An den Frauen werdet ihr scheitern

Es gibt viele Politiker, die sofort zurücktreten müssten, vor allem in the United States. Angefangen mit dem Präsidenten, dem Vizepräsidenten, und mindestens der halbe Kongress, der halbe Supreme Court, und viele mehr. Es gibt dort Betrüger, Kriegsverbrecher, Steuerhinterzieher, und auch jede Menge Typen, die Frauen übel belästigen und sie sind darauf sogar stolz.

Eine Abgeordnete des Repräsentantenhauses ist jetzt zurückgetreten. Aber leider die falsche. Die Demokratin Katie Hill hat es nicht verdient, aber sie hat es nicht mehr ausgehalten. Katie Hill hat bei der letzten Wahl ein republikanisches Arschloch besiegt, ein gewisser Steve Knight. Und sie ist gerade dabei, sich von ihrem gewalttätigen Ehemann scheiden zu lassen. Beides sind Dinge, die eine Frau niemals tun darf in der kranken Gedankenwelt amerikanischer Konservativer. Jetzt rächen sie sich.

Ihr Ex hat heimlich viele Nacktfotos von ihr gemacht und sie jetzt in republikanischen und rechtsradikalen „Medien“ angefangen zu veröffentlichen. Unterstützer von Steve Knight helfen ihm dabei. Er droht, dass es immer mehr werden. Und sie haben veröffentlicht, dass Katie Hill eine sogenannte „Affäre“ mit einem Mitarbeiter hatte. In ihrer bewegenden Rücktrittsrede berichtet sie von massiver Bedrohung bis hin zu Morddrohungen. Und sie hält es nicht mehr aus, dass diese Drohungen immer mehr werden, der Rücktritt ist der einzige Ausweg. Ihre Rede ist eine bewegende und kämpferische Rede an den Chauvinismus der Politik, bei der Männern sexuelle Belästigung und jede „Affäre“ erlaubt ist, sie sogar bis in höchste Ämter damit prahlen, aber Frauen werden fertiggemacht wenn sie „eine Affäre haben“.

Die Konsequenzen sind klar: die Botschaft an junge Frauen lautet, geht nicht in die Politik, wir machen euch fertig. Wenn jeder deiner Ex-Typen dich fertig machen kann mit irgendwelchen Fotos, willst du dir das antun? Cosmopolitan mag nicht wirklich eine wissenschaftliche Zeitschrift sein, aber von manchen Dingen verstehen sie etwas. Cosmo sagt, 90% der heutigen jungen Frauen haben schon mal Nacktfotos gemacht. Alles potenzielle Waffen, um dich fertig zu machen.

Aber mal ehrlich, why not? It’s a lot of fun. I enjoy it very much. Okay, ich lasse mich normalerweise nur von guten Freundinnen fotografieren, aber es gibt genug Menschen, die solche Fotos von mir haben. Meine lieben Leserinnen hier auch, hihi, nur ihr wisst nicht welche Lady von den vielen hier bin ich. Aber mir ist das egal, ich schäme mich nicht dafür.

Es ist aber eine verlogene Doppelmoral wenn mit solchen Fotos Frauen fertiggemacht werden. Vielleicht sollten wir mit Nacktfotos auch Männer fertig machen, wahrscheinlich wir wären schockiert wie hässlich die meisten sind. Aber wir können auch erwachsen werden und sagen, Nacktfotos sind nichts Schlimmes, who cares, es ist normal. Nur in einer kranken und verlogenen Gesellschaft Nacktfotos sind ein Erpressungspotenzial.

Was Katie Hill’s sogenannte Affäre angeht – warum in the world soll es eine „violation of ethic codes“ sein, wenn du eine konsensuelle Affäre mit einem staff member hast??? I just don’t get it. Ich hätte mich gefreut, wenn Katie Hill gesagt hätte, what the fuck, I don’t care. Jeder republikanische Mann macht es so. Und solange die „Affäre“ konsensuell ist, richtig so.

In Britannien gibt es bald Wahlen. Überdurchschnittlich viele Frauen im Unterhaus kandidieren nicht erneut. „The abuse of female politicians by online persecutors is supplemented by more crafted insults from media professionals.”, schreibt The Guardian. Die Verrohung der Umgangsformen durch chauvinistische Rechtsradikale wird immer schlimmer, mit kommt schon das Kotzen wenn ich das lese was dieses Dreckspack über Greta Thunberg von sich gibt. Nicht jede hat den Mut wie Greta, sich dennoch weiter zu engagieren.

“That scenario alone probably intimidates women out of running: according to a new report by the Center for American Women and Politics at Rutgers University, one of the most significant barriers to women running for office is harassment and threats of violence – particularly sexualized harassment and threats – and fear of those threats. The publication of intimate photos, or even images photoshopped to look like intimate photos, is part of the system of abuse and harassment that scares women away from public office.”

Exactly.

Aber glaubt nicht, ihr kommt damit durch. Die alten Zeiten sind vorbei and they won’t come back. Ihr werdet euch wundern, wenn und wie wir euch fertig machen. AfD, Republikaner, Tories & Co: mit vielem würdet ihr durchkommen, solange ihr eure Kampagnen gegen Schwächere macht, gegen Flüchtlinge, Ausländer, Arme, Linke. Aber an den Frauen werdet ihr scheitern, ihr elenden Arschlöcher.

Rache ist süß. Da kommt er, und er glaubt wirklich ich bin eine Hure. Alles klappt perfekt, morgen ist das Video online, übermorgen tritt er zurück, das alte rechte Dreckschwein.

 

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Le Concert pour la tolérance

Über 200 000 Menschen versammelten sich letztes Wochenende beim Concert pour la Tolérance in Agadir, Marokko. Seit vielen Jahren findet dieses Konzert statt, ein Highlight in Agadir, eine Absage an alle Formen von Extremismus und Intoleranz. Ein wunderbares Konzert, völlig ignoriert vom selbstverliebten Westen. Nie ich habe eine Europäerin, einen Amerikaner getroffen, die davon gehört hat. Ignoranz gegenüber der arabischen Welt und völlige Ahnungslosigkeit ist ein Markenzeichen des Westens.

It was wonderful.

Ich habe kein Video von 2019 anzubieten. Ich hasse es wenn Leute Videos bei Konzerten machen, so ich habe es nicht gemacht.

Stattdessen, enjoy ein Video von 2013 – der wunderbare, grossartige Khaled mit C’est la Vie beim Concert pour la Tolérance.

North Africa could be such a wonderful place. Khaled, you still are a beacon of hope.

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Künstliche Intelligenz

Vielleicht es liegt daran dass ich werde älter. Vielleicht weil mein Job mich auffrisst und weil du in „senior positions“ konservativ wirst, auch wenn du es nicht willst. I don’t know.

Aber in letzter Zeit, ich ärgere mich immer öfter darüber, ich ziehe mich zu langweilig an. Zu konservativ. Grau. Business-Kostüme. Alles, was ich nie wollte. Nur die high heels sind übrig geblieben. Und mehr Schmuck als die anderen. Und manchmal, no bra, haha.

Ey, ich will das nicht. Ich habe immer diese Dresscodes bekämpft. Ich habe sie ignoriert. Ich war die Lady, die ohne BH kam, mit Minirock, schreiend bunt, im kleinen Schwarzen zum meeting. „Ich war“….can you imagine? Nicht „ich bin“, nein, „ich war“. Ab und zu, ich merke es, und dann ich mache das was mein Markenzeichen ist: ich ignoriere souverän alle Dresscodes, because I am the lady that has the right to do so because she insists and she won’t give up.

Nun gut. Es geht darum, niemand soll dir vorschreiben, wie du dich kleidest, und wenn du freiwillig konservative Looks hast, dann es ist freiwillig. Auch okay.

Aber das ärgert mich noch mehr, dass ich mache es freiwillig.

So, vielleicht ich brauche Technik, wenn meine eigene Kreativität nicht mehr hilft.

Arielle Pardes setzt auf künstliche Intelligenz. „Skirt or Jeans? Now an AI Can Offer You Styling Tips” schreibt sie bei Wired. Noch ist die Technik in den Anfängen, denn fashion style ist etwas, das selbst die Leistungsfähigkeit der besten Computer übersteigt, insbesondere wenn sie konstruiert wurden von Männern 🙂

Aber sie arbeiten daran. Es gibt ja schon websites wie Chictopia, die dir schöne Tipps geben, aber dann musst du einkaufen gehen.

„Kristen Grauman, a computer scientist at UT Austin, imagines a world where people might use a tool like this to double-check their look before they step out the door—a sort of computerized version of Coco Chanel’s famous maxim to “look in the mirror and take one thing off” before walking out of the house. But computers are nowhere near replacing human creativity when it comes to style or anything else. “We want algorithms that can learn from people and data in a way that might not replace the creative process but could do some of the pre-thinking and make suggestions or give us new ideas to consider,” says Grauman.”

Imagine: ich bin morgens noch müde, oder schon längst in Gedanken bei dem fucking office meeting das du gleich leiten musst, und du hast keine Kreativität für deinen Look. So nimmst du das graue, langweilige Kostüm das sie alle haben. Oh. Da ist noch diese App. Du gibst ein, heute eine Schlampe, und die App kennt deinen style und deinen Kleiderschrank, zack, here is a proposal. Oder du willst sie noch mehr ärgern, gib ein „Schlampe provokativ“. Here is another proposal.

Eigentlich geil. Aber eigentlich auch ein Zeichen, du wirst senil, wenn du dafür auch schon brauchst eine App. Nevermind. Ich finde das eigentlich eine geile Idee. Aber ich finde es besorgniserregend, dass ich das geil finde…

Das fällt mir noch ohne App ein…

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Dollars

Vertrauen Sie dem Euro? Wirklich? Darüber Sie können sehr ideologisch diskutieren, denn wenn Sie nicht dem Euro vertrauen, Sie sind in Deutschland sofort eine Anti-Europäerin, AfD und Schlimmeres. Aber das Vertrauen in eine Währung ist nicht über ideologische Bekenntnisse zu lösen. Bis etwa 2008 war der Euro durchaus auf dem Weg, dem Dollar Konkurrenz zu machen als Welt-Reservewährung. Seit den großen Euro-Krisen ist das vorbei. Heute laufen wieder über 90% der internationalen Handelsgeschäfte über den Dollar.

Dazu kommt, es gibt viel zu viel Geld in der Welt. Die Politik des quantitative easing, des lockeren Geldes, der niedrigen Zinsen führt dazu, dass es überall auf der Welt viel Geld gibt, das nicht produktiv investiert wird und nicht rentabel angelegt werden kann. Die Anleger wollen Sicherheit und hohe Rendite, aber das geht meist nicht. Hohe Rendite gibt es nur bei hohem Risiko.

Ein größeres Problem ist eigentlich, dass zuwenig investiert wird. Selbst große Unternehmen und Konzerne türmen lieber Reserven auf. Pensionsfonds, Staatsfonds, Versicherungsfonds, alle sind auf der Suche nach Anlagemöglichkeiten. Money, money, money – und immer weniger Rendite. Noch schlimmer wird es, wenn selbst Staaten sparen wie wahnsinnig und die „Schwarze Null“ zum Dogma erheben, allen voran die Deutschen.

Nichts ist eine so sichere Anlagemöglichkeit wie der Dollar. Ob das real stimmt, ist egal, psychologisch ist es so. Also kann sich America so günstig wie niemand anders verschulden. US Treasuries und andere dollar-denominated safe assets (DDSAs) werden gekauft, allein China hat Zigmilliarden davon. Und so steigt der Dollarkurs, und damit das US-Handelsdefizit. Gegen diesen Effekt können alle Zölle der Welt nichts ausrichten. Paradoxerweise verstärken Trumps Handelskriege noch die internationale Unsicherheit und damit den Drang, in den „safe haven“ United States Dollar zu investieren, sie machen also das Problem schlimmer.

Natürlich wird es auch immer teurer, in den Dollar zu investieren, wenn es alle tun. Der steigende Dollarkurs erhöht die Kosten dafür. Aber psychologisch führt das nicht etwa dazu, dass die Anleger weniger in den Dollar gehen, sondern erhöht noch das Gefühl, der Dollar ist sicher, denn er ist ja teuer.

Für die US Treasury ist das wunderbar: es kostet nicht viel, Schulden zu machen. Wenn du die Welt-Reservewährung hast, du kannst sehr billig Schulden machen, du kannst quasi Geld drucken, ohne die Währung zu ruinieren. Aber die Kosten kommen auf andere Weise. Immer mehr Kapital strömt ins Land, der Dollarkurs steigt, und damit werden Importe billiger. Das kostet viele Arbeitsplätze und so entsteht ein Handelsdefizit.

Jahrzehntelang, dies war selbstverständlich, aber die Auswirkungen der weltweiten Gier nach Dollars werden in USA inzwischen kontrovers diskutiert. DDSAs sind Schuldscheine – wenn du viele davon einlösen willst, entsteht für Amerika ein Problem. Eigentlich, für die ganze Welt. Aber was soll man tun, damit die Gier der Welt nach DDSAs sinkt? Es ist eine Bürde für Amerika to be „the consumer of last resort“, the “insurer of last resort,” aber was will man dagegen tun?

Solange die Nachfrage nach DDSAs, nach Dollars nicht sinkt, wird der Dollarkurs nicht sinken und damit das US-Defizit auch nicht. Warten Sie auf die nächste Euro-Krise, whoever sie auslösen wird, und es wird noch krasser. Reiche Russen, Chinesen, Inder usw bringen ihr Geld lieber in karibische Steueroasen statt es im eigenen Land zu lassen, und sie legen es dort mit Sicherheit nicht in indischen Rupees, Rubel oder Yuan an, sondern in Dollar. Alle Welt legt in Dollar an. Die Kosten sind das extreme Handelsdefizit und die Abwanderung von immer mehr guten Jobs ins Ausland. Die USA haben kein Mittel, die Gier der Welt nach DDSAs zu senken.

Natürlich, die Dollar-Hegemonie kostet die USA viel, aber es gibt ihnen auch Macht. Fast die gesamten Finanztransaktionen, der Handel der Welt läuft über Dollar. Die Iran-Sanktionen der USA sind deshalb so wirksam, weil sich kein Finanzinstitut der Welt aus dem Dollar verabschieden kann. Wenn Europa man die Iran-Sanktionen der USA brechen oder umgehen will, muss die EZB selbst zur Geschäftsbank für Unternehmen werden, die mit Iran Geschäfte machen.

Die Welt braucht dringend eine Alternative zum Dollar. Auch die USA selbst. Es wird immer schwieriger, die Gier der Welt nach Dollars zu befriedigen. Ein sinkender Dollarkurs muss her, aber wie? Die weltweiten Turbulenzen, auch durch Mr Trump, und die krisenhafte Konstruktion des Euro weisen in eine andere Richtung.

Letztlich, man braucht dafür politische Eingriffe. Man muss irgendwann akzeptieren, dass man Wechselkurse politisch managen muss und nicht nur dem Markt überlassen kann. Dafür, es braucht eine Vereinbarung, das kann kein Land alleine machen. Das wäre der Job für die G20. Aber mit Verrückten wie Trump und Starrsinnigen wie den Deutschen kannst du das nicht machen. So there will be another financial crash. Sooner or later.

Please note: I only accept dollars.

 

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Power

Money is power. Nothing is more powerful than money. Guns are power. But money is more powerful.

My boss asks me to represent my company at the summer reception of the finance ministry. Yeah. The Ministry Of Finance. The real power in the country. The boss himself can’t make it. He doesn’t reside in the Capital of Germany. So I’ll do it. For him. Me. The company’s most unconventional person in this country. I’m not even a native. A crazy foreigner. Nevermind. Yes. I’ll do it.

I spend days thinking about what to wear. What personality to be. The serious functionary, grey and unremarkable, or the whore, brilliant and remarkable. You can imagine what I decide. I will be the most sexy, the most feminine person in the whole event. The whore. Yeah.

It’s much smaller than I anticipated. Two hundred people, maximum. So I am among the two hundred most important people in this country? I can’t believe it. I am a foreigner.

You see these important people. The minister. His most important aides. Some of them I only know because of a Wikipedia research beforehand. I am well prepared.

The first guy you get to talk to is Mario Draghi. Europe’s Central Banker. Not anymore. You ask yourself, he looks like Draghi, but it can’t be him, right? He talks Italian on his phone, or pretends he is talking to someone, and this beautiful woman being yourself approaches him and suddenly nobody is calling him anymore. The phone goes silent. He loves to talk to you. And you like to talk to him, he is such an affable, likable personality. Like almost every Italian man. Almost. Mario, it was a pleasure talking to you. Maybe you wanted more, I didn’t. (Why? It could have been a lot of fun…)

The minister arrives. You are important because you talked to Draghi like an old friend. So you now talk to the Minister, because Draghi is no longer important and you are beautiful and sexy. So the Minister finds you important, not Draghi. Great. You love it. You don’t find the Minister sexy, but you find his power sexy. The Vice Chancellor.

And the Minister tells you what’s on in this country. He explains the world to you. How he sees it. He will be the President of the Party. The Party. Well, you ask, this party isn’t all that important any longer. He tells you, you don’t know anything. You will see. The party will come back. It will be key for the future of the country. Yeah. Probably. Maybe. Seriously?

Seriously. That’s what they believe here. Nobody else does. But they do.  They believe what they say. You can’t believe that they believe what they say.

We’re in outer space, looking at the earth from 20 000 kilometers distance.

No. We’re on Ground Zero. They seriously believe what they say. They play a role, like you do, but they believe it. Unlike you. You don’t believe for a minute in your role. You represent your company, not yourself. You play a role.

Wait a minute.

The corporation in you agrees with your true self that this is surreal. This stuff that you hear here isn’t what a realistic assessment would say, okay. Your corporation wants a true assessment. Not fantasy reports.

How can it be that he most unconventional, the most nonconformist personality in the finance sector in this country can be in complete harmony with probably everybody else in her company in saying, these guys are fooling themselves?

Yeah.

That’s how it is.

You are in complete harmony with your role.

They expose themselves to you because you are the whore playing to their feelings. They want the whore to love them. They aren’t pretending, they are honest. They want the whore they’re talking to to like them, to love them.

They are a joke.

Man, I don’t know. Is it men out of touch with reality? Probably. Is it representatives of a dying “ancien regime” not knowing what they’re talking about? Probably. Maybe I am the enlightened representative of capital looking with awe at politicians supposed to serve us, but making a big mess of everything? Probably. Yeah, I find myself in that role.

I keep asking them what they want us to do. We’re in crisis mode, Germany heading for recession, so can we help? No answer. The want me to tell them what they should do. How surreal. I believe some twenty or thirty years ago, people like me probably asked the politicians what they should do, and hoped they would do it.

Today, they ask me what to do. Me.

I know it is suicidal to write about this. They’ll find out who I am. But my boss will be proud of me. He is a good capitalist who knows, when the powers that be are heading for the brink, you need to keep a distance. He’s right. Nobody else in his team understands that, just me.

Looking at the people here, I am beginning to believe that I should be the powerful person ruling the country. I understand what’s going on. They don’t.

But I am powerless. I can’t change anything. Powerful means, you can change things. I can’t.

But who can?

No idea. The system is so interlinked nobody can change it unless it crashes altogether.

Common madness, perhaps.

Maybe.

I don’t know.

Excuse me, is this the way to the finance ministry?

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Fremde Federn: The Broken Contract

Frances Coppola ist eine Finanzmarktanalytikerin. Keine Analystin, sie arbeitet nicht mehr für Banken und die Finanzindustrie, sondern schreibt über sie. Nicht mit allem ich stimme überein, aber sie schreibt viele interessante Dinge die du woanders nicht lesen kannst.

Und manchmal, sie schreibt auch etwas grundsätzlicher. Ich möchte empfehlen The Broken Contract. Der Zusammenbruch des Weltbildes aus der Bibel, seit der Vertreibung aus dem Paradies. Die Frau, als Strafe für die „Ursünde“, Gott sagte zu ihr: “I will make your pains in childbearing very severe; with painful labor you will give birth to children. Your desire will be for your husband, and he will rule over you.” Zum Mann, Gott sagte: ““Because you listened to your wife and ate fruit from the tree about which I commanded you, ‘You must not eat from it,’ cursed is the ground because of you; through painful toil you will eat food from it all the days of your life. It will produce thorns and thistles for you, and you will eat the plants of the field. By the sweat of your brow you will eat your food until you return to the ground, since from it you were taken; for dust you are and to dust you will return.” So die Bibel. All fantasy? Of course.

Aber es war auch die Grundlage für die Gesellschaftsordnung, die nach dem Übergang von Jägern und Sammlern zu Bauern und Hirten entstanden ist. Sie beginnt sich erst jetzt aufzulösen. Frauen sind für ihren Status nicht an das Kinderbekommen mehr gebunden, Männer nicht an die harte körperliche Arbeit.

„The values we attach to men and women are changing. We no longer value women by their ability to produce children, and in particular sons – at least in developed countries we don’t, though in poorer areas of some developing countries this view of women may still be current. And we need to stop valuing men by their ability to work and produce….This is tough for many people, both men who feel emasculated by taking on nurturing roles that have traditionally been done by women, and women who feel threatened by men taking over some of their caring responsibilities. In some ways the attitude of women is even worse than that of men: women who regard men who work in nurturing roles as „not real men“ can do immense damage to the self-esteem and capability of those men.”

A really excellent text, please accept my recommendation to read it here.

Eve’s organic apples are selling very well.

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In memoriam: Kamal Boullata 1942 – 2019

A great Palestinian artist and historian has passed away. Kamal Boullata starb, ausgerechnet, in Berlin am 6.August. Kamal wurde berühmt durch sein Buch „Palestinian Art: From 1850 to the Present”. Niemand hat vor oder nach ihm eine solch umfassende und profounde Übersicht über die Kunst in Palästina, vor und nach der Kolonisierung durch Europäer geschrieben, und von Palästinensern im Exil. Es ist kein reines Geschichtsbuch, es ist auch und gerade ein Buch über die Gegenwart. Ein Buch über die Spannung zwischen Tradition und Bewahrung der palästinensischen Identität unter dem Druck der Kolonisierung und Vertreibung, und der Innovation in der Gegenwartskunst – denn du kannst deine Identität nur bewahren, wenn du sie nicht einfrieren willst, sondern weiterentwickelst. Bestellt euch das Buch, nicht bei Amazon, sondern bei Al-Shabaka in New York.

Kamal war auch selbst Künstler, von politischen Propagandaplakaten und –motiven zu moderner Gegenwartskunst. Im Palestine Poster Project sind einige seiner Motive zu sehen, aus den 1960er bis 1980er Jahren. Sie zeigen die Evolution des palästinensischen Freiheitskampfes, vom bewaffneten Freiheitskampf zum Kampf für Frieden.

Die Poster sind heute weitgehend in Vergessenheit geraten, bekannter wurde seine abstrakte moderne Malerei, die mit Motiven aus der Kunstgeschichte Palästinas kreativ umgeht.

In the Beginning, There was the Word – 1983

Die spielerische Verarbeitung arabischer Kalligraphie in die abstrakte Kunst ist eines seiner Markenzeichen.

Kamal war aber auch politisch engagiert, nicht nur in seinen frühen politischen Postern. Er hat das palästinensische Thinktank Al-Shabaka in New York mit gegründet. Al-Shabaka ist ein unabhängiges Policy Network, und gibt ausgezeichnete Einblicke in die palästinensischen Realitäten. Subscribe to its newsletters, it will help you to understand what’s going on.

Kamal gab 2008 das bemerkenswerte Buch heraus Belonging and Globalisation: Critical Essays in Contemporary Art and Culture. Das bewegende Thema deiner kulturellen Identität unter dem Druck der Globalisierung, mit Essays von vielen Künstlern und Intellektuellen außerhalb des westlichen Mainstreams. Also Leute, die im Westen niemanden interessieren. Mich interessieren sie viel mehr als die geschwätzigen Plappermäuler, die die western mainstream media füllen. Read this book, you will benefit enormously. It will widen your horizon, if that’s something you are actually interested in.

Steve Sabella noted just after Boullata’s death: „I had dinner with Kamal three weeks ago just before I left for Jerusalem, the city of our birth. He looked young, energised, inspired, speaking about many projects. From the moment we met in 2002, any conversation with Kamal ignited my imagination. Only beauty emerges when one delves into his art and listens to his carefully chosen words -words that I felt always came out from the heart. Kamal inspired thousands in his life, and I do feel his journey has just begun. Kamal’s departure is not a loss, but a reward to all humanity.“

Kamal wurde in Jerusalem geboren, als es noch britisches Mandatsgebiet war. Die Kolonialisten haben ihn vertrieben, Jahrzehnte verbrachte er im Exil in Marokko, USA, Frankreich und schließlich in Berlin. Die Deutschen haben es nicht einmal zur Kenntnis genommen, welch ein großer Künstler und Intellektueller in ihrer Hauptstadt lebte, dafür sind sie zu selbstfixiert.

Wenn es euch interessiert – und ich hoffe es ist so – bestellt euch einen Druck von Qasida bei Al-Shabaka.

Titled Qasida, the print’s geometric components mirror the rhythmic structure of the classical Arabic ode. The silkscreen is hand-printed on acid-free MultiArt Silk, 400 gr. and produced in the studios of Martin Samuel in Berlin in a limited deluxe edition of 50, titled, dated, numbered and signed by the artist with 10 artist’s proofs noted in Roman numerals.

I am really so sad.

 

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