Hire and fire

Wenn sie es irgendwann geschafft haben, dich in Leitungsfunktionen zu befördern, du bist auch verantwortlich für Personal. Meistens du stellst neue Leute ein. Aber manchmal, du musst auch feuern. Wenn jemand rassistische und sexistische Einstellungen hat und das auch offen zur Schau stellt, es reicht irgendwann. Aber wenn ich ihn rauswerfen will, es ist nicht so einfach in Germany. Hier es gibt Betriebsräte, die müssen ja sagen, oder sie machen es dir schwer. In the end, the bosses get what they want, but often they have to pay their way out

Das ist gut so. Sie verteidigen etwas, von dem Amerikaner nur träumen können. Soziale Sicherheit. Ein bisschen wenigstens. Nur für diejenigen, die es geschafft haben, privilegierte Arbeitnehmer zu sein. Das werden immer weniger. Sogar der öffentliche Dienst beschäftigt inzwischen ein Drittel in „atypischen Beschäftigungsverhältnissen“. Die „Plattformökonomie“, gig economy, droht nun alle Arbeitsverhältnisse abzuschaffen und Arbeitnehmer zu Tagelöhnern zu machen. Die Wirtschaftslobby will unbedingt die Verhältnisse in Deutschland weiter „amerikanisieren“. Für die „Stiftung Marktwirtschaft“, sehr einflussreich bei der CDU, ist eine „Abwehrhaltung“ gegen die Plattformökonomie völlig verkehrt. Deutschland verliert an den Anschluss an die internationalen Wettbewerber, sie jammern dass die Plattformökonomie amerikanisch und chinesisch geprägt ist. Natürlich ist sie das. Dort zählen die Interessen der Arbeitnehmer bekanntlich nichts. Es sei eine „Neiddebatte“, diese Unternehmen stärker zu regulieren, man müsse das Gegenteil tun. Natürlich. Auf diese Leute darf man nicht hören. Es sind Ideologen, die noch nicht einmal dem deutschen Kapital nützen, dem deutschen Volk sowieso nicht.

In Californa, das Parlament hat jetzt beschlossen, dass alle Pseudo-Selbständigen der Gig-Economy als Arbeitnehmer behandelt werden müssen. Great.

“Under the bill, all companies in California would be required to classify their workers as employees rather than independent contractors in most cases. Companies in the „gig economy— including Uber, Postmates, and Lyft—would have to provide their drivers with the state minimum wage of $12 per hour, protect them with overtime rules, workers‘ compensation, and unemployment insurance, and contribute payroll taxes for Medicare and Social Security.”

Uber und Postmates, auch ein solches Ausbeuter-Unternehmen, haben gegen das californische Gesetz geklagt. How do you feel when you order next time an Uber? Cheap because they exploit their workers – even deny that they are their workers? I am not doing any business with these guys.

In Deutschland ist Uber illegal. Sie verstoßen gegen eine ganze Reihe Gesetze. Erst im Dezember hat das Landgericht Frankfurt eine Unterlassungsklage der Taxizentralen recht gegeben. Das interessiert Uber aber nicht, sie machen einfach weiter. In Berlin ist Uber seit 2014 präsent – und seitdem, illegal. Schon der alte SPD-CDU-Senat kümmerte sich einen Dreck um die Gesetzeslage. Nobody cares. Berliner Senate machen sehr viel falsch, wahrscheinlich fast alles, aber dass sich niemand darüber aufregt, I don’t get it.

Germans, you have no idea what you have to lose. Wake up before it is too late.

 

„The next time a client comes with Uber I’ll send him home.“

 

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A shattered dream

Nein, es ist nicht wirklich so, dass ich das Vereinigte Königreich von Britannien und Nord-Irland wirklich interessant finde. Die meisten Briten, die ich kenne, sind komische Menschen, oder schon so lange weg, dass nicht mehr wirkliche Briten sind. Ihre verrückte Monarchie ist museumsreif. Das ganze Hickhack um Brexit ist mir egal. Wie ihr Europäer euch organisiert, in einer EU oder nicht, I don’t care.

Aber diese Wahl, sie war spannend. Ja, sie war auch crazy, aber sie war spannend. So wenig Britannien und America vergleichbar sind, dennoch: was Corbyn in Britannien versucht hat, versucht Bernie in America auch. Natürlich, ich habe sehr gehofft, er wird gewinnen. Against all odds. Es war nicht zu erwarten, aber gehofft haben wir dennoch.

Some people say, it was impossible. First, there was the character assassination. Kaum ein Politiker wurde in den letzten Jahrzehnten so massiv beschimpft, beleidigt, rufgemordet wie Jeremy Corbyn. Natürlich, das musst du erwarten, wenn du den Reichen an das Geld willst. Ich glaube, er hat es ausgehalten, aber es hat Stimmen gekostet.

Second, the false friends. Viele sogenannte Parteifreunde waren seine schlimmsten Feinde, die Neoliberalen die noch übrig sind aus der Blair-Zeit. Selbst wenn er es geschafft hätte, eine knappe Mehrheit zu bekommen, sie hätten seine Politik sabotiert und hätten mit den Rechten gegen ihn gestimmt. Es ist eine Wahnsinns-Aufgabe, aus einer neoliberal beherrschten Partei wieder eine linke Partei zu machen, du musst derart viele Funktionäre wegschaffen, das dauert einfach sehr lange.

Drittens, die Lügenkampagnen um Antisemitismus. Wer für gleiche Rechte für Palästinenser eintritt, ist für die Israel-Lobby Antisemit. It is a complete mystery to me why anybody believes the racist Israel lobby a single word, but it is a fact. Jeremy Corbyn hat immer gleiche Rechte für Palästinenser gefordert. Die Tories sind zuverlässige Verbündete der Zionisten, Corbyn hätte eine radikal andere Politik gemacht. Die massiven Kampagnen der Medien hatten keine wirkliche Substanz, niemand konnte dir wirklich sagen, was eigentlich der Kern dieser Kampagne ist, aber sie wirkte.

Aber alles das, es wäre wohl nicht entscheidend gewesen, wenn es nicht gegeben hätte eine zentrale Bruchstelle in der Labor Campaign. Brexit. Get Brexit Done. Johnson’s simple message war das, was es möglich gemacht hat, dass sehr viele working class voters erstmals nicht Labour gewählt haben. Genau das wird er ihnen sehr bald liefern: Brexit will come very soon. Thank you. Finally. Corbyn ist eigentlich auch für den Brexit, aber die urban middle class der Labor Party hat durchgesetzt, dass er gegen seine Überzeugung Wahlkampf für ein zweites Referendum machen musste. Die Botschaft war klar: wir wollen den Brexit-Hickhack noch weiter verlängern, obwohl das Volk per Referendum gesagt hat, wir wollen raus. Not a good idea.

So sieht auch das Ergebnis aus: in metropolitan areas hat Labour gut abgeschnitten, die urban middle class remainers haben Labour gewählt, aber überall anders war Labor‘s verschwommene Brexit policy ein großes Problem. Dafür gab es keine Lösung: hätte Labor auch Get Brexit Done gesagt, sie hätten die urban middle class verloren.

So what is the consequence? Die Tories haben nur 43% aber die absolute Mehrheit. Labor hatte 33%, für die deutsche SPD und sogar für die CDU es wäre ein Traumergebnis. Aber es nützt nichts. Jetzt, England wird das neoliberal-ultrakapitalistische Musterland und das United Kingdom vermutlich zerbrechen. Labor wird jetzt bestimmt einen internen Bürgerkrieg bekommen. The capitalists haben eine weitere Trophäe in ihrer langen Serie, wie man progressive Opposition neutralisiert.

So what’s in it for Bernie? Zum Glück, in America, we have no Brexit. This side issue cannot deflect the focus from what really matters in America. False friends, i.e. “Democratic moderates”, are a massive problem but if he wins the primaries that won’t matter that much. Character assassination has been tried and doesn’t work. Die Israel-Lobby wird alles tun, um auch Bernie das Antisemitismus-Label umzuhängen, aber Bernie ist Jude, das ist nicht so einfach.

Vor allem, and that is the key: only a multiracial alliance of working class people and urban middle class liberals kann gegen die Republikaner gewinnen. This didn’t work in the UK thanks to the Brexit sideshow. Es ist erstaunlich mit welcher Beharrlichkeit Bernie, Alexandria und many others diese Allianz seit vielen Jahren aufbauen. Ich bin immer noch optimistisch. Und wie schon beim letzten Mal, I will go to New York to vote. I must. It is crazy but I must. We can show the world American leadership again, in a very different way than the world has gotten used to. And we will.

Still dreaming of a better future

 

 

 

 

 

 

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An den Frauen werdet ihr scheitern

Es gibt viele Politiker, die sofort zurücktreten müssten, vor allem in the United States. Angefangen mit dem Präsidenten, dem Vizepräsidenten, und mindestens der halbe Kongress, der halbe Supreme Court, und viele mehr. Es gibt dort Betrüger, Kriegsverbrecher, Steuerhinterzieher, und auch jede Menge Typen, die Frauen übel belästigen und sie sind darauf sogar stolz.

Eine Abgeordnete des Repräsentantenhauses ist jetzt zurückgetreten. Aber leider die falsche. Die Demokratin Katie Hill hat es nicht verdient, aber sie hat es nicht mehr ausgehalten. Katie Hill hat bei der letzten Wahl ein republikanisches Arschloch besiegt, ein gewisser Steve Knight. Und sie ist gerade dabei, sich von ihrem gewalttätigen Ehemann scheiden zu lassen. Beides sind Dinge, die eine Frau niemals tun darf in der kranken Gedankenwelt amerikanischer Konservativer. Jetzt rächen sie sich.

Ihr Ex hat heimlich viele Nacktfotos von ihr gemacht und sie jetzt in republikanischen und rechtsradikalen „Medien“ angefangen zu veröffentlichen. Unterstützer von Steve Knight helfen ihm dabei. Er droht, dass es immer mehr werden. Und sie haben veröffentlicht, dass Katie Hill eine sogenannte „Affäre“ mit einem Mitarbeiter hatte. In ihrer bewegenden Rücktrittsrede berichtet sie von massiver Bedrohung bis hin zu Morddrohungen. Und sie hält es nicht mehr aus, dass diese Drohungen immer mehr werden, der Rücktritt ist der einzige Ausweg. Ihre Rede ist eine bewegende und kämpferische Rede an den Chauvinismus der Politik, bei der Männern sexuelle Belästigung und jede „Affäre“ erlaubt ist, sie sogar bis in höchste Ämter damit prahlen, aber Frauen werden fertiggemacht wenn sie „eine Affäre haben“.

Die Konsequenzen sind klar: die Botschaft an junge Frauen lautet, geht nicht in die Politik, wir machen euch fertig. Wenn jeder deiner Ex-Typen dich fertig machen kann mit irgendwelchen Fotos, willst du dir das antun? Cosmopolitan mag nicht wirklich eine wissenschaftliche Zeitschrift sein, aber von manchen Dingen verstehen sie etwas. Cosmo sagt, 90% der heutigen jungen Frauen haben schon mal Nacktfotos gemacht. Alles potenzielle Waffen, um dich fertig zu machen.

Aber mal ehrlich, why not? It’s a lot of fun. I enjoy it very much. Okay, ich lasse mich normalerweise nur von guten Freundinnen fotografieren, aber es gibt genug Menschen, die solche Fotos von mir haben. Meine lieben Leserinnen hier auch, hihi, nur ihr wisst nicht welche Lady von den vielen hier bin ich. Aber mir ist das egal, ich schäme mich nicht dafür.

Es ist aber eine verlogene Doppelmoral wenn mit solchen Fotos Frauen fertiggemacht werden. Vielleicht sollten wir mit Nacktfotos auch Männer fertig machen, wahrscheinlich wir wären schockiert wie hässlich die meisten sind. Aber wir können auch erwachsen werden und sagen, Nacktfotos sind nichts Schlimmes, who cares, es ist normal. Nur in einer kranken und verlogenen Gesellschaft Nacktfotos sind ein Erpressungspotenzial.

Was Katie Hill’s sogenannte Affäre angeht – warum in the world soll es eine „violation of ethic codes“ sein, wenn du eine konsensuelle Affäre mit einem staff member hast??? I just don’t get it. Ich hätte mich gefreut, wenn Katie Hill gesagt hätte, what the fuck, I don’t care. Jeder republikanische Mann macht es so. Und solange die „Affäre“ konsensuell ist, richtig so.

In Britannien gibt es bald Wahlen. Überdurchschnittlich viele Frauen im Unterhaus kandidieren nicht erneut. „The abuse of female politicians by online persecutors is supplemented by more crafted insults from media professionals.”, schreibt The Guardian. Die Verrohung der Umgangsformen durch chauvinistische Rechtsradikale wird immer schlimmer, mit kommt schon das Kotzen wenn ich das lese was dieses Dreckspack über Greta Thunberg von sich gibt. Nicht jede hat den Mut wie Greta, sich dennoch weiter zu engagieren.

“That scenario alone probably intimidates women out of running: according to a new report by the Center for American Women and Politics at Rutgers University, one of the most significant barriers to women running for office is harassment and threats of violence – particularly sexualized harassment and threats – and fear of those threats. The publication of intimate photos, or even images photoshopped to look like intimate photos, is part of the system of abuse and harassment that scares women away from public office.”

Exactly.

Aber glaubt nicht, ihr kommt damit durch. Die alten Zeiten sind vorbei and they won’t come back. Ihr werdet euch wundern, wenn und wie wir euch fertig machen. AfD, Republikaner, Tories & Co: mit vielem würdet ihr durchkommen, solange ihr eure Kampagnen gegen Schwächere macht, gegen Flüchtlinge, Ausländer, Arme, Linke. Aber an den Frauen werdet ihr scheitern, ihr elenden Arschlöcher.

Rache ist süß. Da kommt er, und er glaubt wirklich ich bin eine Hure. Alles klappt perfekt, morgen ist das Video online, übermorgen tritt er zurück, das alte rechte Dreckschwein.

 

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Le Concert pour la tolérance

Über 200 000 Menschen versammelten sich letztes Wochenende beim Concert pour la Tolérance in Agadir, Marokko. Seit vielen Jahren findet dieses Konzert statt, ein Highlight in Agadir, eine Absage an alle Formen von Extremismus und Intoleranz. Ein wunderbares Konzert, völlig ignoriert vom selbstverliebten Westen. Nie ich habe eine Europäerin, einen Amerikaner getroffen, die davon gehört hat. Ignoranz gegenüber der arabischen Welt und völlige Ahnungslosigkeit ist ein Markenzeichen des Westens.

It was wonderful.

Ich habe kein Video von 2019 anzubieten. Ich hasse es wenn Leute Videos bei Konzerten machen, so ich habe es nicht gemacht.

Stattdessen, enjoy ein Video von 2013 – der wunderbare, grossartige Khaled mit C’est la Vie beim Concert pour la Tolérance.

North Africa could be such a wonderful place. Khaled, you still are a beacon of hope.

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Künstliche Intelligenz

Vielleicht es liegt daran dass ich werde älter. Vielleicht weil mein Job mich auffrisst und weil du in „senior positions“ konservativ wirst, auch wenn du es nicht willst. I don’t know.

Aber in letzter Zeit, ich ärgere mich immer öfter darüber, ich ziehe mich zu langweilig an. Zu konservativ. Grau. Business-Kostüme. Alles, was ich nie wollte. Nur die high heels sind übrig geblieben. Und mehr Schmuck als die anderen. Und manchmal, no bra, haha.

Ey, ich will das nicht. Ich habe immer diese Dresscodes bekämpft. Ich habe sie ignoriert. Ich war die Lady, die ohne BH kam, mit Minirock, schreiend bunt, im kleinen Schwarzen zum meeting. „Ich war“….can you imagine? Nicht „ich bin“, nein, „ich war“. Ab und zu, ich merke es, und dann ich mache das was mein Markenzeichen ist: ich ignoriere souverän alle Dresscodes, because I am the lady that has the right to do so because she insists and she won’t give up.

Nun gut. Es geht darum, niemand soll dir vorschreiben, wie du dich kleidest, und wenn du freiwillig konservative Looks hast, dann es ist freiwillig. Auch okay.

Aber das ärgert mich noch mehr, dass ich mache es freiwillig.

So, vielleicht ich brauche Technik, wenn meine eigene Kreativität nicht mehr hilft.

Arielle Pardes setzt auf künstliche Intelligenz. „Skirt or Jeans? Now an AI Can Offer You Styling Tips” schreibt sie bei Wired. Noch ist die Technik in den Anfängen, denn fashion style ist etwas, das selbst die Leistungsfähigkeit der besten Computer übersteigt, insbesondere wenn sie konstruiert wurden von Männern 🙂

Aber sie arbeiten daran. Es gibt ja schon websites wie Chictopia, die dir schöne Tipps geben, aber dann musst du einkaufen gehen.

„Kristen Grauman, a computer scientist at UT Austin, imagines a world where people might use a tool like this to double-check their look before they step out the door—a sort of computerized version of Coco Chanel’s famous maxim to “look in the mirror and take one thing off” before walking out of the house. But computers are nowhere near replacing human creativity when it comes to style or anything else. “We want algorithms that can learn from people and data in a way that might not replace the creative process but could do some of the pre-thinking and make suggestions or give us new ideas to consider,” says Grauman.”

Imagine: ich bin morgens noch müde, oder schon längst in Gedanken bei dem fucking office meeting das du gleich leiten musst, und du hast keine Kreativität für deinen Look. So nimmst du das graue, langweilige Kostüm das sie alle haben. Oh. Da ist noch diese App. Du gibst ein, heute eine Schlampe, und die App kennt deinen style und deinen Kleiderschrank, zack, here is a proposal. Oder du willst sie noch mehr ärgern, gib ein „Schlampe provokativ“. Here is another proposal.

Eigentlich geil. Aber eigentlich auch ein Zeichen, du wirst senil, wenn du dafür auch schon brauchst eine App. Nevermind. Ich finde das eigentlich eine geile Idee. Aber ich finde es besorgniserregend, dass ich das geil finde…

Das fällt mir noch ohne App ein…

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Dollars

Vertrauen Sie dem Euro? Wirklich? Darüber Sie können sehr ideologisch diskutieren, denn wenn Sie nicht dem Euro vertrauen, Sie sind in Deutschland sofort eine Anti-Europäerin, AfD und Schlimmeres. Aber das Vertrauen in eine Währung ist nicht über ideologische Bekenntnisse zu lösen. Bis etwa 2008 war der Euro durchaus auf dem Weg, dem Dollar Konkurrenz zu machen als Welt-Reservewährung. Seit den großen Euro-Krisen ist das vorbei. Heute laufen wieder über 90% der internationalen Handelsgeschäfte über den Dollar.

Dazu kommt, es gibt viel zu viel Geld in der Welt. Die Politik des quantitative easing, des lockeren Geldes, der niedrigen Zinsen führt dazu, dass es überall auf der Welt viel Geld gibt, das nicht produktiv investiert wird und nicht rentabel angelegt werden kann. Die Anleger wollen Sicherheit und hohe Rendite, aber das geht meist nicht. Hohe Rendite gibt es nur bei hohem Risiko.

Ein größeres Problem ist eigentlich, dass zuwenig investiert wird. Selbst große Unternehmen und Konzerne türmen lieber Reserven auf. Pensionsfonds, Staatsfonds, Versicherungsfonds, alle sind auf der Suche nach Anlagemöglichkeiten. Money, money, money – und immer weniger Rendite. Noch schlimmer wird es, wenn selbst Staaten sparen wie wahnsinnig und die „Schwarze Null“ zum Dogma erheben, allen voran die Deutschen.

Nichts ist eine so sichere Anlagemöglichkeit wie der Dollar. Ob das real stimmt, ist egal, psychologisch ist es so. Also kann sich America so günstig wie niemand anders verschulden. US Treasuries und andere dollar-denominated safe assets (DDSAs) werden gekauft, allein China hat Zigmilliarden davon. Und so steigt der Dollarkurs, und damit das US-Handelsdefizit. Gegen diesen Effekt können alle Zölle der Welt nichts ausrichten. Paradoxerweise verstärken Trumps Handelskriege noch die internationale Unsicherheit und damit den Drang, in den „safe haven“ United States Dollar zu investieren, sie machen also das Problem schlimmer.

Natürlich wird es auch immer teurer, in den Dollar zu investieren, wenn es alle tun. Der steigende Dollarkurs erhöht die Kosten dafür. Aber psychologisch führt das nicht etwa dazu, dass die Anleger weniger in den Dollar gehen, sondern erhöht noch das Gefühl, der Dollar ist sicher, denn er ist ja teuer.

Für die US Treasury ist das wunderbar: es kostet nicht viel, Schulden zu machen. Wenn du die Welt-Reservewährung hast, du kannst sehr billig Schulden machen, du kannst quasi Geld drucken, ohne die Währung zu ruinieren. Aber die Kosten kommen auf andere Weise. Immer mehr Kapital strömt ins Land, der Dollarkurs steigt, und damit werden Importe billiger. Das kostet viele Arbeitsplätze und so entsteht ein Handelsdefizit.

Jahrzehntelang, dies war selbstverständlich, aber die Auswirkungen der weltweiten Gier nach Dollars werden in USA inzwischen kontrovers diskutiert. DDSAs sind Schuldscheine – wenn du viele davon einlösen willst, entsteht für Amerika ein Problem. Eigentlich, für die ganze Welt. Aber was soll man tun, damit die Gier der Welt nach DDSAs sinkt? Es ist eine Bürde für Amerika to be „the consumer of last resort“, the “insurer of last resort,” aber was will man dagegen tun?

Solange die Nachfrage nach DDSAs, nach Dollars nicht sinkt, wird der Dollarkurs nicht sinken und damit das US-Defizit auch nicht. Warten Sie auf die nächste Euro-Krise, whoever sie auslösen wird, und es wird noch krasser. Reiche Russen, Chinesen, Inder usw bringen ihr Geld lieber in karibische Steueroasen statt es im eigenen Land zu lassen, und sie legen es dort mit Sicherheit nicht in indischen Rupees, Rubel oder Yuan an, sondern in Dollar. Alle Welt legt in Dollar an. Die Kosten sind das extreme Handelsdefizit und die Abwanderung von immer mehr guten Jobs ins Ausland. Die USA haben kein Mittel, die Gier der Welt nach DDSAs zu senken.

Natürlich, die Dollar-Hegemonie kostet die USA viel, aber es gibt ihnen auch Macht. Fast die gesamten Finanztransaktionen, der Handel der Welt läuft über Dollar. Die Iran-Sanktionen der USA sind deshalb so wirksam, weil sich kein Finanzinstitut der Welt aus dem Dollar verabschieden kann. Wenn Europa man die Iran-Sanktionen der USA brechen oder umgehen will, muss die EZB selbst zur Geschäftsbank für Unternehmen werden, die mit Iran Geschäfte machen.

Die Welt braucht dringend eine Alternative zum Dollar. Auch die USA selbst. Es wird immer schwieriger, die Gier der Welt nach Dollars zu befriedigen. Ein sinkender Dollarkurs muss her, aber wie? Die weltweiten Turbulenzen, auch durch Mr Trump, und die krisenhafte Konstruktion des Euro weisen in eine andere Richtung.

Letztlich, man braucht dafür politische Eingriffe. Man muss irgendwann akzeptieren, dass man Wechselkurse politisch managen muss und nicht nur dem Markt überlassen kann. Dafür, es braucht eine Vereinbarung, das kann kein Land alleine machen. Das wäre der Job für die G20. Aber mit Verrückten wie Trump und Starrsinnigen wie den Deutschen kannst du das nicht machen. So there will be another financial crash. Sooner or later.

Please note: I only accept dollars.

 

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Power

Money is power. Nothing is more powerful than money. Guns are power. But money is more powerful.

My boss asks me to represent my company at the summer reception of the finance ministry. Yeah. The Ministry Of Finance. The real power in the country. The boss himself can’t make it. He doesn’t reside in the Capital of Germany. So I’ll do it. For him. Me. The company’s most unconventional person in this country. I’m not even a native. A crazy foreigner. Nevermind. Yes. I’ll do it.

I spend days thinking about what to wear. What personality to be. The serious functionary, grey and unremarkable, or the whore, brilliant and remarkable. You can imagine what I decide. I will be the most sexy, the most feminine person in the whole event. The whore. Yeah.

It’s much smaller than I anticipated. Two hundred people, maximum. So I am among the two hundred most important people in this country? I can’t believe it. I am a foreigner.

You see these important people. The minister. His most important aides. Some of them I only know because of a Wikipedia research beforehand. I am well prepared.

The first guy you get to talk to is Mario Draghi. Europe’s Central Banker. Not anymore. You ask yourself, he looks like Draghi, but it can’t be him, right? He talks Italian on his phone, or pretends he is talking to someone, and this beautiful woman being yourself approaches him and suddenly nobody is calling him anymore. The phone goes silent. He loves to talk to you. And you like to talk to him, he is such an affable, likable personality. Like almost every Italian man. Almost. Mario, it was a pleasure talking to you. Maybe you wanted more, I didn’t. (Why? It could have been a lot of fun…)

The minister arrives. You are important because you talked to Draghi like an old friend. So you now talk to the Minister, because Draghi is no longer important and you are beautiful and sexy. So the Minister finds you important, not Draghi. Great. You love it. You don’t find the Minister sexy, but you find his power sexy. The Vice Chancellor.

And the Minister tells you what’s on in this country. He explains the world to you. How he sees it. He will be the President of the Party. The Party. Well, you ask, this party isn’t all that important any longer. He tells you, you don’t know anything. You will see. The party will come back. It will be key for the future of the country. Yeah. Probably. Maybe. Seriously?

Seriously. That’s what they believe here. Nobody else does. But they do.  They believe what they say. You can’t believe that they believe what they say.

We’re in outer space, looking at the earth from 20 000 kilometers distance.

No. We’re on Ground Zero. They seriously believe what they say. They play a role, like you do, but they believe it. Unlike you. You don’t believe for a minute in your role. You represent your company, not yourself. You play a role.

Wait a minute.

The corporation in you agrees with your true self that this is surreal. This stuff that you hear here isn’t what a realistic assessment would say, okay. Your corporation wants a true assessment. Not fantasy reports.

How can it be that he most unconventional, the most nonconformist personality in the finance sector in this country can be in complete harmony with probably everybody else in her company in saying, these guys are fooling themselves?

Yeah.

That’s how it is.

You are in complete harmony with your role.

They expose themselves to you because you are the whore playing to their feelings. They want the whore to love them. They aren’t pretending, they are honest. They want the whore they’re talking to to like them, to love them.

They are a joke.

Man, I don’t know. Is it men out of touch with reality? Probably. Is it representatives of a dying “ancien regime” not knowing what they’re talking about? Probably. Maybe I am the enlightened representative of capital looking with awe at politicians supposed to serve us, but making a big mess of everything? Probably. Yeah, I find myself in that role.

I keep asking them what they want us to do. We’re in crisis mode, Germany heading for recession, so can we help? No answer. The want me to tell them what they should do. How surreal. I believe some twenty or thirty years ago, people like me probably asked the politicians what they should do, and hoped they would do it.

Today, they ask me what to do. Me.

I know it is suicidal to write about this. They’ll find out who I am. But my boss will be proud of me. He is a good capitalist who knows, when the powers that be are heading for the brink, you need to keep a distance. He’s right. Nobody else in his team understands that, just me.

Looking at the people here, I am beginning to believe that I should be the powerful person ruling the country. I understand what’s going on. They don’t.

But I am powerless. I can’t change anything. Powerful means, you can change things. I can’t.

But who can?

No idea. The system is so interlinked nobody can change it unless it crashes altogether.

Common madness, perhaps.

Maybe.

I don’t know.

Excuse me, is this the way to the finance ministry?

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