotionen dagegen halten. Ehrlichkeit, Solidarität, Anstand, Toleranz, Bescheidenheit – gegen Verlogenheit, Egoismus, Gier, Hass, Engstirnigkeit. Alles sehr konservative Werte. Aber in Ordnung. I’m afraid it will be very, very difficult to fix that again.

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Thinking about the next alternative reality that I will invent…

 

 

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Der Vergewaltigungs-Rabbi

Normale Menschen lesen nur selten in den „heiligen Schriften“ Bibel, Koran, Torah und so weiter. Es ist einfach zu wirr, zu mühsam, und oft genug zu unverständlich – und vor allem, es ist meist komplett nutzlos. Für spirituelle Egotrips gibt es heute Besseres als diese uralten Dinger aus Zeiten, die wir zum Glück längst hinter uns gelassen haben.

Aber es gibt natürlich jede Menge Leute, die es sich zur Mission gemacht haben, diese Texte zu propagieren. Man nennt sie Priester, Imame, und Rabbis. Ich will nicht sagen, dass sie alle blöd sind oder schlechte Menschen (fast immer Männer), nein, bei weitem nicht. Die guten Menschen unter ihnen werden sich wahrscheinlich auch ohne diese alten Texte für das Gute einsetzen.

Aber leider, diese Schriften eignen sich hervorragend dafür, alle möglichen Verbrechen zu legitimieren. Ein wirklich übles Beispiel bietet jetzt der neue „Chief Rabbi“ der israelischen Armee (IDF). Er sieht nicht nur aus wie ein rückständiger bösartiger alter Mann, er ist es auch.

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Dieser Typ, Eyal Qarim heißt er, hat es direkt auf die Seite 1 von Yediot Aharonot geschafft, einer großen israelischen Tageszeitung:

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Übersetzung: “New IDF Chief Rabbi: It is permissible to rape during war”. Under that: “Col. Eyal Qarim has declared in the past “draft of girls is totally forbidden” – and claimed that in times of war it is permissible for soldiers to “have sex with comely gentile women against their will.”

Comely gentile women sind alle nicht-jüdischen Frauen. Also beispielsweise ich.

Qarim hat solche Thesen schon früher vertreten, und dennoch wurde er zum Ober-Rabbi der Armee ernannt. Schlimm genug. Radovan Karadzic und diverse afrikanische Warlords mussten sich wegen solcher Massenverbrechen in Den Haag verantworten. Eine seiner Rechtfertigungen:

“[W]ar removes some of the prohibitions on sexual relations, and even though fraternizing with a gentile woman is a very serious matter, it was permitted during wartime (under the specific terms) out of understanding for the hardship endured by the warriors. And since the success of the whole at war is our goal, the Torah permitted the individual to satisfy the evil urge, under the conditions mentioned, for the purpose of the success of the whole.” –

Auch wenn der Typ sich mittlerweile dreht und windet, inhaltlich hat er recht. Das Alte Testament – also  auch die Bibel der Christen – legitimiert die Vergewaltigung und Versklavung feindlicher Frauen. Warum nicht, vor 2000 Jahren war das eben so üblich.

This is Deuteronomy 21:10-14: “When you go out to battle against your enemies, and the LORD your God delivers them into your hands and you take them away captive, and see among the captives a beautiful woman, and have a desire for her and would take her as a wife for yourself, then you shall bring her home to your house, and she shall shave her head and trim her nails. She shall also remove the clothes of her captivity and shall remain in your house, and mourn her father and mother a full month; and after that you may go in to her and be her husband and she shall be your wife. It shall be, if you are not pleased with her, then you shall let her go wherever she wishes”.

Dass dieser Typ natürlich weiterhin alles für richtig hält, was in seiner “heiligen Schrift” steht, wird hier gut analysiert. Für die Öffentlichkeit gibt es halbherzige Dementis, für seine orthodoxe Community bleibt er dabei. Das ist für Außenstehende meist schwer nachvollziehbar, nicht nur weil wir diese verqueren Weltanschauungen kaum verstehen, sondern weil so etwas auch meist auf Hebräisch argumentiert wird, das der allergrößte Teil der Menschheit nun mal nicht spricht. Aber die orthodoxe „Jewish Press“ erscheint auf Englisch, und sie bestätigt ganz selbstverständlich dass Karim nicht nur ein „exzellenter Rabbi“ ist sondern „his views happen to be the mainstream Orthodox Jewish views“. Wer gegen ihn, ist ein böser Linker, und hat was gegen Juden.

Na, danke schön. Mir kommt das Kotzen. Ohne Religionen wäre die Welt ein besserer Platz.

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2000 years ago, they sacrificed women like me on this altar to their wicked gods

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No country for bold women

Ein Land, vor dem mir wirklich graust, ist Pakistan. Im Juli wurden wieder mindestens 100 Frauen Opfer eines „Ehrenmords“ – mehr als 1000 gibt es dort jedes Jahr, Dunkelziffer unbekannt, laut einem Bericht des UK Home Office. Dieses Jahr gewann ein Film den Oscar for Best Documentary Short, der genau diesen Terror gegen Frauen in Pakistan zum Thema hat: A Girl in the River: The Price of Forgiveness.  Regisseurin Sharmeen Obaid-Chinoy war damit die erste Pakistani, die einen Oscar gewann.  Pakistans Premierminister versprach nach dem Oscar, etwas zu tun. Nichts geschah.

Aber jetzt, es gibt einen Aufschrei. Einer der bekanntesten, beliebtesten und deswegen natürlich auch meistgehassten Social Media Activists wurde von ihrem eigenen Bruder umgebracht. Qandeel Baloch, Realname Fouzia Azeem, hatte über 750,000 followers auf Facebook und Instagram.

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Die 25jährige war auch deshalb so beliebt, weil sie sich auch über sich selbst lustig machte, weil ihr Englisch nicht perfekt war. Sie bezeichnete sich als feministische Aktivistin, die gegen das tiefsitzende Patriarchat ihres Landes mit viel Humor anging. Viel Wirbel erzeugte ein Selfie mit einem Imam, der wohl hinter ihr her war und dem sie den Hut abnahm und sich selbst aufsetzte.

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At least international media can see what i am up to. How i am trying to change the typical orthodox mindset of people who don’t wanna come out of their shells of false beliefs and old practices. Here this one is for those people only. Thankyou my believers and supporters for understanding the message i try to convey through my bold posts and videos. It’s time to bring a change because the world is changing. let’s open our minds and live in present.

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Die Empörung ist jetzt so groß, dass Premierminister Sharif seine Tochter ankündigen ließ, es werde jetzt endlich ein Gesetz gegen „Ehrenmorde“ geben. Bisher konnte die Familie des Opfers einem Mörder die Tat „vergeben“, also die Täter konnten sich selbst amnestieren. Damit soll jetzt Schluss sein.

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Drei Tage vor ihrem Tod postete Qandeel:

“As a women (sic) we must stand up for ourselves. As a women we must stand up for each other…As a women we must stand up for justice. I believe that I am a modern day feminist. I believe in equality. I need not to choose what type of women should be. I don’t think there is any need to label ourselves just for sake of society. I am just a women with free thoughts free mindset and I LOVE THE WAY I AM. :)”

4000 Menschen haben bereits einen Aufruf unterschrieben. Ich auch.

Today, we hold the Pakistani media complicit in her death. We hold those journalists, editors, directors and owners responsible who leaked private details of her life. They publicized her marriage, her child, knowing the dangerously sexist conditions in this country. They berated her and thereby prepared the way for her to be killed.

We also hold the politicians and security services accountable who failed to protect her even as she publicly pleaded to them for protection. She wrote to the Interior Ministry, to the Federal Investigation Agency (FIA) and to the Senior Superintendent of Islamabad — to no avail.

We demand accountability. We demand that the state and judiciary be especially vigilant and not allow her killer to be forgiven under the country’s misogynist blood-money qisas and diyat laws.

Es scheint, es bewegt sich etwas.

Vielleicht kann irgendwann sogar Nadia Ali ihr Heimatland wieder besuchen. Sie ist Pakistans populärster Pornostar – natürlich gibt das niemand zu, aber die Marktlage ist eindeutig.

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Nadia, who is both Pakistani and a practicing Muslim, craved not only freedom, but adventures of a sultry variety. Enticed by work in the sex industry, she became a professional escort, which led into her current career as a successful adult film star. She’s been making waves ever since.

August McLaughlin hat Nadia interviewt – not only about her work, but about the damaging effects of sexual repression and the supreme value of embracing our capacity for pleasure. Listen in, she’s got a couple of very good points.

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If there is a God, she will punish those murderers

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Turbokühe

Die Milchkrise geht ungebremst weiter. Erklärungen, Konferenzen, Ankündigungen bleiben folgenlos. Tausende Bauernhöfe werden auch dieses Jahr allein in Deutschland schließen. Nobody cares. Deutschland, das Land in dem Lebensmittel billiger sind als woanders – in dem den meisten Verbrauchern wohl buchstäblich scheißegal ist, welche Protein-Kohlehydrat-Kombination sie in sich reinschieben, Hauptsache es kostet fast nichts.

Angeblich ist die Zeit des Geiz ist Geil vorbei. Angeblich. Mag sein, dass heute mehr Leute als früher auf besseres Essen achten und auch akzeptierten, dass besseres Essen mehr kostet als die Ramschpreise, die man in diesem Land für selbstverständlich hält. Mag sein, dass auch mehr Leute als früher akzeptieren, dass zu gutem Essen auch gehört, dass die Erzeuger dieses Essens dafür gut bezahlt werden. Vermutlich stimmt das.

Aber dennoch schauen viele tatenlos zu, wie die deutsche Landwirtschaft im großen Stil heute durch den hemmungslosen „freien Markt“ zerstört wird. Die Deutschen reden in ihren Talkshows lieber über die letzten Fürze irgendwelcher AfD-Provinzpolitiker, lieber über irgendwelche Koalitionsoptionen und so weiter. Die Zerstörung einer von Bauern geprägten Landwirtschaft interessiert niemanden. Vielleicht auch, weil es kein einfaches Gut und Böse gibt.

Natürlich sind die Bauern und ihr unsäglicher Bauern-Verband an der Misere nicht unschuldig. Natürlich produzieren sie zuviel, viel mehr als der Markt abnehmen kann. Sie tun das, weil es jahrzehntelang Rahmenbedingungen gab, die genau das begünstigt haben. Turbokühe wurden gezüchtet, regelrechte Qualzuchten, mit bis zu 12000 Litern Milchleistung im Jahr. Seit 1960 hat sich die Jahresmilchmenge verdoppelt. Der Preis: naturferne Qualzuchten mit viel Tierquälerei, Kraftfutterimporte aus ehemaligen Regenwaldflächen in Südamerika. Kühe, die mit ihrem natürlichen Futter – Gras und Heu – gar nicht mehr überleben könnten, die das Kraftfutter brauchen wie ein Junkie seine Drogen. Ein Viertel des deutschen Kuhbestands wird jedes Jahr geschlachtet, weil sie krank, erschöpft, nicht mehr leistungsfähig sind. Mit der perfiden Konsequenz, dass heute diejenigen kleineren Bauernhöfe, die am wenigsten an dieser Überschussproduktion schuld sind, zuerst am Ende sind.

Wenn sie zu Tausenden schließen, bleibt industrialisierte Landwirtschaft übrig. Genau das, was ihr angeblich nicht haben wollt. Aber ihr werdet es bekommen, weil es euch in Wirklichkeit egal ist. Ihr schaut tatenlos zu, wie eine Mafia aus Agrarindustrie und gekauften Politikern alle Gegenmaßnahmen blockieren. Eine Agrarministerkonferenz geht ergebnislos zuende, weil ein widerlicher Ideologe aus Mainz, der neue FDP-Minister des Mini-Landes Rheinland-Pfalz, alles blockiert, was nach Intervention in den „Markt“ riecht. Das einzige was diesem Typen und dem Bundes-Agrarminister von der CSU einfällt ist: wir brauchen mehr Freihandelsabkommen um mehr Milch zu exportieren. Sie wollen Milch in die USA, nach Iran, nach Japan verschiffen. Völlig verrückt.

Nein, was dringend nötig ist, ist offensichtlich: das Gegenteil von freiem Markt. Regulierung im großen Stil. Hochleistungs-Turbokühe müssen verschwinden, solche Zuchten müssen unterbunden werden. Per Gesetz, wenn es freiwillig nicht geht. Doping-Kraftfutter muss aus dem Futter raus. Per Gesetz, wenn es anders nicht geht. Das Kartellamt muss beim Einzel-Handel und bei den Molkereien in großem Stil die marktbeherrschenden Riesen zerschlagen, Antitrust. Das wäre sogar marktwirtschaftskonform, weil es erst wieder einen Markt schaffen würde. Und so weiter. Das einzige, was bisher in Deutschland passiert, sind einige armselige Kredite für Milchbauern, Laufzeit bis zur Bundestagswahl.

Ja, immer mehr Menschen wehren sich, kaufen anders ein. Keineswegs nur Öko-Snobs aus dem Prenzlauer Berg. Sie wollen dass sie nicht nur gesundes Essen haben, sondern Essen das seinen Preis wert ist. Dass dieses Geld nicht bei irgendwelchen Investoren landet, die in eine Agrarindustrie investieren, die Mensch, Tier und Natur ausbeutet, sondern bei Bauern aus ihrer Region. Aber noch sind es zuwenige. Und wenn sie sich nicht beeilen, sind in wenigen Jahren die Grundlagen für eine solche Lebensmittelproduktion ökonomisch kaputtgemacht worden. Von euren Politikern. Und eurer eigenen Tatenlosigkeit.

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Fair prices for food producers means better food, at least I like to think so

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