Bye bye facebook

Jetzt reicht es. I am fed up. For some years, I was on facebook. Some of my dear readers know, they were my “facebook friends”. Finished. It’s over.

Sie haben mich rausgeworfen, schon zum zweiten Mal. I violated their „community rules“. Community, haha. Corporation rules, not community rules. The community never defined these rules. Und irgendwie, ich finde es gut. Sie haben mich rausgeworfen, weil ich zu blöd war, selbst rauszugehen. Thank you for kicking me out. I would not have done it. Somehow it is addictive, yes, you feel indeed like part of a community.

Ehrlich, es ist keine gute Idee, einem US-Medienkonzern eine solche Macht über die Kommunikation der Menschheit zu geben. Sie zensieren dich, wie sie wollen – und anderes zensieren sie nicht. Du kannst Nazi-Hetzparolen schreiben, no problem. Erotik, we’ll kick you out. The values of the right wing of the United States of America. We must reject them, not accept them, just because we’re using this fucking facebook.

Read this? They censored an Italian scientist who posted a picture of a statue of Neptun in Bologna. Neptun is naked, fully naked, exposing his penis. On a public square in Bologna. And think of the bare-breasted lady at the fountain. Facebook says, you must not post this, this is too explicit. American idiots. A guy with a gun, no problem.

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Bertelsmann ist eine andere right-wing corporation, stets bemüht, mit Lobbying die Politik nach rechts zu verschieben. Eine Bertelsmann-Firma namens Arvato macht für facebook die Zensur, in Berlin. Die Süddeutsche Zeitung hat über diese streng geheime Operation geschrieben:

Auch die geheimen Lösch-Regeln, nach denen Inhalte bei Facebook entfernt werden müssen, liegen dem SZ-Magazin in großen Teilen vor. Es ist eine Art firmenintern definierte Form der Meinungsfreiheit, in dem der Konzern genau vorschreibt, was zensiert wird und was zirkulieren darf. Über die genaue Entstehung dieser Regeln macht Facebook grundsätzlich keine Angaben.

No, we should all boycott facebook. Allein schon weil sie systematisch Steuern hinterziehen, ich habe hier darüber geschrieben. Meinungsfreiheit muss demokratisch reguliert werden, nicht von einem Konzern. Wenn etwas strafbares gepostet wird, niemand sollte von facebook erwarten, dass sie es zensieren. Sie sollen es der Polizei melden, und dann ist es der Job der Polizei. Wenn es nicht strafbar ist, es ist unmöglich, wenn sie es zensieren. Stop facebook. Boycott facebook. Thank you for helping me to boycott you, idiots.

On the other hand, the social media idea is great. Facebook works because its business model is just great, not only for the corporation, but also for its users. Like it or not, that’s why everybody is there. Deswegen, es wäre besser, wir hätten eine Alternative statt nur zu sagen, boycott facebook. Ich bin jetzt bei diaspora. Diaspora is a lot more user-friendly and non-commercial than facebook. Read this at Wikipedia. Wanna be my friend at diaspora? You’re welcome. It feels very, very lonely there – nobody’s there yet.

Noch nicht. Wir sollten das ändern. Die social media Idee ist eine gute Idee. But facebook will kill it. Sooner or later, people will be sick and tired of it. Wie schlimm die Datensammelei von facebook ist, wissen wir eigentlich – sie ist schlimmer als du glaubst, sie sammeln nicht nur, sie kaufen sogar noch Daten über dich: lies das.

Und übrigens, eine kleine Bitte: some of my old facebook friends may post a link to this blogpost on their facebook site. Damit erfahren meine alten facebook friends vielleicht was los ist, warum ich jetzt plötzlich weg bin. Thank you so much.

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No more facebook

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We don’t need saviours

Bill Gates war mal der reichste Mann der Welt. Dann gründete er die „Bill & Melinda Gates Foundation“, überschrieb ihr den größten Teil seines Vermögens, und technisch war er plötzlich nicht mehr so reich. Aber natürlich kontrollierte er weiterhin das ganze Geld.

Seine Stiftung finanziert in großem Stil sogenannte Entwicklungsprogramme, und zufällig nützen sie alle der US-Agrar- und Pharmaindustrie. Also den Konzernen, in denen die Stiftung ihr Geld investiert hat. Die Weltgesundheitsorganisation WHO ist inzwischen mehr von Gates abhängig als von ihre Mitgliedsstaaten.

Facebook-Chef Zuckerberg fand das so toll, dass er das auch machen will. Alle staunten, dieser reiche Mann gibt den allergrößten Teil seines Vermögens an eine wohltätige Stiftung. Wir werden sehen, was diese Zuckerberg-Stiftung anrichten wird.

Philanthropie. Was sind diese Kapitalisten doch für verantwortungsvolle, tolle Menschen. Bewundern wir sie.

Seien wir ehrlich. Sie wurden so reich, weil sie erfolgreich dafür gesorgt haben, dass sie kaum noch Steuern zahlen und dass sie Märkte so monopolisieren konnten, dass sie derart grenzenlos kassieren konnten. Sie haben längst nach der Politik gegriffen und sorgen dafür, dass das so bleibt – und dass sie mit ihren riesigen Milliardenvermögen Aufgaben übernehmen, die früher staatlich waren. Statt Microsoft ordentlich zu besteuern und das Geld an die WHO zu geben, und dann zumindest formal demokratisch zu entscheiden, was damit geschieht – es ist jetzt Bill Gates, der das Geld gibt und sagt was damit geschieht.

Philanthropists. Saviors. We should all love them, rather than make sure they pay appropriate taxes. That is the message of neoliberal ideologues.

Der Journalist Jordan Flaherty hat jetzt ein Buch geschrieben, das diese savior ideology scharf kritisiert. No More Heroes: Grassroots Challenges to the Savior Mentality ist ein wütendes Buch.

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Saviors adopt trendy labels such as social entrepreneur or change agent. They preach the religion of kinder capitalism, the idea that you can get rich while also helping others, that the pursuit of profit, described with buzzwords like engagement, innovation, and sharing economy, will improve everyone’s lives through efficiency. However, I stand with nineteenth-century novelist Honoré de Balzac, who wrote that behind every fortune is a concealed crime. I don’t believe you can get rich while doing good — wealth and justice are mutually exclusive. The more wealth exists in the world, the less justice.

Wer unkontrollierte Reichtumskonzentration legitmieren will, ohne accountability, der braucht Philanthropie – nur dann gibt es dafür dauerhafte öffentliche Akzeptanz. Die Alternative ist: am Ende nimmt das Volk den Reichen die gestohlenen Milliarden einfach wieder weg, wie auch immer. Dafür braucht man keine Revolution, keine Enteignung. 90% Steuersatz, wie in den USA in den 1950s, reichen dafür schon aus.

Der zweite zentrale Kritikpunkt an der Philanthropie ist, sie zementiert Machtverhältnisse. Nobody needs a rich, white savior – people need empowerment to fight successfully for their rights. We don’t need billionaires as protagonists, we need people changing the system.

The savior mentality means that you want to help others but are not open to guidance from those you want to help. Saviors fundamentally believe they are better than the people they are rescuing. Saviors want to support the struggle of communities that are not their own, but they believe they must remain in charge. The savior always wants to lead, never to follow. When the people they have chosen to rescue tell them they are not helping, they think those people are mistaken. It is almost taken as evidence that they need more help.

Sometimes Flaherty goes a bit over the top. Nevermind. It’s recommendable reading. Wer das Buch haben will: don’t order at this fucking Amazon empire. They are part of the problem. Order here.

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I’m going to save the world, and these ungrateful bastards don’t even love me

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Woher kommst du?

Where do you come from? Woher kommst du? Wie oft werden wir das in unserem Leben gefragt? Wahrscheinlich jedes mal wenn du jemanden kennenlernst. Jeder small talk mit Fremden landet bald bei dieser Frage. Sehr oft sind die Leute dann stolz auf ihre Herkunft. Proud to be American. Bekennender Bayer. Stolze Rheinländerin. Stolzer Türke. Kölnerin aus Prinzip. Und so weiter.

In Zeiten der Verunsicherung suchen die Menschen Halt in ihrer Identität. Ethnische Identität, sehr oft, aber auch andere Identitäten. Regionale Identitäten. Religiöse Identitäten. Group feelings. Ich glaube, es ist verständlich. Die Versprechungen der Globalisierung sind enttäuscht.

Das sind die Zeitpunkte, wo ich als outsider fühle. Ich glaube, wenn du sagst, du bist stolze Rheinländerin und triffst eine stolze Bayerin, das ist okay. Auch wenn ihr alle mir selten wirklich überzeugend erklären könnt, auf was ihr seid so stolz – und warum ihr lebt so oft gar nicht mehr in dieser so wunderbaren Heimat-Region.

Aber was bin ich? A global baby. Binationale Eltern. Aufgewachsen in vielen Ländern. International schools. International company. Zwei Staatsbürgerschaften. There are many people like me, particularly in Europe. We used to feel like an elite. A lot of such people used to look down on those proud to be whatever ethnic identity. Globalism was our ideology, our belief. It was synonymous of modernism, it was the future. We felt like the people of the future.

Now, globalism lies in tatters. Die Menschen klammern sich an ihre Identitäten, manche aggressiv “wir gegen die anderen”, andere verunsichert und defensiv. Aber ich habe nichts. Globalism taugt nicht als Identitäts-Ersatz. Wo ist meine Heimat? Ich weiß es nicht. Ich beginne die Menschen mit ihrer Heimat-Identität zu beneiden. Früher haben sie mich beneidet für den Globalismus. Now it’s my turn. Jetzt beneide ich sie.

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What about tomorrow?

 

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Hautfarben

Die Menschheit hat viele verschiedene Hautfarben. Mit jeder Hautfarbe können Menschen sehr schön sein, mit jeder können sie hässlich sein. Was die Menschheit aus Hautfarben macht, ist immer wieder schockierend. Man kann Menschen auf der Basis von Hautfarben privilegieren oder diskriminieren. Wir kennen das.

Wie tief Stereotypen über Hautfarben sitzen, ist immer wieder erstaunlich. Bei Haarfarben kannst du wenigstens noch färben, und deine schönen schwarzen Haare aufhellen oder deine schönen blonden Haare schwärzen oder grün oder blau färben. Mit der Haut geht das nicht so gut.

Dennoch, ein bisschen geht es. Noch vor 100 Jahren war im Westen möglichst weiße, bleiche Haut das Schönheitsideal. Das amerikanische Magazin „Sex“ aus den 1920er Jahren zeigt es so:

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Heute wollen wir im Westen nicht mehr so bleich sein, aber auch nicht mehr so sonnengebräunt wie in den 1970s. Umgekehrt boomt in Afrika die Schönheitsindustrie mit Produkten zur Hautaufhellung. Das gilt aber auch für die Bengali Community in UK. Dort boomt der Absatz solcher Produkte auch, aber niemand gibt wirklich zu, sie zu benutzen. Es ist embarrassing. Aber auch in dieser Community ist es seit langem ein tiefsitzendes Vorurteil, dass helle Menschen „besser“ sind als dunkle.

Sharifa Khanam hat das hier schön beschrieben.

The white elite, the minority that is promised to have it all enjoy a high social status in the community, the best potential suitors out there, the favoured ones in the family, the true beauty of the Bengali community. The brown other is the exact opposite of the white elite; the outcast, those that will and will always be lacking, no matter their economic and social might. Till this day these binary groups exist, so the foundational belief of what white and brown skin colour means for the individual still endures, but how they pursue the skin colour they idolise has evolved. In the past, the mechanisms by which light skin was pursued may have been limited to make up and creams, but this has now expanded to tablets, ampoules, instant whitening masks, injections etc. Now due to this indoctrination many are conditioned to perceive fairness as the desired skin colour and being brown as inferior. It’s as though one is threatened with exile from the community even though the colour brown is more common amongst the Bengali community.

Sehr traurig. Warum können wir nicht diese ganze menschliche Vielfalt schön finden? Wie langweilig wäre die Welt, wenn alles homogenisiert wäre. Aber anscheinend, für viele Menschen ist der Reiz der Vielfalt eine Hierarchie. Für mich nicht.

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Beautiful lady

 

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Israel vor der Stunde der Wahrheit

Kurz vor seinem Abgang macht Obama noch Furore. Nachdem er noch vor wenigen Monaten einen an keine Bedingungen geknüpftes $ 38 Milliarden Geschenk an Israel für die nächsten 10 Jahre unterschrieben hat, er will jetzt Netanyahu noch richtig ärgern. Die Enthaltung im Sicherheitsrat über eine Resolution, die die ungebremste koloniale Besiedlung Palästinas milde verurteilt, war ein Paukenschlag. Für den Rest der Welt sind solche Resolutionen eine Selbstverständlichkeit, alle anderen 14 Mitglieder des Sicherheitsrats stimmten ohne Probleme mit Ja. For America, it is spectacular – it has always been totally out of touch with the rest of the world when it comes to Israel. Die meisten dieser Regierungen bekommen jetzt diplomatischen Ärger mit der Netanyahu-Regierung, aber das dürfte niemanden überraschen oder beeindrucken.

Nein, dieser Vorgang ist keine Banalität. Noch-Außenminister Kerry hat es verklausuliert gesagt, worum es geht. Die Siedlungen außerhalb von Israels Grenzen, in der besetzten palästinensischen Westbank, machen nach und nach einen unabhängigen palästinensischen Staat in der Westbank, neben Israel, unmöglich. Genau das ist natürlich das Ziel von Netanyahu und seinem rechtsradikalen Kabinett. Diese Zwei-Staaten-Lösung ist das Fernziel des sogenannten „Friedensprozesses“, das in den Oslo-Abkommen zwischen Israel und der PLO angelegt ist. Netanyahu und seine Koalitionspartner haben das immer abgelehnt. Aber die Illusion, dass man pro forma dieses Ziel noch aufrechterhalte, war bisher die Geschäftsgrundlage für halbwegs normale Beziehungen zwischen Israel und dem Rest der Welt.

Wir können davon ausgehen, dass nach Trumps Amtsantritt Israels regierende Siedlerparteien und sonstige Rechtsradikale soweit ermutigt fühlen, dass sie die Zwei-Staaten-Lösung offiziell beerdigen. Einer ihrer Führer, Minister Bennett, hat schon gefordert, weite Teile der palästinensischen Westbank zu annektieren. I would not be surprised if they did it.

Aber was bedeutet das?

Es bedeutet einen gewaltigen Sprung vorwärts auf dem Weg in den Apartheidsstaat. So sehr sich Israel anstrengt, die Palästinenser zu vertreiben und Juden zur Immigration nach Israel zu locken, die demographischen Fakten sind klar: in wenigen Jahren wird im Gebiet des historischen Palästina, dem heute von Israel kontrollierten Territorium, eine palästinensische Bevölkerungsmehrheit existieren. Wer eine Zwei-Staaten-Lösung ablehnt und das ganze Palästina zum israelischen Staatsgebiet macht, hat nur noch eine Wahl: entweder es ist kein jüdischer Staat mehr oder es ist ein rassistischer Apartheidsstaat mit herrschenden Juden und rechtlosen Palästinensern.

So einen Staat gab es schon einmal. Südafrika vor 1994. Apartheid ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, hat die UN damals beschlossen, und alle Welt setzte Südafrika unter Embargo. Israel ist auf dem Weg, der nächste Apartheidsstaat zu werden. They have nobody else to blame but themselves. It will be the end of the Jewish state. Only the two state solution could have saved a Jewish state. Both are on their way to becoming history. The only way to peace is one secular, binational republic in historic Palestine. The two-state pretense is dead. We will see how long it takes the West to understand that you cannot have normal relations with an apartheid state.

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You don’t need special glasses to see what’s obvious.

 

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A special kind of media award

Tits and ass ist eine website von Sexarbeiterinnen, die sich für ihre Rechte engagieren. Zum Jahresende präsentieren sie eine Hitliste der 10 absurdesten Medienbeiträge über ihre Profession. Manches ist empörend, manches wirklich zum Totlachen, bei manchen wundere ich mich aber warum sie werden qualifiziert als „worst stories“.

Platz 1 ihrer Hitliste, Megan Koester im Guardian: „The new normal: Why television has chosen to humanize sex workers”. Sie beschreibt dann in epischer Länge, wie bedauerlich es ist, dass Frauen, die irgendwie sexuelle Dienstleistungen gegen Geld anbieten, als normale Menschen dargestellt werden, als Frauen wie du und ich. Auch Christine, die mit „The Girlfriend Experience“ sich von wechselnden Männern gut bezahlen lässt, für ein gutes Leben. Resigniert stellt Koester am Ende fest,

Christine tries to convince herself of the normalcy of her actions. Ultimately she succeeds, abandoning the reason why she took the side job in the first place for the monetary and power-fulfilling position she fell into. If she’s ultimately OK with it, I suppose we are as well. We are relieved by this. The new normal becomes even more so.

Let’s just call it social progress.

My roommate, the prostitute verdient seinen Platz unter den 10 worst stories. Seelenlos, anteilslos beschreibt Shulem Deen, wie sich seine Untermieterin als Prostituierte herausstellt und irgendwann an einer Überdosis Heroin stirbt, und er die Reste ihres Lebens dann entsorgt. Oh my god.

Ach, und natürlich es gab auch dieses Jahr wieder die Stories „wie ich im Bordell anheuern wollte“. Anna Turner schreibt, how I applied for a job at Nevada’s most famous brothel. Es war nichts mehr als ein Online-Fragebogen und ein Telefoninterview, weiter kam sie nicht…irgendwie ist sie erleichtert:

I find some peace in that — and in the fact that I don’t have to break it to my family that I’m packing my things and shipping out to a desert brothel in the middle of Nevada.

Aber sie muss anerkennen,

Every job has its own hiring process, but the one at Sheri’s Ranch is unusually thorough. Think it all sounds simple enough? Head over to the ranch’s website and try it for yourself.

Diese Story, vielleicht belanglos aber sicher nicht among the worst sex work stories, sondern eigentlich ganz sympathisch.

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Dann gibt es natürlich noch die „respektablen“ Medien, wie Australiens „Qualitäts-Blog“ The Conversation. Nur weil sie selbst über webcamming noch nie geschrieben haben, meinen sie das ist „the sex work revolution that no one is willing to talk about“. Good morning, everybody is talking about it – except you, haha. Ganze Filme wurden darüber schon gedreht. Wozu es führt, wenn solche Medien darüber schreiben, deutet sich schon an: „And unlike pornography or prostitution, there are virtually no laws regulating this form of sex work…With no easily identifiable victim, and an above-board financial operation, the world of webcamming has confounded law-makers and anti-sex work campaigners alike. For the moment, at least, entrepreneurial women are free to participate in a legal form of sex work, which they have the power to define.”

Ich kann mir schon denken was bald bei The Conversation kommt: die ersten Vorschläge wie man regulieren, verbieten und den Ladies das Leben schwermachen kann, im Namen der Religion, der Moral, des Feminismus, des Finanzamts oder whatever.

Polizei-Repression in teilweise lebensgefährlicher Form ist ein Dauerthema vor allem in USA. Solange es diese repressiven Gesetze gibt, sind Sexarbeiterinnen davor kaum zu schützen. In Südafrika wird das wenigstens offen zugegeben: It is almost impossible to address the problem of police officers taking advantage of sex workers by demanding bribes, Parliament heard on Wednesday. Of course, it is possible – by scrapping discriminatory laws. Wenigstens einigermaßen objektiv geschrieben.

Das kann man nicht behaupten von einer Story über einen  Polizisten als Serien-Sexualstraftäter in Oklahoma. Weil die Opfer alles schwarze Sexarbeiterinnen waren, wurde er von dem „Journalisten“ Jeff Arnold regelrecht glorifiziert.

Last week, Vox Media’s SB Nation published “Who Is Daniel Holtzclaw?”, a 12,000-word profile of a 29-year-old former Oklahoma City police officer who this winter was tried for raping 13 black women while on duty; convicted on 18 of 36 charges of rape, sexual battery, forcible oral sodomy, and burglary; and sentenced to 263 years in prison. The story was reported and written by journalist Jeff Arnold and edited by Glenn Stout, head of the SB Nation Longform vertical. It was published at noon on a Wednesday, and the response was immediate and swift. Those who read it were furious with the story, which was so sympathetic that it comfortably qualified as apologia and read as an attempt to humanize a monster at the expense of his black, female victims. It was pulled within five hours by SB Nation editorial director Spencer Hall and replaced with an editor’s note from Hall, who called it a “complete failure.” You can read a cached version of the story here.

Completely hilarious, the story about sex robots that could literally be fucking us to death.

Vergessen haben die Autorinnen Katha Pollitt’s Why Do So Many Leftists Want Sex Work to Be the New Normal? In The Nation. Pollitt beklagt sich, dass die „Linken“ sich für die Rechte von Sexarbeiterinnen einsetzen und dazu Sexarbeit „normalisieren“, vom Stigma befreien wollen – und das sei antifeministisch, weil es die patriarchalischen Strukturen stabilisiert. Außerdem es ist elitär, weil die Wortführerinnen der Sexarbeiterinnen eben nicht die ausgebeuteten Zwangsprostituierten seien. Im Umkehrschluss – es ist also „links“ und hilft auch den nicht privilegierten Sexarbeiterinnen, wenn man sie alle stigmatisiert und kriminalisiert? Seltsame Logik. Sie hat aber recht mit ihrer Klage, dass so wenige ihrer Kunden sich dafür einsetzen. „I’d like to see an issue of Jacobin devoted to first-person accounts of buying sex. But men of the left seem content to let women fight the commercial sex battle for them. It’s chicks up front all over again.“ – I could not agree more.

To end on a kind of innovative note, an Italian judge orders client of teenage prostitute to buy her books on women’s dignity. Ein Freier einer 15jährigen bekam 2 Jahre Haft und muss der jungen Dame “30 books on the theme of women’s dignity” schenken, “including novels by Virginia Woolf, Anne Frank’s diary and the poems of Emily Dickinson, as well as two feminist-themed films.” Ob die junge Dame daraus Konsequenzen ziehen wird, und wenn ja welche, werden wir wohl nie erfahren.

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It’s not that easy…

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Spekulieren auf Trump

Als Trump die Wahl gewann, gingen zunächst die Börsen steil in den Keller. Aber nur sehr kurzzeitig. Inzwischen ist wieder bull time. Did you ever wonder? Trump, der unberechenbare Protektionist, lässt die Börsen steigen? Sind sie endgültig verrückt geworden?

An der Börse sind viele verrückt. So mancher wird genau deshalb reich, weil er genial und verrückt ist. Aber vieles ist nicht verrückt, sondern sehr rational. Allerdings durchschauen normale Menschen dieses Treiben nur selten, und deshalb sieht es oft verrückt aus.

Wer etwas genauer hinsehen will, sollte ab und zu die Wolf Street lesen. Wolf Richter ist immer lesenswert. Was aktuell an den US-Börsen läuft, ist hochgradig rational – sofern eine Spekulation auf Trump rational sein kann. Trump hat versprochen, die Unternehmenssteuern zu reformieren. Darauf sind sie alle scharf, um das Kasino ein weiteres Mal in Schwung zu bringen.

In den letzten 5 Jahren haben die S&P 500 Konzerne sagenhafte $ 3000 Milliarden ausgegeben, um ihre eigenen Aktien zurückzukaufen. Bei den Nullzinsen haben sie dafür meist Geld geliehen. Es ist die wirksamste legale Methode, den Kurs zu stützen oder steigen zu lassen. Für die Vorstandsmitglieder ist das bares Geld, ihre „Gehälter“ hängen direkt am Aktienkurs. In den letzten Jahren haben diese buybacks immer mehr zugenommen. Apple gab im 3.Quartal $7.22 Milliarden für buybacks aus, einsame Spitze. General Electric $4.29 Milliarden. Microsoft $3.55 Milliarden, und so weiter. Alle diese Konzerne schwimmen in Geld, aber das meiste der buybacks wird dennoch kreditfinanziert. Warum?

Weil sehr viele der Cash-Reserven formal im Ausland geparkt sind, um sie der US-Steuer zu entziehen. Schätzungsweise $1600 Milliarden. Gewinne, die „permanent“ im Ausland investiert werden, werden in den USA solange nicht besteuert, wie sie nicht offiziell in die USA „repatriiert“ werden. Dieses Geld darf für buybacks nicht eingesetzt werden. Dennoch sind diese Gelder zu einem großen Teil längst in den USA reinvestiert: US Treasuries, Staatsanleihen. Das kam in aller Deutlichkeit bei einer US-Senatsanhörung heraus, streng genommen eigentlich nicht legal, aber es wird toleriert.

Nun hat Trump angekündigt, er werde wieder einen „tax holiday“ machen, wie 2004 und erlauben, dass ein großer Teil von dem steuerfrei, angeblich „im Ausland“ geparkten Geld zurückkommen darf – ohne Steuern. Die Begründung ist dieselbe wie schon 2004, als es schon einmal so einen „tax holiday“ für die Konzerne gab: das Geld wird angeblich dann in den USA investiert und schafft Wachstum, Wohlstand, Arbeitsplätze.

Haha. Honni soit qui mal y pense.

Das Gegenteil war der Fall. Die NYT hat 2013 schön beschrieben, was mit den $300 Milliarden geschah, die 2004 „repatriiert“ wurden:

On the contrary, some of the companies that brought back the most money laid off thousands of workers, and a study by the National Bureau of Economic Research later concluded that 92 cents on every dollar was used for dividends, stock buybacks or executive bonuses.

In reiner Antizipierung von Trump’s neuer tax holiday geschieht schon wieder dasselbe. Zum ersten mal seit 2009 geht in diesem Jahr der stock buyback zurück. Man wartet auf Trump, dann kann man das alles unkomplizierter machen, ohne Geld zu leihen. Man verkauft einfach seine treasuries und investiert ganz legal. Buyback. Und natürlich, dann steigen die Aktien noch mehr. No surprise, wer clever ist kauft JETZT schon Aktien, denn sie werden steigen.

Ganz nebenbei, eine der besten Geldquellen für die Finanzierung der astronomischen US-Staatsverschuldung trocknet dann aus. Who cares.

Die naheliegende Lösung wäre: die $1600 Milliarden „Auslands“-Gewinne der US-Konzerne werden normal besteuert, permanent, forever. Kein Steuerschlupfloch mehr. Dann braucht der Staat nicht mehr so viele Schulden machen, und es gibt nicht mehr so viel Geld für buybacks. Für executives wird alles scharf besteuert über $1 Million im Jahr, so no incentive for ever more bonuses.

Don’t worry. Not with this president, not with this Congress, neither with Obama nor with Trump, and not with the Democratic mainstream. Bernie would have done it.

Sie verarschen euch weiter. I wonder how soon Trump’s voters will realize how he’s conning them.

You can enjoy the Cayman Islands even when your money is only theoretically here 🙂

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