Nachtwölfe

Motorradrocker – sogenannte Biker – sind mir unsympathisch. Das ganze wichtigtuerische machohafte Auftreten. Furchtbar. Ihre Klamotten, so was von hässlich. Erinnern irgendwie an Orks, wahrscheinlich riechen sie auch so. Aber solange sie niemanden verprügeln, gehört zu einer pluralistischen Gesellschaft dass man so etwas aushalten muss. Die dürfen das. Es ist ihr gutes Recht.

Das gilt auch, wenn sie zu einem Motorradclub gehören, der Putin nahesteht und russisch-nationalistisch gesinnt ist und „Nachtwölfe“ heißt. Das ist doch nichts verbotenes. Erst recht, wenn sie zum 8.Mai nach Berlin fahren wollen, um die Niederschlagung Nazi-Deutschlands durch die Rote Armee vor 70 Jahren zu feiern. Jeder freiheitsliebende Mensch sollte das feiern.

Dennoch breitet sich rund um die geplante Motorradtour der „Nachtwölfe“ die totale Hysterie aus. Eine Provokation sei das, tönen Regierungen und Medien – warum eigentlich? Einreiseverbote werden verhängt, aber warum? Entweder die EU ist tatsächlich eine „demokratische Wertegemeinchaft“, dann muss sie solche Touren akzeptieren, oder sie erträgt genausowenig andere Meinungen wie der böse Kremlherrscher Putin. Der hätte natürlich eine pro-westliche Bikertournee zum Roten Platz auch verboten.

Aber die EU, die lässt zwar salafistische Hassprediger unbehelligt ihre menschenverachtende Ideologie predigen, alte und neue Nazis aufmarschieren und gegen Flüchtlinge hetzen, das ist alles erlaubt. Aber russische Motorradtourneen, die werden untersagt. Die EU, eine Union der Kleingeister, so embarrassing.

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Hilfe, die Russen kommen

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Fremde Federn: Wurstsack

Wurstsack. Welch ein Name. Da denkst du an einen prallen, gut genährten Germanen, der pausenlos Futter in sich hineinschiebt. Aber ein schön ironischer Name. Hendrik Haase alias Wurstsack ist Foodaktivist und veranstaltet Schnippeldiskos. Sehr sympathisch. Noch sympathischer sein Motto: Neben Sex ist essen einfach das Lustempfindungs-Ding pur. Ja! Recht hat er! Wurstsack kämpft gegen die Food Industrie, ihre miesen Geschäftsmethoden und ihre minderwertigen Produkte – und für gutes, besseres Essen. Kein Asket, kein Verzichtsprediger, kein Veganer – Wurstsack isst gern gutes Fleisch. Ich auch. Keep calm and eat a wurst, meint er – himmlisch. Das deutsche Wort Wurst ist so viel schöner als das englische sausage (aber nur wenn es deutsch ausgesprochen wird, bei englischer Aussprache wird es schlimm). Vielleicht hat es auch damit zu tun, dass es in Deutschland noch Handwerker gibt, die gute Würste herstellen können, in den angelsächsischen Ländern hat die Food Industrie sie schon lange verdrängt.

<p><a href=”https://vimeo.com/125261349″>Meine Utopie #15. Hendrik Haase.</a> from <a href=”https://vimeo.com/user10780099″>Lemonaid</a&gt; on <a href=”https://vimeo.com”>Vimeo</a&gt;.</p>

„Wir wissen mehr über die features eines ipads oder unserem Auto, aber die features von einem Brot sind uns oft einfach gar nicht bekannt.“

Traurig, aber wahr. Aber das kann man ändern. Ich bin dabei, es zu ändern. Und übrigens: er hat auch eine facebook-Seite. Solche Seiten verlinke ich hier normalerweise nicht, aber die von wurstsack ist einfach super und ständig neu.

Und auch dieses Statement macht ihn mir sehr sympathisch:

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Schaut mal rein. This guy is so great!

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Zimt und Koriander

Es gibt so schöne Filme aus Europa. Traurig nur, dass die Europäer sie selbst kaum schätzen. Lieber schauen sie Hollywood, und wenn es noch so sehr trash ist. Super finde ich es, dass unabhängige Kinos sich gegen Disneys Preispolitik wehren und den neuen Film Avenger2  boykottieren. 53% des Tickets will Disney jetzt haben, ohne Rücksicht auf die Größe des Kinos, eine saftige Preiserhöhung. Um ehrlich zu sein: Solche Filme sind sowieso nur teurer trash, die zu totaler Verblödung und zum Absterben von Gehirnzellen führen.

Einen schönen Film aus Griechenland möchte ich euch ans Herz legen, danke kalypso  für den Hinweis. Zimt und Koriander, ein wunderschöner Film über das komplizierte Verhältnis von Griechen und Türken. Ein feinfühliger Film voller Menschlichkeit, ohne jeden Nationalismus. Ein Film über Menschen zwischen zwei Völkern, über Griechen aus Istanbul, die letzten die noch aus dem alten Konstantinopel da geblieben sind. Konstantinopel, für seine Bewohner war es immer nur „die Stadt“, der Rest der Welt waren Dörfer. Über Menschen, die in Istanbul „die Griechen“ sind und in Griechenland „Türken“. Menschen, die sich wahrscheinlich fragen, warum man überhaupt Grieche oder Türke sein muss und nicht einfach Mensch sein kann.

Fanis und Saime, ein griechischer Junge und ein türkisches Mädchen. Sie spielen miteinander, sie werden dicke Freunde. Sie werden auseinandergerissen, als Fanis‘ Familie nach Griechenland ausgewiesen wird. Sie verstehen noch gar nicht, was mit ihnen geschieht – dass es ein Abschied auf lange, lange Zeit wird. Fanis wird in Griechenland nicht wirklich heimisch, auch nicht freundlich aufgenommen, und als erwachsener Mann kehrt er zurück mit einem Gaststipendium an die Istanbuler Universität. Er trifft Saime wieder, die einen uniformtragenden Karriereoffizier geheiratet hat ihrerseits Istanbul nach Ankara verlassen hat. Sie will mit ihrer Tochter in Istanbul bleiben, sich von ihrem Mann trennen. Sie verbringt eine schöne Zeit mit Fanis, sie haben sich viel zu erzählen. Nein, das erwartete Happy end tritt nicht ein, Saime entscheidet sich am Ende doch für ihre Ehe und der Offizier holt sie ab, vor dem Zug nach Ankara verabschieden sie sich. Für immer. Schade und doch schön. Ein liebenswerter Film, ohne jede Hass- und Eifersuchtsszene, ohne Action und Gewalt, ein mutiges Statement gegen Dummheit und Engstirnigkeit. Genau das, was die Deutschen im Verhältnis zu Griechenland jetzt dringend brauchen.

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Greek, Turk…we don’t care

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Sexistische Sprüche

Sexistisches Geschwätz kann nerven, sehr nerven. Jede Frau kann davon ein Lied singen. Siehst du gut aus, trifft es dich öfter. Siehst du weniger schön aus, trifft es dich auch, aber ohne jede Spur von Anerkennung, es trifft dich geradezu vernichtend. Es kann so abstoßend, so erniedrigend sein, wenn du auf die Größe deiner Busen reduziert wirst und so weiter. So manche wird darüber zur Feministin.

Aber all das ist auch eine Frage deines Selbstbewusstseins. Davon habe ich mittlerweile ziemlich viel. Das war nicht immer so. Aber selbstbewusste Ladies gibt es immer mehr. Sie drehen den Spieß immer öfter um. Sie lassen sexistische Sprüche über Männer vom Stapel, die denen die Sprache verschlagen. Meine Freundin L. ist ein ausgezeichnetes Beispiel. Ich ertappe mich, dass ich sie gerne imitiere.

Du stehst mit ihr bei einer Party zusammen, und plötzlich kommentiert sie über einen gutaussehenden Mann, der hat bestimmt einen Wahnsinns-Schwanz, Männer mit so einer Statur haben eigentlich immer genau die besten Schwänze, die sind gar nicht so groß wie du denkst – aber das ist auch besser so, wenn der Schwanz zu groß ist, tut es weh, das macht keinen Spaß mehr. Aber muskulös und eine Wahnsinns-Ausdauer, darauf kommt es an. Das flüstert sie nicht, das brüllt sie nicht, das sagt sie mit einer Selbstverständlichkeit als würden wir übers Wetter reden. Die Umstehenden erröten, erbleichen, verstummen, staunen, kichern, tun so als wäre nichts. Aber alle hören sofort zu.

Stell dir mal zwei Männer vor, die so über die Brüste oder Pussies anwesender Ladies reden würden. Sie wären erledigt, außer vielleicht bei Ballermann-Parties.

Und dann redet sie weiter über den nächsten Typen, vermutet einen kleinen Schwanz, und lässt sich darüber aus dass kleine Schwänze gar nicht so schlecht sind. Die Typen mit kleinen Schwänzen strengen sich mehr an, die wissen, sie müssen einfallsreicher sein um dich zum Höhepunkt zu bringen. Typen mit einem großen Schwanz glauben, das läuft von alleine. Aber das stimmt natürlich gar nicht, und diese Typen denken deswegen nur an ihr eigenes Vergnügen. Kleiner Schwanz, hast du so einen schon mal probiert?

Natürlich kann solch ein Gerede auch sehr verletzend sein. Das vernichtendste Urteil über einen Mann ist die Frage, ob er überhaupt einen Schwanz hat, oder so ähnlich. Oh, liebe L. , da bist du schon öfter etwas zu weit gegangen.

Am besten geht das natürlich bei ladies-only parties. Da hast du zwar keinen lebenden Objekte dabei, die du kommentieren kannst, dafür aber auch weniger Hemmungen. Oh, was haben wir schon gelacht…

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Ja, politisch korrekt ist das alles nicht. Emanzipiert ist es aber in der Tat. Und vor allem, es macht einfach Spaß. Sorry. Es ist so. Mir macht es auch Spaß. Meist brauche ich Ladies wie L., die damit mal anfangen, aber dann mache ich gerne mit.

Es ist Mist, wenn nur Männer das machen und sexistisches Geschwätz über Frauen ablassen. So war es Jahrhunderte lang, und so ist es in weiten Teilen der Welt heute noch so. Am schlimmsten wohl in Ägypten, da folgen auf diese Sprüche schnell Taten.

Um das zu ändern, kann man sexistisches Geschwätz für politisch unkorrekt erklären und sozial ächten. Oder man kann es demokratisieren, und Ladies machen es genauso wie die Männer. Welche von den beiden Möglichkeiten macht mehr Spaß? Ich finde, die zweite.

Aber einen Unterschied werden wir nicht abschaffen können: bei Männern folgen aus solche Sprüchen leicht Taten. Dann wird es kriminell. Diese Option scheidet bei Frauen aus.

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Der ist nicht schlecht, würde ich sagen…

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Das eine Prozent von dem einen Prozent

Das reichste eine Prozent der Menschheit wird immer reicher, und wiederum das reichste eine Prozent von denen schlägt alle Rekorde. Das ist irgendwie nicht wirklich überraschend. Bevor ihr jetzt gähnend weiterklickt, weil ihr das wisst und weil euch das egal ist…bleibt mal noch kurz. Ich habe noch was für euch.

Genauer gesagt nicht ich. Forbes. Forbes, Business News. So eine Art US-Wirtschaftswoche. Die haben eine Website The World’s Billionaires. Da stehen sie alle, und mit Zahlen. Das wird ständig aktualisiert.

Da gibt es „Today’s Winners and Losers“. Wang Jianlin, aktuell Nr. 29 auf der Liste der Superreichsten, hat heute 1.4 Milliarden Dollar zugelegt. Heute. An einem Tag. 1.4 Milliarden. Mark Zuckerberg dagegen, der facebook-Guru, hat heute $946 Millionen verloren. Einfach so, futsch, weg, gone, perdu.

Oh. Für eine halbe Stunde war ich weg. Alles vorbei. Wang ist bei Today’s Winners and Losers nicht mehr dabei. Top ist jetzt Amazon-Guru Jeff Bezos. 5 Milliarden hat er heute zugelegt. In one single day. Aus dem Nichts. Börsenkursschwankungen. Zur Erinnerung: mit diesem Geld könnte man ganz Griechenland wieder für ein Jahrzehnt eine anständige Krankenversicherung bezahlen.

Li Hejun dagegen hat $2.7 Milliarden verloren, gone, perdu, byebye. Wer ist das? #38 in der Weltrangliste, Energiemagnat aus China. 21.1 Milliarden besitzt er.

Und so weiter. Morgen sieht alles wieder anders aus.

Ist das nicht alles widerlich? Ohne einen Finger krumm zu machen schieben sich diese Leute Milliarden rein, und andere arbeiten sich halb tot oder verrecken auf dem Mittelmeer weil sie einfach nur genug zu essen haben wollen.

Mit Geld macht man mehr Geld, mit Arbeit verdient man nichts.

Dieses Wirtschaftssystem ist derart obszön, das spottet jeder Beschreibung.

Danke dass ihr bis hierher gelesen habt. Schaut öfter mal rein bei Forbes. Damit ihr merkt, wie diese Welt tickt.

N130

Sie lieben nur sich selbst 

 

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Heavy metal

Wir sind bedroht. Immer und überall. In Brüssel patrouillieren schwerbewaffnete Elitesoldaten die Gebäude von Europas Machtzentrale. Ich wage es nicht sie zu fotografieren. Was, wenn einer von ihnen Amok läuft? Was Copiloten können, können auch Soldaten.

Im Gebäude werden wir aufgeklärt: ALERT LEVEL YELLOW. Yellow. Was bedeutet das, keine Ahnung. Panikmache.

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Das übliche security procedure. Computer auspacken. Alles auf den X-ray belt. Der Kollege spaziert durch die Schleuse. Der zweite auch. Bei mir PIIIIEP.

Nein, nichts in den Hosentaschen. Ich habe keine Hose an und also auch keine Hosentaschen.

Die Halskette? Da ist einiges an Metall dran. PIIIIEP. Nein. Die war es nicht.

Armreif? PIIIIEP. Nein.

Ohrhänger? PIIIIEP. Nein.

Kann mich bitte jemand abtasten? Nein, heute kein weibliches Personal hier. Dürfen wir nicht.

So eine Show wie einst am Flughafen kann ich hier nicht bringen.

Genervte Blicke der Kollegen. Ihre Blicke sagen: Diese Tussi.

Verzweifelt mache ich weiter. Ringe? Nein. Schuhe? JA! Die waren es.

Also das ist Alert Level Yellow. Es piept überall.

Der nächste Termin, das nächste Gebäude. Die Schuhe packe ich gleich auf den X-ray belt. Es piept dennoch. Hilfe. Nicht schon wieder.

Allen Schmuck ablegen, es piept immer noch. Aber sie holen jetzt eine Lady, die mich abfummelt. You can go.

Another meeting, another building. Das ganze Sicherheitspersonal nur Ladies. Ich habe keine Lust mehr. Ich lege gar nichts mehr ab, sollen sie mich doch abtasten.

Ich spaziere durch, nichts piept. Oh that’s great. Aber verstehen muss ich das alles nicht.

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too much metal and you are a security risk

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Summer

Endlich Sommer. So wunderbar. In der Sonne geht mir das Herz auf. Wolke 17. Happiness. Glückshormone überall. :-)

 

 

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