Brexit – wohin?

Nichts bleibt wie es ist. Das gilt überall, aber noch mehr für Great Britain. Was wird in einem Jahr sein? Nobody knows. Wahrscheinlich, sie sind bis dahin nicht mehr Mitglied der EU. Vielleicht haben sie bis dahin eine neue Regierung, vielleicht sogar eine radikal neue Regierung. My British friends say, it feels like the chaos at the end of the 1970’s, or what they are told about that chaos because they’re too young to know for themselves. Wir erinnern uns: Aus diesem Chaos kam ein neues Zeitalter, das Zeitalter des Marktfundamentalismus.

Britain is at a crossroads. Die Bedeutung davon bekommst du kaum mit, wenn du Germany’s mainstream media liest. Es ist ein Machtkampf zwischen einigen Minderheiten, eine wirkliche Mehrheit für etwas gibt es (noch) nicht. Die kleinste, radikalste, und vielleicht mächtigste Gruppe sind die konservativen harten Brexiteers. Boris Johnson, Jacob Rees-Mogg und einige andere zutiefst unsympathische Typen, die aber nur die äußerlich sichtbare kleine Gruppe sind. Sie wollen Britannien radikal aus der europäischen wirtschaftlichen, politischen, kulturellen Sphäre lösen, und deswegen wollen sie den harten no-deal Brexit. Sie wissen genau, wenn es einen Deal gibt, wird es weiterhin tiefe Bindungen Britanniens an die EU geben, und der Zugang zum Binnenmarkt wird ihr Projekt weitgehend unmöglich machen. Britannien ist dann in der EU, ohne Mitglied zu sein – unterworfen den Brüsseler Regelungen, aber ohne Vetomöglichkeiten. Das ist noch schlimmer als die EU-Mitgliedschaft. So viele Leute wundern sich und denken, no deal, das ist doch Wahnsinn, das kann doch niemand wollen – nein, es ist kein Wahnsinn, es ist ein klares politisches Projekt. Diese Leute wollen das UK an die USA andocken, die EU ist für sie immer noch eine Art sozialistische Diktatur. Austritt aus dem EU-Binnenmarkt ist dafür eine Voraussetzung, und deswegen überlegen sie, dem transpazifischen TPP-Abkommen beizutreten oder auch dem nordamerikanischen Freihandelsabkommen. Die Medien schreiben nicht gern über diese Strömung, weil Rupert Murdoch und andere Medienbesitzer zentrale Figuren dieser Strömung sind. Deutschlands Medien rühren das Thema selten an, da geht kein investigativer Journalist ran, weil das würde die Natur des Bündnisses mit den USA radikal in Frage stellen. Den verdeckten Einfluss der radikalen amerikanischen Rechten und Marktfundamentalisten (und damit meine ich nicht Steve Bannon) aufzudecken würde bedeuten, auch darüber zu sprechen, was diese Leute in Germany machen. Und wer in Germany’s Elite mit ihnen kooperiert – das sind viele, nicht nur Friedrich Merz. Don’t touch it.

Theresa May war nicht für den Brexit. Jetzt muss sie ihn organisieren. Ihr „Deal“ ist vermutlich das Vernünftigste, was man aus ihrer Sicht und aus Brüsseler Sicht machen konnte, und es ist im Interesse aller Wirtschaftsakteure, die auch in Zukunft ihre Geschäfte in Europa machen wollen und nicht in USA. Aber diese Leute mögen in der britischen Wirtschaft dominant sein, sie sind es nicht in der britischen Politik. Auch sie haben es nie gewagt, den Einfluss der radikalen Ideologen in der Konservativen Partei, den Einfluss von Murdoch, dein Einfluss amerikanischer Marktfundamentalisten in der britischen Politik anzugreifen. Jetzt bezahlen sie den Preis. Es ist kaum zu erwarten, dass May’s „Deal“ durch das Parlament geht. Was dann? Nobody knows. Die radikalen Tory-Ideologen wollen den automatischen No-Deal-Brexit, und er wird dann am 29.März kommen, wenn May scheitert. Vielleicht stürzt May, und die Konservativen installieren einen neuen Premier, whoever. Neuwahlen wollen sie auf keinen Fall, wahrscheinlich würden sie verlieren.

Gewinnen würde Neuwahlen wahrscheinlich die Labour Party, aber sie hat wahrscheinlich auch keine Mehrheit für eine radikale andere Politik. Jeremy Corbyn braucht den Brexit, und Labour will keine Neuwahl vor dem Brexit. Die Labour-Wähler und Mitglieder sind tief gespalten über die Brexit-Frage. Wenn ein Premier Corbyn entscheiden müsste, ob er den Brexit stoppt, es wäre eine Katastrophe für die Labour Party, egal was er entscheiden würde. So, es ist am besten für sie, wenn die Konservativen diesen Fakt schaffen,und die Wahlen erst nach dem Austritt kommen. Denn was niemand offen ausspricht: das radikale Programm Labours „for the many, not the few“ kollidiert frontal mit der neoliberalen Zwangsjacke der EU-Verträge. Vieles von dem, was sie machen wollen, verstößt gegen diese Verträge, das fängt schon an mit der geplanten Wieder-Verstaatlichung öffentlicher Dienstleistungen wie der Eisenbahn oder der Post. Die meisten in der Labour-Führung wissen das, und deswegen wissen sie auch: der harte Brexit ist die Voraussetzung für dieses Programm.

Aber sie haben noch ein anderes Problem: Sie haben wahrscheinlich nur eine knappe Mehrheit, und sie könnten abhängig sein von wenigen Abgeordneten, die dann die ganze Partei in Geiselhaft nehmen können. Um sicher zu sein, dass sie mit einer knappen Mehrheit wirklich regieren können, müssen sie alle, restlos alle Anhänger des alten Blair-Kurses aus der Parlamentsfraktion entfernen. Das ist nicht einfach, und braucht Zeit, auch wenn es nicht mehr viele sind. Diese 15-20 Abgeordnete loszuwerden, ist eine harte, machtpolitische Aufgabe, denn sie geben nicht kampflos auf.

Schafft es May, den Brexit-Deal irgendwie durch das Parlament zu bekommen, ist der status-quo-Neoliberalismus Britanniens gerettet. Vielleicht, die Blair-Gruppe in Labour rettet sie. Das radikale No-deal-Brexit-Projekt der rechten Marktfundamentalisten ist dann nicht mehr möglich. Die sozialistische Überwindung des status-quo-Neolberalismus durch die Labour Party auch nicht. Deswegen feiern die Mainstream Media des Continents diesen Deal als die beste Lösung. Aber es wäre die Frustration all derer, die diesen status quo überwinden wollen, und das sind die meisten. It is a very very difficult power struggle, an almost Faustian game. Das Ende ist völlig offen. It could change the course of the world.

The Continent is far away…but America even more.

 

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Sexuelle Belästigung – Realität und Hype

Schweppes stellt nicht nur diverse Getränke her, und gehört zum Coca-Cola-Konzern, es hat jetzt auch ein interessantes Experiment gemacht. „The Dress for Respect“ ist ein High-Tech-Disco-Kleid, das drei Frauen getragen haben, als sie in Sao Paulo einen Nightclub besuchten. Das Kleid ist mit Sensoren ausgestattet, die jede Berührung registrieren. Ein Sender schickte die Daten an einen Computer, und das Ergebnis ist eklatant: Der Spitzenwert war 157 Berührungen an einem Abend, mehr als 40 pro Stunde. Schockierend. Look at this video:

Honestly, I am not surprised. Ich kenne es. Du musst nicht in den Nightclub gehen. Eine volle U-Bahn reicht schon aus. They touch you as they like. Wir verdrängen es so sehr, dass wir es oft gar nicht mehr so wahrnehmen. Du brauchst erst Sensoren damit du das Ausmaß feststellst – so viel nebenher zählen kannst du gar nicht.

Männer sind immer noch in denial mode über diese facts, die jede Frau kennt. 40 Prozent der Australier glauben, dass Frauen lügen oder übertreiben, wenn sie sagen, sie wurden sexuell belästigt. Wahrscheinlich also die ganz große Mehrheit der Männer. Okay, Australians are somewhat crazy, aber ich bin sicher, es ist auch woanders so.

Warum glauben so viele immer noch, dass es übertrieben ist? Weil es gibt Leute, die vieles übertreiben, und diese Leute leider sind sehr einflussreich. Es ist die übliche Allianz verklemmter Feministinnen und prüden Konservativen, die wir so oft sehen. Was Jerry Barnett über den britischen Parlamentsreport zu Sexual Harrassment schreibt, ist sehr alarmierend.

The report is one of the worst examples of “porn panic” I’ve ever seen, and I (literally) wrote the book on this subject. It makes ungrounded, hysterical claims based on anecdotal evidence: “sexual harassment in public places … is a routine and sometimes relentless experience for women and girls”.

Relentless experience? Also nonstop, die ganze Zeit? Excuse me, das ist fantasy.

Having established that women and “and even girls in school uniform” are being harassed and assaulted literally all the time in oh so many ways, the report then quickly gets to the something must be done moment: “Sexual harassment is never acceptable, and women and girls should not be expected to endure it.” Anyone questioning the report hereafter is clearly implying that harassment is acceptable and that women and girls should have to endure it. What’s to blame for this virtual holocaust of harassment? Porn, of course! “There is significant research suggesting that there is a relationship between the consumption of pornography and sexist attitudes and sexually aggressive behaviours, including violence”

Dieser Parlamentsreport stellt also zuerst fest, dass Frauen und Mädchen nonstop sexuell belästigt werden, dann stellt er fest, dass Pornographie und die Sexindustrie dafür verantwortlich sind, und dann kommt er zu den Gegenmaßnahmen. Verkleidet mit schönen Phrasen fordert er Zensur in großem Stil – dabei hat Großbritannien heute schon die schärfsten Zensurgesetze aller westlichen Demokratien. Zensur im Internet, bis hin zum Verbot „Pornographie in Bussen anzusehen“. Darunter fällt dann wahrscheinlich wie bei facebook schon ein Kunst-Bildband. Wenn ich meine Selfies im Bus betrachte, mache ich mich in Großbritannien bald strafbar:

 

Barnett’s Schlussfolgerung:

We are at the point where any sexual contact, even digital, may fall into the same category of offence as rape. Sex, in virtually any context, is now considered problematic. While these ideas were once the preserve of an extremist clique of feminists, they are now actively discussed in the British parliament.

Okay, the Brits are crazy, too. Aber dennoch, solche Diskussionen gibt es überall, auch in Germany. Diese Diskussionen werden bestimmt von zuviel Hysterie, von Leuten mit einer perversen Agenda. Frauen respektieren heißt, sexuelle Belästigung zu bekämpfen – aber nicht, alles was entfernt mit Sex  und Erotik zu tun hat zu „sexueller Belästigung“ hochzustilisieren und dann einen fundamentalistischen Kreuzzug gegen Erotik im öffentlichen Leben zu führen. Das ist pervers – das ist der Missbrauch der sexuellen Belästigung für finstere Motive.

 

If you don’t want to see erotic stuff in public, just cover your eyes

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Losing control

Horrorfilme sind nicht meine Leidenschaft. Ich mag sie nicht. Aber jetzt, ich empfehle einen solchen Film. Allerdings, es ist wohl nicht das klassische Image eines Horrorfilms, eher ein Psychothriller. In CAM spielt Madeline Brewer eine junge Frau aus Anwhere, USA: ein Camgirl und isie st entschlossen, richtig Karriere zu machen, sie will die beste werden. Dennoch, sie hat ihre Prinzipien, sie will es auf ihre eigene Art machen, sie trennt klar ihre reale Existenz als Alice von der Online-Identität Lola. Als Lola lebt sie aus, was sie als Alice nicht ist.

Sie arbeitet hart, der Film zeigt die weniger glamorösen Seiten, eben wie man ein Business aufbaut, mit viel Arbeit und Investitionen. Sexuelle Dienstleistungen sind davon der allerkleinste Teil. Wer einen Blog aufbaut, eine social media Präsenz, wird sich hier schnell wiedererkennen. Sie hat Erfolg, materiell – aber auch, es gibt ihr Selbstvertrauen, Kreativität und Stärke. Es ist für sie ungeheuer wichtig, erfolgreich zu sein mit diesem Projekt. Aber das bleibt nicht unbemerkt, und eines Tages kommt sie nicht mehr in ihr account und sieht stattdessen eine andere Frau, eine Doppelgängerin, die Lola spielt. Huuh, very creepy. Die andere Lola entwickelt die alte Lola weiter, sie überschreitet die Grenzen, die Alice ihrer Lola gesetzt hat. Die neue Lola wird immer erfolgreicher, aber auch immer mehr hypersexualisiert, und eigentlich weniger authentisch.

Alice will wieder ihr account zurück haben, aber es gelingt nicht. Es wird sehr scary, als die fake Lola immer mehr zur Bedrohung wird. Sie spricht über Alices Familie, nimmt die cam aus dem webcam Raum und führt sie durch Alices Haus, mit realen Konsequenzen für Alice, die bald sehr reale Angst um ihre Sicherheit bekommt. CAM zeigt, wie sich Alice wehrt, vom bürokratischen Desinteresse der cam company bis zum verachtungsvollen Desinteresse der Polizei. Sexarbeiterinnen kennen alles das. Statt ihnen zu helfen, wenn sie Hilfe brauchen (und nur dann), man behandelt sie als rechtlose Objekte.

Alice ist eine anfangs ziemlich schüchterne und unsichere Frau, und ihr alter ego Lola ist alles was sie nicht ist: selbstsicher, stark, mutig, zielstrebig. Als Alice mit dem Identitätsdiebstahl ihres alter ego fertig werden muss, beginnen ihre zwei Identitäten zu verschmelzen.

Regisseurin Isa Mazzei war selbst Camgirl und hat diese Erfahrung reichhaltig in den Film eingebracht, wie es keine andere Regisseurin gekonnt hätte. Madeline Brewer hat die Rolle sehr gut studiert und toll dargestellt. Der Film moralisiert nicht, das ist sehr angenehm, und das „böse Mädchen“ wird nicht umgebracht wie so oft in Filmen. Ein wirklich beeindruckender Film, Preisträger beim Fantasia Film Festival, jetzt zu sehen bei Netflix.

Just in case you are interested now: lately I came across a really inspiring article on a real-life cam girl. Cam Girl. Stripper. Student. im Washington Square Magazine porträtiert Lady Lola Lightning, die mit camming bei Periscope ihr Studium finanziert und das gar nicht verheimlicht.

„No one can deny the calm, witchy energy Lola exudes. When she turns on the camera, there is no alter ego—she stands nonchalantly, leaning to one side, unabashed to be watched and unafraid to demand what she wants. Her charisma enchants viewers. It’s clear: Lola calls all the shots. On Periscope, she can block trolls instantly, set prices for her private streams and go live whenever she pleases. All of her private streams are 15 minutes: $10 for a private group, $30 for a topless one-on-one and $50 for a full nude one-on-one.“

Lola macht mit camming mehr Geld als im Stripclub – mit internationaler Kundschaft. The strip club becomes a haven for empowerment and money-making. For Lola, the strip club is a place of female worship that allows her to, for a moment, level the playing field between men and women as patrons pay to watch her perform. That liberating energy spills into her daily life.

Natürlich, es gibt immer Leute, die so etwas moralisch verurteilen, wie zum Beispiel PayPal, die haben ihr das Konto gekündigt. Sie findet eine andere Alternative. „Juggling all of what she does, Lola has learned to enjoy the madness. She’s sure of herself and won’t budge from any disapproving glances.“ Schön dass es noch Medien gibt, die das anerkennen können.

Lola Lightning

 

 

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Mann und Frau

Es war eine unerwartete Nachricht, eine schöne Überraschung zuerst, aber dann sie wurde zu einer traurigen Nachricht. Ein Mann, mit dem ich vor Jahren eine schöne Begegnung hatte, würde sich freuen mich wiederzusehen. Es war eine außergewöhnliche Begegnung, mit einem über 20 Jahre älteren Mann. Ein Abendessen, geplant als reines business date, wurde zu einer sehr persönlichen Begegnung. Danach wir haben uns nicht mehr gesehen, nichts mehr voneinander gehört. Jetzt, er würde sich freuen mich noch einmal zu sehen. In einem Krankenhaus. Er wird nicht mehr lange leben. Sehr traurig.

Es ist keine Fahrt mit der U-Bahn, es ist weiter weg, in dem Land aus dem er kommt. I do it anyway. Man begrüsst mich mit den Worten, wir dachten, er hat keine Tochter. Was soll ich dazu sagen? Er freut sich sehr dass ich komme. Wir erinnern uns an diesen schönen Abend, diese schöne Nacht, als unsere vielen Vorurteile über mächtige alte Männer, über junge Karriere-Frauen sich schnell auflösten in Luft. Ich weine selten, aber als er erzählt, wie der Krebs ihn auffrisst, es geht nicht anders. Materiell, in Sachen Status, er hat alles im Leben erreicht, aber er ist immer einsam geblieben. Er wollte es nicht anders. Er bereut nichts. Aber, natürlich, irgendwie es ist doch traurig, jetzt, am Ende. Niemand interessiert sich mehr für ihn, außer wenn man hofft, etwas zu erben. Niemand wird etwas erben. Sie sollen ihr Geld selber machen.

Nur wenige Leute will er noch sehen. Es war nicht einfach, mich wieder zu finden. Schön dass ich gekommen bin. Warum bin ich gekommen?

Wir halten uns für modern, emanzipiert, frei, aber wir sind archaischer als wir glauben. Es ist selten, dass sich ein Mann und eine Frau zum ersten Mal treffen, trotz vielem was sie trennt Respekt voreinander haben, in beiden Richtungen (das ist wichtig), einen intensiven und kultivierten persönlichen Austausch haben, sich sehr spannend finden, und dieser Austausch auch sinnlich und erotisch wird. Sie spielen ein Spiel, das niemand gewinnen will, ein Spiel um den Spieles willen. Noch seltener ist es, wenn beide wissen, es bleibt bei diesem Treffen, es gibt keine Verpflichtungen, und auch niemand anders hat etwas dagegen und es passiert kein Drama mit irgendwem danach. Und danach, man behält den schönen Abend einfach nur in schöner Erinnerung.

Wäre es öfter möglich, wir wären einer friedlichen, schöneren, besseren Welt näher. Aber die Gesellschaft tut alles, um das so schwer wie möglich zu machen, erfindet Moralstandards und Ideologien die das verhindern.

Es war ein sehr intensives Gespräch mit ihm. Als ich gegangen bin, wir haben geweint. Ich werde ihn nicht vergessen. Eines Tages, alles wird vorbei sein, auch für mich. Hoffentlich noch lange nicht.

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Europa-Traumtänzer

Vor ein paar Tagen passierte eine skurrile Aktion. Mitten in Berlin, Friedrichstraße, eine Brücke über die Spree. Ich staune und denke, was ist hier los. Eine Handvoll Leute proklamieren eine Republik. Sie kopieren die Ausrufung der deutschen Republik vor 100 Jahren. Nur rufen sie diesmal eine Republik Europa aus. Ein sogenanntes „European Balcony Project“ macht solche Aktionen in einer Reihe anderer (west)europäischer Städte. Sie behaupten, sie haben den Europäischen Rat abgesetzt, die Souveränität der Staaten aufgehoben und durch ihre neue Souveränität ersetzt. Oh wow.

These people are crazy. Vor allem, es ist eine beispielslose Anmaßung, dass eine Handvoll Deutscher per Proklamation die Souveränität anderer Länder aufheben will. Ihre eigene Souveränität können sie aufheben so viel sie wollen. Nobody cares, me neither. Wäre ich Polin, Litauerin, Italienerin, Slowenin – ich wäre empört. Schon wieder kommen die Deutschen daher und heben meine Souveränität auf, auch wenn sie mich diesmal nicht in ihr Deutsches Reich sondern in ihre Republik Europa einverleiben wollen.

1918 war ein Regime am Ende, die Monarchie. Die Ausrufung der Republik war die logische Konsequenz. Irgendwer musste es tun, aber wer es tat, tat es auf jedenfall im Namen des Volkes. Und so, es waren bekanntlich mehrere die es taten.

2018 wankt auch ein Regime, auch wenn es ist noch lange nicht am Ende: das Regime des globalisierten Kapitals. Aber vor 20 Jahren, es war unumstritten, jetzt ist es sehr umstritten. Diese Leute, die ihre „Republik Europa“ ausrufen, tun es nicht im Namen des Volkes, sondern gegen die Völker Europas. Wenn das Volk über die EU-Projekte abstimmen kann, stimmt es seit langem fast immer mit Nein. In Dänemark gegen den Euro, gegen immer mehr EU-Integration. In Frankreich und Niederlande gegen die „EU-Verfassung“. In Niederlande gegen das EU-Abkommen mit Ukraine. In Großbritannien gegen die EU-Mitgliedschaft. Deswegen, sie lassen das Volk am liebsten gar nicht abstimmen.

Mir gehen diese Europa-Träumer auf die Nerven. Ich habe nichts gegen Europa. Ich bin keine Nationalistin, ich bin Ausländerin überall in Europa. Ich freue mich, dass Europa keine United States of Europe ist. Europa wird nie eine Nation, und das ist gut so. Ich freue mich, dass es Italien gibt, Frankreich, Polen, Deutschland. Ohne Euro-Währung hätten wir weniger Streit, weniger Nationalismus in Europa. Griechenland wäre nicht auf den Status eines Entwicklungslandes abgesunken. In Italien würde man keine Wahlen gewinnen mit der Projektion des Volkszornes auf Brüssel und Berlin. Diese EU teilt Europa, aber sie einigt sie nicht. Leute wie diese Republik-Ausrufer oder auch die Europa-Jubler der Grünen meinen es vielleicht gut. Aber sie verstehen nichts davon, warum außerhalb Deutschlands immer weniger Leute diese EU so gut finden. Sie wollen es auch nicht verstehen.

Republik Europa proklamieren…maybe they’re drunk

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Dear Readers,

ich habe dein Eindruck bei wordpress ist etwas schiefgelaufen. Viele haben meinen kleinen Blog abonniert, aber ich habe mails bekommen, dass sie keine updates mehr bekommen von wordpress. Falls das so ist auch bei dir: bitte einfach neu abonnieren 🙂

thank you so much!

Stay tuned

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To bra or not to bra

Spam-Mails sind ein Ärgernis, aber manchmal sie sind auch sehr witzig. Zum Beispiel, wenn sie Werbung machen für den „Fly-Bra“. Der fliegende BH? Zitat:

„Unsichtbarer Büstenhalter ist innovative Erfindung, von der man geträumt hat! Weich, natürlich, mehrweg, waschbar, ohne Träger, mit offenem Rücken! Diese Erfindung japanischer Gelehrten entspricht vielen Ansprüchen der Frauen, hilft sicher auszusehen! Verschnürung zwischen den Schalen lässt den Busen Prunk verleihen, „Spalte“ oder Effekt „des angehobenen Busens“ zu bilden.“

Oh really?

Das muss ich mir ansehen. Oh what a nonsense. „Vergessen Sie Ihre Komplexe, die mit Brustform verbunden sind.“ Da gibt es nichts zu vergessen, ich habe keine solchen Komplexe. Sexistischer Schwachsinn. „Büstenhalter bildet ideales Dekollete, verbirgt alle Nachteile von Busen. Jetzt können Sie den Busen anheben und sogar vergrößern.“ Welche „Nachteile von Busen“ soll ich verbergen?? „Büstenhalter ist im Griff wie Haut. Keine Bügel und keine reizenden Trägern mehr.“ Ja, diese Träger nerven immer – aber: Wie soll ein BH etwas halten, wenn er selbst keine Halter hat? „Reinigen Sie die Haut von Busen, ohne Öl und Hautkreme. Setzen Sie die Verschnürung herab und kleben Sie die Silikonschalen auf den Busen. Ziehen Sie die Verschnürung nach, bilden Sie ideake Form von Dekollete.“ Das soll angenehm sein?? Daran kleben und dann verschnüren? No thank you. Das ist ja noch schlimmer als alle sonstigen BHs.

Manche Leute scheinen zu glauben, die „Nachteile von Busen“ sind, das wir überhaupt welche haben. Hast du kleine, „brauchst“ du keinen BH und hast nicht viel was du verstecken musst. Aber dann beneidest du die anderen, die größere haben. Hast du größere, „brauchst“ du einen BH, und wenn die Busen nicht mit einem BH starr fixiert sind, sondern sich ab und zu bemerkbar machen, dann soll es dir peinlich sein. So crazy.

Es wäre besser, wenn wir alle unsere Komplexe vergessen würden, du brauchst einen BH um den geselschaftlichen Dressvodenormen zu entsprechen, oder unsere Komplexe, man muss einen BH tragen, sonst du bist eine „Schlampe“. Ein Kleid mit offenem Rücken ist wunderbar – ohne BH. Es wäre wunderbar, wenn wir würden unsere formellen oder informellen Dresscodes vergessen, dass Frauen einen BH tragen MÜSSEN.

I love to wear no bra, ich hasse diese Korsette um die Brust, ich trage sie immer seltener. Die Blicke anderer Leute finde ich sehr amüsant. Everybody thinks this has a sexual connotation. Frauen sind oft ziemlich entsetzt, Männer fasziniert, und beide schauen in einem meeting dauernd auf deine Brüste. Sie bewegen sich, sie wackeln. Manche Leute schauen dich dann an wie ein magisches Phänomen. It is a nice feeling when your nipples get hard, for whatever reason, and poke a bit through your dress. Das fasziniert andere Menschen noch viel mehr. Why in the world should I be embarrassed about it? Everybody around you seems to be completely fascinated or embarrassed by this fact. Ein gentleman hat herausgefunden, dass frische kalte Luft leicht dazu führen kann dass die Nippel hart werden und meint deshalb in meetings mit mir, wir brauchen dauernd frische Luft. Hilarious. Ich weiß warum. Unsere Gesellschaft ist voller solcher Komplexe.

Yvonne Cupp said going braless would cause consternation among her colleagues.  “If only it were socially acceptable… I would go braless but bigger boobs flopping around do get stares and looks mighty unprofessional at work,” she said. Das konntet ihr schon vor fünf Jahren hier lesen. Daran hat sich nichts geändert.

Nein, ich gehöre nicht zu den „Burn your bra“-Feministinnen. Ich habe wunderschöne BHs aber sie sind eigentlich zu schön, um sie zu verstecken, um etwas darüber anzuziehen. So I use them under sheer or fairly transparent outfits. Wonderful. Und natürlich, für Sport und lange Spaziergänge, bras make a lot of sense. Aber wenn ich nicht mag, I wear no bra. Sollen sie es doch für „unprofessional“ halten, I don’t care. Aber Fly-Bras zum Ankleben, how terrible – never.

A nice outfit for summer

This is somewhat daring

 

A bra is useless for a nice party oufit

So sexy

If it has to be a bra,  I like this one

or this one

A bra to show off

That is kind of extreme

Whatever you like in the end – do it, and ignore all the dresscodes they are telling you.

 

 

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