Zurück in Mutters Bauch

Kennst du das Gefühl, dass du dich manchmal wieder in den Bauch deiner Mutter verziehen willst, wenn du mit der Welt nichts mehr anfangen kannst? Früher hatte ich das öfter, jetzt nicht mehr.

Lisa Reider hat das in einem Video gemacht. Sie ist eine bemerkenswerte Künstlerin. Ladygunn beschrieb sie so: „Lisa Reider is the kind of woman who walks into a room and easily captures attention with her brand of casual cool. Raised in a suburb outside of Chicago, one would never guess she came from such humble beginnings when spotting her work on display in a gallery setting among other artistic luminaries. Now living in Hollywood, Lisa mostly works in capturing the fluidity of the human form.

The Womb zeigt Lisa bei der Arbeit, dann fällt ihr nichts mehr ein, sie verzieht sich für kurze Zeit in “the womb”, und danach kommen ihr neue Ideen. Enjoy!

<p><a href=“https://vimeo.com/165467808″>LISA REIDER : WOMB</a> from <a href=“https://vimeo.com/f64productions“>ERIC MINH SWENSON</a> on <a href=“https://vimeo.com“>Vimeo</a&gt;.</p>

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Sharia Police

America, stop going crazy. Es ist manchmal kaum zu fassen, was eine fanatische Minderheit von Moralwächtern in diesem Land erreicht. OK, es scheint in letzter Zeit besser zu werden. Dennoch, immer wieder gibt es crazy news. Die Wetter-Moderatorin Liberté Chan beim kalifornischen TV-Sender KTLA machte am 14.Mai eine erstaunliche Erfahrung.

Sie erscheint auf dem Bildschirm und möchte ihren Job tun, nämlich die Wetterprognosen präsentieren. Aus dem Off kommt eine unbekannte Person und fordert sie auf, einen grauen Sweater anzuziehen, der ihr direkt überreicht wird. Liberté trug ein schwarzes Kleid, aber: ihre Schultern und Arme waren NACKT. Nein, nicht ihre Brüste. Schultern und Arme. She was just beautiful.

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Liberté konnte es kaum fassen. Live on air konnten die Zuschauer die Diskussion verfolgen:

“You want me to put this on?  Why? Because it’s cold?”

“We’re getting a lot of emails,” war die Antwort.

Liberté hatte keine Wahl, trotz ihres wunderbaren Namens. Sie musste den langweiligen grauen Sweater über ihr schönes Kleid hängen. Sie kommentierte grimmig,  “I look like a librarian.”

Live on air die Antwort:  “That works! It’s a librarian that’s gone to a cocktail party.”

Immer wieder musste Liberté über die Dummheit dieses Senders kichern. Live on air.

Weil es bekanntlich keine wichtigeren Probleme gibt als die Kleidung einer Wetter-Moderatorin, ging auf twitter sofort eine heftige Diskussion los. MacLethal bringt es auf den Punkt: „Holy shit! Why not give her a burka?“

KTLA hat sich damit lächerlich gemacht, TIME interviewte Liberté. Sie lasse sich keine Kleidervorschriften machen. Recht hat sie.

Die Deutschen haben sich kürzlich über die Sharia-Polizei in irgendeiner deutschen Kleinstadt aufgeregt, die dort Passanten zur Einhaltung absurder Moralvorschriften aufforderte. Absurd, ja, stoppt die Idioten. Aber stoppt auch all die puritanischen nicht-muslimischen Sharia-Polizisten, die ihren verklemmten Blödsinn unters Volk bringen. Löscht solche emails, statt sie zu befolgen. Genießt das Leben, genießt die erotischen Seiten des Lebens, und lacht die Puritaner einfach aus. Liebe Moderatorinnen, auch in Deutschland, hängt eure langweiligen Kostüme in den Schrank und kommt öfter mal wie Liberté ins Studio. Ich bin sicher, dann werden auch in Deutschland viele emails geschrieben. Sie werden jammern, die Frau sei unzüchtig, sie werde zum Sexobjekt degradiert, der übliche Mist. Just ignore it all.

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Lingerie for men?

Gleichberechtigung ist eine gute Idee. Eine Selbstverständlichkeit. Niemand soll wegen ihres Geschlechts diskriminiert werden. Ja, das heißt, Frauen dürfen im Prinzip alles was Männer dürfen und umgekehrt.

Aber es ist nicht immer eine gute Idee, so zu tun, als müssten alle Unterschiede nivelliert werden. Deswegen gibt es zwar androgyne Kleidung, sagen wir mal Jeans und T-shirt und Turnschuhe, das ist nicht geschlechtsspezifisch. Aber ein Kleid mit high heels, das ist nur was für Frauen, alles andere ist lächerlich. Es gibt auch viele Männer-Outfits, in denen Frauen komisch aussehen.

Dessous Diary hat jetzt auch so eine Story. Spitzen-Unterwäsche für Männer. Genannt Mengerie, lingerie for men.

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Lol.

Solche Ideen können wohl nur in Berlin entstehen: Spitzenjunge heißt das Label.

Das sieht nicht gut aus, das ist lächerlich. Finde ich. Stell dir vor, du verführst einen gentleman. Machst eine schöne Striptease show und liegst schon nackt auf dem Bett. Jetzt ist er dran. Und dann steht er in Spitzen-Unterwäsche vor dir. Ich glaube, ich würde so laut lachen dass alles ruiniert wäre.

Nein, das ist keine gute Idee. Lingerie ist for ladies only. Please keep it that way.

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this is no business for men

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Theokratie

Deutschland, Europa haben Angst vor der Sharia, vor der Theokratie. Zu Recht. So etwas muss man ablehnen, und den vom türkischen Staat bezahlten Imamen in deutschen Moscheen muss man genauer auf die Finger sehen. Alles richtig.

Theokratie gibt es aber nicht nur im Islam. Israels Rabbiner-Gerichte sind auch ein Beispiel für Theokratie. Zivilrechtliche Heirat gibt es dort nicht, das Rabbinat ist de facto Teil des Staates und entscheidet, wer heiraten darf und wer nicht. Theokratie nennt man so etwas.

Hat eine jüdische Frau Sex mit einem Nicht-Juden, gilt sie amtlich als Prostituierte. Damit darf sie in Israel erst heiraten, wenn sie Abbitte leistet und Besserung gelobt. Die Brahmanen Israels, die angeblichen Nachfahren der biblischen Priester, aber darf sie nicht heiraten – das sind nämlich Elite-Juden, die über dem gemeinen Volk stehen.

Mondoweiss berichtet hier darüber, und dort gibt es auch die Übersetzung.

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Nein, ich habe nichts gegen Prostituierte, weder gegen echte noch gegen angebliche. Jede einzelne von ihnen tut mehr Gutes für die Menschheit als diese dummen, bärtigen alten Hexer.

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Every Jewish woman having sex with a non-Jew knows more about the world than those Israeli mullahs.

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Glashaus

Architektur ist eine Kunstform, bei der wenige Glanzleistungen aus einer endlosen Menge unsagbar durchschnittlicher und langweiliger Massenproduktion herausragen. Das gilt für Innenarchitektur genauso wie für Architektur insgesamt. Während du immer wieder liest, das Zeitalter der genormten industriellen Massenproduktion, der Standardisierung sei vorbei – für Architektur und auch Innenarchitektur gilt das nicht. Der weltweite Siegeszug  von Ikea & Co beweist es. Billig und normiert statt kreativ und individuell, das gilt für sehr viele Menschen. Aber natürlich nicht für alle.

Leider klebt an einem individuellen, kreativen Design für deine Wohnung, für dein Haus immer ein Hauch von Snobismus, von reicher Angeberei. Oder noch schlimmer, du wirst beschuldigt dass es ist ein aktiver Beitrag zur Gentrifizierung. Zeitschriften wie „schöner wohnen“, oder „cube“, oder AD tragen  zu diesem Image natürlich bei. Kreativ wohnen, das ist was für Reiche. Aber das stimmt nicht, und dieses Image ist schade. Kreatives Wohndesign muss überhaupt nicht teuer und exklusiv sein.

Unsere wunderbare Wohngemeinschaft hat einfach nur eine Mauer versetzt und die Badewanne liegt jetzt im Wohnzimmer. Wir haben die langweilige Standardbadewanne durch einen tollen Whirlpool ersetzt. Das Wellness-Erlebnis im Whirlpool muss nicht in einer abgeschlossenen Zelle stattfinden, sondern ist jetzt ein soziales Ereignis, und viel schöner mit dem Blick durch ein großes Fenster nach draußen. Hat nicht viel gekostet. Aber es ist ein Unikat. You can copy it, not much of a problem.

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Auch viele andere Dinge sind leicht nachzumachen. Große Fenster zum Beispiel, eine wunderbare moderne Innovation. Lichtdurchflutete Häuser und Wohnungen faszinieren mich. Es ist ein schönes Gefühl, wenn die Grenze zwischen drinnen und draußen verschwimmt, nur durch eine Glasscheibe markiert wird. Nach zwei oder drei Seiten ohne Wand einfach ins Freie blicken, ich liebe so etwas. Wenn du so aufwachst, der Tag beginnt wie ein wunderbarer Traum.

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Natürlich tritt dieser Effekt am markantesten auf im Erdgeschoss. Aber man kann das auch in Hochhäusern hinbekommen. Der Hauptunterschied ist nicht nur, dass du eine viel weitere Perspektive hast…außer den Vögeln kann dir auch niemand reinschauen. Darauf legen viele sehr viel Wert, gerade in Deutschland. The Germans want privacy.

Whatever. Warum so etwas sinnlos teuer sein muss, verstehe ich nicht. Was ist an großen Fenstern teuer?  Warum bleibt das solchen millionenschweren Projekten wie Oasis vorbehalten? Eigentlich kann das jeder Standard-Architekt, zum Budgetpreis.

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In Vollendung kannst du solche Wohnträume, zugegeben, natürlich am besten realisieren wenn du mit einem gut gefüllten Konto neu bauen kannst. Architektur im Auenland nennen sie ein Projekt des SEHW-Architekturbüros.

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Noch sieht es etwas steril aus, aber man könnte es ein wenig verwildern lassen. Als Landsitz, wenn du dem Trubel der Stadt entfliehen willst…ein schöner Traum.

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She doesn’t want to hide behind walls

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Fremde Federn: Porn. Panic. Ban

Nicht nur in Europa oder Amerika versuchen Moralwächter, die Freiheit des Internet einzuschränken im Namen der Moral. Applaus dafür ist ihnen garantiert aus der religiösen, konservativen und der Graue-Maus-feministischen Ecke. Nirgendwo ist das so extrem wie in Großbritannien, darüber habe ich hier schon geschrieben. Auch in Indien gibt es diese Versuche, nicht erst seit der extremistische Nationalist Modi an die Macht kam

Aber in Indien gibt es auch den lesenswerten Blog In Plainspeak – Talking about Sexuality in the Global South.  Bishakha Datta hat dort einen exzellenten Text publiziert „Porn. Panic. Ban.“, in dem sie argumentiert:

If we really want to have a meaningful conversation around porn, it’s time we stopped talking about its imagined harms. It’s time we started talking about actual harms. It’s time we started talking about the fault lines of consent. All sexually explicit material is not obscene, just as all naked bodies are not harmful. What is clearly harmful is publication and circulation without consent – be it in cases of rape or be it in cases of consensual sex which turn into “scandals” on circulation. Remember the Delhi MMS Scandal and the Karavali Scandal? Both cases of consensual sex + consensual filming turned digital porn without consent.

Have a look at this great website. Bald wirst du feststellen, dass der weiße Mainstream-Feminismus privilegierter Mittel- und Oberschichten in Europa und Amerika nur eine Karikatur ist.

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Fuck your puritan values

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Heldinnen: Nicola Thorp refuses high heels

Nicola Thorp macht Geschichte. Die 27jährige Britin wollte bei einer dieser elenden Subunternehmerfirmen namens Portico einen Job antreten, Empfangsdame bei der Reception von PriceWaterhouse Coopers. PwC ist sich natürlich zu fein dafür, solche Leute selbst anzustellen, das wird an Subunternehmer ausgelagert, die mies bezahlen und für jeden Mist, den sie bauen, verantwortlich gemacht werden können.

Nicola staunte nicht schlecht, als ihr erklärt wurde, sie müsse bei der Arbeit 2-4 Zoll hohe Absätze tragen. Obligatorisch bei Portico. Sie könne jetzt high heels kaufen gehen, falls nein, müsse wieder nach Hause gehen.

9 Stunden am Tag high heels? Are you mad? Das ist kaum auszuhalten. Photos of the bloodied feet of a waitress in Canada – who worked a full shift in high heels, part of the company’s dress code – have been shared more than 10,000 times on Facebook.

Für Harriet Minter, Guardian-Kolumnistin, ist der Fall klar: „Enforcing high heels in the office is the height of workplace sexism”.

Nicola war wütend und protestierte. Portico bliebt stur, diese Praxis sei im Dienstleistungsbereich üblich, Punkt. Nicola stellte fest, solche Dresscodes sind legal. Sie startete eine online-Petition. Sie war entschlossen, das zu ändern: „Twenty years ago women weren‘<t allowed to wear trousers in this job until someone spoke up.“ So she spoke up.

In kürzester Zeit sie erhielt 125000 Unterschriften für diesen Text.

Make it illegal for a company to require women to wear high heels at work – It’s still legal in the UK for a company to require female members of staff to wear high heels at work against their will. Dress code laws should be changed so that women have the option to wear flat formal shoes at work, if they wish. Current formal work dress codes are out-dated and sexist.

Jetzt muss das Parlament sich damit befassen. Portico hat übrigens seine Dresscodes bereits geändert. Aber jetzt geht es um das Prinzip.

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https://embed.theguardian.com/embed/video/uk-news/video/2016/may/11/woman-made-to-wear-heels-to-work-this-is-a-womens-rights-issue-video

Ironischerweise bekomme ich häufig Ärger WEIL ich high heels im Büro trage. Freiwillig, wohlgemerkt, und nicht 9 Stunden lang. Das sei unseriös. Haha. Kümmert euch doch endlich um eure eigenen abgewetzten, hässlichen Schuhe, ihr Idioten.

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These shoes were too beautiful to resist:-)

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