Adventure in the restaurant

Wenn ich bei meine liebe Freundin A. besuche, wird viel gelacht. Sie ist die lustigste Person die man sich vorstellen kann. Und immer eine Flasche Crémant im Kühlschrank. Da kommen wir schon mal auf…lustige Ideen. Abenteuerliche Ideen. Sie macht eine erotische Modenschau. Scharfe Teile hat sie im Schrank, ich bin beeindruckt. Wir haben etwa dieselben Maße, ich probiere vieles an, wow. Rückenfreie Kleider, durchsichtige, glitzernde, ultrakurze, ultralange – anything you can imagine.  Selbst Businesskostüme im denkbar elegantesten Schnitt. Irgendwann liegt ein riesiger Berg Klamotten auf ihrem Bett, die zweite Flasche wird geöffnet, kichernd liegen wir undressed auf dem Boden.

Wir stellen fest, wir haben noch Hunger. Es ist noch gar nicht so spät. Nicht weit von ihr hat ein neues Restaurant eröffnet. Ein gehobenes, teureres. Sie war noch nie drin. Wollen wir da hingehen? Sweetheart, ich lade dich ein, meint sie, und verpasst mir drei Küsse. Na klar doch, my love.

Sie schaut mich auf ihre unvergleichliche Art an, ich weiß, sie hat etwas vor. Ich kann es mir schon denken. Sie reicht mir eines der gewagteren Kleider, schwarz, mehr oder weniger durchsichtig. Ich sehe umwerfend darin aus, sagt sie. Leave your lingerie here, you don’t need it tonight. Sie sucht sich einen weißen Counterpart aus.

Was, wenn das Restaurant nicht so gut geheizt ist? Wir ziehen uns sehr seriöse Business- Blazer darüber, und einen Mantel. Kichernd geht es los. Das Restaurant ist gut geheizt, wir nehmen Platz, Mantel an die Garderobe, Blazer auch.

Wir vergnügen uns an den Blicken des Publikums. Erfreulicherweise ist der Kellner männlich. Dunkler Teint, spanischer Akzent. Südamerikaner. Er versucht zunächst sehr sachlich zu wirken, aber unserem Lächeln kann er nicht widerstehen. Den ganzen Abend kommt er so oft wie möglich, um sich grinsend zu erkundigen, ob alles in Ordnung ist. Ein attraktiver junger Mann. Diego ist sein Name, aus Kolumbien.

An den Nachbartischen schauen die Männer verstohlen herüber, während die Ladies missbilligend bis empört-grimmig schauen. Nur an einem Tisch schaut ein Paar voller Bewunderung zu uns herüber. Wir tun natürlich so, als würden wir den Rest der Welt gar nicht wahrnehmen. Das Highlight ist, als wir beide nacheinander zur Toilette gehen, quer durch das Restaurant. If you want to feel like the center of the universe, do just something like that.

Wir zelebrieren das Essen. Ständig fehlt etwas, der Kellner wird immer gebraucht. Als wir unseren Crémant geleert hatten, konnten wir gerade noch rechtzeitig eine weitere Flasche abwehren. Wir schauen uns an und verstehen uns. We better leave now. Diego bekommt ein pralles Trinkgeld und zwei dicke Küsse links und rechts. Wir wanken nach Hause. Es wurde eine wunderschöne Nacht.

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Körperteile ohne Namen

Wie stellt sich ein Mann eine Vagina vor, das war kürzlich hier Thema mit interessanten Ergebnissen. Nun kommen wir mal zu den Frauen. Die sollten es eigentlich besser wissen. Eigentlich. Aber bei erstaunlich vielen ist die Unkenntnis ähnlich erschütternd.

Der britische „Independent“ berichtete kürzlich zum Beginn des „Gynaecological Cancer Awareness Month“ über eine alarmierende Unkenntnis junger Frauen über ihren Körper.  Nur 50% konnten ihre Vagina auf einem medizinischen Diagramm richtig lokalisieren. 65% haben sogar ein Problem damit, solche Worte wie Vagina oder Vulva überhaupt auszusprechen! Von den 16-26jährigen verwendeten 40% Codeworte wie „lady’s parts“  statt Vagina, und mit der Ignoranz gegenüber ihren „lady’s parts“ korrespondiert eine weit verbreitete Ignoranz gegenüber Krebssymptomen. Die 66-75jährigen schnitten weitaus besser ab…. Sehr bemerkenswert.  Da scheint bei der Sexualerziehung in neuerer Zeit einiges schiefgelaufen zu sein.

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Die feministische Künstlerin Eleanor Haswell hat wohl als Reaktion darauf einen riesengroßen Slip gemalt, auf dem eine Anatomielehrstunde abgebildet ist, was sich unter dem Slip befindet. Das Ding ist aber ein Einzelexemplar und gilt als Kunstwerk. Sehr ansprechend finde ich das nicht, nicht wegen dem Bild, sondern wegen des absolut viktorianischen Schnitts. Aber wer sonst für die „Schönheit“ von Achsel- und Schamhaaren kämpft, findet wohl auch solche Slips schön. Schon okay, Madame Haswell.

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Wesentlich hilfreicher ist ausgerechnet Buzzfeed : 29 Things Everyone with a Vagina should definitely know. Hoffentlich verirren sich die ignoranten jungen Ladies auf diese Seite, wenn sie ihre „lady’s parts“ genauer kennenlernen wollen. Eigentlich reicht doch schon die pure Neugier…aber mit all dem kulturellen Ballast von Jahrhunderten voller Verklemmung braucht man wohl das Internet, um den eigenen Körper kennenzulernen.

 

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Solidarity with Greece

Wenn ich mir das Verhalten der Deutschen gegenüber Griechenland ansehe, wird mir schlecht. Es ist ja nicht nur die Regierung, dieser personifizierte Scrooge namens Schäuble und seine Kanzlerin. Dafür bekommen die super Zustimmungswerte im Volk. Bild-Zeitung und ein großer Teil der sonstigen Presse, nichts als regierungstreue nationalistische Jubelpresse. Abstoßend. Wie lange war mir mein United States Passport peinlich und wurde versteckt – ich habe das Gefühl, bald verstecke ich lieber den anderen, den deutschen.

Deswegen: heute ist mein Hellas Solidarity Day. Heute dröhne ich mich mit Despina Vandi zu.

Wer ist Despina Vandi? Die Deutschen kennen sie nicht, dazu sind sie zu selbstfixiert und zu ignorant. Dabei wurde sie in Tübingen geboren. Seit bald zwanzig Jahren ist Despina ein Musik-Superstar in Hellas, im Nahen Osten, im Osten Europas. In Jordanien kennt man Despina Vandi, in Palästina, im Libanon. Nicht in Germany. Deutsche, ihr habt keine Ahnung. Selbstfixiert bis zum Erbrechen. Von Kultur, Gesellschaft, Leben in euren Nachbarländern habt ihr eigentlich keine Ahnung, es interessiert weder euch noch eure Medien. Es reicht euch, hinzufahren, schöne Strände vorzufinden, gutes Essen, Natur. Die Menschen interessieren euch nicht. 300,000 Griechen leben in Deutschland, keiner davon ist euer Freund, höchstens der Tavernen-Wirt nebenan mit dem Namen „der Grieche“.

Ich lade euch ein: Acht Minuten für zwei Videos mit Despina Vandi. Ihr habt Dieter Bohlen. Griechenland hat Despina Vandi.

http://vbox7.com/play:893be6a0?p=group&id=musicvideovipkiko

(unfortunately I just can’t embed it)

 

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Fremde federn: About me: the olive tree

Alte Bäume üben eine merkwürdige Faszination aus. Sie sind groß, mächtig, haben Jahrhunderte kommen und gehen gesehen, und doch sind sie so verletzlich. Eine Motorsäge reicht. So wie in früheren Kulturen die wenigen Menschen, die sehr alt wurden, verehrt wurden als Hüter der Weisheit, so wurden auch alte Bäume verehrt. Heute ist das anders. Alte Menschen werden abgeschoben, geradezu entsorgt. Es sind so viele. Sie sind eine Last. Alten Bäumen geht es genauso.

Den Deutschen wird eine innige Beziehung zu ihrem Wald nachgesagt. Ich glaube das nicht, ich habe das in den Jahren seit ich hier lebe noch nie bemerkt. Zutiefst beeindruckt hat mich aber die innige, geradezu mystische Beziehung palästinensischer Bauern zu ihren Olivenbäumen. Deswegen spielt die systematische, barbarische Zerstörung von Olivenhainen im terroristischen Arsenal der israelischen Kolonialarmee so eine wichtige Rolle. Um die Menschen zu vertreiben, muss man ihre Beziehung zu ihrem Land brechen.

Seit 1967 haben Israels Kolonialisten 800,000 Olivenbäume in Palästina zerstört. Militante Siedler zerstören immer wieder unbehelligt Olivenhaine. Nichts illustriert die kulturlose Brutalität dieser Kolonialisten, oft genug fanatisierte Amerikaner, mehr als solcher Vandalismus. Ich habe einmal einen solchen zerstörten Olivenhain gesehen und nur noch geweint.

About me: The Olive tree von Amal al-Hazred ist ein bewegendes Essay einer Palästinenserin über ihre Identität als Vertriebene, mit einer über die Kontinente zerstreuten Familie, und die aus der Heimat geretteten Olivenbäume.

On one of my childhood trips to Jordan, my father showed my siblings and me an olive tree that his brother had planted in Irbid outside of his house. My father went on and on about how fantastic this tree was, and how great it was that my uncle could grow olives. He talked about how he could eat and sell them, and press them into olive oil and eat and sell that, and so on.

Even though I was too young to understand economics and how ridiculous the idea of supporting yourself and a family with one tree was, I still thought my father was exaggerating the greatness of this olive tree. It was only a sapling. There wasn’t a single sign of fruit on it. Despite its inability to sprout one, it still carried the promising fragrance of olives.

This was one of many things I never really understood about my father. I just piled it away with a multitude of other things- other misunderstandings and discrepancies in our conversations. It didn’t bother me. For a long time, I forgot about it entirely. It was insignificant.

Ich würde mich freuen wenn ihr es lesen würdet. Hier.

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Never trust a prostitute

GOVERNMENT WARNING Never trust a prostitute. They are dangerous vampires that will kill you. They will tempt you into danger, into premature death. Avoid any contact with them.

<p><a href=”https://vimeo.com/89485265″>SIDECARS – DE PEL&Iacute;CULA -</a> from <a href=”https://vimeo.com/albertodelorite”>Alberto de Lorite</a> on <a href=”https://vimeo.com”>Vimeo</a&gt;.</p>

 

Smile ;-)

 

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We live in different realities

Ein langes Gespräch bis tief in die Nacht mit  meiner lieben Freundin L. Es hatte so nett begonnen. Lange haben wir uns nicht gesehen. Ab und zu eine email, mal angerufen, aber wenn man in verschiedenen Städten lebt kann es schon vorkommen dass man sich jahrelang nicht sieht.

Wir haben uns auseinanderentwickelt. Sie ist traurig geworden, geradezu bitter. Sie lebt jetzt allein. Ehe zerbrochen, die Zwillinge aus dem Haus. Eigentlich mitten im Leben, und doch ohne Perspektive. Wie viele Frauen stehen wie sie mit 40, 45 vor den Trümmern ihrer gescheiterten Ideale, ihrer geplatzten Lebensentwürfe. Ausgezeichneter Uni-Abschluss. Tolle Pläne.  Nach wenigen Berufsjahren doch nichts geworden als Hausfrau, Gelegenheitsjobberin, Teilzeitaushilfe, und vielen droht gar Hartz 4 und irgendwann die kümmerliche Mini-Rente. Wer so lange aus dem „geregelten Berufsleben“ raus ist, hat keine Chance mehr. Fachkräftemangel? Sie gilt gar nicht als Fachkraft.

Nach wie vor sind Kinder das Karriererisiko, das Armutsrisiko Nummer 1. Das erste Kind mit Anfang Zwanzig, und dann vielleicht zum falschen Zeitpunkt das zweite. Re-Integration in den Job hat nicht wirklich geklappt. Du hattest keine Kita. Da war die Lösung natürlich: Teilzeit. Die Frau natürlich, nicht der Mann. Vielleicht kam dann die Trennung nach dem zweiten Kind, und dann war es aus. Das zweite Kind war vielleicht geplant als Rettung der gefährdeten Beziehung. Wie viele machen diesen Fehler. Ich spreche ja nicht aus Erfahrung, aber dennoch sehe ich bei vielen: Ein Baby ist schon Stress für eine intakte Beziehung, für eine gefährdete Beziehung ist ein Baby oft das Ende. Und dann steht die Frau vor der Wahl: Trennung und Absturz in die Armut einer Alleinerziehenden, oder frustriert an der Seite des Mannes bleiben, der sie versorgt. Die klassische Ehe. So wie eh und je. Alle feministischen Ideale zerbrochen. Du wolltest es ganz anders machen als deine Mutter, und du hast es nicht geschafft. Es hat nicht geklappt. Du hast versagt und fragst dich, was habe ich eigentlich falsch gemacht. Du stellst fest, gar nichts, du hast nur Pech gehabt. Und du hoffst, dass es deine Tochter schafft. Wie bitter

L. kann die Tränen nicht mehr zurückhalten. Sie ist so neidisch auf mich, sagt sie. Hätte ich es so gemacht wie du. Keine Kinder, keine Familie. Einfach nur das worauf du Lust hast. Jobs gewechselt, Karrieren einfach abgebrochen und direkt was neues angefangen. Immer das was du wolltest.

Was soll ich sagen? Liebe L., auch du hast gemacht worauf du Lust hattest, Kind und Familie war doch dein Traum. Meiner eben nicht. Hätte ich den Mund gehalten. So giftig hat sie mich noch nie angesehen. Ich habe immer noch alle Optionen, sie keine mehr. Kollateralschaden. Es tut mir so leid. Hätte die Beziehung geklappt, hätte die Kinderbetreuung geklappt, hätte die Firma sich nicht wie ein Arschloch benommen….hätte, hätte, Fahrradkette. Realitäten, Germany 2015.

Und dann liest du so etwas.

Berlin: “Schon jede vierte Frau verdient mehr als ihr Mann”, schreibt die Bild. Bild lese ich natürlich nicht. Mein geschätzter Blogger-Kollege Kiezneurotiker verlinkt zu einem Blog, der solche Sachen kolportiert. Selbstbeschreibung: „Genderama ist das Blog des linken Flügels der antisexistischen Männerbewegung (Maskulismus).“ Für einen „linken Flügel“ zitiert dieser Blogger erstaunlich oft rechte Medien. Weiter geht es: Titelgeschichte der “Weltwoche”: “Das hilfsbedürftige Geschlecht“. „Aufklärungskampagnen, Quotenregelungen, Lohnpolizei – Frauen ­werden mit allen erdenklichen Mitteln gefördert. Die Programme kosten Millionen. Ein neues Papier belegt, wie hier ein Vorurteil von Staates wegen gegen jede Realität konstruiert wird.“.

Gegen jede Realität? Die Realitäten der Zürcher Weltwoche, einem Kampfblatt Schweizer Rechtspopulisten,  waren noch nie meine Realitäten. Dann die Wirtschaftswoche, noch so ein Blatt, aus dem ich meine Weltanschauung lieber nicht beziehen möchte. „Sexuelle Belästigung: Männer häufiger von Übergriffen im Job betroffen als Frauen“. Klingt unglaubwürdig? Ist auch unglaubwürdig.

Der Klaps auf den Po, eine anzügliche Bemerkung oder E-Mail mit eindeutigem Angebot: Eine neue Studie zeigt, dass mehr als die Hälfte der Beschäftigten schon einmal am Arbeitsplatz belästig wurden. Überraschend: Laut Umfrage sind Männer häufiger betroffen als Frauen.“ Ein kleines Detail aus dem Wirtschaftswoche-Bericht fällt leider sowohl bei der Schlagzeile als auch bei den freudigen Verlinkern in der Bloggerszene unter den Tisch: „Absender der zweideutigen Botschaften und körperlichen Übergriffen waren bei beiden Geschlechtern meistens Männer.“, so die Wirtschaftswoche.

Ich denke an L. Offenbar leben Frauen wie sie auf einem anderen Planeten als der „linke Flügel der antisexistischen Männerbewegung (Maskulismus)“, an den rechten Flügel dieser Bewegung wage ich gar nicht zu denken.

Ich sage gar nicht, ich habe recht. Ich nehme die Welt nur anders wahr, und meine Bekannten auch. Ich weiß nicht, ob Kiezneurotiker recht hat: er stellt Leute ein, und zwar „seit Jahren ausschließlich junge Frauen. Junge Männer, die meinen Weg kreuzen, sind tatsächlich zu dumm. Alle. Ohne Ausnahme. Machen Sie damit, was Sie wollen. Ich stelle nur fest.“

Ich stelle auch nur fest. In meiner Firma ist das mitnichten so, bei den Konkurrenten in der Branche auch. Bei den Einstellungen halten sich ladies and gentlemen die Waage, aber auf der Karriereleiter gibt es klare Differenzierungen. Da mögen die Ladies an den Schulen und Universitäten noch so sehr bessere Noten haben und vermutlich auch zu Recht – wen interessiert das noch, wenn du mal den Job hast? Auf der Karriereleiter klettern die nach oben, die am intensivsten Karriere machen wollen, nicht die Kompetentesten und Besten. Das ist wie in der Politik. Da können Frauen durchaus mithalten, aber oft wollen sie nicht ihr ganzes Leben der Karriere opfern, nicht eine Überstunde mach der anderen machen, nur um präsent zu sein. Sie sind weit weniger bereit oder in der Lage, Kinder und Familie hinten anzustellen. Natürlich, es gibt auch diejenigen wie mich, die haben keine Kinder und Familie. Wäre ich scharf darauf, rasch aufzusteigen, wäre ich bereit mich zu verbiegen, ich würde sicher viele Hindernisse aus dem Weg räumen, genauso wie viele Männer. Aber nicht nur der Weg nach oben kostet viel Zeit und Energie. Oben bleiben auch. Chefs gehen nicht früher.

Bei „genderama“ liest sich das so: „Personalberaterin: Darum gibt es weniger Frauen in Führungspositionen. Wer ganz nach oben will, kann nicht von allen geliebt werden. Besonders Frauen können das schlecht, darum fehlen sie an der Spitze, sagt die Trainerin Sigrid Meuselbach. Zitat aus der Zeit.

In meiner Branche, in meiner Firma – ein Tempel des Kapitalismus, um es klar zu sagen – könnten wir von den jungen, karrieregeilen Männern viel lernen. Gut vernetzt, durchsetzungsstark, privat bindungsunfähig oder –unwillig, und alles andere als dumm. Schon gar nicht in Gefahr, von Chefinnen sexuell belästigt zu werden. Sie belästigen auch keine Frau, weil sie wissen, das kann das Karriere-Ende bedeuten. Sozialkompetenz gleich null. Sie üben Macht aus, die Konsequenzen ihres Tuns spüren andere. Das sind die Männer, die für Geld alles tun. Sie lassen ganze Länder verarmen für ihre Bilanzen, für ihre Karrieren. Sie setzen sich einfach nur durch, systematisch, zielstrebig, Ende. Und ganz oben sind und bleiben sie unter sich. Realität. Frauen wie L. haben in dieser Realität keine Chance. Ich möchte diese Realitäten ändern. Der „linke Flügel der Männerbewegung“ konstruiert sich lieber seine eigenen Realitäten.

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Real, irreal, surreal.

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Fremde Federn: Einzigartigkeit

Iranique schreibt einen schönen Blog, den Herz im Kopf Blog. Nicht nur schöne, nachdenkliche, auf wunderbare Weise kontemplative Texte gibt es dort, sondern atemberaubend schöne Bilder. Sie ist wirklich eine Top-Fotografin, Chapeau!

Ein Text hat mich sehr angesprochen, den sie über „Freizeitstress“ geschrieben hat. Wenn du die ganze Woche unter Menschen bist, ist es schön ein Wochenende nur Ruhe zu haben. Viele Menschen haben anscheinend genau davor Angst.

Ich erlebe bei meinen Mitmenschen immer häufiger eine Art Freizeitstress. Immer wieder wird mir die Frage gestellt, was ich an diesem Wochenende denn Schönes mache. Ich antworte zur Enttäuschung des Fragenden dann, dass wir am Wochenende Zuhause bleiben, uns zwei bis drei Filme anschauen, schön kochen und neue Desserts kreieren. Oder dass die Familie vorbeikomme und wir einfach beisammen sind und über unsere Woche reden. Der Blick, den ich manches Mal daraufhin ernte, drückt ungefähr folgendes aus: „Wie? So viel Arbeit, so wenig Zeit, und dann bleibst du einfach nur Zuhause? Verpasst du so dein Leben nicht?“ Nein, das Gefühl habe ich nicht. Nicht, dass ich nicht das Gefühl hätte, dass es unnatürlich sei, mehr Zeit mit Kollegen und Kolleginnen zu verbringen als mit der eigenen Familie oder dem eigenen Liebsten; nicht, dass ich mich nicht darüber wundern würde, wie bereitwillig sich andere Überstunden aufbrummen lassen, während ich sehr häufig sage, dass ich verhindert sei und wichtige Termine habe – aber das Heimischsein, das „ungezwungene Existieren“ in meinen eigenen vier Wänden mit meinen Liebsten, das kommt mir nicht wie Zeitverschwendung vor, es ist viel eher wie Zeitentschleunigen. Ich gewinne damit Augenblicke, ich verpasse sie nicht.

Ein schöner, ansprechender Text. Sehr zu empfehlen.

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Relax in the pool – the best you can do for a rest

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