Fremde Federn: Keine Ekstase im Patriarchat

Es tut mir leid, dass ich lange keine anderen Blogtexte mehr empfohlen habe. Schade, denn es gibt vieles was man empfehlen kann. Irgendwie, ich habe es einfach vergessen. But it’s never too late. So, hier ist eine neue Empfehlung. Journelle hat ein Buch gelesen, das sie sehr weiterempfiehlt. Ihre Rezension klingt sehr anregend:

„Bei keinem Buch habe ich in diesem Jahr während des Lesens so oft „genau“, „jep“ und „aha“ vor mich hergemurmelt….Endlich mal ein Gespräch, in dem keine Dämonisierung der Prostitution stattfand, ein Gespräch nicht über sondern mit einer (ehemaligen) Sexarbeiterin.“

Diesen Herbst erschien nun Lieb und Teuer von Ilan Stephanie in Zusammenarbeit mit Theresa Bäuerlein. Es geht um die Erfahrungen von Stephani, die sie sammelte, als sie zwei Jahre in einem Berliner Puff arbeitete.

Wenn du Journelle’s Rezension liest, du merkst allmählich, es geht gar irgendwann nicht mehr in erster Linie um Sexarbeit, sondern um unsere Gesellschaft:

„Während der Lektüre des Buchs sah ich immer wieder meine Theorie bestätigt, dass die Männer von einer egalitären Gesellschaft mit sexuell freien Frauen mindestens genauso profitieren würden wie Frauen. Die Macht, die ihnen das Patriarchat gibt, ist im Grunde eine Zwangsjacke. Sie haben diese Macht nur, solange sie alles „weibliche“ weit von sich weisen. Der Verlust ihrer Männlichkeit geht einher mit dem Verlust ihrer Macht. Die Angst ihre Macht zu verlieren, schränkt sie in ihrem Leben und in ihrer Sexualität allerdings stark ein.“

I cannot agree more.

Ein Zitat noch, aus dem Buch selbst:

„Heute kann ich keinen prinzipiellen Unterschied mehr sehen zwischen einer Hure und einer Nicht-Hure. Mir scheint, dass der Puff nur ein beliebiges Setting ist […]. Es ist ein Kampf mit dem unerfüllbaren Diktat, wie eine „richtige Frau“ auszusehen hat, wie sie leben und denken und handeln muss. Wir sollen schön sein, aber bescheiden. Belesen und schweigsam, freundlich und aufregend, selbstbewusst, aber keineswegs unangenehm, wir sollen moderne Frauen sein mit tollen Karrieren, tollen Kindern und im Bett alles andere als müde.“

Exactly. So, ich habe spontan beschlossen, das Buch werde ich kaufen und lesen. Aber nicht bei amazon, sondern in a local bookshop. Thank you Journelle.


A good book for a lazy sunday afternoon.

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Es wird zuviel

Mein Job frisst mich auf. I knew I never should have done this. Die Beförderung war ein vergiftetes Geschenk. Ich wusste es. Aber, dann denkst du noch einmal nach. You want to stay forever in this subordinate job, depending on the whims of your superiors? Natürlich nicht. Willst du eine dieser Frauen sein, die immer nur klagen über die Dominanz der Männer und wenn sie dir eine Leitungsposition anbieten, du sagst nein danke? Auch nicht. Natürlich nicht. So sagst du ja. Viele deiner Kollegen hassen dich deshalb, weil sie meinen sie sollten den Job selbst bekommen. Männer und Frauen, kein Unterschied. She is too unconventional, she is too independent. Du stellst alle ihre Werte in Frage. Sie passen sich an um Karriere zu Machen, und dann die Unangepasste macht Karriere. In ihren Augen, das ist Betrug, es ist gegen die Regeln, gegen ihre Regeln. Du trägst zu bunte Kleider, überhaupt: Kleider! Keine langweiligen business outfits. High heels. Du lachst zu laut und zuviel. Zu elegant. Zu sexy. Sie hat dieses obszöne Bild im Büro hängen, kein Mann kann sich so etwas erlauben.

Aber die Chefs wollen unbedingt, sie soll es machen. Weil sie ist unkonventionell und kreativ. Ausgerechnet sie. So du sagst ja, und deine Popularität leidet. Heckenschützen überall. Du hast sie erfolgreich neutralisiert. Sie haben Respekt vor dir, manche sogar Angst. Für sie, du bist eine Hexe, aber eine gefährliche Hexe. Wolltest du jemals eine Leitungsfunktion, in der die Leute Angst vor dir haben? Nein, aber es musste sein. Wahrscheinlich, das sagen sie alle. Ich jetzt auch.

But all that has a price. Du realisierst, es wird immer später wenn du das Büro verlässt. Du verlierst Freundschaften, denn du hast keine Zeit mehr. Am schlimmsten, du wirst immer ernster, manche sagen du wirst verbissen, berechnend. What an impressive German term: verbissen. Me! Verbissen! Incredible.

Du denkst, das kann nicht sein. Aber wie kommst du wieder raus aus dieser Sache? No way. Niemand hat jemals freiwillig sich degradieren lassen. Willst du die erste sein, die zeigt: eine unkonventionelle, freche, sexy Lady kann nicht führen? No way. No way at all. Aber, dann bleibst du in diesem Hamsterrad.

Gestern, ich habe das Büro verlassen um 22 Uhr. I had to cancel a dinner with a dear friend. She was really angry. Oh holy shit.

Letzte Woche, sie haben mir noch mehr Verantwortung angeboten. That is the code for more work, for more Verbissenheit. Sie sagten, es ist egal dass ich ignoriere alle Dresscodes, alle Verhaltenscodes. Sie sagten, you are brillant. Das sagen sie. Oh my dear. Thank you so much. Thanks but no thanks. Really?

Für wen arbeite ich so viel? Für mich? Nein, für irgendwelche Aktionäre, für irgendwelche Anleger, für irgendwelche A….I am a capitalists‘ whore. Ich habe soviel Geld auf dem Konto, es ist mir schon egal. I cannot spend it all. Aber ich sterbe den sozialen Tod. In fact, I was more happy with less, mit weniger Verantwortung und mit weniger Geld. This system is so rotten. Wir brauchen  Führungskräfte, die Menschen bleiben können, nicht workaholic robots werden. Mein Job frisst mich auf. No idea what I can do.

Those were the happy days

 

 

 

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Das Pulverfass in der Nachbarschaft

Susan Sarandon ist eine tolle Schauspielerin – und politisch engagiert. Aber sie ist nicht eine der Hollywood-Ikonen, die ein Teil des Problems sind und sich für progressiv halten, nur weil sie Obama und Clinton unterstützen. Sie hat jetzt wieder die Trolls des Demokratischen Partei-Establishments auf sich gezogen, weil sie sagte: ‘I thought Hillary was very dangerous. If she’d won, we’d be at war’. Clinton ist für den Regimewechsel in Libyen verantwortlich, die Ergebnisse kennen wir. Sie brannte darauf, dasselbe in Syrien zu machen.

Aber Trump ist nicht besser. Trump ist anders. Er plant seine Kriege nicht strategisch wie Obama und Clinton, oder vielleicht Bush. Trump stolpert in seine Kriege einfach so hinein. Mit Nordkorea wäre es beinahe passiert. Aber im Nahost, es ist gefährlicher. Dort sind auch einige unberechenbare Führer, dort sind einige sehr rational kalkulierende Führer, die einen Krieg wollen, weil er ihren Interessen dient.

Trump will seine Botschaft nach Jerusalem verlegen, die Stadt als alleinige Hauptstadt Israels anerkennen. Er hat es seinen mächtigen Sponsoren in der israel-Lobby versprochen, Leute wie Casino-Mogul Sheldon Adelson, und dem Schwiegersohn Jared Kushner. Niemand in der Welt hat jemals Jerusalem als Israels Hauptstadt anerkannt, oder denkt darüber nach. Es wäre die Anerkennung der israeliischen Besatzung Palästinas als rechtmäßig. Es wäre ein Riesenschritt in Richtung Netanyahu, das offizielle Ende des sowieso schon toten „Friedensprozesses“. Das israelische Regime wäre sehr ermutigt, mit seinem Kolonialismus weiterzumachen, Fakten zu schaffen zu einem permanenten Apartheidstaat.

Vergesst die scheinheiligen Proteste arabischer Regime gegen Trumps Jerusalem-Pläne. Längst haben sie sich mit Israel arrangiert, die Palästinenser sind ihnen längst völlig egal. Ihr Focus ist Iran. All die Kriege der letzten Jahre im „Fruchtbaren Halbmond“, die Region zwischen Ägypten und Iran, sie hatten alle dasselbe Ergebnis: Iran und seine schiitischen Verbündeten wurden immer einflussreicher. Irak ist heute eine schiitische Republik im Orbit des Iran, möglich geworden durch amerikanische Bomben. Syriens schiitisches Assad-Regime hat mit russischer und iranischer Hilfe den mörderischen Krieg gewonnen, sehr zum Ärger der Israelis, Saudis, Amerikaner. In Libanon, Irans schiitische Verbündete von der Hizbollah werden immer einflussreicher. Yemen wird seit 2 Jahren erbarmungslos von den Saudis mit ihren Waffen aus USA und Europa bombardiert, aber die schiitischen Rebellen werden dennoch immer stärker.

Aber der gefährlichste Akteur ist nicht Trump, nicht Netanyahu. Mohammad bin Salman, der 32jährige Kronprinz und de-facto Herrscher Saudi Arabiens, er will den Krieg mit dem Iran. Er brennt darauf, seine Einfluss-Sphäre auszuweiten. Er will der Führer Arabiens werden. Seine bisherigen außenpolitischen Abenteuer waren Fehlschläge. Die Konfrontation mit Qatar, ein Flop. Er wagt alleine keinen Krieg mit Iran. Dafür, er braucht Israel und die USA. Er weiß, er hat keine Zeit zu verlieren. Der korrupte Netanyahu wackelt, könnte morgen schon weg sein. Trump ist ein Geschenk Allahs für die Saudis, aber Allah ist genauso launisch wie Trump. In der liberalen israelischen Zeitung Haaretz kannst du offen lesen: „Netanyahu Needs a War. He Needs It to Be With Iran. And He Needs It Soon – Netanyahu needs a war because he’s desperate, and because a war might answer two of his more immediate needs”. The veteran journalist Larry Derfner reports from Israel that “everybody here feels war is coming.”

Wenn demnächst wieder eine große Flüchtlingswelle nach Europa kommt, dann ihr braucht über Fluchtursachen nicht lange zu diskutieren. Es sind eure geliebten Verbündeten in Riad, Washington, Jerusalem. Sie sind die Kriegstreiber in dieser Region, bis an die Zähne bewaffnet mit Waffen aus dem Westen, auch aus Deutschland. Prepare for the worst, and you cannot blame anyone but yourselves because you did not end these alliances in time.

Scary prospects

 

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Facebook is scary

Facebook hat mich vor einiger Zeit rausgeworfen.  Ich habe ihre amerikanischen Prüderie-Regeln verletzt. Ich war empört. Heute freue ich mich darüber. I don’t exist on facebook any more. Gut so. Wenn ich Leilas story lese, ich kann nur sagen: es war gut, dass sie mich rausgeworfen haben.

Leila (not her real name) hat zwei Identitäten. Eine öffentliche Identität, in Kalifornien, eine „normale Frau“, seit 2011 bei facebook.  Dann gibt es noch ihre geheime Identität, als Sexarbeiterin. Die zweite Identität existiert nicht bei facebook. Sie trennt ihre beiden Identitäten sehr strikt: anderer Name, andere email, andere Telefonnummer…

Und doch, facebook hat ihr bei „people you may know“ plötzlich vorgeschlagen, dass einige ihrer regelmäßigen Kunden „Freunde“  bei facebook werden sollten. Und – Horror! – wahrscheinlich haben diese Leute umgekehrt den Vorschlag bekommen, dass sie ihre Facebook-Freundin werden sollte. Mit realem Namen, Identität usw – she never never imagined something like that. Sie ist wohl nicht die einzige, der das passiert. Facebook halt seine Algorithmen geheim, und so weiß Leila nicht wie sie ihre Privatsphäre besser schützen kann.

Keine der üblichen Erklärungen passt. Sie hatten  keine gemein samen „Freunde“, Netzwerke oder whatever. Facebook hat wohl andere Daten gesammelt. Sexbloggerin Erika Lynae hat über „Internet safety for the sex blogger“ geschrieben. Key recommendation: bitte verwende kein echtes Foto von dir. Wenn du mit deiner secret identity bei facebook bist, es kann dir passieren, dass du damit als „Facebook-Freundin“ für deine Bekannten empfohlen wirst, die nichts davon wissen. Ooops. It can ruin your life. It can be a question of life and death.

Eine ähnliche story berichtet Rebecca Porter. Facebook hat unbekannte entfernte Verwandte von ihr gefunden. Absolutely no connectioon bei facebook before. Sie weigern sich zu sagen, wie das passiert ist. Kein Drama, aber scary.

Don’t tell me they have no control over their algorithms. Zuckerberg tut gerne so, als könne er nichts machen. Alles Lüge. “Facebook Can Absolutely Control Its Algorithm” – wenn es um ihr Geschäftsmodell geht, können sie sofort eingreifen, wenn ihre Algorithmen Dinge tun, die sie nicht wollen.

Nein, eigentlich ist klar: diese Überwachungsmaschine muss man boykottieren. Nicht wegen Russian fake news. Die brauchen kein facebook für fake news, und die fake news der westlichen Regierungen machen mir mehr Angst als die russischen.

 

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100,000 Frauen gegen die Mullahs – beim nächsten Mal gewinnen wir

In Yemen droht eine riesige Hungersnot. Libanon steht vielleicht wieder vor einem Bürgerkrieg. Was in Syrien, in Iraq passiert, wir wissen es alle. Der Konflikt Sunni gegen Shia, Saudi-Arabien gegen Iran, es eskaliert immer mehr. Neue Allianzen entstehen, die bis vor kurzem undenkbar waren: Israel und Saudi-Arabien, vereint gegen Iran.

Saudi-Arabiens Kronprinz gibt sich pro-westlich, modern, sogar anti-islamistisch. Aber wer will ihm trauen? Ich nicht. Saudi-Arabien exportiert und finanziert den Wahhabismus und Jihadismus. An alliance with this regime is more than folly. Europa sollte Trump und seinen israelischen Freunden nicht folgen, wenn sie jetzt die Konfrontation mit Iran anheizen.

Iran war das erste islamistische Regime, es sind fast 40 Jahre. Aber die Menschen in Iran sind vom Islamismus und den Mullahs überdrüssig. Ich bin sicher, Iran wird das erste post-islamistische Land. Auch wenn die Demokratie reglementiert und limitiert ist, aber sie wählen dort ein Parlament und einen Präsidenten – das wird Saudi-Arabien noch lange nicht tun. Iran hat schon einmal eine Revolution gemacht, die Menschen in Saudi-Arabien haben es nicht einmal versucht.

Wenn 100,000 mutige, modern, gebildete Frauen und auch eine beachtliche Zahl Männer gegen einen Haufen zottelige, unrasierte, schlecht gekleidete, abergläubische Fanatiker demonstrieren, wer gewinnt dann? Leider nicht die Frauen. So geschah es am 8.März 1979 in Tehran, Iran. Kurz zuvor hatten eine Million Iraner, auch viele moderne, progressive, linke Menschen, den zotteligen, böse blickenden, unrasierten abergläubischen Fanatiker Khomeini bejubelt, der aus Frankreich zurückgekommen war. Kurz darauf übernahm er die Macht, weil genug Dumme sich für besonders klug hielten und dachten, es sei ein besonders cleveres taktisches Manöver, ihm die Macht zu überlassen, statt sie selber zu übernehmen. Und wiederum kurz darauf, what happened?

Though women were credited by the Ayatollah Khomeini for their essential role in bringing about the Iranian revolution, in early March 1979, he paid back their actions by implementing an edict that made it compulsory for all women to wear the hijab (veil) in public. Suddenly, any promise the Ayatollah offered of a new, better, fairer Iran was revealed as nothing more than a chimera. Khomeini was a hardline fundamentalist and he had no time for individual freedom—not when he knew what his invisible friend wanted. And Allah apparently wanted women covered up.

Hengameh Golestan ist eine couragierte iranische Photographin, sie hat diese Demonstration dokumentiert. Bezaubernde, ermutigende, deprimierende Bilder  gibt es auf ihrer Website, hier ist der Direktlink. Flashbak und Dangerous minds haben sie jetzt gewürdigt.

The women lost. The demonstration ended with the women being attacked and some even stabbed on the streets of Tehran. The men and their sexist, superstitious beliefs won. It’s a way of having power over women that continues to this day in many different forms.

Iran war das erste islamische Land, in dem die Islamisten die Macht übernahmen (Saudi-Arabien zähle ich nicht mit – in Saudi hatten sie sie schon immer). Aber ich bin sicher, Iran wird auch das erste sein, das sie wieder los wird. Beim nächsten Mal gewinnen Irans Frauen (with a little help from their male friends) und die zotteligen Fanatiker werden verlieren. Dann wird die Allianz des Westens mit Saudi-Arabien noch deutlicher zeigen, welche Lüge das ganze Geschwätz der „westlichen Werte“ ist.

 

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Dirty Jusos

Als ich es gehört habe, ich habe gedacht, it’s a joke. Es gibt in Deutschland eine Organisation, die heißt SPD, und sie haben eine Jugend-Organisation, die heißt Jungsozialisten. Man kürzt sie ab mit Jusos. Beide Organisationen wissen schon länger nicht mehr genau, wozu sie eigentlich existieren. So, man muss sich etwas einfallen lassen. Immerhin, in Berlin, diese Partei regiert noch.

Die Jusos haben für den Parteitag der Berliner SPD jetzt einen Antrag eingebracht. Sie wollen öffentliche Förderung für „Dirty Diaries“ in Deutschland. Dirty Diaries, das kommt aus dem Musterland der political correctness, Schweden. Angeblich sind das „feministische Pornos“. Schweden regelt genau, was in Sachen Sexualität Norm ist und was nicht. Erotische Dienstleistungen gegen Geld sind dort ein Kapitalverbrechen, darüber habe ich hier geschrieben.

Die Jusos schreiben jetzt in ihrem Antrag:

„Dirty Diaries“ auch in Deutschland!

Mainstream-Pornos zeigen in der Regel sexistische und rassistische Stereotype, in denen Konsens kein Thema ist und die bestimmten, „optimalen“ Körpertyp zum Standard erheben. In diesen Filmen wirkt Sex eher wie eine Performance oder Leistungssport: Alles funktioniert scheinbar auf Anhieb, es gibt keine Kommunikation zwischen den Darsteller*innen, kein Ausprobieren, Scheitern und Neu-Ausprobieren. Diese Darstellungsformen in Mainstream-Pornos können Konsument*innen in ihrer Sexualität und im Menschenbild nachhaltig beeinflussen. Auch Jugendliche starten damit viel zu oft mit völlig unrealistischen Vorstellungen in ihr Sexualleben und haben nicht die Möglichkeit ein selbstbewusstes Verhältnis zu sich, ihrem Körper, ihrer Sexualität und Gesundheit zu entwickeln. Dabei geht es um eine Ergänzung der außerschulischen Bildungsarbeit. Schweden hat mit den „Dirty Diaries“ dieses Problem in Angriff genommen. Die „Dirty Diaries“ sind eine feministische Pornosammlung, die 2009 vom staatlichen Schwedischen Filminstitut finanziert wurden und fernab vom standardisierten Mainstream-Porno Menschen und Sexualität in all ihrer Vielfalt zeigt.

Die Chefin der Jusos Berlin-Pankow erläutert das in einem Interview hier.

Honestly, wenn ich die verschwurbelte politisch hyperkorrekte Sprache dieses Antrags lese, ich kann mir nicht helfen: ich muss lachen.

Wahrscheinlich, das sind dieselben Leute, die in Kreuzberg „sexistische Werbung“ verbieten wollen. Oder die an der Alice-Salomon-Hochschule ein Gedicht beseitigen lassen wollen, weil der Autor Frauen bewundert. Wahrscheinlich, es sind dieselben Leute, die die Kunst von Egon Erwin Schiele aus der Öffentlichkeit verbannen wollen – Bilder, die im österreichischen Kaiserreich anstößig waren. In seinem 100.Todesjahr werden sie immer noch – nein, schon wieder – zensiert, weil die „Welt“ völlig zutreffend feststellt: „Wie verklemmt die Deutschen plötzlich sind“.

Hey, Jusos, I tell you one thing: wenn man eure „feministischen Pornos“ stattlich subventionieren oder gar produzieren muss, dann taugen sie nichts. Wenn eure politisch korrekten Schweden-„Pornos“ so toll wären, sie würden sich im Internet viral rasant verbreiten. Aber das tun sie nicht. Das hat wahrscheinlich Gründe. Niemand will eine politisch korrekte Porno-Erziehungsdiktatur, außer vielleicht Schweden.

Ja, ihr habt ja recht. Sexismus muss bekämpft werden. Viele Mainstream-Pornos sind sexistisch. Aber wenn ihr feministische Pornos wollt, überlasst das den Profis. Es gibt sie längst. Das Pornfilm Festival in Berlin findet schon lange statt, zum Glück ohne Politik. Spannend, weil nicht politisch korrekt.  Schaut euch Erika Lust an. Kommerziell, und super. Sie braucht keine SPD-Förderung, die ihr nur Bedingungen diktieren möchte. „I pledge to create new waves in adult cinema. I want to show all of the passion, intimacy, love and lust in sex, where the feminine viewpoint is vital, the aesthetic is a pleasure to all of the senses, and those seeking an alternative to mainstream porn can find a home.”

Schut euch Petra Joy an, Gewinnerin der Feminist Porn Awards. Auch das gibt es schon, ganz ohne SPD. Schaut euch Amarna Miller an, sehr aktuell angesichts der Katalonien-Krise. Es gibt noch viel mehr davon.

Aber lasst die Politik und die Filmförderungs-Bürokratie aus dem Spiel. Hört einfach auf, ständig eure politischen Moralideen den Menschen zu missionieren. Jedesmal, wenn Politiker anfangen, Gesetze dazu zu machen, es kommt nur Murks heraus. Wie bei dem sogenannten „Prostituierten-Schutz-Gesetz“. Kümmert euch um euren Job, und lasst eure Finger von  Erotik und Sexualität, kommerzielle und nicht kommerzielle. Denn davon versteht ihr nichts. Lasst uns einfach in Ruhe. Thank you very much.

Sorry, no Jusos needed here…

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Black is beautiful

How many times have we complained about the model monoculture in fashion? Dünne blonde weiße Models, also eine global eher seltene Erscheinungsform von Frauen. Gegen den schlankheits-Wahn es gibt inzwischen eine zunehmend erfolgreiche Revolution. No surprise. Eigentlich sind wandelnde Skelette nicht wirklich schön. Weibliche Kurven dagegen sind – very sexy.

Aber auch die fehlende Diversität bei den Ethnien nervt. Alles Jammern hilft nichts. Du musst einfach zeigen, wie schön die Menschen überall auf der Welt sein können.  Die Photographin Natasha Wilson hat ein Zeichen gesetzt. Mit Bildern, natürlich. „With this series titled „Rise“,  I want to showcase a physical representation of white washing in both Hollywood and media in America.” Sie fragt sich, wie es dir geht, wenn du überall immer nur damit konfrontiert wirst, dass dein Aussehen nicht „normal“ ist. „I can not even imagine what it’s like for people of color to be constantly reminded that their hair, skin color, and culture is not „in fashion“ or likable.”

Natasha macht sehr farbenfrohe Bilder, vielleicht weil sie aus der Wüste kommt. Look at her instagram site here. So es ist vielleicht kein Wunder, dass sie farbige Menschen porträtiert. Die Bilderserie RISE zeigt die wunderschöne Laura, und die Story dazu gibt es auch bei The Creative Magazine. Enjoy.  For the full series, however, you have to buy the print issue. Fair enough.

 

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