Künstliche Intelligenz

Vielleicht es liegt daran dass ich werde älter. Vielleicht weil mein Job mich auffrisst und weil du in „senior positions“ konservativ wirst, auch wenn du es nicht willst. I don’t know.

Aber in letzter Zeit, ich ärgere mich immer öfter darüber, ich ziehe mich zu langweilig an. Zu konservativ. Grau. Business-Kostüme. Alles, was ich nie wollte. Nur die high heels sind übrig geblieben. Und mehr Schmuck als die anderen. Und manchmal, no bra, haha.

Ey, ich will das nicht. Ich habe immer diese Dresscodes bekämpft. Ich habe sie ignoriert. Ich war die Lady, die ohne BH kam, mit Minirock, schreiend bunt, im kleinen Schwarzen zum meeting. „Ich war“….can you imagine? Nicht „ich bin“, nein, „ich war“. Ab und zu, ich merke es, und dann ich mache das was mein Markenzeichen ist: ich ignoriere souverän alle Dresscodes, because I am the lady that has the right to do so because she insists and she won’t give up.

Nun gut. Es geht darum, niemand soll dir vorschreiben, wie du dich kleidest, und wenn du freiwillig konservative Looks hast, dann es ist freiwillig. Auch okay.

Aber das ärgert mich noch mehr, dass ich mache es freiwillig.

So, vielleicht ich brauche Technik, wenn meine eigene Kreativität nicht mehr hilft.

Arielle Pardes setzt auf künstliche Intelligenz. „Skirt or Jeans? Now an AI Can Offer You Styling Tips” schreibt sie bei Wired. Noch ist die Technik in den Anfängen, denn fashion style ist etwas, das selbst die Leistungsfähigkeit der besten Computer übersteigt, insbesondere wenn sie konstruiert wurden von Männern 🙂

Aber sie arbeiten daran. Es gibt ja schon websites wie Chictopia, die dir schöne Tipps geben, aber dann musst du einkaufen gehen.

„Kristen Grauman, a computer scientist at UT Austin, imagines a world where people might use a tool like this to double-check their look before they step out the door—a sort of computerized version of Coco Chanel’s famous maxim to “look in the mirror and take one thing off” before walking out of the house. But computers are nowhere near replacing human creativity when it comes to style or anything else. “We want algorithms that can learn from people and data in a way that might not replace the creative process but could do some of the pre-thinking and make suggestions or give us new ideas to consider,” says Grauman.”

Imagine: ich bin morgens noch müde, oder schon längst in Gedanken bei dem fucking office meeting das du gleich leiten musst, und du hast keine Kreativität für deinen Look. So nimmst du das graue, langweilige Kostüm das sie alle haben. Oh. Da ist noch diese App. Du gibst ein, heute eine Schlampe, und die App kennt deinen style und deinen Kleiderschrank, zack, here is a proposal. Oder du willst sie noch mehr ärgern, gib ein „Schlampe provokativ“. Here is another proposal.

Eigentlich geil. Aber eigentlich auch ein Zeichen, du wirst senil, wenn du dafür auch schon brauchst eine App. Nevermind. Ich finde das eigentlich eine geile Idee. Aber ich finde es besorgniserregend, dass ich das geil finde…

Das fällt mir noch ohne App ein…

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Dollars

Vertrauen Sie dem Euro? Wirklich? Darüber Sie können sehr ideologisch diskutieren, denn wenn Sie nicht dem Euro vertrauen, Sie sind in Deutschland sofort eine Anti-Europäerin, AfD und Schlimmeres. Aber das Vertrauen in eine Währung ist nicht über ideologische Bekenntnisse zu lösen. Bis etwa 2008 war der Euro durchaus auf dem Weg, dem Dollar Konkurrenz zu machen als Welt-Reservewährung. Seit den großen Euro-Krisen ist das vorbei. Heute laufen wieder über 90% der internationalen Handelsgeschäfte über den Dollar.

Dazu kommt, es gibt viel zu viel Geld in der Welt. Die Politik des quantitative easing, des lockeren Geldes, der niedrigen Zinsen führt dazu, dass es überall auf der Welt viel Geld gibt, das nicht produktiv investiert wird und nicht rentabel angelegt werden kann. Die Anleger wollen Sicherheit und hohe Rendite, aber das geht meist nicht. Hohe Rendite gibt es nur bei hohem Risiko.

Ein größeres Problem ist eigentlich, dass zuwenig investiert wird. Selbst große Unternehmen und Konzerne türmen lieber Reserven auf. Pensionsfonds, Staatsfonds, Versicherungsfonds, alle sind auf der Suche nach Anlagemöglichkeiten. Money, money, money – und immer weniger Rendite. Noch schlimmer wird es, wenn selbst Staaten sparen wie wahnsinnig und die „Schwarze Null“ zum Dogma erheben, allen voran die Deutschen.

Nichts ist eine so sichere Anlagemöglichkeit wie der Dollar. Ob das real stimmt, ist egal, psychologisch ist es so. Also kann sich America so günstig wie niemand anders verschulden. US Treasuries und andere dollar-denominated safe assets (DDSAs) werden gekauft, allein China hat Zigmilliarden davon. Und so steigt der Dollarkurs, und damit das US-Handelsdefizit. Gegen diesen Effekt können alle Zölle der Welt nichts ausrichten. Paradoxerweise verstärken Trumps Handelskriege noch die internationale Unsicherheit und damit den Drang, in den „safe haven“ United States Dollar zu investieren, sie machen also das Problem schlimmer.

Natürlich wird es auch immer teurer, in den Dollar zu investieren, wenn es alle tun. Der steigende Dollarkurs erhöht die Kosten dafür. Aber psychologisch führt das nicht etwa dazu, dass die Anleger weniger in den Dollar gehen, sondern erhöht noch das Gefühl, der Dollar ist sicher, denn er ist ja teuer.

Für die US Treasury ist das wunderbar: es kostet nicht viel, Schulden zu machen. Wenn du die Welt-Reservewährung hast, du kannst sehr billig Schulden machen, du kannst quasi Geld drucken, ohne die Währung zu ruinieren. Aber die Kosten kommen auf andere Weise. Immer mehr Kapital strömt ins Land, der Dollarkurs steigt, und damit werden Importe billiger. Das kostet viele Arbeitsplätze und so entsteht ein Handelsdefizit.

Jahrzehntelang, dies war selbstverständlich, aber die Auswirkungen der weltweiten Gier nach Dollars werden in USA inzwischen kontrovers diskutiert. DDSAs sind Schuldscheine – wenn du viele davon einlösen willst, entsteht für Amerika ein Problem. Eigentlich, für die ganze Welt. Aber was soll man tun, damit die Gier der Welt nach DDSAs sinkt? Es ist eine Bürde für Amerika to be „the consumer of last resort“, the “insurer of last resort,” aber was will man dagegen tun?

Solange die Nachfrage nach DDSAs, nach Dollars nicht sinkt, wird der Dollarkurs nicht sinken und damit das US-Defizit auch nicht. Warten Sie auf die nächste Euro-Krise, whoever sie auslösen wird, und es wird noch krasser. Reiche Russen, Chinesen, Inder usw bringen ihr Geld lieber in karibische Steueroasen statt es im eigenen Land zu lassen, und sie legen es dort mit Sicherheit nicht in indischen Rupees, Rubel oder Yuan an, sondern in Dollar. Alle Welt legt in Dollar an. Die Kosten sind das extreme Handelsdefizit und die Abwanderung von immer mehr guten Jobs ins Ausland. Die USA haben kein Mittel, die Gier der Welt nach DDSAs zu senken.

Natürlich, die Dollar-Hegemonie kostet die USA viel, aber es gibt ihnen auch Macht. Fast die gesamten Finanztransaktionen, der Handel der Welt läuft über Dollar. Die Iran-Sanktionen der USA sind deshalb so wirksam, weil sich kein Finanzinstitut der Welt aus dem Dollar verabschieden kann. Wenn Europa man die Iran-Sanktionen der USA brechen oder umgehen will, muss die EZB selbst zur Geschäftsbank für Unternehmen werden, die mit Iran Geschäfte machen.

Die Welt braucht dringend eine Alternative zum Dollar. Auch die USA selbst. Es wird immer schwieriger, die Gier der Welt nach Dollars zu befriedigen. Ein sinkender Dollarkurs muss her, aber wie? Die weltweiten Turbulenzen, auch durch Mr Trump, und die krisenhafte Konstruktion des Euro weisen in eine andere Richtung.

Letztlich, man braucht dafür politische Eingriffe. Man muss irgendwann akzeptieren, dass man Wechselkurse politisch managen muss und nicht nur dem Markt überlassen kann. Dafür, es braucht eine Vereinbarung, das kann kein Land alleine machen. Das wäre der Job für die G20. Aber mit Verrückten wie Trump und Starrsinnigen wie den Deutschen kannst du das nicht machen. So there will be another financial crash. Sooner or later.

Please note: I only accept dollars.

 

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Power

Money is power. Nothing is more powerful than money. Guns are power. But money is more powerful.

My boss asks me to represent my company at the summer reception of the finance ministry. Yeah. The Ministry Of Finance. The real power in the country. The boss himself can’t make it. He doesn’t reside in the Capital of Germany. So I’ll do it. For him. Me. The company’s most unconventional person in this country. I’m not even a native. A crazy foreigner. Nevermind. Yes. I’ll do it.

I spend days thinking about what to wear. What personality to be. The serious functionary, grey and unremarkable, or the whore, brilliant and remarkable. You can imagine what I decide. I will be the most sexy, the most feminine person in the whole event. The whore. Yeah.

It’s much smaller than I anticipated. Two hundred people, maximum. So I am among the two hundred most important people in this country? I can’t believe it. I am a foreigner.

You see these important people. The minister. His most important aides. Some of them I only know because of a Wikipedia research beforehand. I am well prepared.

The first guy you get to talk to is Mario Draghi. Europe’s Central Banker. Not anymore. You ask yourself, he looks like Draghi, but it can’t be him, right? He talks Italian on his phone, or pretends he is talking to someone, and this beautiful woman being yourself approaches him and suddenly nobody is calling him anymore. The phone goes silent. He loves to talk to you. And you like to talk to him, he is such an affable, likable personality. Like almost every Italian man. Almost. Mario, it was a pleasure talking to you. Maybe you wanted more, I didn’t. (Why? It could have been a lot of fun…)

The minister arrives. You are important because you talked to Draghi like an old friend. So you now talk to the Minister, because Draghi is no longer important and you are beautiful and sexy. So the Minister finds you important, not Draghi. Great. You love it. You don’t find the Minister sexy, but you find his power sexy. The Vice Chancellor.

And the Minister tells you what’s on in this country. He explains the world to you. How he sees it. He will be the President of the Party. The Party. Well, you ask, this party isn’t all that important any longer. He tells you, you don’t know anything. You will see. The party will come back. It will be key for the future of the country. Yeah. Probably. Maybe. Seriously?

Seriously. That’s what they believe here. Nobody else does. But they do.  They believe what they say. You can’t believe that they believe what they say.

We’re in outer space, looking at the earth from 20 000 kilometers distance.

No. We’re on Ground Zero. They seriously believe what they say. They play a role, like you do, but they believe it. Unlike you. You don’t believe for a minute in your role. You represent your company, not yourself. You play a role.

Wait a minute.

The corporation in you agrees with your true self that this is surreal. This stuff that you hear here isn’t what a realistic assessment would say, okay. Your corporation wants a true assessment. Not fantasy reports.

How can it be that he most unconventional, the most nonconformist personality in the finance sector in this country can be in complete harmony with probably everybody else in her company in saying, these guys are fooling themselves?

Yeah.

That’s how it is.

You are in complete harmony with your role.

They expose themselves to you because you are the whore playing to their feelings. They want the whore to love them. They aren’t pretending, they are honest. They want the whore they’re talking to to like them, to love them.

They are a joke.

Man, I don’t know. Is it men out of touch with reality? Probably. Is it representatives of a dying “ancien regime” not knowing what they’re talking about? Probably. Maybe I am the enlightened representative of capital looking with awe at politicians supposed to serve us, but making a big mess of everything? Probably. Yeah, I find myself in that role.

I keep asking them what they want us to do. We’re in crisis mode, Germany heading for recession, so can we help? No answer. The want me to tell them what they should do. How surreal. I believe some twenty or thirty years ago, people like me probably asked the politicians what they should do, and hoped they would do it.

Today, they ask me what to do. Me.

I know it is suicidal to write about this. They’ll find out who I am. But my boss will be proud of me. He is a good capitalist who knows, when the powers that be are heading for the brink, you need to keep a distance. He’s right. Nobody else in his team understands that, just me.

Looking at the people here, I am beginning to believe that I should be the powerful person ruling the country. I understand what’s going on. They don’t.

But I am powerless. I can’t change anything. Powerful means, you can change things. I can’t.

But who can?

No idea. The system is so interlinked nobody can change it unless it crashes altogether.

Common madness, perhaps.

Maybe.

I don’t know.

Excuse me, is this the way to the finance ministry?

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Fremde Federn: The Broken Contract

Frances Coppola ist eine Finanzmarktanalytikerin. Keine Analystin, sie arbeitet nicht mehr für Banken und die Finanzindustrie, sondern schreibt über sie. Nicht mit allem ich stimme überein, aber sie schreibt viele interessante Dinge die du woanders nicht lesen kannst.

Und manchmal, sie schreibt auch etwas grundsätzlicher. Ich möchte empfehlen The Broken Contract. Der Zusammenbruch des Weltbildes aus der Bibel, seit der Vertreibung aus dem Paradies. Die Frau, als Strafe für die „Ursünde“, Gott sagte zu ihr: “I will make your pains in childbearing very severe; with painful labor you will give birth to children. Your desire will be for your husband, and he will rule over you.” Zum Mann, Gott sagte: ““Because you listened to your wife and ate fruit from the tree about which I commanded you, ‘You must not eat from it,’ cursed is the ground because of you; through painful toil you will eat food from it all the days of your life. It will produce thorns and thistles for you, and you will eat the plants of the field. By the sweat of your brow you will eat your food until you return to the ground, since from it you were taken; for dust you are and to dust you will return.” So die Bibel. All fantasy? Of course.

Aber es war auch die Grundlage für die Gesellschaftsordnung, die nach dem Übergang von Jägern und Sammlern zu Bauern und Hirten entstanden ist. Sie beginnt sich erst jetzt aufzulösen. Frauen sind für ihren Status nicht an das Kinderbekommen mehr gebunden, Männer nicht an die harte körperliche Arbeit.

„The values we attach to men and women are changing. We no longer value women by their ability to produce children, and in particular sons – at least in developed countries we don’t, though in poorer areas of some developing countries this view of women may still be current. And we need to stop valuing men by their ability to work and produce….This is tough for many people, both men who feel emasculated by taking on nurturing roles that have traditionally been done by women, and women who feel threatened by men taking over some of their caring responsibilities. In some ways the attitude of women is even worse than that of men: women who regard men who work in nurturing roles as „not real men“ can do immense damage to the self-esteem and capability of those men.”

A really excellent text, please accept my recommendation to read it here.

Eve’s organic apples are selling very well.

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In memoriam: Kamal Boullata 1942 – 2019

A great Palestinian artist and historian has passed away. Kamal Boullata starb, ausgerechnet, in Berlin am 6.August. Kamal wurde berühmt durch sein Buch „Palestinian Art: From 1850 to the Present”. Niemand hat vor oder nach ihm eine solch umfassende und profounde Übersicht über die Kunst in Palästina, vor und nach der Kolonisierung durch Europäer geschrieben, und von Palästinensern im Exil. Es ist kein reines Geschichtsbuch, es ist auch und gerade ein Buch über die Gegenwart. Ein Buch über die Spannung zwischen Tradition und Bewahrung der palästinensischen Identität unter dem Druck der Kolonisierung und Vertreibung, und der Innovation in der Gegenwartskunst – denn du kannst deine Identität nur bewahren, wenn du sie nicht einfrieren willst, sondern weiterentwickelst. Bestellt euch das Buch, nicht bei Amazon, sondern bei Al-Shabaka in New York.

Kamal war auch selbst Künstler, von politischen Propagandaplakaten und –motiven zu moderner Gegenwartskunst. Im Palestine Poster Project sind einige seiner Motive zu sehen, aus den 1960er bis 1980er Jahren. Sie zeigen die Evolution des palästinensischen Freiheitskampfes, vom bewaffneten Freiheitskampf zum Kampf für Frieden.

Die Poster sind heute weitgehend in Vergessenheit geraten, bekannter wurde seine abstrakte moderne Malerei, die mit Motiven aus der Kunstgeschichte Palästinas kreativ umgeht.

In the Beginning, There was the Word – 1983

Die spielerische Verarbeitung arabischer Kalligraphie in die abstrakte Kunst ist eines seiner Markenzeichen.

Kamal war aber auch politisch engagiert, nicht nur in seinen frühen politischen Postern. Er hat das palästinensische Thinktank Al-Shabaka in New York mit gegründet. Al-Shabaka ist ein unabhängiges Policy Network, und gibt ausgezeichnete Einblicke in die palästinensischen Realitäten. Subscribe to its newsletters, it will help you to understand what’s going on.

Kamal gab 2008 das bemerkenswerte Buch heraus Belonging and Globalisation: Critical Essays in Contemporary Art and Culture. Das bewegende Thema deiner kulturellen Identität unter dem Druck der Globalisierung, mit Essays von vielen Künstlern und Intellektuellen außerhalb des westlichen Mainstreams. Also Leute, die im Westen niemanden interessieren. Mich interessieren sie viel mehr als die geschwätzigen Plappermäuler, die die western mainstream media füllen. Read this book, you will benefit enormously. It will widen your horizon, if that’s something you are actually interested in.

Steve Sabella noted just after Boullata’s death: „I had dinner with Kamal three weeks ago just before I left for Jerusalem, the city of our birth. He looked young, energised, inspired, speaking about many projects. From the moment we met in 2002, any conversation with Kamal ignited my imagination. Only beauty emerges when one delves into his art and listens to his carefully chosen words -words that I felt always came out from the heart. Kamal inspired thousands in his life, and I do feel his journey has just begun. Kamal’s departure is not a loss, but a reward to all humanity.“

Kamal wurde in Jerusalem geboren, als es noch britisches Mandatsgebiet war. Die Kolonialisten haben ihn vertrieben, Jahrzehnte verbrachte er im Exil in Marokko, USA, Frankreich und schließlich in Berlin. Die Deutschen haben es nicht einmal zur Kenntnis genommen, welch ein großer Künstler und Intellektueller in ihrer Hauptstadt lebte, dafür sind sie zu selbstfixiert.

Wenn es euch interessiert – und ich hoffe es ist so – bestellt euch einen Druck von Qasida bei Al-Shabaka.

Titled Qasida, the print’s geometric components mirror the rhythmic structure of the classical Arabic ode. The silkscreen is hand-printed on acid-free MultiArt Silk, 400 gr. and produced in the studios of Martin Samuel in Berlin in a limited deluxe edition of 50, titled, dated, numbered and signed by the artist with 10 artist’s proofs noted in Roman numerals.

I am really so sad.

 

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Sheryl auf der Yacht

Sheryl hat sich ihr teures Studium verdient mit einem Nebenjob als Escort-Lady. Für sie, es war klar, sie macht nur sehr niveauvolle und lukrative Sexarbeit, nichts im Niedriglohn-Sektor. Sie ist extrem charmant, sehr schön, spricht drei Sprachen und beherrscht die Kunst der niveauvollen Unterhaltung mit den unterschiedlichsten Menschen perfekt. Jetzt, das Studium ist erfolgreich abgeschlossen, sie braucht das Geld eigentlich nicht mehr, aber gelegentlich, sie spielt weiter Escort, for the thrill of it.

Aber, weil sie es nicht mehr braucht, sie verlangt viel Geld, mehr als andere, und ihre Strategie geht auf. Für ihre Kunden, die Preise sind das Signal, sie ist etwas Besonderes. Sie ist Luxus. So ihre Kunden sind Männer oder Paare, für die Geld spielt keine Rolle. The upper class, the high society, people she doesn’t have to like, but she likes to milk them.

Ein Kunde hat sie überrascht mit einem außergewöhnlichen Angebot. Sie soll mitkommen auf seiner Privatyacht, 2 oder 3 Wochen Karibik, und ihn unterhalten und ab und zu auch Gäste auf der Yacht. Aber die Bedingung ist: sie soll nackt sein, die ganze Zeit. Nonstop. Immer. Als wäre es das normalste der Welt. Und dafür, sie kann einen Fantasy-Preis verlangen.

Zweimal schon hatte sie 12-hour dinner dates mit ihm, sie waren angenehm und unkompliziert. Sheryl denkt nach, erkundigt sich bei einigen Leuten über diesen Kunden, und schließlich, she agrees. Für sehr viel Geld, sie macht es. Sie hat sich gründlich vorbereitet und ist sehr gespannt auf diesen Job.

Als sie auf die Yacht kommt, sie ist beeindruckt. Niemals, sie war auf einer Privat-Yacht. Sie hat ein gut ausgestattetes privates Zimmer, and she undresses. For the next 15 days, she will not wear anything except jewellery. Strange feeling.

Der Kunde zeigt ihr die Yacht, stellt das Personal vor, und bittet um Entschuldigung, er habe jetzt keine Zeit, er habe zu tun. Sunbathing, der kleine Pool, ein kleines Nickerchen, ein Cocktail aus der Bordbar, ein Snack, time goes on, es wird langsam ein wenig langweilig. Ein Glück, es gibt Internet, und so sie beginnt Dinge zu tun, für die sie eigentlich nicht auf diese Yacht gekommen ist: checking emails, social media, internet…Der Kunde lässt sich erst wieder zum Abendessen sehen, ein excellentes Dinner mit wunderbarem Sunset-Panorama. Er sagt, er geniesse ihre ausgezeichneten Unterhaltungskünste und ihre Schönheit, das wisse sie schon, und er freue sich, dass sie macht das jetzt in seiner Yacht. Es wird eine sehr angeregte Unterhaltung, sie verstehen die Kunst des Respekts vor anderen Meinungen, aber haben manchmal sehr kontroverse, manchmal auch ähnliche Ansichten. Vor allem über Präsident Trump. Sheryl hätte nicht gedacht, dass sie hier sehr politische Unterhaltungen haben wird.

Irgendwann, er steht auf, bedankt sich und wünscht eine gute Nacht, er ist jetzt müde. Sheryl is very surprised. Als escort lady, man lädt dich ein, weil man irgendwann Sex haben will, aber hier, es muss wohl nicht sein. No problem.

Der nächste Tag verläuft genauso, wirklich langweilig. Beim Abendessen, er wirkt abwesend, sie sprechen nur Smalltalk. Sheryl beginnt es, langweilig zu werden. Sie springt oft ins Meer, schwimmt, sunbathing, aber es ist eintönig auf dieser Yacht.

Am dritten Tag, er kündigt Besuch an. Ein Paar, ein alter Freund und seine Frau. Sie werden über Nacht bleiben. Sheryl ist gespannt, und auch ein wenig nervös. So etwas hat sie noch nicht gemacht. Sheryl’s Kunde hatte sie vorbereitet, der Typ sei eigentlich schrecklich, Republikaner aus Texas, aber er habe ihn bisher gebraucht. Jetzt nicht mehr. Sie solle versuchen, mit ihm über Politik zu diskutieren. Über Trump. Sie soll ruhig sagen was sie denkt. Machen Sie ihn fertig. Er selbst werde nicht viel sagen. Aber er werde es genießen, wenn Sheryl ihn provoziert. Und was ist mit seiner Frau? Seine Frau Carol sei sehr klug, sehr charmant, aber leider sie widerspreche ihrem Mann nie, obwohl sie ganz anders denkt als er.

Als die beiden kommen, sie sind nicht so überrascht wie Sheryl erwartet hat, dass sie ist nackt. Es scheint, sie ist nicht die erste… Der Mann ist Sheryl sofort unsympathisch, ein großspuriger Egozentriker, so sie empfindet es. Die Lady macht schnell den Eindruck, dass sie das alles nicht sehr ernst nimmt. Es dauert nicht lange, und Sheryl und der Texaner streiten sich. Sheryls Kunde grinst vor Vergnügen, Carol ist es vermutlich peinlich. Der Texaner hat wenig Argumente, spielt nur mit Vorurteilen. Es wird kritisch, als er empört sagt, man könne doch nicht auf eine Ostküsten-Hure hören. Seine Frau lacht sarkastisch und sagt ihm, er sei doch ein großer Verehrer von Ostküsten-Huren.

Sheryl‘s Kunde beendet das Gespräch bevor es eskaliert, und nimmt den Texaner mit in seinen Arbeitsraum. Sheryl und Carol bleiben am kleinen Pool zurück. Sheryl ist verunsichert, ist sie zuweit gegangen? Carol lacht, du hast es ihm gegeben, gut so. Er braucht das. Das Schlimme ist, er lässt sich nur von Männern etwas sagen, aber Männer sind heute zu feige, ihm etwas zu sagen, sie schicken Frauen vor. Hat er Sie deshalb angeheuert, oder was hat er Ihnen erzählt? – Ich soll ihn und seine Gäste unterhalten. – Nackt? – Ja, das wollte er unbedingt. – Wegen mir müssen Sie nicht nackt sein. – Danke, aber ich finde es eigentlich schön, wollen wir in den Pool?

Carol trug einen ziemlich durchsichtigen Hauch von Strandkleid, und darunter einen Bikini. Sie zieht das Kleid und ihr Top aus, und geht mit Sheryl in den Pool. Ganz nackt ist nichts für mich, aber topless finde ich auch schön. Ist es nicht ein eigenartiges Gefühl, was Sie da machen? Sie lassen sich von diesen Typen benutzen, nur für Geld? Was ist das für ein Gefühl? Wie passt das zu Ihrem Respekt vor sich selbst? Sheryl und Carol finden sich bald sympathisch, obwohl sie so anders sind. Aber auf dieser Yacht haben sie jetzt wenig andere Möglichkeiten außer miteinander zu sprechen. Sie wollen nicht über Politik und dieselben Themen sprechen wie die Männer, so sie reden über Sexarbeit. Carol ist sehr neugierig.

Carol sagt irgendwann, eigentlich, sie sei auch eine Art Escort Lady. Wenn sie ehrlich ist, sie hat ihren Mann vor allem wegen seinem Geld geheiratet. Er war damals noch sympathischer, aber wenn er wäre arm gewesen, er hätte keine Chance bei ihr gehabt. Vermutlich, Sheryl habe es interessanter, immer derselbe sei ja langweilig. Schon oft, sie habe mit Scheidung gedroht, damit wäre sie unabhängig, aber ihr sehr konservatives Umfeld habe das bisher verhindert. Aber ihre Ehe sei völlige Fassade, sie hätten beide viele Affären und schon lange getrennte Schlafzimmer. Und so stellt sich die Frage, darf Carol heute nacht Sheryl‘s Zimmer haben, wenn ihr Kunde heute Sex mit ihr will? Und vielleicht auch, wenn er es nicht will? Mit ihrem „Ehemann“ ein Bett, nein, auf keinen Fall.

Genauso kommt es. Den ganzen langen Abend verbringen die beiden Ladies miteinander, von den Männern ist nichts zu sehen, auch nicht beim excellenten Abendessen. Schließlich, die Ladies liegen beide in Sheryl’s Bett, und Sheryl ist sehr erstaunt wie sich dieser Trip entwickelt. Carol erlebt zum ersten Mal Sex mit einer Frau, es ist ein Erlebnis, das ihre Gefühle sehr durcheinander bringt.

Als die Texaner am nächsten Morgen wieder gegangen sind, Sheryl’s Kunde bittet um Entschuldigung, dass er so wenig Zeit für sie hat. Erst später an diesem Tag, er hat Zeit für sie. Sheryl macht ihm Vorwürfe, genauer – sie spielt dass sie ihm Vorwürfe macht. Warum laden Sie mich ein, wenn Sie nie Zeit für mich haben? Ja, das stimmt, er bittet um Entschuldigung. Er freut sich, dass sie ist hier. Sheryl will wissen, warum er unbedingt will, dass sie immer nackt ist. Er sagt, er hat sie eingeladen, weil die beiden Dinner Dates sehr schön waren, weil sie dabei so wunderbare Unterhaltungen hatten, und weil es danach auch so wunderbar war. Als er sie nackt gesehen hat, er fand, sie ist die schönste Frau die er je gesehen hat. Deshalb. Er genieße jede Minute, sie nackt zu sehen.

Aber Schönheit kann durch schöne Kleider noch schöner werden. – Natürlich, aber er liebt die ganz natürliche Schönheit. Er freut sich, dass sie das Angebot angenommen hat. – Es war natürlich unwiderstehlich, aber dennoch, so etwas ist auch ein Risiko. Ihre Freundinnen wissen, wo sie ist. – Natürlich. – Sheryl fragt ihn, ob er es genießt, Macht über Frauen zu haben. Natürlich, sie ist sein Gast, aber auch seine Auftragnehmerin, und mit seinem Geld, er kann Macht ausüben. Er genießt es, Macht zu haben, natürlich. Macht über Männer auszuüben, sei nicht so schön, aber notwendig. Macht über Frauen ist anstrengender, weil man als zivilisierter Mann mehr Hemmungen hat, Macht gegenüber Frauen durchzusetzen. Aber es ist schöner. – Sheryl bezweifelt das, sie hat schon oft erlebt, wie Männer sehr brutal sich gegen Frauen durchsetzen. – Das sind keine zivilisierten Männer, sondern brutale. Er sei nicht brutal. So zum Beispiel, unsere Vereinbarung ist, wir haben Sex wenn wir beide wollen. Wenn sie zwei Wochen lang nicht will, er sei enttäuscht aber es ist okay. – You’re fooling me. Any other agreement would be illegal. – Natürlich, aber dennoch, sie sei eine wunderbare Frau, er respektiere alle ihre Wünsche.

Sehr charmant, aber Sheryl weiß, auch er spielt nur. Sie will wissen, ob er so etwas schon einmal gemacht hat. – Escorts waren schon oft hier, aber nie so lange. – Auch wenn er sich sehr charmant und zivilisiert gebe, dennoch müsse er es doch jetzt genießen, dass er sich Sheryl zwei Wochen lang leisten kann, und dass er ihr sagen kann, sie soll immer nackt sein, für ihn. Das ist Macht. – Ja natürlich. Er hat oft geträumt, wie ein mittelalterlicher Sultan einen Harem von 10 nackten Frauen hat, sie wirklich besitzt, aber ihnen auch ein Leben in Luxus ermöglicht. – Luxus ohne Freiheit ist nichts Schönes. – Das stimmt. – Sheryl sagt, an den mittelalterlichen Höfen Europas hatten die männlichen Herrscher alle Kurtisanen. Sie brauchten Liebe außerhalb ihrer Zwangsehen. Kurtisanen waren sehr angesehene und oft mächtige Frauen, alles andere als Sklavinnen, und sie wurden für ihre Dienste fürstlich bezahlt. Sie fühle sich als Kurtisane für 2 Wochen, nicht als Haremssklavin. – Er ist begeistert. Ja, vergessen wir die Haremssklavin, Kurtisane, das ist viel schöner. Sie diskutieren noch lange über Harem, Sheryl erzählt ihm viel über Realität und Mythos des Harems, über Fatema al-Menissi, die marokkanische Feministin und ihre Literatur über den westlichen Haremsbegriff, er ist sehr beeindruckt.

Er will wissen, ob Sheryl das Bild „Brennus und sein Anteil an der Beute“ kennt? – Ja. Der keltische Krieger, der Rom plünderte als Beuteanteil fünf nackte Frauen bekommt. Paul Jamin hat es 1893 gemalt. Ich frage mich, was für Phantasien solche Maler haben. – Sie haben genau die gleichen Phantasien wie ich. Sie sind erschreckt, natürlich, aber glauben Sie mir, diese fünf Frauen würde ich verwöhnen wenn ich sie besitzen würde. Eine Kopie dieses Bildes habe ich zuhause an der Wand. Daneben die moderne Persiflage von Allen Hatch. Kennen Sie die auch? – Nein, was ist das? – Der Keltenkrieger ist ein moderner Mann im Anzug, der die fünf nackten Frauen bekommt. Wenn ich Besucherinnen habe, sie sind, haha, nicht begeistert. – No surprise. Ich finde solche Phantasien auch nicht amüsant, obwohl ich gerade die Hauptrolle in einer solchen Phantasie spiele. – Sie finden das nicht amüsant, was Sie jetzt machen? Warum tun Sie es dann? – Ich bin eine freie Frau und spiele mit dem Feuer. Mit dem Feuer spielen ist Teil der menschlichen Natur. It’s thrilling. Aber Sie träumen nicht von freien Frauen, sondern von gefangenen, von Sklavinnen. – Ich weiß dass das alle Frauen verstören muss. Aber ich bewundere alle Frauen eigentlich, ich bete sie an, und um das zu tun, muss ich sie um mich herum haben.

Stundenlang führen sie solche Gespräche, Sheryl fühlt sich manchmal wie eine Psychotherapeutin, manchmal spielt sie Bewunderung für den großen, reichen Mann, manchmal macht sie sich über ihn lustig. Er genießt es. „Solche Gespräche kann ich nur mit Ihnen führen, Sheryl. Meine Freunde ticken alle wie ich, das ist langweilig, oder sie sind zu blöd überhaupt Gespräche zu führen. Sie sind wunderbar. Die klügste und schönste Escort Lady der Welt. Ich liebe Sie.“ – „Danke für die Komplimente, aber Sie wissen, ich bin nur Dienstleisterin.“ Sheryl navigiert durch gefährliche Gewässer.

Er erwähnt beiläufig, morgen abend werde die Yacht an einer Privatinsel anlegen, dort gebe es eine Party bei einem Freund. Sheryl sei herzlich eingeladen, aber wenn sie keine Lust habe, könne sie natürlich gerne auf der Yacht bleiben. – Nackt? – Ja, das ist unsere Abmachung. Aber bei dieser Party tragen alle nicht viel, vor allem die Gastgeberin. Man könnte sagen, es ist eine erotische Party.

Als das Boot anlegt, sie werden begrüßt von einer nicht mehr ganz jungen Lady, die nichts trägt als einen kleinen Bikinislip. Sie begrüßt Sheryl leicht ironisch, „mit einer Nackten ist unser Freund hier noch nie aufgetaucht, herzlich willkommen, ich freue mich“. Es sind etwa 20 fast alles ältere Amerikaner und Europäer, offenbar Paare, dazu einige jüngere lokale Frauen. Es gibt ein Buffet, Cocktails, Mocktails, Sekt, und eine traumhafte Strandkulisse.

Die Herren finden Sheryl sofort sehr interessant, während Sheryl’s Kunde nur mit einem anderen Herren redet, etwas abseits, als würde ihn die ganze Party gar nicht interessieren. Ein Herr kneift Sheryl in den Hintern und macht eine freche Bemerkung. Sie gibt ihm eine Ohrfeige und beschimpft ihn. Er ist völlig konsterniert. „Das werden Sie bereuen“, er giftet sie an. „Nein, Sie sind es der dies bereuen wird“, sie faucht zurück. Die Gastgeberin hat es gesehen und kommt zu Sheryl. „Sehr gut, das freut mich, dass Sie diesem alten Arschloch die Meinung gesagt haben.“  – „Wer ist das?“ – „Mein Mann. Er verachtet Frauen, für ihn sind wir nur Dinge die man benutzt und dann wegwirft.“ Sheryl ist sichtlich überrascht. „Wir hassen uns, aber wir tun nach außen so als wäre alles okay.“ – „Warum?“ – „Das hat seine Gründe.“

Sheryl und die Gastgeberin kommen ins Gespräch. Ja, wir machen hier Parties, bei denen man ins Gespräch kommt, aber auch Sex haben kann wenn man will. Ich mache das schon länger. Ihr Freund kommt auch gerne, aber er ist ein wenig anders, er ist Single und kommt manchmal allein, aber er scheint sich wenig für die Frauen hier zu interessieren, außer für mich. Aber leider versteht er sich auch sehr gut mit dem Arschloch von vorhin. Bald entführt die Gastgeberin Sheryl in ein kleines Pavillon, sehr geschmackvoll eingerichtet, und Sheryl wird die erste Frau, mit der sie sich auf ihren Parties erotisch vergnügt. Sie ist sehr begeistert, und Sheryl sehr dankbar für diese neue Erfahrung, sie will das unbedingt öfter machen. Alle Männer sind sehr erstaunt, als die beiden aus dem Pavillon kommen, und die Gastgeberin hat ihren Slip dort vergessen.

Am nächsten Abend, sie hat wieder ein langes Gespräch mit dem Kunden. Sie sagt, sie ist wirklich erstaunt, dass sie hier viel mehr mit Frauen aus seiner Szene zu tun hat als mit Männern… Er ist darüber auch erstaunt. Es scheint mehr Lesbierinnen zu geben als er dachte. Sheryl erwidert, sie ist nicht lesbisch, sonst sie würde das hier nicht machen. Aber viel mehr Frauen sind bisexuell, probieren beides aus. Viele geben es nicht zu, vor allem nicht sich selbst, erst wenn sie älter werden, ihre Hemmungen fallen langsam. Es ist eine andere, ich würde sagen schönere sexuelle Intimität. – Er sagt, ja, das kann sein. Er will wissen, ob es in Beziehungen zwischen Frauen auch immer um Macht und Dominanz geht, wie zwischen Frau und Mann. – Sheryl ist erstaunt. Das ist immer abhängig von den konkreten Menschen, sowohl zwischen Frauen als auch zwischen Frauen und Männern. Sie will wissen, ob Macht für ihn wichtig ist. Macht, wie ist das wenn man Macht hat, und viel Geld ist automatisch Macht.  Macht es ihn zufrieden, Macht zu haben? – Er denkt nach, dann sagt er sehr entschieden, ja, das ist so. Es ist ihm sehr wichtig, Macht zu haben, nicht abstrakt, sondern konkret. Die Macht, anderen Menschen sagen zu können, was sie tun sollen, oder sie dazu zu bringen, das zu tun, was er will – oder auch, Dinge nicht zu tun, die er nicht will. Es ist ihm wichtig, Macht zu haben, dass ohne ihn viele Dinge nicht passieren können. – Sheryl freut sich über seine Offenheit. Sie will wissen, ob das auch für seine Beziehungen zu Frauen gilt. Wieder, er denkt nach. Ja, sagt er, auch zu Frauen. Er gibt zu, das ist ein Problem, denn eine Beziehung müsse eigentlich auf etwas anderem als Macht beruhen. Einerseits, es wäre schöner, wenn sie aus Liebe hier wäre, nicht weil er sie dafür bezahlt. Aber er gebe zu, er kann wahrscheinlich keine Beziehung haben auf gleichberechtigter Basis.

Schließlich, er fragt sie, ob sie ihn gern haben könnte. Er habe sich, nun ja, irgendwie in sie verliebt. Sheryl bleibt freundlich. Sie muss freundlich bleiben. Das sind heikle Momente. Sie sagt, sie kennt keine einzige Sexarbeiterin, die sich jemals in einen Kunden verliebt hat. Das Pretty-Woman-Klischee ist fantasy. Wir spielen diese Zuneigung, aber wir fühlen sie nicht so wie wir sie spielen. Wir verkaufen auch Illusionen. – Er weiß das, aber seine Gefühle seien echt. Er sei selbst überrascht. – Sie dankt ihm sehr, aber ihr Engagement endet nach 2 Wochen. Sie kann und will keine Liebesbeziehung zu einem Mann und zu einem Kunden haben, das sei nicht ihre Welt. Aber er könne sie gerne wieder engagieren. Er seufzt, sie glaubt sogar eine Träne in seinem Auge zu sehen. Er schweigt. Sheryl, ich danke Ihnen für Ihre Ehrlichkeit. Wollen wir ins Bett gehen?

Es wird eine Nacht, ganz anders als die Nächte mit ihm vorher. Er ist nicht dominant, kommt nicht rasch zum Ziel. Er verwöhnt sie, stundenlang. Noch nie hat sie das mit einem Kunden erlebt. Es war, als ob er wirklich versuchen würde, ihre Zuneigung zu gewinnen. Tatsächlich, es war sehr schön. Sie ist ein wenig verwirrt, sie glaubt dass sie professionell ihren Job sehr gut im Griff hat, aber dieser Kunde bringt sie ein wenig an die Grenze. Sie würde lügen, wenn sie sagen würde, dass sie keinerlei Gefühle für diesen Kunden empfindet. Sie hat ein wenig Angst, wie das nach zwei Wochen sein wird.

So geht das tagelang, natürlich will er irgendwann auch mehr über sie wissen. Ihre persönlichen Details sind top secret, das ist Prinzip. Aber natürlich nicht ihre Ansichten. „Warum machen Sie das hier, Sie sagen immer, Sie machen es nicht wegen dem Geld, sondern weil es ist interessant. The thrill of it. Aber seien Sie ehrlich, ist das nicht langweilig hier, zwei Wochen mit mir, und fast nichts passiert? Ohne Internet, Sie würden doch hier sterben vor Langeweile.“ – „Ja, einerseits. Andererseits, das hier ist eine Ausnahme. Normalerweise, man trifft Kunden für einen Abend, eine Nacht. Das ist abwechslungsreich und oft spannend. Nur weil die beiden Nächte mit Ihnen sehr angenehm waren, ich habe das hier gemacht. Es ist auch ein Risiko, natürlich. Aber negative Erlebnisse hatte ich bisher nicht viele, sehr wenige.“ – „Bestimmt. Aber nur sehr wenige Frauen machen so ein Hobby. Was sagen Ihre Bekannten dazu?“ – „Einige wissen es, einige nicht. Einige finden es nicht gut aber akzeptieren es. Aber es sind auch Freundschaften kaputtgegangen, vor allem mit Frauen. Es gibt einen Typus Frau, die so etwas sehr kategorisch ablehnen, sehr rigoros, sehr moralisch, ich würde sagen pseudo-moralisch. Sie haben ein kompliziertes Verhältnis zu anderen Formen von Sexualität als ihrer eigenen. Manche davon sind stark auf monogame Mann-Frau-Beziehungen programmiert, manche auf lesbische Beziehungen. Für die ist Sex zwischen Mann und Frau latent eine Vergewaltigung der Frau.“ – „Aber mit diesem Hobby bekommen Sie doch nie eine stabile Beziehung, wollen Sie das nicht?“ – „Ich habe sehr tiefe, auch erotische Freundschaften mit einigen Frauen, die teilweise ähnliche Dinge machen. Sie geben mir Halt im Leben. Ich will keine monogame Beziehung mit nur einem Menschen. Dauerhaft nur mit einem Mann, nein, das ist nichts für mich.“ Er ist sehr neugierig, aber sie spricht irgendwann nur noch allgemein über Polyamorie und ähnliche Lebensformen.

Sheryl ist nach einer Woche bemerkenswert verunsichert. Bisher, sie hat ihren Job als Escort sehr professionell, sehr souverän gemacht, jetzt sie ist wirklich verunsichert. Kann sie das wirklich ganz ohne Emotionen machen, in dieser Intensität von zwei Wochen? Sie denkt viel nach. Als der Kunde einen halben Tag nicht an Bord ist, sie kommt mit der Köchin ins Gespräch. Sie sagt, sie war auch einmal Sexarbeiterin, aber Sheryl dürfe das ihrem Kunden auf keinen Fall sagen. Sie habe das nicht lange ausgehalten. Sex mit Männern ohne Gefühle, das kann sie nicht. Leider, denn eigentlich es war gutes Geld. Halten Sie das wirklich aus, zwei Wochen lang mit ihm, und danach gehen Sie wie eine normale Dienstleisterin wieder? Sheryl sagt ja, aber sie ist tatsächlich nicht ganz davon überzeugt.

Nur einmal kommt noch Besuch auf die Yacht, ein jüngeres Paar, mit dem sich der Kunde gut versteht. Die Frau ist kühl und sehr abweisend gegenüber Sheryl, ignoriert sie förmlich, während der Mann sympathisch wirkt und Sheryl sehr interessant findet. Wahrscheinlich, es gibt heute nacht eine Beziehungskrise zwischen den beiden. In dieser Nacht, der Kunde und Sheryl bleiben für sich allein. Am nächsten Morgen, die Besucher sind schon weg, als Sheryl aufwacht.

Am nächsten Tag, Sheryl liegt sunbathing auf den Sonnendeck und die genießt die Nachmittagssonne, und denkt über viele nach. Als der Kunde zu ihr kommt, sie wacht aus dem Halbschlaf auf und lächelt. Er kniet neben ihr nieder, als würde er die Sonnengöttin anbeten. „Sie sind die schönste Frau der Welt. Honestly.“ – „Thank you. But you know, it’s not true.“ – „Für mich ja. Darf ich Sie ein wenig streicheln?“ – Eigentlich, sie wollte nein sagen, aber sie hört sich selbst „okay“ sagen. Sie erwartet keine besonders einfühlsamen Berührungen, aber sie täuscht sich. Er beginnt am Kopf, und langsam geht es weiter den Körper abwärts, fast als hätte er einen Lehrkurs bei einer Tantramasseurin gemacht. Selten, ihre Pussy wurde so zärtlich berührt und gestreichelt. Eigentlich, sie müsste sofort alles stoppen, es wird kritisch, als seine Finger ihre Klitoris beginnen zu berühren. Sheryl ignoriert alle roten Linien, sie bekommt einen Orgasmus, den er immer wieder verlängert. Es ist unglaublich.

Verwirrt und schockiert sie schaut in sein sehr glückliches Gesicht. Beide sagen nichts. Sheryl hat gegen ihr professionelles Ethos verstoßen, ein Orgasmus mit einem Kunden nicht zu bekommen, nur zu simulieren. Aber es war wunderschön. Dennoch, sie ist froh, wenn es in fünf Tagen vorbei ist, es beginnt eine emotionale Achterbahn zu werden.

Am nächsten Tag, er fragt, ob sie einen Strand besuchen möchte. Eine Insel in der Nähe ist unbewohnt, sie gehört einem Bekannten. Wir können anlegen, sie kann an Land gehen falls sie will, es gibt einen schönen Strand, Sie können ihn ganz für sich alleine haben. Niemand ist dort. Als sie an Land geht, sie ist verzaubert von der Schönheit und Unberührtheit dieser Insel. Welch ein Gefühl, nackt und alleine über diesen Strand zu gehen, in das Inselinnere zu gehen. Wie Eva im Paradies. Sie beginnt das Zeitgefühl zu verlieren, und sie stellt sich vor, was passiert, wenn er sie jetzt hier lässt und wegfährt. Lady Robinson…no, don’t worry. Drei Stunden war sie an Land, sagt er ihr später.

Am letzten Abend, sie haben eine intensive Diskussion. Sheryl fordert ihn heraus, redet über die soziale Verpflichtung reicher Menschen, warum es sehr reiche Menschen besser nicht geben sollte, und ähnliche Dinge. Er bezieht klare Kontrapositionen, es ist die individuelle Freiheit, sein Recht, reich zu werden. The pursuit of happiness. Er verneint, dass zuviel Reichtum auf Kosten anderer geht, asozial ist. Er hat keine sozialen Verpflichtungen außer das Gesetz zu achten und Steuern zu zahlen. Mehr nicht. Er lehnt Sheryl’s „sozialistische Visionen“ rundweg ab. Sie beginnen sich immer heftiger zu streiten. Er will die Diskussion beenden und mit ihr ins Bett, sie lehnt ab. Er wird immer mehr müde, gibt auf. Er sagt ihr, sie könne Politikerin werden. Aber er werde sie nicht wählen. Er geht ins Bett, ohne sie.

Der letzte Tag. Als Sheryl wieder ein Kleid anzieht, es ist ein ungewohntes Gefühl, fast lästig. Ihre Nacktheit hat sie bald auch als Freiheit empfunden, auch wenn es ihr Kunde sicher nicht so gemeint hat. Zum Abschied, er umarmt Sheryl und haucht ihr ins Ohr, „I love you“. …sie sagt, I don’t love you, make no mistake, but I enjoyed your company much more than I expected. That’s the best thing an escort lady can and will tell you, Mister. – Thank you, thank you so much. Can I contact you again? – You can. She smiles and waves goodbye.

Sheryl braucht ein wenig Abstand, dieser Mann hat sie wirklich überrascht. Sie hat viel Geld verdient, aber zu ihrer Arbeit gehört, keine Gefühle für Kunden zu entwickeln. Sie braucht Abstand von ihm. Entweder sie macht jetzt Pause vom Escort business – oder es wäre gut, schnell jemand anders zu haben und nicht mehr an ihn zu denken. Das ist ihr noch nicht klar. Im Flugzeug nach Hause, viele Dinge gehen ihr durch den Kopf. Sie wird mit einigen ihrer besten Freundinnen darüber sprechen…

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Wenn Frauen die Macht haben

Seit ich wurde befördert, ich bin Chefin für eine ganze Reihe Leute. Die meisten sind Männer, die immer hatten nur männliche Chefs. Und einer davon wollte selbst diesen Job, desperately. Ich wollte ihn nicht, aber die oberen Chefs wollten mich. Nur mich. Widerstand war zwecklos, ich musste. Die ersten Monate waren ziemlich brutal. Viele Männer akzeptierten mich nicht. Und so, ich musste mehr Chefin spielen als ich wollte.

Diese Phase ist vorbei. Die enfant terrible-Frau ist unangefochtene Chefin, einige widerspenstige Männer sind gegangen, heute mein größtes Problem sind andere Frauen. Es ist immer wieder erstaunlich, wie viele Frauen es gibt, die anderen Frauen die „Karriere“ nicht gönnen. Aber diese Damen, sie werden dir meist nicht wirklich gefährlich, sie können dir aber das Leben schwer machen.

Kürzlich, ich höre durch Zufall mit wie sich einige meiner männlichen Mitarbeiter an einem Tisch unterhalten, und sie jammerten, die Frauen werden immer mächtiger. Nur noch Frauen regieren. Überall. Und sie werden immer gieriger, sie haben nie genug. Sie wollen nicht 50% der Macht, sondern 100%, und wenn es so weitergeht, sie bekommen es. Richtige Heulsusen waren sie.

So, ich gehe zu ihnen und sage freundlich lächelnd, was wollt ihr dagegen tun? Sie waren sehr erschrocken, aber ich setzte mich dazu, und wir diskutieren. Ich muss das nicht schildern, solche Diskussionen verlaufen immer gleich. Wenn ein Team mit 70% Frauen einen Mann als Chef hat, es ist für sie normal – wenn ein Team mit 70% Männern eine Frau als Chefin hat, es ist eine Ausnahme und gaaaanz schwierig. Crazy.

Vor über 500 Jahren, es gab in Zentralindien ein Königreich Malwa. Damals, alle Königreiche und Sultanate waren regiert von Männern, es waren strikt patriarchale Gesellschaften. 1469-1500 regierte Ghiyas-ud-din Khalji, und er war ein wenig anders. Seine 31 Jahre Regierungszeit waren friedliche Jahre, die längste Friedenszeit weit und breit. Andere Könige und Sultane führten immer Krieg, um zu zeigen, wie groß und stark sie sind. Ghiyas nicht. Er baute in der Hauptstadt Mandu eine Siedlung für 15000 Frauen, Chronisten nannten es „Harem“, aber es war etwas ganz anderes. Read here:

Ghiyas established a madrassa at Sarangpur in Madhya Pradesh, to educate the women…included schoolmistresses, who would teach the other women, along with women who were proficient in reading and reciting the Quran. Only women with the keenest intellect were to join king Ghiyas at his meals every day, in order to discuss matters of theology and philosophy. Each woman was either trained in a particular craft according to her aptitude and talent, or was appointed to some high position at the court of Malwa. Ferishta, in his Tarikh-i-Ferishta, adds that many women in Ghiyas’ harem were taught wrestling and the art of warfare. The majority of the king’s personal bodyguard came from two groups of femme fatales; the Turki band consisting of 500 Turkish women who excelled in the art of archery and the Habiwush band, which had 500 Abyssinian women equipped with swords, shields and firearms. Dressed in “male attire”, these women were a formidable force in Medieval India.

Formal regierte ein König. Aber anscheinend es wurde immer mehr ein on Frauen dominierter Staat.

Nizam-ud-din Ahmed, in his Tabaqat-i-Akbari, narrates that the capital of Malwa, Mandu was renamed Shadiabad, or City of Joy by Ghiyas. The fortress was mostly populated by women. Several intelligent women supervised various imperial karkhanas or factories and markets in the capital. The smartest lot was entrusted with the responsibility of auditing the accounts of the state.

Für das mittelalterliche Indien, so etwas war unerhört. Überall sonst die Frauen waren nur Menschen 2.Klasse. Der König hinterließ ein reich bebildertes Buch „Nimatnama“, the Book of Pleasures, in dem nur Frauen abgebildet sind, in allen möglichen Rollen – und er selbst. Ein Buch voller Rezepte für wunderbares Essen, für die Herstellung von Parfum, und vieles andere mehr. No surprise dass die anderen Männer nicht begeistert waren.

Instead of being remembered in the Persian chronicles as a Sultan who brought out the best in his harem by educating and training them, he is remembered as the Sultan who was on an undying quest for the ideal female beauty. Questions were raised on his merits as a king, even though his long reign of 31 years was the only period the kingdom of Malwa ever witnessed a protracted period of peace.

Die Frauenherrschaft brachte Malwa zwar Frieden und wirtschaftliche Blüte, aber sie verstanden es nicht, sich gegen frustrierte Machos zu verteidigen. 1500 putschte der Sohn des Königs, riss die Herrschaft an sich, und ließ die meisten der Frauen umbringen, die die Führungsschicht des alten Königs ausmachten. Malwa wurde wieder ein ganz normales patriarchales Königreich. Die Männer ertrugen emanzipierte Frauen nicht. Aber wir haben dazu gelernt, so einfach lassen wir uns heute nicht mehr kleinkriegen.

Eines Tages, ich werde die erstaunlich gut erhaltenen Ruinen von Mandu besichtigen.

Mandu is not your typical tourist destination. If tick marks are what you’re looking for, you may go back unsatisfied. But as I said before, if you let go of reality for a while and shroud yourself in the mystery of time travel, you may get a glimpse of a town that once was the shining jewel of empires. You may hear the tinkling anklets of dancing girls, the war cry of feuding armies or even feel the heartbreak of Baz Bahadur when Roopmati committed suicide.

Let’s discuss how we take over

 

 

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