Intoleranz

Neugierige Menschen sind sympathische Menschen. Neugierige Menschen wissen nicht schon alles, deshalb sie sind neugierig. Neugierige Menschen wollen gerne Neues kennenlernen, sie lassen sich auf etwas ein, das sie nicht kennen. Deshalb, sie sind neugierig. Ich bin ein neugieriger Mensch. Vor allem ich bin neugierig auf Menschen, die nicht so sind wie ich, auf andere Kulturen. Damit wird das Leben interessanter. Ich will nicht sagen, ich habe keine Vorurteile, no way. Alle Menschen haben Vorurteile. Aber ich bin immer neugierig, ob meine Vorurteile stimmen. Deshalb, ich rede gerne mit Männern, mit Konservativen, Religiösen, Muslimen, und so weiter.

Aber ich glaube, Leute wie ich werden immer weniger. Deshalb, es wird auch für mich vielleicht schwerer, so zu bleiben. Warum werden viele Gesellschaften intoleranter, engstirniger, abweisender? Obwohl wir doch in der Zeit der „Globalisierung“ alle so viel offener sein sollten.

Ich weiß es nicht. Vieles hat bestimmt mit Unsicherheit zu tun. Vielfalt verunsichert, es ist einfacher wenn alle gleich sind.

Eine Ausstellung hat jetzt wieder alle diese schreckliche Intoleranz deutlich gemacht, an der diese (ich zögere, „unsere“ zu sagen…) Gesellschaft immer mehr leidet.

In San Francisco haben der Museumsmacher Max Hollein und die Kuratorin Jill D’Alessandro eine Mode-Ausstellung gemacht, „Contemporary Muslim Fashions“. Die erste umfassende Museumsausstellung, die sich dem Phänomen zeitgenössischer muslimischer Mode widmet. Im M. H. de Young Memorial Museum in San Francisco, es war im letzten Jahr eine interessante Ausstellung, sie kam und sie ging, wie viele andere, und es gab Sympathie und Solidaritätsbekundungen mit einer Bevölkerungsgruppe, die durch Donald Trumps Muslim Ban diskriminiert wurde. Hollein kommt aus Frankfurt, und so er dachte, wir zeigen sie auch woanders, zum Beispiel in Frankfurt. Das Museum für Angewandte Kunst zeigt bis zum 1. September diese Ausstellung.

Aber in Frankfurt, es war anders als in SF. Das Wort „Muslim“ reicht schon, und hier, es gibt keine Solidarität, sondern Ablehnung. Sofort waren einige aggressive Zeitgenossen aufgewacht. Wäre es „Contemporary African Fashion“ gewesen, oder „Contemporary Indian Fashion“, es hätte wohl niemanden interessiert. Aber “Muslim”, das geht nicht. Denn Muslime sind schreckliche Menschen. Und so begann die deutsche Aufregung. Hassmails von Rechtsradikalen kamen an das Museum. Drohungen. Wer die Ausstellung besuchen will, muss erst einmal wie in einem Flughafen durch Sicherheitskontrollen. So weit sind wir schon. Für eine Modeausstellung.

Aber es sind nicht nur die Rechtsradikalen. Auch die konservativen Feministinnen agitieren gegen diese Ausstellung. Leute wie die verrückte Alte, deren Namen ich nicht nennen möchte. Oder wie eine Organisation namens „terre des femmes“, für die eine Muslima nur eine Frau ist, wenn sie nicht Muslima ist. Die Ausstellung sei ein Skandal, ein „Schlag ins Gesicht von Mädchen und Frauen“. Manuel Almeida Vergara, ein mutiger Mann und Redakteur der Frankfurter Rundschau, hat die Auseinandersetzung mit diesen geifernden Kreuzritterinnen gesucht und sie hier dokumentiert. Respekt, Herr Almeida, das wagen die wenigsten Männer. Und natürlich einige oppositionelle Muslimas wie Seyran Ates, liberale Imamin aus Berlin – für sie spielen solche Ausstellungen Erdogan in die Hände. So einfach kann die Welt sein.

Ich werde mir diese Ausstellung anschauen. Ich bin gespannt auf die 80 „Ensembles“ – wie das Museum sie nennt – von Designerinnen und Designern aus aller Welt für muslimische Frauen: Kopftücher, züchtige Kleider, Ganzkörper-Schwimmanzüge, Luxusartikel. Alles weitere hier.

Der Markt für „islamische“ oder auch „modest fashion“, also nicht körperbetonte Mode, boomt. 44 Milliarden Umsatz weltweit. Ich kenne auch Nicht-Muslimas, die keine körperbetonte Mode wollen und sich von dieser Mode teilweise angesprochen fühlen. Gerade in bestimmten Teilen von Berlin trifft man solche Frauen, die lieber 5 Zentimeter zuviel als 1 Zentimeter zuwenig verhüllen und noch nie im Leben mit einem Lippenstift oder Stöckelschuh oder Nagellack in Berührung kamen. Alles okay. Aber bitte nicht nur für Nicht-Muslimas.

Ich habe in einem muslimischen Land gelebt und tiefe Freundschaften mit Muslimas geschlossen, auch sozial konservativen. Sie waren viel weltoffener als diese Deutschen, die eine solche Ausstellung nicht ertragen können. Sie haben mit einer nicht religiösen Amerikanerin Freundschaft geschlossen, die in so vielen Punkten ganz anders ist als sie. Es war gelebte Toleranz und, ich zögere es zu sagen, Multikulturalismus. Können sich die Deutschen vorstellen, dass ihre Regierungschefin nach einem Terroranschlag so mitfühlend wie Neuseelands Jacinta Ardern auf die muslimische Community des Landes nach dem furchtbaren Terroranschlag von Christchurch zugeht und sich dafür auch mal ein Tuch über den Kopf wirft? Für die Germanen ist so etwas sofort eine Prinzipien- und Grundsatzfrage, mit der sie 20 Talkshows füllen würden. Schrecklich.

Ich freue mich auf diese Ausstellung, auch wenn ich wahrscheinlich kein einziges dieser Kleidungsstücke selber anziehen würde. Modenschauen mit Teilen, die ich selbst gerne hätte, habe ich schon viele gesehen. Nur so etwas ist langweilig. Seien wir offen für Neues, für Anderes, für andere Kulturen. Wer selbstsicher ist, findet darin Bereicherung. Wer unsicher und ängstlich ist, denen macht so etwas Angst. Und natürlich, ich gehe in diese Ausstellung so wie ich am liebsten aussehe: sexy, alles andere als modest, high heels. No doubt about it. Das ist kulturelle Vielfalt. So muss es sein.

I think this a very modest outfit, right?

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Koreas Machos

Somehow this text didn’t show up in the wordpress newsfeed, so I try again…

sunflower22a

Korea ist für viele weit weg, exotisch, keine populäre Touristen Destination. Aber Korea ist sehr präsent in der Wirtschaft, Samsung, Hyundai, LG und so weiter. Korea hat auch eine in Asien sehr populäre Kulturindustrie. Vor 10 Jahren, diese Industrie wurde erschüttert von einem Skandal, gegen den America’s MeToo und das Hollywood-System sexuelle Belästigung geradezu harmlos ist. Aber natürlich, es ist Hollwood, und in Korea es gibt nur unbekannte Schlitzaugen mit unaussprechlichen Namen, so nobody cared in the West.

Jang Ja-yeon war eine sehr populäre Schauspielerin in Korea’s soap operas. Nach ihrem Selbstmord 2009, Korea war erschüttert über ihren 7-Seiten-Abschiedsbrief, in dem sie schonungslos beschrieb, wie die Realitäten dieser „Korean Wave“ Kulturindustrie sind. Sie beschrieb die sklavenartigen Verträge, die brutale Konkurrenz, und wie ihr Agent sie zwang, mit 31 einflussreichen Männern Sex zu haben, darunter Politiker, Wirtschaftsfunktionäre und andere „Prominente“. Verurteilt wurde kein einziger.

Neue Skandale in Koreas zutiefst machistischer Kulturindustrie…

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Koreas Machos

Korea ist für viele weit weg, exotisch, keine populäre Touristen Destination. Aber Korea ist sehr präsent in der Wirtschaft, Samsung, Hyundai, LG und so weiter. Korea hat auch eine in Asien sehr populäre Kulturindustrie. Vor 10 Jahren, diese Industrie wurde erschüttert von einem Skandal, gegen den America’s MeToo und das Hollywood-System sexuelle Belästigung geradezu harmlos ist. Aber natürlich, es ist Hollwood, und in Korea es gibt nur unbekannte Schlitzaugen mit unaussprechlichen Namen, so nobody cared in the West.

Jang Ja-yeon war eine sehr populäre Schauspielerin in Korea’s soap operas. Nach ihrem Selbstmord 2009, Korea war erschüttert über ihren 7-Seiten-Abschiedsbrief, in dem sie schonungslos beschrieb, wie die Realitäten dieser „Korean Wave“ Kulturindustrie sind. Sie beschrieb die sklavenartigen Verträge, die brutale Konkurrenz, und wie ihr Agent sie zwang, mit 31 einflussreichen Männern Sex zu haben, darunter Politiker, Wirtschaftsfunktionäre und andere „Prominente“. Verurteilt wurde kein einziger.

Neue Skandale in Koreas zutiefst machistischer Kulturindustrie gab es immer wieder. Der angeblich international bekannte Regisseur Kim Ki-duk (ich kenne ihn nicht) stand 2017 vor Gericht wegen Vergewaltigung und Körperverletzung einer Schauspielerin. Er wurde nur wegen Körperverletzung verurteilt – die Vergewaltigung konnte „nicht nachgewiesen“ werden. Im Januar, die koreanische Menschenrechtskommission begann eine umfassende Untersuchung über eine „systematische Vergewaltigungskultur“ im koreanischen Sport.

Aber jetzt es kommt noch viel massiver. Einige K-Popstars sind im Zentrum einer Spycam-Affäre, die wirklich unglaublich ist. Jung Joon-young und Seungri, so heißen zwei K-Pop-Stars, die jetzt überführt wurden, dass sie sich selbst gefilmt haben wie sie Sex mit verschiedenen Frauen haben, und die Videos dann online zirkulieren ließen.

Ey, wait a minute. Was würde man sagen, wenn Frauen sich heimlich beim Sex filmen und diese Videos zirkulieren lassen? Schlampe wäre noch harmlos. No woman would ever share such videos. Aber Männer sind sogar stolz darauf. Can you believe it?

Das heimliche Filmen von Frauen in sexualisiertem Kontext in Korea hat epidemische Proportionen angenommen, es ist eine Art männlicher Volkssport geworden. Es hat sogar einen Namen: Molka nennen sie es. Vor wenigen Wochen wurden zwei Männer in Seoul verhaftet, die heimlich in 30 Hotels Kameraspione installiert hatten, mit denen sie 1600 Frauen in Hotelzimmern heimlich filmten und online stellten. Ich war auch schon in Korea, vielleicht sie haben auch mich gefilmt. 97 Männer bezahlten eine Monatsgebühr, um solche Videos zu schauen – Gesamteinnahmen $6200. Was für perverse Typen sind das?

Koreas zutiefst patriarchalische Kultur wird jetzt von diesen massenhaften Skandalen erschüttert. All diese „mächtigen Männer“ glaubten, für sie gilt das Gesetz nicht, sie haben ein Recht darauf, dass Frauen ihnen zu Diensten sein müssen, wenn sie Karriere machen wollen. Sie waren sicher, sie werden niemals dafür bestraft. Jetzt beginnen erstmals auch ihre Karrieren zu enden. Jung Yoon-young fing im Gerichtssaal an zu weinen: “I apologise to the women who have suffered because of me,” he said. “I will spend the rest of my days repenting for my sins.”

I believe not a word. Koreas Frauen stehen auf, sie lassen sich nicht länger als Sexpuppen für dumme Männer behandeln. Die öffentliche Kultur ändert sich. Gut so.

No more sex with machos, we promise.

 

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To censor or not to censor

Es ist beeindruckend, welch ein toller Widerstand gerade gegen die Internet-Zensurpläne der EU-Regierungen stattfindet. Genauso beeindruckend wie die Fridays4Future-Bewegung der Schüler. Sie kämpfen gegen ein Establishment, das den Kontakt zur gesellschaftlichen Realität schon lange verloren hat. Wenn die Uploadfilter kommen, dann ist der Beginn für die totale Zensur des Internet gelegt. Sie haben Angst, panische Angst davor, dass ihnen die Kontrolle über die Gesellschaft entgleitet. Die alten „Massenmedien“ waren früher zentral für die Kontrolle der Gesellschaft, heute haben immer mehr Menschen das Vertrauen verloren in Staatsrundfunk und corporate media. Also muss man die social media unter Kontrolle bringen. Glaube ihnen nicht, wenn die alten Medien dauernd behaupten, fake news aus Russland und den social media zerstören „unsere“ Demokratie. Niemand produziert mehr fake news als Murdoch, Fox News, Axel Springer.

Schon fordern die ersten Politiker, das Darknet zu verbieten, und den schwer kontrollierbaren Tor-Browser. Seehofers Staatssekretär, ein hässlicher Herr namens Krings, will Tor verbieten. Schaut ihn euch an. Solche Leute regieren Germany.

Mit Tor kannst du nicht nur ins Darknet, du kannst auch anonym im Internet surfen. Das ist nach Ansicht solcher Politiker schon ein Verbrechen – bald ist es auch nicht mehr möglich, anonym eine Papier-Zeitung oder ein Buch zu kaufen, wenn sie das Bargeld abgeschafft haben. Bargeld ist quasi der Tor-Browser des Bezahlens: du kannst damit anonym einkaufen. Das muss abgeschafft werden. Total Surveillance. Make Orwell Fiction Again, ich bin wirklich alarmiert, wie schnell diese Politiker ihre Machtphantasien umsetzen wollen.

Aber ihr solltet nicht so überrascht sein. In Britain, sie planen schon lange Uploadfilter – noch mehr, content filter. Mit dem Digital Economy Act of 2017 wollen sie Online-Pornofilter einführen, natürlich ein nobles Ziel. Schützt unsere Jugend vor der Pornographie. Wie immer in diesen prüden Zeiten, alle Progressiven werden sofort ruhig, nein, Pornographie wollen wir nicht verteidigen. Aber was ist Pornographie? “The issue with filters starts with the fact that their purpose is to block content,” says Michael Stabile, spokesperson for adult industry advocacy group the Free Speech Coalition.”

Die kaputte britische Regierung hat jetzt schon das am schärfsten kontrollierte Internet Westeuropas eingeführt, ich habe hier darüber geschrieben. Ihre Online-Porno-Filter funktionieren dummerweise nicht wirklich, wie The Verge berichtet. Auch die von der EU geplanten Uploadfilter werden nicht gut funktionieren, sie werden eher zuviel als zuwenig blockieren. Ich verspreche, ich werde dann über Tor diese Webseite anclicken und mir einen Standort außerhalb der EU simulieren, um die Uploadfilter zu umgehen. Bis sie Tor verbieten. Und dann noch viel mehr.

Sie machen den gleichen Fehler wie immer. Gegen Sexarbeiterinnen wird legale Massenrepression eingeführt, und niemand verteidigt sie. Wo waren die „linksliberalen Bürgerrechtler“, als 2017 die Bürgerrechte der Huren abgeschafft wurden? Sie waren sogar noch gemeinsam mit der CDU dafür.

„Selten hat ein Gesetz in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland derart schamlos Grundrechte von Menschen mit Füßen getreten wie das am morgigen Tag in Kraft tretende so genannte „Prostituiertenschutzgesetz“. Der 1. Juli 2017 markiert mithin eine scharfe Zäsur im rechtlichen Umgang mit Sexarbeiter/innen. Für sie beginnen mit diesem Tag polizeistaatliche Verhältnisse.“ – Dona Carmen

Gegen Pornographie wird massenhafte, systematische Internetzensur eingeführt, und alle sind ruhig. Jerry Barnett führt in Britannien einen einsamen Kampf gegen die Zensur im Namen einer fragwürdigen Moral, ich habe hier einige Male über ihn geschrieben. Danach, sie staunen alle, wenn das Experiment ausgedehnt wird auf die nächsten. Terrorbekämpfung, Drogenhandel, und bald immer mehr. Am Ende, du bist selbst dran. Vielleicht, du sympathisierst mit den Gelben Westen? Oder du kritisierst Israel? Vielleicht du sympathisierst mit Hambacher Forst Baumbesetzern? Du hast eine Petition der Umwelthilfe unterschrieben? No surprise, du wirst kriminalisiert.

Es wird Zeit, dass ihr alle aufwacht. Ihr müsst aufhören, die Repression gegen Sexarbeiterinnen zu ignorieren, wie ihr das schon so lange macht. Sie sind das Versuchslabor. Was sie dort ausprobieren mit Repression, was sie dort machen, es kommt früher oder später auch zu euch. Wenn ihr das mit unterstützt, weil ihr auf fundamentalistische Zensur-Feministinnen hört, oder weil es euch egal ist, oder weil es euch peinlich ist Sexarbeiterinnen zu unterstützen – dann ihr seid selbst schuld.

Fight for her rights – because fighting for her rights means fighting for your own rights

 

 

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Unisex-Mode

Nein, ich war heute nicht bei einer Frauentags-Kundgebung. Keine Lust, aber auch, weil ich dort zuviele Frauen treffen würde, mit denen ich zuviele politische Differenzen habe. Der Hardcore-Fundamental-Feminismus nervt. Sie werden immer mehr zur neo-puritanischen Moralbewegung. Nein, nicht weil sie Männer vielleicht ungerecht behandeln. Vielleicht tun sie das. Maybe. Aber da sist mir eigentlich egal, sorry, liebe mitlesende Männer. Dagegen müsst ihr euch selber wehren, auch wenn ihr dazu meist zu feige seid. Nein, ich wehre mich dagegen, dass sie Frauen regulieren, gängeln, normieren wollen, nach ihren Vorstellungen. Vor allem die lebenslustigen, sex-positiven Frauen hätten nichts zu lachen, wenn die Alice Schwarzers dieser Welt das Kommando übernehmen würde – die Alte ist mittlerweile zu alt, aber sie hat leider viele Nachahmerinnen.

Ich komme jetzt nicht mit Sexarbeiterinnen, oder solchen Stories, die kennt ihr von meinem Blog schon. Sie wollen uns Sex verbieten, sie wollen uns verbieten mit Sex Geld zu machen, sie wollen uns verbieten, unsere Lust an Erotik zur Schau zu stellen. Liest mal solch einen Text wie diesen hier: Unisex-Mode als Standard: Finnland macht es vor. Ja, natürlich, Skandinavien. Die sind die schlimmsten, da haben sie ja schon praktisch die Macht übernommen. Unisex-Mode als Standard. How horrible is that. Zitate:

Finnland verhält sich bemerkenswert progressiv, wenn es um die Gleichstellung der Geschlechter geht. Das zeigt sich jetzt auch im größten Kaufhaus des Landes….Das Konzept der »Unisex-Mode« ist nicht neu, wird nun aber – und das ist das Besondere – auch im größten Einkaufszentrum Finnlands umgesetzt. Bei Stockmann gibt es eine ganze Etage mit geschlechtsneutraler Mode. Der Name der Abteilung lautet einfach und passend »One Way«….Bereits im Jahr 2015 veröffentlichte das Marktforschungsinstitut NPD Group das Ergebnis einer Untersuchung, welches aussagt, dass einer der größten Trends in der Mode die Abkehr von geschlechtsspezifischer Kleidung sein würde.

Wie verrückt muss man sein, so etwas zu propagieren? Glauben die diesen Blödsinn selbst?

Damit reagiert die Kaufhauskette auf den sich aktuell ausbreitenden Trend, die Geschlechterrollen aufzubrechen. Doch wie ernst sind derartige Bemühungen? Handelt es sich mal wieder »nur« um eine Phase oder eine geschickt platzierte Marketingmaßnahme? Oder sprechen wir hier von dauerhaften Veränderungen in der Art und Weise, wie wir uns künftig kleiden – und darüber hinaus sogar verhalten und sprechen?

Nein, Leute, ihr seid verrückt und so etwas wird außerhalb Skandinaviens und vielleicht Teilen Berlins niemals sich durchsetzen. Ich nenne mich nicht mehr Feministin, weil ich mit solchen crazy people nicht in einen Topf möchte geworfen werden.

Schaut euch doch diese Jammergestalten an. Wenn ein Mann so herumlaufen würde wie ich selbst, ich würde lachen und denken, ich bin im Kölner Karneval gelandet. Aber so jemand ist nicht attraktiv, never, never. And believe me, wenn ich herumlaufe wie ein Mann, ich bin auch nicht attraktiv.

Wenn diese Sorte Feministinnen die Macht übernehmen, sie verbieten alles. Nicht nur „sexistische Werbung“, den Playboy, die Sexarbeit, den Lippenstift, sexy lingerie, high heels. Sogar noch sexy Kleidung wird dann stigmatisiert. Thank you very much. Bleibt bitte in Prenzlauer Berg und Skandinavien und baut eine Mauer drumrum. Aber lasst uns in Ruhe und lasst uns weiter das Leben genießen.

Like in Saudi Arabia, this outfit will be illegal when the neo-puritan feminists take over.

 

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Fremde Federn: Misanthropen aufs Schafott!

Aufrufe zur Todesstrafe unterschreibe ich normalerweise nicht. Der geschätzte Blogger-Kollege Gerhard Mersmann meint das nicht wörtlich. Aber er hat eine wunderbare Abrechnung geschrieben mit den Neo-Puritanern, die alle Freuden des Lebens unter den Parolen der politischen Korrektheit begraben wollen. “Ich neige zu Trunksucht und Völlerei!”, er schreibt – me too, haha. Trinkt Wein und Sekt, habt Sex, genießt das Leben – und lest Gerhard Mersmanns Blog hier.

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Stella goes braless

Manchmal, das Leben nimmt überraschende Wendungen. In meinem Job, es gibt viele Leute die etwas gegen mich haben. Manche Männer, weil sie selbstbewusste Frauen als Vorgesetzte nicht ertragen. Manche Frauen, aus genau demselben Grund. Und manche Frauen, weil sie graue Mäuse sind und nicht ertragen, dass Frauen sexy und erotisch sein können und gegen alle ihre Vorurteile nicht dumm sondern clever sind.

Stella gehört zu der letzten Gruppe. Lange, sie war eine meiner schlimmsten Kolleginnen, konservativ, graue Maus, immer intrigant gegen mich. Aber ihr Leben liegt in Scherben. Sie hat entdeckt, ihr Mann hat längst eine andere, und jetzt sie hat sich getrennt. Scheidung, Gerichtsprozesse, Streit. Jetzt, sie ändert sich in schnellem Tempo. Letzte Woche, sie kommt plötzlich nicht mehr in einem grauen Kostüm, sondern in einem Kleid ins Büro. Ich erinnere nicht sie jemals in einem Kleid gesehen zu haben. Auf einmal, sie hat mehr Schmuck, eine neue Frisur. What’s going on?

Surprise, sie ist jetzt auf einmal sehr freundlich zu mir. Und sie fragt, können wir heute abend uns treffen, es wäre sehr schön wenn ich ja sage. Ich bin sehr reserviert. I don’t trust her. Sie sagt, sie versteht es, aber sie würde sich sehr freuen. Okay, I agree.

Als wir uns treffen, ich bin sehr überrascht. Stella ist kaum zu erkennen, so ganz anders, aufgebrezelt as the Germans say. Sie kommt mit großen Ohrringen, high heels, enges Kleid. No bra, das ist die größte Überraschung. Sie hat mir mal gesagt, dass sie es ganz unmöglich findet, wenn manche Frauen (also ich) ohne BH herumlaufen, das sei Huren-Look.

Sie lacht als sie meinen überraschten Gesichtsausdruck sieht. Stella, what’s happening? Was ist los?

Sie ist in der midlife crisis. Mann weg, Haus weg, Tochter gerade erwachsen, der halbe Freundeskreis weg, wie geht es weiter. Sie will jetzt alles anders machen. Eigentlich, sie beneidet mich schon lange, und es tut ihr sehr leid dass sie immer war so giftig. Das war der Neid. Aber nun, es gibt keinen Grund mehr, ihr altes Leben war eigentlich sehr langweilig und eigentlich, es ist gut dass es vorbei ist.

Ich sage, und nun du machst Huren-Look? Sie wird rot, oh bitte, so sorry, ja, das tut ihr leid. Sie versteht, dass ich sehr verletzt war. – Nein, Stella, nicht verletzt. Aber es signalisiert, dass du glaubst du bist etwas besseres. – Sie sagt, dass sich ihre Sicht der Welt gerade sehr ändert. Sie hat die meisten ihrer Freunde verloren, vor allem ihrer Freundinnen. Sie versteht nicht, warum die meisten zu ihrem Ex halten. Die einen sagen, sie sei zu langweilig. Die anderen sagen, so wie sie sich jetzt ändere, also weniger langweilig wird, das sei schlimm. Sie werde zur Schlampe, hat eine gesagt. Unglaublich.

Bitte? Und wie oft hast du Schlampe zu mir gesagt? – Sie wird rot, ja, es tut mir so leid, es war echt mies. – Ich bin nicht überzeugt. So, sie sagt, sie will alles anders machen. Sie will nicht nochmal so ein Leben wie bisher. Sie redet wie ein Wasserfall, alles kommt aus ihr heraus.

Stella, warum erzählst du mir das alles? – Ich weiß nicht, ich glaube weil ich keine andere kenne die das versteht was mit ihr los ist, und ich muss mit jemand darüber reden. Sie möchte neue Bekanntschaften machen, andere Leute kennenlernen. Wir gehen an die Bar. Sie redet weiter, nonstop, und bald Stellas nackte Beine berühren meine. Was ist das? Ich bin nicht sicher was jetzt passiert. Sie gesteht, sie findet auf einmal Frauen erotisch. Eigentlich, sie sucht einen neuen Mann, aber vielleicht, nocheinmal Monogamie mit einem Mann, maybe das ist es nicht. Aber mit einer Frau, Sex mit einer Frau, sie träumt nachts davon. Sie schaut mich an, lächelnd. Isabel, du kennst das, nicht wahr?

Ja, das weißt du doch. – Nein, ich weiß es nicht, ich ahne es. Aber alle sagen es. Alle reden dauernd über dich. Immer nur über so etwas. Du bist lesbisch, bisexuell, eine heimliche Escortlady, du warst mit denen im Bett die dich befördert haben, und so weiter. – Ach ja, und die Frauen sind die schlimmsten, right? – Natürlich. – Du auch, right? – Sie wird knallrot. Ja. Es tut mir so sehr leid. Ich sehe einige Tränen.

Stella, es ist mir egal was sie reden. Sie sind langweilige, traurige Menschen, sie tun mir eigentlich leid. Stella hat Angst, dass man jetzt auch über sie so redet, es sei so brutal. – Du hast Angst davor, dass man mit dir macht, was du bisher mit anderen gemacht hast??? Aber willst du dich aus Angst davor so verstellen, dass alle glauben, du bist immer noch so wie früher? Das gelingt dir nicht, und wenn es dir doch gelingt, du bist unglücklich dabei, dann du lebst wie eine Doppelagentin.

Ja, das stimmt. Ich war ganz schlimm, richtig dumm. Aber was soll ich jetzt tun? Sie können dich kaputt machen. – Keine Angst vor ihnen haben. Das ist das wichtigste. Wenn du eindeutig bist, ich unterstütze dich. Aber kein heute so, morgen so. – Was meinst du? – Stella, sie müssen sehen, dass du nicht mehr die alte bist. Ohne Zweifel. Dass du jetzt frei bist und deinen Weg gehst. Morgen kommt eine neue Stella ins Büro. Eine Woche lang. Kein BH. Lippenstift. Fingernägel rot lackiert. High heels vielleicht. Drive them crazy. Freue dich wenn sie über dich lästern. Du musst durchhalten, sonst machen sie dich fertig. Und wir essen gemeinsam Mittag, alle sollen es sehen. You and me.

Stella sagt nichts. Nein. Das ist zu gewagt. You are punishing me for my past nastiness. Oder doch?

Ja, sie wird es versuchen. Am nächsten Tag, Stella macht es. Sie sieht wunderbar aus, she is the center of attention, und ich kann nur ahnen, welches Geschwätz es über sie gibt. Beim Mittagessen, es ist als wären wir auf dem catwalk. Stella, was sagen sie? – Zu mir nichts. Aber ich kann es fühlen was sie sagen wenn ich nicht dabei bin. Isabel, ich sterbe. Ich ertrage es nicht. – Warum? – Ich fühle mich wie nackt. Meine Brüste hüpfen dauernd. Es macht mich verrückt. Manchmal, man sieht wo meine Nippel sind, es ist so peinlich. – Gestern abend, du hast es genossen. – Ja abends, aber es ist nicht abend jetzt. Es geht nicht. – Stella, wenn du morgen schon aufgibst, sie machen dich erst recht fertig. Believe me.

Stella hält durch. Am zweiten Tag, es war am schlimmsten. Sie hat sich irgendein Klebeband über die Nippel gelebt to stop them from poking out. Ratschlag von Women’s Health. Well, if you want…aber das ist nonsense, wie alkoholfreier Wein.

Am dritten Tag, sie wird mutiger. Sie sagt, die anderen sind ihr jetzt egal. Am fünften Tag, sie kommt mit roten Haaren, nicht mehr mit Kleid, aber Kostüm mit roter Seidenbluse. Wow. Sehr sexy. Stella I can’t believe it. Honestly, ich bewundere Stella’s Mut, auch wenn ich ihre Gemeinheiten der letzten Jahre nicht so schnell vergesse. Wir verabreden uns aber noch einmal. Als sie mich sieht, sie umarmt mich. Ein wenig zu lange. Stella, ich gratuliere dir, du warst sehr mutig. Sie wirkt glücklich und traurig zugleich. Jetzt, sie ist sehr einsam, sagt sie: eigentlich alle Freundinnen distanzieren sich von der neuen Stella. Aber andererseits, eigentlich sie vermisst sie nicht. Sie hat ein ganz neues Lebensgefühl, wie Freiheit nach dem Gefängnis, so sei es. Auch ein neues Körpergefühl, eigentlich kein neues, sondern zum ersten mal überhaupt eines. Es sei schön, die Brüste zu spüren, statt sie wegzusperren. Stella umarmt mich wieder, sehr lange. I am puzzled, ich befürchte sie ist verliebt in mich. Aber das ist one-way. No idea how I will solve this problem.

No bra please

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