Der Westen am Ende

Normalerweise, die “Münchener Sicherheitskonferenz” interessiert mich nicht so sehr. Aber diesmal, es war wirklich was los. Alle gegen alle. Die Welt wie sie ist, unverstellt, keine diplomatischen Floskeln. Sogar bei Merkel. Es war eine Demonstration davon was wir alle schon lange spüren: es gibt „den Westen“ nicht mehr, als eine politische Einheit. Solange die Sowjetunion bestand, man hatte einen Feind, da musste man zusammenhalten. Heute, man hat keinen Feind mehr, oder nur Feinde die manche für Feinde halten und manche nicht – und vielleicht, der größte Feind sitzt in den eigenen Reihen.

Der Auftritt von US Vizepräsident Pence, es war sooooo embarrassing. This man is crazy, completely crazy. Ein evangelikaler Wanderprediger, der sich in die Politik verirrt hat. Man kann nur hoffen, dass Trump nicht abgesetzt wird, oder wenn dann nur zusammen mit Pence. Pence hat die Isolierung der USA perfekt illustriert. Niemand ist in dieser Bastion der transatlantischen Sicherheits-Community noch auf ihrer Seite. Niemand applaudiert, alle denken er ist verrückt.

Soweit, so gut. Auf diese Analyse kann man sich außerhalb der US Republikaner leicht einigen. Aber wenn Germany’s media nun ihre Kanzlerin bejubeln, weil sie ausnahmsweise mal klar gesprochen hat und ihre Politik gegen Pence verteidigt hat, ich verstehe nicht warum das so begeisternd ist. Denn in Wirklichkeit, sie hat gezeigt, wie ratlos das deutsche Establishment ist. They lost their big brother. Sie sind jetzt wie Waisenkinder. Natürlich wird Merkel’s Rede keinerlei Eindruck bei Pence hinterlassen: er war demonstrativ gar nicht im Saal. Trump wird die Strafzölle machen, make no mistake, das steht längst fest. Und dann der Handelskrieg beginnt.

Trump wird weiter versuchen, die EU zu spalten, zu zerstören, die Osteuropäer in eine sinnlose Konfrontation zu Russland zu treiben. So etwas machen die Polen und Balten immer begeistert mit, sage „Russland“ und die Polen und Balten schalten sofort und zuverlässig ihren Verstand aus. Und natürlich, auch Putin versucht die EU zu spalten. So unattraktiv wie die EU zurzeit ist, ist das nicht so schwer. Hauptursache: Merkels Regierung, die deutsche Wirtschaftsdominanz in der EU, die alle anderen erdrückt.

So Germany ist jetzt bald alleine zuhause. Make no mistake: there was no applause for Pence and thundering applause for Merkel in Munich. Aber diese Leute, die dort applaudieren, das ist eine sehr spezielle Community. Merkel hat gesagt, was diese Leute denken. Aber es ist die Frage, was Merkel und ihre Regierung machen werden aus Merkels richtiger Analyse.

Deutschland hat gut gelebt mit NATO und EU. Aber die USA machen entweder die NATO kaputt oder machen nur weiter mit, wenn sie alleine das Kommando haben. Die Spannungen in der EU werden immer größer, weil Deutschland nur an sich selbst denkt. So what?

Germany müsste sich von den USA emanzipieren, die sinnlose Konfrontation mit Russland beenden und in der EU viel mehr wirtschaftliche Rücksicht nehmen. Es ist ein gordischer Knoten. Die Emanzipation von den USA will das deutsche Establishment nicht, und Osteuropa will sie auch nicht. Also wird sie nicht passieren. Die Konfrontation mit Russland geht also weiter. Eine auseinanderstrebende EU zusammenzuhalten, übersteigt die Kräfte und das Vorstellungsvermögen der Deutschen. Prepare for difficult times ahead. You will miss the Merkel years, but remember: ihre größte Leistung wäre jetzt, die schwierigen Entscheidungen zu treffen, die Deutschland treffen muss. Das kann sie nicht, das will sie wohl auch nicht, denn dazu ist niemand im deutschen Establishment bereit. So die Dinge nehmen ihren Lauf. The good times are over. Deutschland kann jetzt sehr vieles falsch machen.

 

Manche sagen, es geht nur noch abwärts für Germany

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Der größte Schuft im ganzen Land…

…ist und bleibt der Denunziant. Das gilt überall. Es spielt keine Rolle, aus welchen Motiven heraus jemand handelt. Viele Denunzianten glauben bestimmt, sie tun etwas Gutes. Weil sie mit einem Regime, einem System und seinen Werten übereinstimmen. Vielleicht auch nur, weil sie sich selber Vorteile versprechen. Oder sie wollen diejenigen, die sie denunzieren, schaden. Vielleicht, viele Denunzianten merken gar nicht, dass sie Denunzianten sind. Manche müssen es sogar sein.

Zum Beispiel, wenn du arbeitest bei der Hotelkette Marriott. Die größte der Welt, übrigens. Sie haben jetzt zugegeben, dass sie ein Programm haben, gemeinsam mit der US-Polizei ein wachsames Auge auf alleinreisende Frauen zu haben. Sie trainieren ihr Personal, Escort Ladies aufzuspüren und bestimmte Frauen daran zu hindern, allein an der Bar zu trinken. Sie haben das alles zugegeben, schreibt reason. Ich bin sicher, ich würde in einem Marriott Hotel sofort Alarmstufe 1 auslösen. Auch ich reise oft alleine, hänge oft an der Bar alleine herum, und spreche fremde Männer an, wenn ich Lust dazu habe. Manchmal, es wird sehr nett und endet im Bett. Ob ich cash dafür nehme oder nicht, das Erscheinungsbild ist dasselbe. Ich habe schon oft in Marriott Hotels übernachtet, offenbar, das enforcement dieses Programms ist nicht sehr gründlich.

So etwas macht mich sehr wütend. Es geht nicht darum, dass sie mich vielleicht aus ihrem Hotel werfen werden. That won’t happen – I will boycott them now. Es geht um etwas viel Grundlegenderes, schreibt reason:

However well-intentioned, the surveillance tactics that have been adopted by hotel chains are part of a disturbing partnership between hospitality businesses, federal law enforcement, and rent-seeking nonprofits that increasingly seeks to track the movements and whereabouts of people, especially women, all over the country. Under pressure from the federal government and driven by persistent myths about the nature and prevalence of sex trafficking, hotel chains like Marriott have become the new frontiers of the surveillance state. Like the indiscriminate spying campaigns that grew out of the 9/11 attacks, it’s an effort based on panic, profiling, and stereotypes, and it is nearly certain to ensnare more innocents than it helps…. Many of these efforts fall under the purview of the Department of Homeland Security (DHS) „Blue Campaign,“ which has been in place since 2010. Promoted as a way to help hotel and transit staff, hospitality businesses, and travelers „recognize the signs“ of human trafficking, the Blue Campaign is best understood as an update to the war-on-terror surveillance systems developed under the George W. Bush administration. It relies on tactics adapted from „If You See Something, Say Something,“ or S4, a campaign run by DHS that stems from New York City’s turn-of-last-century subway slogans.

Aber es geht nicht nur darum, dass du alleine reist, sexy aussiehst und alleine an die Bar gehst. Sie spionieren dich noch gründlicher aus, wenn die Angestellten das machen, was Marriott von ihnen verlangt. Du bezahlst cash. Verdächtig! Du verlangst extra viele Handtücher? Verdächtig!  Du sagst, die brauchst keine housekeeping services? Verdächtig! Du hast sextoys dsabei? Verdächtig! Du bist ein Mann und mit deiner 17jährigen Tochter unterwegs? Verdächtig! Du hast wenig Gepäck? Verdächtig!

Mit der heutigen Technologie, es ist klar was hier auf uns zukommt: Die totale Überwachung, Chinese-style. Reason schreibt, dass schon daran gearbeitet wird, mit Gesichtserkennungssoftware und Hotelzimmer-Fotos zu arbeiten.

Between 2014 and 2017, DARPA spent $67 million on the adult-ad indexing program. Is it worth it? Certainly not from an anti-trafficking standpoint. A 2018 paper from NASA JPL researchers said that in the past year, „DIG, along with other trafficking detection tools from Memex, has led to at least three trafficking prosecutions.“ Three!! The results are indicative of the flawed focus of so-called anti-trafficking campaigns. How many victimized people could have been helped with $67 million going to emergency shelters and other services that address material needs?

Nur wer sehr naiv ist, wie zum Beispiel Quartz magazine, kann darin etwas Positives erkenne, so etwas wie „Kampf gegen Menschenhandel“ und all das übliche Blabla. Es ist übelstes Denunziantentum, das bald außer Kontrolle geraten wird und außer Escort Ladies noch sehr viele andere Leute treffen wird, auch diejenigen, die Escort Ladies verachten.

Mein Ratschlag: Kümmert euch um die wirklichen Probleme, die in den Marriott Hotels stattfinden. Zj  Beispiel Ausbeutung der schlecht bezahlten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, also diejenigen, die ihr zur Überwachung anderer schulen wollt. Kümmert euch um den sexuellen Missbrauch, der gegen eure Angestellten passiert. Kümmert euch um eure Steuervermeidung, die ihr wie jeder andere Scheißkonzern betreibt, statt euch zu Spionage-Gehilfen eines ausufernden Überwachungsstaats zu machen. Solange ihr das nicht macht, könnt ihr mich am Arsch lecken und ich übernachte woanders. Am liebsten in Hotels, die zu keiner Kette, keinem Konzern gehören, sondern hart arbeitenden Menschen aus dem Mittelstand, die sich schämen würden, ihre Gäste auszuspionieren.

Yes, Madam, I am naked on my bed. Is that prohibited at Marriott?

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Fremde Federn: Top Cop

Die übelsten Politiker sind die, die so tun als wären sie progressiv und in Wirklichkeit, sie lügen und machen das Gegenteil. Die blödesten Wähler sind diejenigen, die darauf reinfallen – oder in den Worten von Maggie McNeill, die einer Politikerin alles glauben „because she is part Jamaican, part Indian and has a vagina“. Spätestens seit Thatcher und Obama sollten wir alle wissen, das Frauen und Schwarze keine besseren Menschen und schon gar keine besseren Politiker sind. Wer Leute danach wählt, sie eine Vagina und dunkle Haut haben, sollte besser gar nicht wählen gehen.

Maggie McNeill hat eine Tirade gegen Kamala Harris geschrieben, Senatorin aus California, die ihre Kandidatur für das Weiße Haus bekanntgegeben hat. Sie wird jetzt schon gepusht von der Wall Street und den Corporate Democrats – weil sie ein Arschloch ist. Lest es hier nach, it’s a wonderful rant against this evil woman.

Who will defeat Trump next year….hm, it will not be Kamala Harris

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Der russische Mann kann töten, und niemand hält ihn auf

Eigentlich, ich mag Russland. Ich wollte sogar mal dort für einige Jahre leben, aber sie lehnten es ab. Wenn ich Russen kennengelernt habe, sie waren immer sehr nett. Aber ich gebe zu, es blieb immer ein wenig oberflächlich, sehr viel über die Verhältnisse in Russland habe ich so nicht erfahren.

Nun, das hat sich geändert. Ich habe eine Russin getroffen, die im freiwilligen Exil lebt, weil sie Russland nicht mehr erträgt. Irina hat mich schockiert. Sie ist davongelaufen vor der brutalen Gewalt gegen sie, gegen viele Frauen, die in Russland straffrei ist. Ihr sogenannter Ehemann hat sie immer wieder geprügelt und beinahe erwürgt. Er genoss die Todesangst in ihren Augen. Ein Land, in dem so etwas nicht bestraft wird, ist kein Land, in dem sie leben will. Absolut richtig.

Human Rights Watch hat letztes Jahr einen Report veröffentlicht „I could kill you and no one would stop me“, ein wirklich schockierender Report. Im Februar 2017 wurde sogenannte „häusliche Gewalt“ weitgehend entkriminalisiert, es wurde zu einer „Ordnungswidrigkeit“ herabgestuft. So etwas ähnliches wie falsch parken. Gewalt in der Familie ist in Russland weit verbreitet, offizielle Statistiken sind nur sehr lückenhaft, weil der Staat es gar nicht wirklich für ein Problem hält. Der Report berichtet ausführlich, welche brutalen und oft genug tödlichen Konsequenzen diese Politik für viele Frauen hat.

„The report documents how police often treat victims of domestic violence with open hostility and refuse to register or investigate their complaints of domestic violence, instead funneling victims who wish to prosecute into the patently unfair and extremely burdensome process of private prosecution, for which the victim must gather all necessary evidence and bear all costs. In the cases we documented, survivors of domestic violence found the process of private prosecution overwhelming and ineffective, and for this reason decided to forego it altogether. The report also shows how state services fail to ensure crucial support for survivors of domestic violence, demanding from them a laundry list of documentation to obtain emergency shelter, making them await a decision for weeks, and then in some cases denying them access to shelter, all while they face the ongoing risk of abuse.”

Um die 14000 Frauen werden gemäss Schätzungen in Russland jedes Jahr von Familienangehörigen ermordet, in den meisten Fällen vom Ehemann. Das sind fast 40 Tote pro Tag. Auf der ganzen Welt gebe es Gewalt gegen Frauen, sagen russische Menschenrechtler, doch kaum ein Land weigert sich dermassen konsequent, etwas dagegen zu tun, wie Russland, sagt Human Rights Watch.

In so einem Klima kommen Dinge ans Tageslicht, die woanders nur gedacht werden, aber nicht gesagt oder veröffentlicht werden. Sogenannte „Männermagazine“ waren schon immer ein Ort, an dem übler Sexismus präsentiert wurde. Aber in zivilisierten Ländern, es bleibt wenigstens gewaltfrei. Die russische Ausgabe von „Mens Health“ hat jetzt einen Text veröffentlicht, der tief blicken lässt, welche widerwärtige Gedankenwelt in den Köpfen russischer Männer herumspukt – natürlich, nicht nur russischer Männer, aber dort wohl mehr als woanders. „Can you learn to beat a woman? According to Men’s Health Russia, yes you can.” Dort wird offen herumphantasiert, dass es viele Gründe gibt, Frauen zu schlagen, zu verprügeln, zu „neutralisieren“. “This text is not about how to learn to beat defenseless girls, but about how to neutralize a woman (or is it no longer a woman?) who represents a real threat to your life.” Man müsse das “kulturelle Tabu”, Frauen zu schlagen, überdenken und überwinden. Dieses Tabu existiert in der Realität sowieso nicht: sehr viele Männer sind gewalttätig gegen Frauen.

Nein, ein Land, eine Gesellschaft, die so etwas toleriert, sind abstoßend. Disgusting. Ich bin froh, dass sie damals meinen Antrag auf Arbeitserlaubnis abgelehnt haben.

Apparently, many Russian men are still boys.

 

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Kriminelle Banken

Spätestens seit der letzten Finanzkrise vor 10 Jahren wurde wohl den letzten klar, was Banken und die Finanzindustrie wirklich sind. Wer ein wenig klar denken kann, wusste es schon vorher. Viele Milliarden Dollar, Euro usw. Steuergelder wurden in die „Rettung“ insolventer Banken gesteckt, anstatt diese Banken zu verstaatlichen und ihre Eigentümer anzuklagen. Leider kontrolliert die Finanzbranche die Politik, nicht umgekehrt.

Normalerweise, die Bürger in westlichen Staaten können sich darüber aufregen, dass sie soviel Geld für diese kriminellen Banken ausgeben müssen, aber an ihrem normalen Leben ändert es wenig. Das ist anders in armen Ländern, sogenannten Entwicklungsländern. Was die Banken und ihre politischen Helfer dort machen, kann ganze Nationen ins Elend stürzen.

Nur zwei Beispiele aus den letzten Wochen.

Anfang Januar, drei frühere Mitarbeiter von Credit Suisse wurden in London verhaftet. Andrew Pearse, Surjan Singh and Detelina Subeva waren zentral an einem 2 Milliarden Kredit an die Republik Mozambique in Afrika beteiligt, der vor allem ein Ziel hatte: einige Individuen, darunter die drei, reich zu machen. Mitbeteiligt: der frühere Finanzminister Mozambiques, Manuel Chang. Er sitzt in Südafrika in Haft. Ein zentraler weiterer Player, Jean Boustani von der Firma Privinvest, sitzt in New York in Haft. Die New Yorker Anklageschrift (heavily redacted) ist hier nachzulesen.

In Kurzform: die Angeklagten haben unter Umgehung der Gesetze Mozambiques heimlich einen $2bn-Kredit für Mozambique bei Credit Suisse aufgenommen, von dem $200m von vornherein als Bestechungs- und Provisionsgelder gedacht waren:

 

$45 million to Andrew Pearse. Of this, Pearse subsequently sent $2.2 million to Detelina Subeva.

    $4.5 million to Surjan Singh

    $15 million to Jean Boustani

    $5 million to Manuel Chang

    $8.5 million to Mozambican co-conspirator 1

    $9.7 million to Mozambican co-conspirator 2

    $2 million to Mozambican co-conspirator 3

Credit Suisse wusste, was gespielt wurde. Die Kredite waren formal gedacht für „halbstaatliche“ Unternehmen, die niemals Gewinne erzielen würden. Sie wurden auch dem IMF verheimlicht, der Mozambiques Staatsfinanzen genau überwacht. Nachzulesen hier. Der Generalstaatsanwalt von Mozambique hat die Consulting Kroll beauftragt, herauszufinden, was vor sich ging, und das Ergebnis ist klar: Credit Suisse wusste, was gespielt wird. Natürlich behauptet Credit Suisse das Gegenteil: nur die Verhafteten alleine waren schuld, niemand anders. Was ist das für eine Bank, wo drei Individuen so etwas machen können und der Rest schaut weg oder versteht nicht, was passiert? Don’t believe such fairytales.

Aber natürlich besteht die internationale Finanzwelt darauf, dass Mozambique das Geld jetzt dennoch zurückzahlen muss. Das Land ist jetzt bankrott, die Hälfte der Bevölkerung lebt in extremer Armut. Wenn du dann mit ansehen musst, wie einige Kriminelle dieses Land noch tiefer in die Armut stürzen können, dafür sorgen, dass Kranke nicht versorgt, Kinder nicht ausgebildet werden, dann kannst du nur noch dieses ganze System stürzen.

Das andere Beispiel ist Malaysia vs Goldman Sachs.

Malaysia wurde lange von dem superkorrupten Premier Najib Razak regiert, der das Land – genauer den Staatsfonds 1MDB – um Milliarden bestohlen hat. Weil es rechtzeitig öffentlich wurde, hat er letztes Jahr die Wahl verloren und zum ersten Mal in der Geschichte kam die Opposition an die Macht. Die neue Regierung fordert jetzt von Goldman Sachs (ja, genau, Goldman Sachs, Sie haben den Namen sicher schon gehört) $7.5 Milliarden zurück, weil Goldman Sachs bei der Plünderung von 1MDB geholfen hat. Goldman Sachs behauptet, das waren nur einige kriminelle Individuen in Malaysia und bei Goldman Sachs. Natürlich. Aber wenn du zulässt, dass diese kriminellen Individuen in deiner Bank so etwas machen können, bist du nicht unschuldig. Singapur ermittelt seit 2017 gegen Goldman Sachs in diesem Fall. Im November hat auch ein Staatsfonds aus Abu Dhabi Goldman Sachs verklagt, weil sie sich ebenfalls betrogen fühlen.

Goldman Sachs ist an der Börse abgestürzt. Credit Suisse auch. Aber nur zeitweise. In letzter Konsequenz, die Aktionäre solcher krimineller profitieren von diesen Machenschaften. Die Aktien sind nicht abgestürzt, weil die Aktienhändler moralisch empört sind. Sie sind abgestürzt, weil Milliardenstrafen drohen. Aber sie wissen: Goldman Sachs und Credit Suisse werden so weitermachen, denn nur so werden sie die Profite erwirtschaften, die die renditehungrigen Shareholder wollen. Sie werden erst aufhören, wenn solche Banken verstaatlicht werden und dieses ganze Geschäftsmodell verschwindet.

When you have finished your robberies, you can enjoy your life in your luxurious private mansion.

 

 

 

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Voyeur

Every night, every morning he looks at the windows opposite, the hotel rooms on the top floor. He looks for her. For the lady often staying at this hotel, always in the rooms the top floor. Sometimes she comes twice a week, sometimes only once a month. He is addicted to her. The elegant lady with the long dark hair that always pushest he curtains aside when she enters the room, and then  undresses, almost like a reality striptease just for him, the shoes always first. She fascinates him. It drives him mad that she often wears no lingerie at all. He bought binoculars to catch a better view. He knows that she knows he is looking at her, and she knows that he knows it. It is a game, a game of seduction, a game of hunting, a game of the eternal attraction of the female to the male. He is totally hypnotized by her, there’s nothing he can do about it. Sometimes she puts on a show for him, playing with herself on the bed, making sure it is too dark to take pictures. When she falls asleep, she covers her body only partly, and he stares at her for hours. Sometimes, she wakes up in the middle of the night and sees him still watching.

She wonders what he is all about. Maybe he is a violent man, unable to reach out to women, frustrated by the commercial nature of sex with sexworkers, divorced. Surely he dreams of fucking you, maybe he dreams of raping you. Danger is part of the game, but fortunately there is a safe distance. But maybe, he is too shy to reach out to ladies, and you are the incarnation of all his dreams. Surely, he is not a happy man. She will never know, and she prefers not to know. No, it is better not to really get into contact with him. She just plays with him, like a sex toy. Women may find disgusting what he does, but men may find disgusting how she plays with him. She makes sure she leaves the hotel without him noticing. In summer, when the nights are warm, she sometimes opens the window and looks outside, with a glass of wine. She sometimes smiles when he stares at her, at her face, at her bare breasts. He never waves or smiles or anything. It never gets closer to „communication“ as this.

For him, the best part is in the morning when she opens the bathroom window and showers, deliberately longer than usual. Maybe she shaves her legs, or more. He understands, as soon as he tries to take pictures, the show is over, instantly. After finishing everything in the bathroom, she closes the window, the curtain falls, the show is over. He patiently will wait for the next one, full of desire for the elegant lady with the long dark hair, while she will forget him soon after breakfast, until her next visit.

He is watching her like in hypnosis, and she enjoys the thrill

 

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Monogamie und sexuelle Gewalt

Jerry Barnett, ein britischer Aktivist gegen Zensur und für liberale Sexualpolitik, hat einen wirklich interessanten und guten Artikel geschrieben. „Will Declining Monogamy Lead to an Increase in Violence?“ ist eine provokative Frage, mit einem wahren Kern.

Er argumentiert, dass die Monogamie eine relativ junge Erfindung ist und die Menschheit in früheren Zeiten diese Einrichtung gar nicht kannte. Unsere steinzeitlichen Vorfahren lebten in Gesellschaften, in denen die Männer Sex bekamen, indem sie dafür bezahlten. Sie jagten, und brachten der Frau etwas zu essen oder andere wertvolle Zahlungsmittel. Aber deshalb blieb die Frau dennoch nicht ihr ganzes Leben lang bei ihm.

Frauen mussten gut aufpassen, wenn sie sich die richtigen Sexualpartner aussuchten. Männer können Sex haben und danach sie machen sich aus dem Staub, die Frau hat jahrelang die Arbeit.

If females were to carry the cost of mating, then they would naturally be more selective than males in who they mated with. The selection of “good genes” is of utmost importance to females in particular. In countless species, including humans, this led to the rise of sexual commerce: if males wanted to mate, they would have to pay for that privilege in some way. Sexual commerce takes many forms. …This gives us an alternative (and more controversial) definition of gender roles: in terms of sexual commerce, males are typically buyers, and females are in general sellers.

Er stellt also fest, Frauen bestimmen die Gewinner des Wettlaufes der Männer um Fortpflanzung. Die besten und stärksten Jäger können am meisten bezahlen für Sex. Sie können sich deshalb fortpflanzen. Aber was geschieht mit den Verlierern, mit den überzähligen Männern?

For every great hunter, there were inevitably several men that didn’t make the grade, and never got to reproduce. From a reproductive perspective, one could split society into three broad “classes”: women, winning men, and losing men. The ratio of male winners to losers has varied greatly from era to era. A recent study based on DNA discovered that 8000 years ago (following the Neolithic revolution in agriculture), women were 17 times more successful than men at mating (or in other words, for each man that mated, at least 16 did not). Interestingly, a study of Tinder users found that men have to swipe 17.5 times more than women to get the same level of response. These ratios have a huge influence on the shape of society, and on two aspects in particular: the amount of male-on-male violence, and the level of sexual violence.

Polygamie, so Barnett, ist das Ergebnis der freien Wahl der Frauen, die sich um die stärksten, zahlungskräftigsten Männer gruppieren. Nur diese wiederum können es sich leisten, Frauen zu bezahlen und zu versorgen. In diesen prähistorischen Gesellschaften waren die Frauen und die starken Männer gut bedient, die Verlierer waren die schwachen Männer. So wie die immer von Frauen geführten Elefantenherden überzählige, schwache Elefantenmänner verstoßen, die ein Leben in der Einsamkeit ohne Sex führen müssen. Als die Menschen sesshaft wurden, verschärfte sich das Problem für die männlichen losers: mit drakonischen Herrschaftsmethoden wurde sichergestellt, dass nur eine kleine männliche Elite sich fortpflanzen konnte. Erst mit dem Aufkommen des Christentums setzte sich die Monogamie durch, zumindest offiziell. Mit weitreichenden Konsequenzen. Die Hauptprofiteure waren – male losers.

European-led globalisation spread the system worldwide, and it is rapidly gaining popularity in sub saharan Africa, which has traditionally been highly polygamous. Since women control access to sex, so enforcement of monogamy was done by shaming women into withholding sex until marriage. Promiscuous women were stigmatised and shamed. Unmarried women—spinsters—were suspect, and a fear of being left-on-the-shelf beyond one’s early 20s, or—even worse—getting pregnant before marriage, was high. Women were encouraged to “value themselves” (the clues of the sex trade litter our language). For young men, casual sex was hard to come by. Prostitution was widespread, and probably more acceptable than it is today, but prices were higher, reflecting the risks and stigma involved for the women. And so young, horny men put rings on young women’s fingers and got married as quickly as they could.

Seit Ende des letzten Jahrhunderts, dieses System zerbröckelt: Die sexuelle Revolution, die Pille, die Emanzipation der Frauen, die Demokratisierung der Gesellschaft.

As a campaigner for sexual freedom, I’m aware of a paradox. Sexual freedom means overturning the egalitarian tyranny of monogamy, and the risk of returning to a system that divides men into winners and losers. Indeed, this does appear to have been an outcome of the decline in monogamy, as illustrated by the rise of online “incel” (involuntarily celibate) communities of men, bemoaning their lower class status in society. Although these groups contain many members who are on the autistic spectrum, are mentally ill, disabled or just poor, they tend to be scorned and bullied as “losers” and “misogynists” by the liberal mainstream. Just as in past times, there is little sympathy for the male losers of the cutthroat mating game. “Incels” are dismissed as misogynists and purveyors of “toxic masculinity”. As so often these days, once the left has labelled a group of people as “problematic”, it can simply ignore anything they say. Male suicide and incarceration rates are ignored, or blamed on men themselves. When it is found that 24% of victims of US police shootings are black (compared to 12% of the general population), this is evidence of systemic racism. But 95% of victims are men, and this gender gap attracts little attention. There is a disliked underclass, and it’s probably growing. It’s not men, but it’s that proportion of men who find themselves loveless, mateless and childless.

Dennoch stellt Barnett fest: im letzten Jahrhundert ist sexuelle Gewalt, Vergewaltigung und anderes, dramatisch zurückgegangen, vor allem bei jungen Männern. Für diese Männer, sagt Barnett, gab es Auswege: Pornographie und Prostitution. Beide sind weltweit leichter verfügbar und preiswerter als jemals zuvor.

I can’t help, aber ich glaube, Barnett stellt wichtige Fragen, die mir viel zum Nachdenken geben. Wenn ich ausgehe von mir selbst, ja, es ist so. Mein Verhalten ist so wie Barnett beschreibt. Ich war noch nie monogam, und heute ich finde Frauen sowieso attraktiver als Männer. Ausserhalb von kommerziellem Sex, Männer sind natürlich nicht so interessant, wenn sie wichtige Eigenschaften nicht haben: charming, intelligent, kulturell begabt, mindestens so finanziell unabhängig dass sie nicht auf dein Geld scharf sind, polyglott, und so weiter. Was willst du mit jemand machen, der einfach nur langweilig und durchschnittlich ist? Vor allem wenn du selbst langweilig und durchschnittlich bist, willst du auf keinen Fall auch noch so einen Mann. Wenn du selbst charming und intelligent bist, willst du sowieso keinen Mann, der das nicht ist. So, the male losers are indeed losers, auch bei mir. Not much sympathy for them, I don’t care. True.

Aber was sollen solche Männer machen, wenn Frauen nicht mehr kulturell in die Monogamie gezwängt werden? Wenn Frauen ein abwechslungsreiches Sexleben führen, vielleicht mehrere Männer haben, aber keine Losers wollen? Wenn man keine Genmanipulation macht und male losers gar nicht mehr geboren werden, es bleibt nur die Wahl: kulturell-politisch erzwungene Monogamie, dann bekommen sie auch Frauen ab, oder sie haben die Sexindustrie, egal ob Pornographie oder Prostitution.

Wenn du dann ein politisches Klima hast, das diese kommerziellen Alternativen verbieten will, Pornographie und Prostitution kriminalisiert, dann hast du mehr Gewalt, und damit noch mehr Repression. Eigentlich logisch. Vielleicht wollen die Protagonisten dieser Politik genau das, weil das ihre Macht stärkt – ihre Macht über male losers, aber natürlich auch über Frauen. Konservative und Moral-Feministinnen gleichermaßen. Sie wollen die male losers leiden lassen, und die Sexualität der Frauen stark reglementieren. Welch ein Zufall, diejenigen, die diese Politik durchsetzen, sind natürlich male winners. Sie unterdrücken gerne Frauen und male losers, and they always find stupid women helping them. Somehow it works, nur allzu oft in der Geschichte. Diese Geschichte ist dabei, sich zu wiederholen.

The political shifts towards authoritarianism, nationalism and conservatism means that outlets for single young men are likely to be restricted in the coming years. This is one reason why I campaign so hard for sexual freedom and free speech. We seem to have forgotten the old lesson that liberty is more than just a liberal luxury.

Ich glaube, das stimmt. What do you think?

No such thing as free sex here

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