Rudyard Kipling revisited: The White Woman’s burden

So, Afghanistan ist an die Taliban gefallen. Schneller, viel schneller als erwartet. Nur wenige Wochen nachdem die USA mit ihrem Truppenabzug begannen, das Kartenhaus Afghanische Armee und Regierung fielen zusammen. Die Bilder erinnern an Saigon 1975, aber in Wirklichkeit, es ist viel schlimmer. Süd-Vietnam fiel 2 Jahre (!) nach dem US-Truppenabzug. Erinnern wir uns: Als die Rote Armee 1989 abzog, brauchten die Islamisten drei Jahre, bis sie die militärische Kontrolle übernehmen konnten.

Aber warum ist jemand darüber überrascht?

Die Wirklichkeit wurde schon deutlich als vor 2 Jahren die ‚Afghanistan Papers‘ öffentlich wurden. Ein dickes Paket von internen Dokumenten, die unmissverständlich zeigten: Alles was westliche Regierungen über Afghanistan und diesen Krieg erzählen, ist eine Lüge, eine große Lüge.

Natürlich, eigentlich man konnte es nicht ignorieren. Der US Congress hat einen Special Inspector General for Afghanistan Reconstruction (SIGAR) ernannt, John Sopko. Jedes Jahr, er gab einen Bericht heraus, der letzte genau an dem Tag, als die Taliban Kabul betraten.

“Twenty years later, much has improved, and much has not in Afghanistan,” Sopko writes. “If the goal was to rebuild and leave behind a country that can sustain itself and post little threat to the US national security interests, the overall picture is bleak.” Sopko notes improvements in life expectancy, GDP, and literacy since the US invasion. But he adds, “Despite these gains, the key question is whether they are commensurate with the U.S. investment or sustainable after a U.S. drawdown. In SIGAR’s analysis, they are neither.”

Sopko wurde noch deutlicher: “The American people have constantly been lied to.” Brutal ehrlich war auch General Douglas Lute, the White House Afghan war czar for Bush and Obama: “We were devoid of a fundamental understanding of Afghanistan­—we didn’t know what we were doing.” Der Afghanistan-Verantwortliche  gibt zu “We didn’t have the foggiest notion of what we were undertaking.” Dennoch, der Kongress bewilligte insgesamt 2700 Milliarden Dollar, um den Wahnsinn immer wieder fortzusetzen. Hunderttausende starben, natürlich fast „nur“ afghanische Zivilisten.

Merkwürdigerweise, es schreibt niemand über manche Assoziationen, die ich hatte als ich die Bilder der siegreichen Taliban gesehen habe. Als sie durch den pompösen Präsidentenpalast von Kabul zogen, als sie die opulente und dekadente Residenz des Warlords Dostum in Mazar-i-Sharif vorführten…mir kamen die Bilder der Paläste von Saddam Hussein, die die US-Soldaten nach dem Einmarsch in Bagdad zeigten. Korruption und Selbst-Bereicherung überall. Die vielen Milliarden des Westens landeten in der Armee, dem Sicherheitsapparat und den privaten Taschen aller derjenigen, die es in ihre Finger bekommen konnten. Bei der armen Bevölkerung kam so gut wie nichts an.

Leider, das hat im Westen niemanden interessiert.

Aber jetzt kommen sie wieder mit den Stories, mit denen sie den Krieg am Anfang legitimiert haben. Die Frauen, die Mädchen. George W.Bush wurde 2001 plötzlich ein Feminist, und das ganze liberale politische und Medien-Establishment der USA folgte sofort. Time Magazine verkündete unter dem Titel ‚Blood and Joy‘ „the greatest pageant of mass liberation since the fight for suffrage“ was occurring, as „female faces, shy and bright, emerged from the dark cellars“ to stomp on their old veils. …this was a holiday gift, a reminder of reasons the war was worth fighting beyond those of basic self-defense“.

Von Januar 2000 bis zum 11.September 2001 gab es in den US-Medien 15 Zeitungsberichte und 33 TV-Beiträge über Frauen in Afghanistan.  In den 16 Wochen vom 11.September 2001 bis zum Jahresende waren es dann 93 und 628. Danach, es kam nicht mehr viel.

Amerikas weiße, liberale, reiche Feministinnen waren plötzlich in einem Boot mit Bushs Republikanern. First Lady Laura Bush verkündete, der Krieg werde Afghanistans Frauen befreien. Senator Hillary Clinton pries den Krieg in voller Begeisterung. Afghanische Frauen fragte aber niemand, ob sie Krieg wollen. Rafia Zakaria beschreibt sehr schön in The Nation unter dem Titel ‚White Feminists Wanted to Invade‘ wie sich das weiße feministische establishment militarisiert. „The belief that white women knew what’s best for Afghan women goes deeper than Hollywood and political posturing.“ Du fühlst dich unvermittelt erinnert an Rudyard Kipling. The White Woman’s Burden, so to say.

Rafia Zakari, ich habe schon einmal über sie geschrieben in diesem kleinen Blog, 2015, über Colonial Feminism.

Statt die afghanische Katastrophe und die katastrophale Rolle der USA nun kritisch zu analysieren, die Medien verfallen wieder in die alte Rolle. Surprise, jetzt sind Afghanistans Frauen wieder center stage. Sie sind wieder die armen, bedauernswerten Opfer der mittelalterlichen Taliban, die nur unter westlichem Schutz ihre Rechte zurückbekommen werden, und deshalb war der Krieg gut. Just one example:

„Look at the freedom that is being deprived from the Afghan people as the Taliban move into Afghan, or moving into parts of Afghanistan now, and you know how much freedom they had. Look at the number of women that are out there making careers, that are thought leaders, that are academics, that never would have happened under the Taliban leadership…. The devastation you are seeing today is why that small footprint of 2,500 US troops was so important.“ Rep. Adam Kinzinger on CNN, 16.8.21

Die Botschaft ist klar: Der komplett verkorkste Krieg darf nicht delegitimiert werden, denn das würde die US-Politik delegitimieren. Dafür sind Afghanistans Frauen immer gut. Caitlin Flanagan in The Atlantic (19.8.): „The United States military made it possible for those women to experience a measure of freedom. Without us, that’s over.“ Es war das erste Mal, dass Flanagan sich zu Afghanistan geäußert hat, bisher war das nicht so wichtig.Associated Press (14.8.) drückt auf die Tränendrüse mit einem Artikel  „Longest War: Were America’s Decades in Afghanistan Worth It?“:

But one 21-year-old woman, Shogufa, says American troops‘ two decades on the ground meant all the difference for her.“ After describing Shogufa’s experience for five paragraphs, the piece concludes with her „message to Americans“: „Thank you for everything you have done in Afghanistan,“ she said, in good but imperfect English. „The other thing was to request that they stay with us.“

So könnte man noch viele Zitate finden.

Ich weiß nicht, ob Shogufa wirklich existiert oder erfunden wurde. Es ist egal. Es gibt sicher Frauen wie Shogufa. Sie hat Glück gehabt, dass sie nicht gehört zu den 100,000 afghanischen Frauen, die die Bomben und Drohnen, den Krieg leider nicht überlebt haben. Diese Toten gab es nicht in Kabul und den großen Städten, es gab sie auf dem Land, dort wo die Armen und Dummen und Vergessenen leben. Sie zählen leider nicht.

Deshalb, es berichtet auch niemand, dass nach 19 Jahren unter US-Kontrolle Afghanistan den vorletzten Platz einnimmt wenn es um die Lebensqualität von Frauen geht, according to the Women, Peace and Security Index (2019). Es scheint, der Westen hatte andere Prioritäten als die Frauen Afghanistans.

20 Jahre lang hatten Medien und Politiker im Westen Gelegenheit, ihren verkorksten Krieg nicht blind weiterzumachen, sondern konkret etwas zu tun. Konkret, an der Lebenswirklichkeit der Frauen, der Mädchen und auch ihrer Brüder, Väter und Söhne. Mit 2700 Milliarden Dollar kann man etwas machen. Hätte sich das Leben der Menschen in Afghanistan konkret verbessert, die Taliban wären schnell irrelevant geworden. Aber nun, wo alles zu spät ist, beweisen sie wieder einmal, dass afghanische Frauen für sie nur interessant sind, um ihren Imperialismus und ihren militärisch-industriellen Komplex zu rechtfertigen.

Und nun? Jetzt denken sie schon wieder über Bombardierungen nach, natürlich mit edlen Motiven, lasst uns die Frauen retten, haha. Ein Wirtschaftsembargo wollen sie, Sanktionen und so weiter. Vielleicht fragen sie einfach mal normale Menschen in Afghanistan. Sie wollen endlich, endlich keine Bomben mehr, und sie wollen endlich, endlich weniger Armut. Ja, sie wollen noch mehr, aber wahrscheinlich haben sie von den perfiden Machtspielen des Westens längst genug.

Ich habe keine Lösung für Afghanistan. Ich bin froh, das sich nicht dort lebe. Es bricht mein Herz, wenn ich Berichte lese über die schreckliche Angst, die die Frauenrechtsaktivistinnen dort jetzt haben. Aber eines ist sicher: Nach vierzig Jahren Krieg ist noch mehr Krieg nicht die Lösung.

What will be the future of these wonderful girls?

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Siegt letztlich vielleicht doch die Wahrheit?

Lesenswert!

rotewelt

Immer mehr Bruchstücke der Corona-Lügen-Regimes kommen an den Tag und fügen sich zu einem Mosaik zusammen, dazu gehört auch dieses:

https://multipolar-magazin.de/artikel/wie-der-lockdown-nach-deutschland-kam

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Free your boobs

Nein, es gibt nichts Gutes über die Corona Panik zu schreiben. Ich hasse es, aus ganzem Herzen, wie sich viele Menschen verändern, ängstlich werden, unterwürfig werden, ihre Persönlichkeit verändern.  …

Auch die Schönheit geht kaputt. Niemand kauft mehr schöne Kleidung, niemand trägt mehr schöne Kleidung, weil du niemand mehr triffst. Wer zuhause sitzt, vor Zoom-Bildschirmen, braucht keine schöne Kleidung. Wer nicht einmal Videokonferenzen macht, braucht gar keine Kleidung. Nackt im home office, auch das ist eine Erfahrung, es kann sehr sinnlich sein. Im home office haben viele Frauen auf makeup und BH verzichtet, teilweise für Wochen und Monate. Das hinterlässt Spuren.

Eine französische Studie hat das untersucht und festgestellt, dass viele Frauen sich im home office den BH abgewöhnt haben. Es ist bequemer ohne, und wenn es früher undenkbar war ohne BH auszugehen oder – noch mehr – zur Arbeit zu gehen, manche nun haben keine Hemmung mehr. Vor allem die jungen Französinnen: fast 20% der unter 25jährigen verzichten auf BH. Viermal soviel wie vor den Lockdowns. Viel mehr haben es einige Male gemacht, aber nicht ständig. Natürlich, die Studie hat auch herausgefunden (surprise) dass viele es gerne tun würden, aber Angst vor negativen Kommentaren („Schlampe“) oder sexueller Belästigung haben.

So, Sunflower is using the opportunity. Company dresscodes waren schon immer my enemy #1, aber no bra war immer besonders risky. Ich habe es gemacht, aber nicht so oft. Sie haben mir vieles verziehen, aber no bra war meistens too much. Now I do it. Die Büros, halb leer, and surprise, other ladies doing it as well. The collapse of dresscodes is good. Als Leitungskraft, ich muss die Büro-Disziplin wahren, aber in the end, was die Chefs interessiert, sind die Zahlen und nicht die BHs.


Nothing underneath, business-style
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Nothing is more perilous than truth in a world that lies.

„Ich war immer in Gefahr, seit ich anfing zu schreiben. Nichts ist gefährlicher als die Wahrheit in einer Welt der Lügen.“ Ein Zitat von einer großartigen Schriftstellerin, Nawal el-Saadawi. Sie starb vor wenigen Tagen mit 89 Jahren in Kairo. Wie traurig. Nawal ist im Westen kaum bekannt, natürlich, im Westen nimmt man nichts zur Kenntnis von außerhalb des westlichen Kulturkreises. In Arabien, alle kennen Nawal. Die Frauen Arabiens verdanken ihr viel. Ich habe als Teenager in einem arabischen Land gelebt und deshalb, Nawal bedeutet mir sehr viel. Und ich bin der arabischen Welt immer noch sehr verbunden, ich habe es hier geschrieben (unglaublich, schon 8 Jahre alt). 55 Bücher hat Nawal geschrieben. Love in the Kingdom of Oil. The Fall of the Imam. God resigns. Wonderful books, even for ignorant Westerners. Please order some at saqibooks.com, the best online bookshop on Arab literature.

Nawal wurde 1931 in einem kleinen Dorf geboren im Nil-Delta. Man kann sich nicht vorstellen welchen unglaublichen Mut ein junges Mädchen braucht, um in einer Kultur aufzuwachsen, in der Frauen Menschen zweiter Klasse sind und diese Unterdrückung herauszufordern. Mit 6 Jahren wurde sie genital verstümmmelt, ein unvorstellbares Trauma. Aber sie erkämpfte sich Bildung. Sogar an der Columbia University in New York studierte sie, wow. 1955 verließ sie die Universität Kairo mit einem medizinischen Diplom und arbeitete danach als Ärztin in ihrem Heimatdorf. Dort wurde sie zur Feministin, wie, sie sah, was die traditionelle Unterdrückung der Frauen anrichtet. Sie begann sich zu engagieren gegen Genitalverstümmelung, gegen häusliche Gewalt und gegen den Schleierzwang.

In Gamal abd-el Nassers Ägypten, Modernisierung war Staatsdoktrin, und die Regierung wurde auf sie aufmerksam. Sie machten sie zu einer hohen Funktionärin im Gesundheitsministerium, und das war eine gute Wahl. Aber sie passte sich nicht an. Sie wurde keine privilegierte Bürokratin. Sie schrieb Bücher und veröffentlichte. Das Buch „Women and Sex“ 1972 war eine offene Diskussion über alle Tabu-Themen, und war ein sehr wichtiger Text für die arabische Frauenbewegung. Damals, Ägypten war das kulturelle Zentrum der arabischen Welt. Lange vorbei. Aber für die Regierung, das war zuviel. Sie warfen sie raus. Aber sie verstummte nicht. Sie war eine der Gründerinnen der feministischen Zeitschrift Confrontation. 1981 wurde sie verhaftet und erlebte zwei schreckliche Monate im Gefängnis. Sie kam nur deshalb bald wieder frei, weil Präsident Sadat erschossen wurde und der Nachfolger Mubarak politische Gefangene freiließ. 1988 sie musste Ägypten verlassen, die Morddrohungen durch Islamisten wurden immer gefährlicher. Erst 1996, sie kam zurück. 2005, sie wollte als Präsidentin kandidieren, aber es war natürlich aussichtslos.

Nawal war eine Heldin. Die Welt ist ärmer ohne sie. I am crying.

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Lechts und rinks

Manche meinen / lechts und rinks / kann man nicht velwechsern / werch ein llltum. Ein Gedicht von einem österreichischen Poeten, Georg Jandl. Very nice and to the point.

Ich habe ein wenig Pause gemacht, weil ich habe viel nachgedacht. The world seems upside down. Friendships are falling apart. Neue Freundschaften entstehen. Viele Weltbilder brechen zusammen. Manche werden arm, sehr arm, andere reich. Vieles Vertraute existiert nicht mehr. Die halbe Welt ist im Griff einer kollektiven Massenparanoia. Die Deutschen haben länger gebraucht, bis es richtig losging, aber wie immer sie machen die Paranoia gründlicher als die meisten anderen.

Ich denke darüber nach, Germany zu verlassen. Es ist so ein unfreies Land geworden, es wird mir immer fremder. Ich merke, ich beginne mit dem Gedanken zu spielen, what about America. Yes, the U.S.A., of all places. Aber nicht weil Trump weg ist. I don’t care about that. Ich denke an Florida, an Texas. Republican governors. No lockdown, no mask mandates. The land of the free. Vielleicht, ich versuche es noch einmal mit Moskau. Vielleicht es klappt diesmal. Vor einigen Jahren ich habe es schon fast geschafft, die Firma wollte mich nach Moskau schicken, aber es gab kein Arbeitsvisum. Eine russische Kollegin schildert mir sehr detailliert, die persönlichen Freiheiten in Russland sind heute viel größer als in Germany, niemand kümmert sich mehr um die Corona-Paranoia. Du gehst essen, shoppen, tanzen, alles wie früher, immer weniger Leute tragen diese hässlichen Masken, keine Tests, keine Pandemie, Punkt. How wonderful. Vergleich das mit dem unerträglichen Wahnsinn in der EU.

Aber die Firma will mich nicht gehen lassen. Es ist so crazy wenn du in einem Unternehmen bist, das mit dieser Paranoia viel Geld macht. Viele Leute haben jetzt keine Arbeit mehr, ich habe sehr viel Arbeit. Jede Krise hat Gewinner und Verlierer, du musst nicht einmal böse sein um zu den Gewinnern zu gehören. Nur der richtige Sektor, und manche Sektoren sind eigentlich immer Gewinner. Das macht mir nichts aus oder ein schlechtes Gewissen. Aber die ganze Atmosphäre in diesem Land, das ist nicht die Atmosphäre eines freien Landes. Die vielen Mitläufer des Corona-Wahnsinns machen mich wahnsinnig, diese ganze Masken-Hysterie. Es ist gefährlich geworden, deine Meinung zu sagen.

Es ist nicht lange her, und ich habe Bernie Sanders bewundert. Ich bewundere ihn immer noch, auch Alexandria und die Squad der progressiven linken representatives. Aber irgendwie, Corona hat sie crazy gemacht. Alles das, was die linken oder Mitte-Links-Politiker machen, ihre Lockdowns, ihre ganzen Restriktionen, macht viele Millionen Menschen arm und nützt der reicheren Hälfte. Es nützt der sozialen Klasse, zu der die Wähler dieser Leute gehören: öffentlicher Dienst, home office taugliche Jobs, Angestellte von großen Konzernen. Für die Verlierer dieser Politik, für die Leute die davon arm werden, haben sie keine Augen und keine Ohren. Sie denken nur daran, sich selber vor der eingebildeten Gefahr zu retten.

Und so, ich bewundere jetzt Republican governors, die die Corona-Paranoia beenden. 16 sind es schon. Man muss diese Leute nicht mögen. Biden ist entsetzt über sie. Who cares about this idiot. Die Linken machen Aufrufe, wenn dein republikanischer Governor die Maskenpflicht aufhebt, laufe weiter mit dem Ding rum. Save lives, wear a mask. How crazy is that. Schau auf die facts, und du stellst fest, wie überall auf der Welt, die lockdown und Masken-Staaten haben keine besseren Zahlen als die anderen. Florida hat eine bessere Corona-Bilanz als California, zwei eigentlich sehr vergleichbare Staaten. Florida hat seit September keine Restriktionen mehr, California ist im Dauer-Lockdown. South Dakota und North Dakota sind in jeder Hinsicht sind sehr ähnlich: aber South hat keine Masken und kein lockdown und die besseren Zahlen als North mit seinem maskierten Lockdown. It’s like Germany and Sweden – Schweden hat ohne Lockdown und Masken seit einem halben Jahr bessere Zahlen als Germany.

Look, ich würde es verstehen, wenn diese „Maßnahmen“ etwas bringen würden. Aber es kann inzwischen niemand mehr leugnen, dass sie bedeutungslos sind, sie sind nur Psychologie um die Paranoia aufrecht zu erhalten. Sonst wären in South Dakota, Florida, Schweden und den anderen Gebieten ohne Lockdown und Masken die Leute längst zu Millionen gestorben. Nimm die Masken ab und mach die Läden wieder auf, und kein Mensch merkt mehr irgendwas von Pandemie.

Und so, ich verstehe die Linken nicht mehr. „Die Maske ist links“, sie sagen, und sie sind für autoritäre Regierungen, gegen Grundrechte, gegen die Vernunft. Sie sagen, wer keine Lockdowns macht, setzt die Interessen „der Wirtschaft“ vor die Gesundheit. Für sie, es ist egal, wenn der Mittelstand kaputt geht – sie kommen nicht auf die Idee, dass „die Wirtschaft“ Jobs und Existenzen von Millionen Menschen sind, und nicht nur böse multinationale Konzerne. Schweden hat eine sozialdemokratische Regierung, aber abgesehen davon, du kannst eigentlich sicher sein, die Länder mit einer vernünftigen Corona-Politik haben „rechte“ Regierungen.

So was ist lechts und rinks? Ist es rinks, wenn du die Interessen der wohlhabenden Akademiker im Home Office vertrittst? Ist es lechts, wenn du die Interessen des selbständigen Mittelstands vertrittst und der vielen prekär Beschäftigten im Dienstleistungssektor? Ist es rinks, wenn du eine Politik unterstützt, die dich und die anderen Reichen reicher und die Armen ärmer macht? Ist es lechts, wenn du sagst, Millionen Menschen brauchen wieder eine wirtschaftliche Perspektive, nicht nur die Staatsdiener? Ist es rinks, wenn du der armen Jugend die Schulbildung kaputt machst, aber die reiche Jugend hat einen Ersatz?

Früher, es war mal links, wenn du die Interessen der ärmeren Schichten vertreten hast, man nannte es Arbeiterklasse. Working people, die eine funktionierende Wirtschaft brauchen um nicht nur irgendwie zu überleben, sondern zu leben. Es war rechts, wenn du diese Interessen ignoriert hast und die Interessen reicher, gut gebildeter Kreise vertreten hast. Ich glaube, heute es ist anders herum. Die Rache der Corona-Verlierer wird kommen, und dann werden die Linken sagen, wenn sie kein Brot mehr zu essen haben, sollen sie doch Kuchen essen.

Ich glaube heute, es geht weniger um lechts oder rinks. Wahrscheinlich sind das Kategorien, die nicht so wichtig sind. Viele Leute wollen einen Fürsorgestaat, sie wollen einen Nanny-Staat, der sie vor allen Risiken beschützt, ökonomische Risiken genauso wie andere Risiken. Dafür geben sie die Freiheit gerne ab. Man kann das Sozialismus nennen, man kann es auch anders nennen. Solche Leute sind auch mit einem „rechten“ Regime zufrieden, das sie beschützt. Leute, die aus der Reihe tanzen, haben dort eigentlich keinen Platz.

Andere Menschen wollen Freiheit, und das bedeutet auch Risiko. Sie wollen nicht von „oben“ gesagt bekommen wie sie zu leben haben. Sie wollen Neues ausprobieren, auch wenn es schiefgehen kann. Sie glauben mehr an sich selbst und nicht an Staat und Gesellschaft. Sie haben nichts dagegen, wenn viele andere mit diesen Freiheiten nichts anfangen können, aber sie wehren sich, wenn man diese Freiheiten beschränken will. Sie wollen nicht nur überleben, sondern leben. Solche Leute können „rechte“ Liberale sein, oder auch „linke“ Anarchisten.

In der Geschichte, am Ende hat immer die Freiheit gesiegt. Live free or die.  

Live free or die.

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Neutronenbombe

Do you give a shit about what your government is telling you to do? I mean, seriously? Natürlich nicht, ich würde jedem sagen der mich so etwas fragen würde. Aber, es scheint, ich bin damit sehr exotisch. Eigentlich, ich bin keine Freundin von Home Office, und außerdem ich bin vollkommen immun gegen das Panik-Virus, das so viele Menschen infiziert. So, ich gehe Montag in das Büro, und es fühlt sich sehr absurd an. Eine sonst belebte Gegend, viele Büros und wenige Wohnungen, es ist wie ausgestorben. Montag morgen, nicht Sonntag morgen. Niemals ich habe diese Straße ohne Menschen gesehen. Wenn ab und zu doch Menschen kommen, sie huschen gesichtslos und verhüllt und ängstlich davon, sie rennen geradezu weg wenn du ihnen näher kommst.

Sie sehen mich an wie ein Alien. Aber ich bin kein grünes Männchen. Ich bin eine elegante Lady, die Wert legt auf Schönheit, und natürlich ich trage nicht diese hässlichen Lumpen vor dem Gesicht, sondern Lippenstift. I am the only one. Ich lächele die wenigen Menschen an, und das Lächeln scheint sie wahnsinnig zu machen. Es ist schwer, bei verhüllten Menschen zu sehen, was sie fühlen, aber man kann es vermuten. Ein Lächeln verunsichert sie, macht ihnen Angst!!!

It’s madness, total madness. Ronald Reagan wollte vor vielen Jahre eine neue Bombe bauen, Neutronenbombe, sie sollte alles Leben verstrahlen und alle Gebäude und Infrastruktur stehen lassen, die perfekte Beute für eine Eroberung. Ich weiß nicht ob sie wurde gebaut, aber es fühlt sich so an, als wäre über dieser Stadt die Neutronenbombe gezündet.

Natürlich, fast alle Mitarbeiter sind frei im home office zu arbeiten. Heute, noch viel weniger sind hier als letzte Woche. Warum? Was ist passiert? Nichts. Ihre verrückte Regierung sagt, es ist lebensgefährlich rauszugehen, schließt alle Kultur und Hospitality, und sofort, diese Menschen glauben es. Es macht mir Angst, wie gehorsam, wie ängstlich diese Menschen sind. Man könnte glauben, sie merken es gar nicht. Vielleicht, das stimmt nicht. Die tief sitzende Aggression gegenüber den letzten normalen Menschen, die unverhüllt lächeln, die sich normal benehmen, es zeigt, eigentlich sie sehnen sich danach zurück. Aber sie haben Angst, ganz viel Angst. Vor diesem Virus und wahrscheinlich noch mehr vor der Polizei. Sie werden wahnsinnig wenn sie mich anmachen wegen fehlender Maske und ich lächele und werfe zu ihnen einen Kuss durch die Luft. Es ist gegen alle menschlichen Instinkte, einer schönen Frau übelzunehmen, dass sie dich anlächelt.

Ich habe keine Angst vor diesem Virus, das in grotesker Weise überdramatisiert wird, und wenn du Geld hast, sind auch Bußgelder no drama. Aber es macht mir Angst, wie diese Gesellschaft sich in eine Gesellschaft von Untertanen und Denunzianten verwandelt, wie alles Schöne und alle Kultur aus dem Leben verschwindet, wie Nähe und Berührung, wie Liebe und Sinnlichkeit verteufelt werden. Don’t tell me das geht vorüber. Ihr habt mir das schon vor einem halben Jahr gesagt. Ich glaube es nicht. Dieser Wahnsinn wird bleibende Spuren hinterlassen, oder es wird weitergehen für immer weil dieses Virus kann man nicht ausrotten.

I will resist. Beauty is the essence of life. You are destroying what is beautiful in life, in the futile attempt to create a virus-free world. A fallacy that can only destroy what used to be known as ‘civilization’ and ‘culture’. I’d rather die of the coronavirus than live such a life even for one day.

The eerie feeling of walking alone in an empty city. Where have all the people gone?

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Berührung

In diesen verrückten, surrealen Zeiten verreisen die Menschen nicht mehr viel. Wenn keine Konferenzen, Messen, Konzerte und so weiter mehr stattfinden, gibt es keine Anlässe. Reisen ist beschwerlich geworden, es gibt nur noch wenige Flüge, und wer Bahn fährt, wird verrückt, mit all diesem Masken-Wahnsinn. So, viele Freundschaften finden nur noch online statt oder schlafen ein.

Eine liebe Freundin hat mich jetzt wieder besucht. Es ist so schön, Cory zu umarmen und nicht nur mit ihr zu chatten. Berührung ist heute ein revolutionärer Akt, in times of social distancing. Sie ist selten geworden, und doch, wir brauchen sie zum Leben. Ein Abend in der Küche, ein gutes Essen, Rotwein, wir reden bis tief in die Nacht. Über die guten alten Zeiten, als die Welt noch in Ordnung war. Über die Corona-Diktatur. Sie hat jetzt große Angst vor dem Absturz in die Armut. Ein halbes Jahr Berufsverbot als Sexarbeiterin, wer hat so viele Reserven? Manches sie hat am Rande der Legalität gemacht, oder auch mehr als am Rande. Jetzt, es kommen wieder mehr Kunden, aber nur langsam. Viele haben Angst, Todesangst vor menschlicher Nähe. Wer kommt, sind Kunden, die sie lange kennt, für manche sie ist wie eine Sozialarbeiterin. Manche haben gleich geweint, als sie kamen. Social distancing is killing the souls of these men. Sie haben oft niemanden im Leben, sie leiden furchtbar unter der Einsamkeit. Keine menschliche Berührung, keine Nähe, nur Abstand und Maske. Sie wollen berührt werden, umarmt, sie wollen wieder leben. Sie wollen reden, ganz viel reden, manche haben den Sex vergessen. Sie ist tief berührt von diesem menschlichen Leiden, von der unmenschlichen Brutalität der Distanz. Social distancing kills the soul of these people. And there are so many. Sie erzählt, erzählt, erzählt, und ich muss weinen.

Auch Cory muss weinen, als ich rede. Ich hasse die Corona-Diktatur, diese unmenschlichen Regeln, all diese panischen Mitläufer, die glauben, die mittelalterliche Pest wütet in ihrer Stadt und die nicht mehr selber denken. Some of you, my dear readers, will now stop reading and unfollow me. Do it if you can’t stand me any longer. Aber, das ist das Schlimme, ich bin Leitung. Ich muss in meiner Abteilung etwas durchsetzen was ich zutiefst ablehne. Die Hälfte der Mitarbeiter denkt auch so, die andere Hälfte ist corona crazy. It’s a terrible balancing act between betraying everything you believe in, something I will never ever do, and following the law, which is also difficult. Honestly, I begin to get a feeling how people must feel living in a country that is not free. Es hilft, dass die Chefetage sowieso gibt mir völlig Narrenfreiheit, sunflower breaks all conventions, all taboos, all dresscodes, but she makes the biggest profits. Ich mache die Boni der Vorstände größer. So, viele hassen mich weil sunflower immer bekommt special privileges. Trotzdem, ich fühle mich wie auf einem Hochseil über dem Grand Canyon. Zum ersten Mal im Leben, ich hatte einen Alptraum. They arrested me and dumped me in a Guantanamo-like prison camp, nobody knew whether I was still alive.

Wohin geht die Welt?  Wird die Welt, wie wir sie kannten, wie ich sie liebte, jemals wiederkommen? Ich habe immer mehr Zweifel. Ich war nie Pessimist, jetzt ich werde es. It’s not the virus. Forget the virus. Es ist, was die Politik mit den Menschen macht. So viele werden wirklich verrückt, und so werden auch wir alle andere Menschen. Es gibt kein Zurück mehr. Früher, ich bin offen auf alle Menschen zugegangen. Ich habe mich immer gefreut, neue Leute kennenzulernen, auch Leute, die ganz anders sind als ich. Ich war neugierig auf Menschen. Heute, ich bewege mich wie in einer Diktatur. Ich bin misstrauisch gegen alle, auch gegen Bekannte. Immer, ich rechne damit, ist das ein Denunziant? It’s so horrible.

Wie kann man Kinder zwingen, den halben Tag mit diesen unendlich hässlichen, widerlichen Stofflappen vor dem Gesicht herumzusitzen? Wie kann man Menschen den ganzen Tag Panik machen vor einer irrealen Gefahr, die längst vorbei ist? Wie kann man alte Menschen in Isolationshaft in ihren Altenheimen sperren, sie einsam und alleine krepieren lassen und dabei sogar behaupten, man schützt sie? Jeder fühlende Mensch spürt sofort, welches Unrecht im Namen von Zahlen, Statistiken und Kurven geschieht.

Millionen machen das alles willenlos mit, sie haben aufgehört zu denken, aufgehört Fragen zu stellen. Ich habe mich sehr getäuscht in vielen Menschen, ich habe gedacht, sie seien kritische Menschen mit Herz und Verstand. Sie sind es nicht, nicht mehr. Sie sind Mitläufer, manche ganz fanatische. Das macht mich traurig und wütend. Not my friends any longer. Ich werde niemals vergessen, wie blind und gehorsam und dumm sich manche Menschen verhalten, und das Schweigen der Millionen. 1933 must have felt like that in Germany.

Sind sie alle komplett verrückt geworden? Ja. There is no other word. Face it. It makes me sad, angry, but also determined. Ich akzeptiere ihre „neue Normalität“ nicht, ich verachte sie und ihre fanatischen Gefolgsleute und sabotiere sie. Ich gehe einkaufen, ohne Stofflappen aber mit einem Lächeln. Umgeben von gesichtslosen, namenlosen Figuren. Es gibt nichts Schöneres, wenn ich jemand anderen inspiriere, es auch zu tun, und dann lächeln wir uns an. Wie zwei Menschen unter Zombies.

Heute ist schon Berührung subversiv. Cory und ich sind subversiv. Die Moral der 1950er kommt wieder. Du sollst niemand berühren außer deinen Ehemann. Biedermeier, as the Germans say so nicely, Corona-Biedermeier. Nicht mit mir. Live free or die.

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Smoking

I wonder why I am so often tempted to start smoking again these days. I guess it’s because it would be an act of rebellion against a ruling class of hygiene fanatics.

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Kulturpessimismus

Es ist lange her dass ich hier geschrieben habe. Es tut mir leid, vielleicht ihr habt mich vermisst. Aber du musst etwas zu sagen haben, wenn du etwas in solchen Blogs schreiben willst, so finde ich. Sonst es ist nur blabla. Leider, ich arbeite nicht in der Staatsbürokratie, wo man kein Geld verdienen muss, und auch nicht in einer Firma in einem Sektor, den der Staat per Zwang stillgelegt hat. In meiner Firma, du hast Hochbetrieb wenn es ist Krise, wenn alles aus der Routine gerät. Wenn du dann unter all diesen Bedingungen eine Abteilung managen musst, you’re not getting bored. No way. Aber ich will nicht dieses Lied singen von der vielen Arbeit, vor allem, wenn viele andere keine mehr haben.

Wenn ich hier schreibe, ich habe es viele Jahre getan, weil es schön war, weil ich gerne etwas sagen wollte, meine unkonventionelle Meinung… wie ich es in meinem „about“ habe geschrieben:

„Ich bin ein lebensfroher Mensch und ich lache gern. Ich mache alles gern, was Spaß macht, und das ohne jedes schlechte Gewissen. Askese, Prüderie, Puritanismus, Fundamentalismus sind mir fremd. Ich liebe die Vielfalt dieser Welt, beobachte und beschreibe sie gern und amüsiere mich über vieles – und ich freue mich dass wir nicht alle gleich sind. Auch wenn viele Menschen damit beschäftigt sind, alles niederzumachen was nicht so ist wie sie und genau diese wunderbare Vielfalt in eine langweilige Einfalt zu verwandeln.“

Das war vor 8 Jahren. Das war etwa die Zeit, wo zum ersten Mal ein Typ „MILF“ zu mir gesagt hat. OMG, das war was. Heute, ich bin wirklich älter geworden. Ich merke, ich werde konservativ. Alle Menschen werden konservativ, wenn sie älter werden, so ich glaube. Nicht konservativ im Sinn von „rechts“, nein. Konservativ im Sinn von „früher war das Leben besser“. Es stimmt, ich glaube das. Ich habe inzwischen einen Blick in die Zukunft, der ist sehr, sehr pessimistisch. So etwas, ich habe mir nie vorstellen können dass es mir passiert. Never, never, never. Aber es ist so.

Ich meine damit nicht die pessimistische Sicht vieler Leute, wir bekommen die Klima-Katastrophe, die Wirtschafts-Katastrophe, den Euro-Crash, den Bürgerkrieg zwischen arm und reich und so weiter. Maybe all that will come. Aber ich glaube das nicht. Ich habe auch nicht Angst vor der Zukunft als Katastrophe. Honestly, wenn du genug Geld hast, deine Zukunft ist immer gut. Aber das meine ich nicht. Ich meine das, was die Angst vor der Katastrophe mit den Menschen macht.

Ich werde sehr pessimistisch, wenn ich mir nur die Leute ansehe, die Menschen, mit denen du es jeden Tag zu tun hast. They drive me crazy. Sie sind anders als früher. Lebensfrohe Menschen, die lachen können und dich zum Lachen bringen, die die Schönheit erkennen und schätzen, die das Leben genießen und dir Lebensfreude bringen, es gibt immer weniger davon. Ich bin so ein Mensch, maybe ich muss sagen, ich war es. Wenn du so bist und niemand es mehr versteht, du hörst auf.

Am meisten, ich verzweifle an den jungen Leuten. Dieser missionarische Ernst der Greta Thunberg Generation. Dieser Konformismus der politischen Korrektheit. Die atomisierte Individualisierung der Online-Generation. Wie prüde sie sind, wie ernst, immer ein schlechtes Gewissen. So viele von ihnen, ich empfinde sie als aliens und sie mich. Die junge Ukrainerin, die mein Büro putzt, ich habe einen besseren Draht zu ihr als zu allen diesen tollen university educated professionals here. She’s like me. She lives in a totally different world, but she’s like me. Immer farbenfroh gekleidet, wie ich, in einem Meer von ernsten Menschen in Schwarz, Weiß, Grau, Braun, Dunkelblau…

Alles das, es gab es schon vor Corona. Aber Corona macht alles viel schlimmer. Das Virus ist mir egal, ich habe keine Angst davor. Germany, you have 950,000 people dying every year, and now 9000 from Corona. Durchschnittlich 81 Jahre alt. Don’t tell me these stories Mr Drosten and Ms Merkel have saved millions of lives. That’s crazy. Aber darum es geht mir jetzt nicht. That’s history. Schauen wir nach vorne, in die Zukunft. Wie lange wollt ihr so noch leben? Ich bekomme fast Panik, wenn ich bin umgeben von Maskierten. Gestern, ich war in einem Laden, ohne Maske wie immer, und ein junger Mann auch. Sehr schönes Gesicht. Er war viel jünger als ich. „Sie sind ein schöner Mann, ich freue mich, dass Sie diese Schönheit nicht verstecken.“, ich habe laut gesagt und ihm einen Kuss durch die Luft zugeworfen. Er freute sich, alle anderen schauen uns böse an. Wollen wir so leben? Überall, keine Freude mehr in den Gesichtern, wenn sie sie zeigen. Du gehst essen und überall, man nennt es „gedämpfte Stimmung“. It is so surrealistic. Wie lange noch? Alle gehorchen brav, sie machen Hausarrest, lockdown, Maskenpflicht, alle möglichen Kontrollen mit, wie die Schafe. Warum? Glaubt ihr diese Horrorstories wirklich? You are all going mad.

Niemand kann mir sagen, wie lange sie das noch machen wollen. Zuerst, es war die „Verdopplungsrate“, dann der „R-Wert“, dann die „Überlastungsgefahr der Krankenhäuser“. Alle ihre Kriterien sprechen jetzt für sofortiges Ende der Corona-Panik. Aber sie machen weiter, ohne Kriterien, kein Ende in Sicht, und alle wissen: dieses Virus ist in der Welt und wird nicht mehr gehen, und ein Medikament steht in den Sternen. Wenn ihr so noch lange weitermacht, ihr werdet alle verrückt und die Gesellschaft fliegt auseinander.

Irgendwann, sie werden damit aufhören müssen, und dann wir haben die Trümmer. Die Trümmer einer Wirtschaft, einer Gesellschaft, die ärmer sein wird, viel ungleicher, viel pessimistischer, viel brutaler als alles was ihr kennt. Vor allem, sie wird atomisiert und individualisiert sein, jeder ist selbst der Nächste für sich. In America, civil war ist möglich, entweder weil Trump verliert oder weil Trump nochmal gewinnt. Ja, es macht mir Angst was die Zukunft bringt. Zum ersten Mal, ich bin sehr pessimistisch für die Zukunft.

She wears no wask!! She will kill me!!!

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Die Gewinner und Verlierer von Corona

Manchmal, ich denke immer noch, es ist ein schlechter Alptraum. Aber nein, ich habe nie Alpträume, so es kann nicht sein. Corona Crisis ist Realität. In diesen Tagen, du lernst deine Mitmenschen kennen, wie sie wirklich sind. Ich habe mich in vielen getäuscht, ehrlich, und ich habe doch immer gedacht, ich kann Menschen sehr gut einschätzen.

Die Corona-Hysterie vieler Menschen, ich halte sie für absurd. Panik, 100%, hat viele befallen. Viele Leute, von denen ich eine hohe Meinung hatte, sind für Ausgangssperren, Polizeistaat, Law and Order, denunzieren andere bei der Polizei. You can’t believe it. Das Verrückte ist, andere mir sonst eher unsympathische Menschen, sie staunen wie ich und bewahren die Vernunft. Sie sind nicht crazy und sagen nicht, alles Quatsch, sie sind natürlich vorsichtig, aber sie werden nicht autoritär und wollen keine Corona-Gesundheits-Diktatur. In der Krise, du lernst Leute wirklich kennen. Einige werden nie wieder meine Freunde sein, ich habe jetzt sehr tiefes Misstrauen gegen sie. Wenn es ernst wird, sie würden mich ohne jedes Zögern bei jeder Polizei, bei jedem Geheimdienst in jedem denkbaren Regime anschwärzen. In times of Corona, Stasi IM is everywhere.

Die Firma sagt, bitte macht Home Office. Manchmal, ich gehe doch in das Büro, alles menschenleer, aber leitendes Personal darf das und muss es auch manchmal.  Ich habe in meiner Abteilung erlaubt, wer das Home Office nicht erträgt, kann kommen, 1 Person pro Raum ist okay. Die Chefs tolerieren es. Einige Panik-Mitarbeiter wollen mich verklagen, weil ich es erlaube. Ich würde sie am liebsten sofort feuern. Sofort.

Ja, Home Office. Wenn du hast eine schöne große Wohnung, Dachterrasse oder Garten, keine kleinen Kinder im Haus, no problem. Ich zum Beispiel. No stress mit make up, du kannst dich nackt an den Schreibtisch setzen oder alles vom Bett aus machen. Nein, wir machen kein Zoom und Videochats, haha, alles viel zu unsicher. Ich kann mir nicht vorstellen, das lange Zeit zu machen. It won’t work. Es ist grotesquely inefficient.

Aber meine Mitbewohnerinnen sind nicht alle so sorgenlos. Die beiden mit Arbeitsvertrag helfen jetzt den anderen beiden, die von heute auf morgen gar keine Einnahmen mehr haben. Wir halten zusammen. They are lucky. Aber sie wissen, sie sind eine seltene Ausnahme. Wie lange kann das noch so gehen? Für viele, es ist der Absturz in ein anderes Leben, in Armut.

Überall du hörst jetzt, Corona verändert die Welt für immer. Yes of course. Aber was meint ihr damit? Es wird nicht eine Politik ändern, gegen die noch vor kurzem überall auf der Welt Millionen protestiert und revoltiert haben. Chile, Frankreich, Libanon, Hong Kong, Italien, Algerien, and so on. Sie werden nichts für die Armen tun. Sie werden nicht die neoliberale Politik ändern. Sie werden nicht das Gesundheitssystem ent-kommerzialisieren. Sie werden nicht Umverteilung von oben nach unten machen, weil sie merken, es war eine schlechte Idee, es andersrum zu machen. Sie werden genau so weitermachen und mit mehr Repression, denn es geht nur noch mit mehr Repression.

Corona verändert die Welt für immer für viele, die jetzt in prekäre Lebensverhältnisse abrutschen. Die Tagelöhner des digitalen Zeitalters werden mehr. Was der Virus anrichtet, ist vollkommen harmlos gegenüber der Zerstörung durch den weltweiten Lockdown. Diese Zerstörung ist gnadenlos. Was das Corona-Virus und die Anti-Corona-Diktatur gemeinsam haben: die Starken überleben und die Schwachen sterben. Das Virus killt nur wenige, fast alle sterben „mit“ dem Virus und nicht „am“ Virus. Die Folgen flächendeckender Betriebsschließungen und Ausgangssperren werden aber viele Unternehmen und Beschäftigte in den Ruin, in die Armut, in das Prekariat treiben. Wenn Sie glauben, Staatshilfen retten alle, dann glauben Sie wohl auch an den Osterhasen.

Sie wundern sich, warum wirtschaftsfreundliche Regierungen überall so drakonische „Atombomben“ gegen die Wirtschaft dekretieren? Sie wundern sich, warum die Lobbyisten der Wirtschaft plötzlich so still sind? Warum ist die Schwarze Null über Nacht Geschichte? Nein, sie sind keine Sozialisten geworden. Sie stellen nicht „Gesundheit vor die Wirtschaft“.

Der Corona-Crash wird viele Gewinner haben. Sie sind bereits an der Arbeit. Wir werden ökonomische Konzentrationsprozesse haben, viel brutaler als bei früheren Krisen. Wenn man das gesamte soziale und wirtschaftliche Leben einfriert, sind kapitalschwache Unternehmen, kleine Betriebe, inhabergeführte Läden schnell am Ende. Große Ketten übernehmen dann den Markt. Schauen Sie sich den Buchhandel an, den Lebensmittelhandel, viele andere. In der jetzigen Krise dieser Prozess beschleunigt sich dramatisch, zumal große Betriebe leichter zu staatlichen Hilfen kommen und schneller ihre Beschäftigten kündigen oder in Kurzarbeit schicken.

Die staatlich herbeigeführte Monopolisierung führt in vielen Branchen zum Ende des familien- oder inhabergeführten Klein- und Mittelbetriebes. Wenn für die Bereicherung der oberen 5% beim unteren Drittel nicht mehr viel zu holen ist, kommt das mittlere Drittel an die Reihe, die kapitalschwachen Selbständigen zuerst. Wäre Corona nicht gekommen, es wäre langsamer aber sicher auch so gekommen. Das sympathische italienische Restaurant bei dir in der Nähe war vor Corona, zwei Dutzend Systemgastronomie-Ketten werden in Zukunft italienische Gastlichkeit simulieren. Vapiano ist weg, aber das ist austauschbar. Jemand wird die Konkursmasse übernehmen. Es wird viele Konkursmassen geben, die man billig übernehmen kann. Der Wirt ist dann Angestellter eines globalen Unternehmens, die Filiale muss Rendite für Investoren erbringen. Die wirklich Reichen müssen dort freilich nicht essen gehen, sie kaufen ja auch ihre Klamotten und Schuhe nicht bei einem der drei oder vier Großhändler, sondern lassen sich Maßanfertigungen machen und haben einen eigenen Koch in der Villa.

Es wird viele Krisengewinner geben, nicht nur die Hedgefonds die Milliarden verdient haben mit Wetten auf fallende Kurse. Der Pharmaindustrie winken gigantische Gewinne mit neuen Präparaten. Alle Technologien, die auf Künstliche Intelligenz, weitere Automatisierung, auf Vereinzelung setzen, haben Boomzeiten vor sich. Der Mensch ist ein Virenträger, verbannen wir ihn ins Home Office, da kommt er nicht auf dumme Gedanken wenn er mit Kollegen redet. Wenn er mit Kollegen redet, wir hören mit bei Zoom. Überwachungstechnologien für einen Kontrollapparat, der Bewegungsprofile und Gesundheitsindikatoren jedes einzelnen aufzeichnet, werden boomen. Ein vielversprechender Zukunftssektor, kaufen Sie jetzt die passenden Aktien! Zoom ist der Shooting Star an der Börse zurzeit.

Nach dem Ende der Corona-Krise kann die drohende ökologische Katastrophe ohne weiteres als nächste Legitimation dienen. Man wird Ihre persönlichen CO2-Emissionen lückenlos aufzeichnen. Davon träumen viele jetzt schon. Ein grün angehauchter autoritärer Staat wird die Billigung vieler finden, die bei der AfD nur die Nase rümpfen. Die tatsächlichen Gegensätze sind nicht „progressiv“ oder „reaktionär“, sie sind ganz einfach zwischen oben und unten. Die linksliberale Millionärin hat mit dem reichen AfD-Großspender mehr gemeinsam als mit einem Linkspartei wählenden Paketboten. Ein passendes Programm für die kommende schwarz-grüne Koalition, wir können es in Österreich schon bewundern. Warum sollte man Klimakrise und andere Krisen nicht mit ähnlich repressiv-autokratischen Maßnahmen in den Griff bekommen? Wenn es nicht mehr für alle reicht, müssen eben die Ärmeren verzichten, auf Urlaubsflüge, Fleisch, große Wohnungen, eigene Autos. Freiwillig werden sie dazu nicht ja sagen. Aber sie müssen auch nicht ja sagen, sie werden nicht gefragt, sie werden gezwungen. Macron macht es vor. Die Empörung über Orbán ist nur gespielt: ob jemand das Parlament entmachtet oder ob ein Parlament zu allem Ja sagt, ist doch zweitrangig.

Schon bald, es wird brutal. Wer bezahlt die Rechnung für den Corona-Crash? Woher werden die versprochenen und ausbezahlten Milliarden-Beiträge kommen? Alles nur gedruckt? Was wird hinterher gekürzt, weil der Staat doch jetzt so furchtbar verschuldet ist und wieder sparen muss? Die oberen 5% werden es nicht bezahlen, soviel steht fest.

Vergessen Sie es, wenn Ihnen Philosophen und Propheten nun wieder einmal das „Ende des Kapitalismus“ und eine „ganze neue Zeit“ vorhersagen. Woher soll das kommen? Einfach so? Wegen Corona genausowenig wie wegen dem Crash 2008. Jetzt wird Neoliberalismus mit autoritärem Staat kombiniert. Nicht gegen „die Wirtschaft“, zusammen mit ihr, mit den großen Kapitalgruppen, großen Investoren und Entwicklern neuer Arbeitsmethoden. Vielleicht machen sie ein wenig Grundeinkommen ohne die aufwendige Hartz 4 Bürokratie, das ist eine lohnende Investition zur Befriedung von Protestpotenzial. Sie machen ein wenig Multi-Kulti-Gender-Blabla und Klimaschutz, damit die Grünen und ihr geistiges Umfeld mitmachen können.

Abe die soziale Basis dieses autoritären Regimes wird dünner sein, viel dünner als zu den Zeiten, als sie die Illusion der „sozialen Marktwirtschaft“ aufrechterhalten konnten. Die Macht- und Herrschaftsverhältnisse sind zu offensichtlich. Es wird ein Ritt auf dem Vulkan. Dafür, sie brauchen umfangreiche Notstandsbefugnisse. Noch klatschen die verängstigten Menschen begeistert über den Ausnahmezustand. Noch.

Soweit mein Blick in die Zukunft.

Jetzt, ich wende mich wieder meinem Home Office zu, organisiere den Ablauf reibungslos. The bosses love me. Ich habe einen Ruf zu verteidigen, die beste, die effizienteste Abteilung. Here is where the money is made. Es ist ein Faustian pact. Solange ich Geld mache, ich habe alle Freiheit. Wenn nicht, ich werde fallen, sehr tief fallen. Es gibt genug Feinde, die nur darauf warten to get me. Das Gesetz des Dschungels. I am the tiger queen. But no alpha female rules forever. One day, they will get me. And one other day, the angry poor will get them. Sobald die Verlierer und Verlorenen sich nicht mehr darauf verlassen, dass das Establishment ein Einsehen hat, sondern sie alles was sie wollen selber erkämpfen müssen.

No make up in home office necessary…

 

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