Gewaltexzesse und die politisch korrekte Reaktion darauf

„Ich habe noch nie so viele heulende Frauen gesehen“: Ein Bericht über die Silvesternacht am Kölner Hauptbahnhof. Einer von vielen. „Straftaten einer völlig neuen Dimension“, nennt es Kölns Polizeipräsident. In der Tat.

So ist es.

Ich will hier keine Kriminalistik betreiben. Wer war es, und so weiter. Ich bin nicht die Polizei. Ich will auch nicht darüber spekulieren, wie es eigentlich dazu kommen kann, dass in einer Nacht vor dem Kölner Hauptbahnhof 1000 Männer sich zusammenrotten und ein Sicherheitsapparat mit Vorratsdatenspeicherung merkt nichts. So etwas entsteht bestimmt nicht zufällig.

Ich gebe auch keine wohlfeilen Entsetzens- und Empörungserklärungen ab. Die kann man sich sparen. Das sind Dokumente der Hilflosigkeit, vor allem wenn sie von Justizministern oder anderen Verantwortlichen kommen.

Ich beschäftige mich mit den Reaktionen darauf.

Glaubt jetzt nicht, ich reihe mich ein in den Chor all derjenigen, die davor warnen, diese schrecklichen Ereignisse für rassistische Stimmungsmache zu nutzen.

Nein, das mache ich nicht.

Es ist logisch, dass so etwas für rassistische Stimmungsmache genutzt wird. Davor zu warnen, ist sinnlos. Die Rassisten daran zu hindern, genau dieses zu tun, ist viel schwieriger. Für die meisten leider zu schwierig.

Ich wundere mich vielmehr, wie ausgerechnet eines der feministischen Zentralorgane wie die „Mädchenmannschaft“ auf die Idee kommt, alles herunterzuspielen.

„Meine aktivistische Timeline bemüht sich gerade darum aufzuzeigen, wie rassistisch derzeit über die Gewalt in der Silvesternacht in Köln berichtet wird. Dort wurden Vergewaltigungen, Belästigungen und Diebstähle angezeigt. Gesprochen wird von Gruppengewalt und von vielen unbestätigten Personenzahlangaben. NRWs Innenminister Ralf Jäger wird zitiert:  “Wir nehmen es nicht hin, dass sich nordafrikanische Männergruppen organisieren, um wehrlose Frauen mit dreisten sexuellen Attacken zu erniedrigen…….Aber nein – diesmal gibt es die rassistische Nische, die dann auch von Kristina Schröder genutzt wird, um von “gewaltlegitimierender Männlichkeitsnorm muslimischer Kultur” zu sprechen, statt davon, wie der Umgang mit Gewalt, ihren Opfern und denen, die sie ausüben, generell so ist….

Mädchenmannschaft steht für sehr viele andere, die sich für links  und progressiv halten. Wären gewalttätige Sachsen über arabische Flüchtlingsfrauen hergefallen,  hätten die Ladies der Mädchenmannschaft kein Blatt vor den Mund genommen, kein Stereotyp über den primitiven Ossi ungenutzt gelassen.

In diesem Land der politisch korrekten sagen alle nur das, was sie schon immer sagen. Aber nicht das, was wirklich weiterhilft.

Der Justizminister ist empört, das war es. Falsch gemacht hat die Regierung nichts, anders machen will sie auch nichts. Bei Straftaten einer „völlig neuen Dimension“ sehr eigenartig. Der Innenminister sieht das Versagen bei der Kölner Polizei. Da hat er sicher recht, aber das allein war es sicher nicht. Die sehr peinlich überfordert wirkende Kölner Ober-Bürgermeisterin gibt Verhaltenstips für Frauen: halten Sie Abstand zu fremden Männern! Ich würde sagen: halten Sie Abstand von Köln, mindestens 100 Kilometer, wenn dort demnächst der Karneval ausbricht. Bei so einer Stadtverwaltung ist Ihre Sicherheit leider nicht zu garantieren.

Die liberale Öffentlichkeit dagegen, oh je. Wenn es Hunderte arabischstämmiger junger Männer waren, die sich in Köln zusammengerottet haben, warum darf man das nicht sagen? Ja es stimmt, nicht Ausländer belästigen Frauen sondern Arschlöcher. Das stimmt. Man könnte aber auch sagen, nicht Deutsche oder Sachsen haben die Flüchtlingsheime angezündet, sondern Arschlöcher. Man könnte sagen, nicht Amerikaner haben Vietnam in Grund und Boden gebombt, sondern Arschlöcher. Stimmt auch.

Es stimmt, aber es ist leider nur die halbe Wahrheit.

Ich möchte ehrlich sein: wenn ich vor Hunderten Männer stehe, wird mir ungemütlich. Erst recht nachts vor irgendeinem Hauptbahnhof. Wenn es aber Hunderte Senioren sind, wird mir nicht sehr ungemütlich. Wenn die Männer 15-35 Jahre alt sind, durchaus. Wenn es eine durchschnittliche Mischung von Männern ist, geht es noch. Wenn es fast 100% arabische Männer sind, wird mir sehr, sehr ungemütlich. Schon vor dem 31.12.2015.

Warum eigentlich?

Keine deutsche, europäische, amerikanische – und auch keine arabische oder türkische – Frau ist ehrlich, wenn sie behauptet, dass es ihr nicht so geht.

Es gibt ein Problem mit gewalttätigen Machokulturen unter jungen Männern mit arabischen Wurzeln in Europa. Wer das dementiert, lügt. Darüber muss man reden. es reicht nicht, darauf zu verweisen, dass auch andere Männer Machos sind oder dass die Welt sowieso schlecht ist.

Noch mehr: man muss etwas gegen diese Typen tun, die so auftreten. Sie müssen Angst davor haben, so etwas zu tun. Richtig viel Angst. Wer zulässt, dass die glauben, das sei ein Kavaliersdelikt, begeht ein Verbrechen – mir gegenüber, allen Frauen gegenüber, übrigens auch gegenüber arabischen Frauen. „Polizeibekannte Intensivtäter“ in Freiheit – das ist wohl eine deutsche Spezialität. Ich verstehe das nicht. Ihr müsst das endlich beenden. Wer Frauen überfällt, gehört hinter Gittern und zwar für sehr lange Zeit. Wer jeden Tag Touristen überfällt, auch. Dafür darf es keine „Bewährungsstrafen“ geben. Es hat nichts mit Freiheit und Demokratie zu tun, wenn man dagegen nichts tut. Mit denen darf sich niemand solidarisieren, vor allem keine Feministin.

Es gibt aber auch ein Problem mit rassistischen Denkmustern unter Deutschen, vor allem Ostdeutschen, vor allem von Sachsen, die alle Augen zudrücken gegenüber Gewaltkriminalität von ethnischen Deutschen, aber alle Anzeichen von Kriminalität mit Migrationshintergrund aufbauschen. Darüber muss man reden, noch mehr: das muss man ändern. Wir brauchen Medienberichte über kriminelle Karrieren ethnischer Deutscher – und wir brauchen repressive Maßnahmen gegen die Naziszene in Deutschland, die bisher viel zu viele Freiheiten genießt.

Es gibt auch ein Problem mit der Unfähigkeit und Naivität deutscher Polizei und deutscher Justiz, die gegenüber Gewaltkriminellen aller Art eine Laissez-faire-Mentalität zeigt, die komplett verantwortungslos ist. Wie kann ein Nazi für seine KZ-Tattoos nur Bewährung bekommen? Wie kann eine Kölner Polizei monate- und jahrelang eine organisierte Raubkriminalität – mit nordafrikanischen Wurzeln, ja – einfach so machen lassen? Wie kann eine deutsche Justiz solche Typen immer wieder laufenlassen? Warum ist die NPD nicht verboten? Warum werden Pegida-Aufmärsche genehmigt? Das ist alles ein Problem, und darüber muss man reden, auch wenn es nicht politisch korrekt ist. Noch mehr:  das muss man ändern. Deutschland, du hast ein Problem. Deine überzogene Toleranz gegenüber Gewalttätern, und die politische Verklärung dieser Toleranz als wäre dieser Unsinn die Essenz von Demokratie und Freiheit.

Aber ihr wollt das nicht ändern. Dafür müsstet ihr eingestehen, dass es aus dem Ruder läuft. Ihr wollt aber nur recht haben, recht behalten, alle. Von links  bis rechts.

An die Rechten appelliere ich nicht. Ich hasse und verachte sie.

An die Progressiven in Deutschland appelliere ich auch nicht mehr. Sie treiben mich zur Verzweiflung. Es gibt ein Problem mit der verklemmten politischen Korrektheit dieser Deutschen. Sie ist vor allem kontraproduktiv. Wer nicht möchte, dass Pegida und Nazis politisches Kapital aus Katastrophen wie Köln schlagen, muss alles offen benennen und etwas dagegen tun. Auch kriminelle Macho-Strukturen unter arabischen Migranten. Wer das verhindert, ist der beste Verbündete der Pegidas. Like it or not.

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Germans, I just don’t get what’s going on deep inside you.

 

Über sunflower22a

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35 Antworten zu Gewaltexzesse und die politisch korrekte Reaktion darauf

  1. westendstorie schreibt:

    Dem ist nix hinzuzufügen.. danke für diese gute objektive Zusammenfassung ♥

  2. Schirrmi schreibt:

    Absolut richtig – Du sprichst mir aus der Seele, die gleichen Gedankengänge diskutierten wir gestern.

  3. Matthias Eberling schreibt:

    Großartiger Text. Vielen Dank!

    Ich erinnere mich an eine Kollegin aus meiner Zeit als Wissenschaftler in Berlin. Sie war allein auf einer Reise durch die Türkei – kein Cluburlaub, sondern ein persönlicher Kulturtrip. Einer junger Mann hat versucht, sie zu vergewaltigen. Niemand war in der Nähe. Aber diese Frau, eine jüdische Amerikanerin mit Kampfsporterfahrung, hat dem Bürschchen erst die Fresse poliert und ihn dann bei der örtlichen Polizei abgeliefert. Noch während ihres Urlaubs kam es zum Prozess und der junge Mann bekam zwei Jahre Knast ohne Bewährung. Man kann über die Türkei viel sagen, aber das Land hat mir imponiert, als sie uns nach ihrer Rückkehr diese Geschichte erzählt hat.

  4. kormoranflug schreibt:

    Diese Grössenordnung von geplanter Zusammenrottung und geplanten Übergriffen durch Männer-Gruppen auf Frauen kann nur von jemanden geplant worden sein und ist bestimmt kein Zufallsprodukt aus einer Feierlaune heraus. Bei unseren Überwachungsmöglichkeiten derartiger Absprachen oder (bezahlter) verstärkten Steuerung sind mir diese Ohnmachtsbekundungen der Polizei ein Rätsel…..

  5. altautonomer schreibt:

    Wenn ich das hier lese, gruselt es mich:
    http://www.ksta.de/koeln/sote-rechtsextreme-verabreden-sich-im-internet,15187530,33065794.html

    Und die Polizei wird wieder mal das tun, was sie sowieso am besten kann: Antifaschisten verknüppeln, damit die rechte „Demo“ nicht behindert wird.

    • sunflower22a schreibt:

      „Ausländisch aussehende Menschen seien gefährdet und müssten gewarnt werden, sich an diesen Orten nicht aufzuhalten.“ – Grauenhaft. Wäre Deutschlands Sicherheitsapparat ernstzunehmen, wäre für ihn das der willkommene Anlass, am Dienstagabend in Köln die Naziszene in Aktion einzusammeln und für lange, lange Zeit hinter Gittern zu bringen. Nichts davon wird in Köln passieren. Man wird wieder darauf warten, dass die Opfer Anzeige gegen Unbekannt erstatten.

  6. MT schreibt:

    Genau wegen solcher Texte lese ich hier so gerne mit. Vielen Dank.

  7. Eike schreibt:

    Gemin! Bislang habe ich mit etwas über 40 noch nie so alt gefühlt.😉 Wenigstens weiß ich, dass ich nicht ins Beuteschema passe. Ich würde dem allerdings doch einen Link hinzufügen wollen. Einfach, damit man das Ganze auch juristisch einordnen kann. http://www.lto.de/recht/hintergruende/h/silvester-koeln-hbf-sexuelle-belaestigung-diebstahl/

  8. HairyComment schreibt:

    Hmm, die forderung nach härteren Strafen überrascht mich jetzt doch. Will nicht behaupten, dass ich die Details von Strafhöhen kennen würde, aber ist das Problem nicht viel mehr, dass die Polizei bei anhaltenden Gewaltverbrechen nicht früher aufmerksam wurde? Dass die Ermittlungen vielleicht zu spät beginnen?
    Man kann Menschen die schlimmste Strafe androhen – es wird niemanden interessieren wenn Täter nie gefasst werden.
    Die Psychologie sagt hier, dass harte Strafen nicht unbedingt ein Verhalten verhindern, da würde ich sagen man sollte ruhig überlegt das bestmögliche tun, nicht nach härteren Strafen rufen.
    Und ansonsten: weg mit völlig nutzlosen Überwachungskameras. Das Geld für Polizisten ausgeben, die dann auch mal mit offenen Augen Streife gehen. War der Kölner HBF vielleicht schon lange ein Gewaltbrennpunkt? Da würde ich eher mal nachbohren als Gesetzesänderungen zu fordern – das Verhalten ist bereits Strafbar, das muss aber auch umgesetzt werden!

  9. altautonomer schreibt:

    Wenn ich die Bloglandschaft zu Thema abgrase, stelle ich mit Entsetzen fest, dass selbst Linke und Feministinnen unter Berufung auf die gesellschaftliche Realität und die damit verbundenen Vergehen gegen das sexuelle Selbstbestimmungsrecht von Frauen durch deutsche Männer mit Kunstgriffen aus den Sozialwissenschaften und Statistiken (ja wissen wir doch: 70 % aller sexuell motivierten Delikte geschehen im sozialen Nahbereich – und ja: die Vergewaltigung der eigenen Ehefrau ist in Deutschland erst seit 1997 strafbar) mehr Verständnis in Gestalt von Plausibilitätserklärungen für die Täter zeigen, als für die Opfer, die gefühlt mehr und mehr aus dem linksintellektuellen Focus geraten. Das geht so weit, dass einige, die sich geschickt mit dem Verweis auf die noch nicht vollständigen Fakten arrogant einer eigenen Position entziehen, während andere sogar die Authentizität der Aussagen geschädigter Frauen anzweifeln. Auf Kosten sexistischer Verbrechen und Parteinahme für die Opfer wird hier stattdessen die eigene so verletzliche antirassistische Identität gepflegt.

    Beim Reaktorunfall in Fukushima und nach der Flugkatastrophe der German Wings im vegangenen Jahr wurde an den Stammtischen in Kleinbloggersdorf spekuliert, dass die Schwarte krachte. Eine VT jagte die andere. Und nun, da es sich um Mittelschichtsfrauen, mithin der sogenannten besseren Hälfte des Klassenfeindes (Jens Berger) handelt, wird Leuten, die Empathie mit den Opfern formulieren, die Rassismuskarte gezeigt.

    Dabei ging es in Köln in meinen Augen in erster Linie um einen testosterongesteuerten, maskulistischen, nicht einvernehmlichen Gangbang (nebst Raub) unter freiem Himmel, in Anwesenheit von über 140 bewaffneten Polizisten und -zig Überwachungskameras. Und zu diesem Skandal wird sich demnächst noch der des mangelnden Aufklärungswillens der Ermittlungsbehörden gesellen.

    • sunflower22a schreibt:

      altautonomer, besser kann man es nicht sagen! I love you!

    • MT schreibt:

      Guter Kommentar. Frage mich, was solche Blogger schreiben würden, wenn an Silvester in Köln ihre Töchter oder Frauen so belästigt worden wären. Ob da auch so ein Geschwurbel in den Blogs stehen würde? Wenn man den verlinkten Artikel aus der Süddeutschen durchliest, muss das ja ein Horrorszenario in Köln gewesen. Die Frauen und alle anderen Opfer tun mir sehr leid.

    • waswegmuss schreibt:

      Der letzte Satz hat es fast rausgerissen. Bis auf ein Wort: Testosteron. Wird mein nächster Artikel. Einer muss ja mal die Männer vertreten.

      • altautonomer schreibt:

        wwm: Wenn ich testosterongesteuert schreibe, meine ich nicht triebgesteuert. Ein Testosteronüberschuss bewirkt in erster Linie eine Steigerung aggressiven Verhaltens und des Leistungsvermögens. Testosteron (stero) gehört zur Gruppe der anabolen Steroide, die im Sport als Dopingmittel, unter anderem auch zum Muskelwachstum eingenommen werden.

        Die Gefahren für die Umwelt durch testosterongesteuerte Männer werden in dem Kapitel „Durch Steroide hervorgerufene Gewalt“ in dem Buch „Der Adonis-Komplex“ (dtv 2001)
        sehr gut beschrieben.

    • Bill Miller schreibt:

      Was wir momentan wissen ist, dass es sich um eine organisierte Gruppe von Kleinkriminellen handelte die mit dieser „Masche“ (begrapschen und die dann unaufmerksamen Opfern abziehen) schon seit einiger Zeit auch in anderen Städten „Erfolg“ hatte.
      Mit dem Esssen kommt der Appetit.
      Und so haben sich diesmal viel mehr davon eingefunden um so richtig abzusahnen. Sexuelle Aggressivität war, um im Bild zu bleiben, nur das Dessert.
      Wenn das so testosterongesteuert und maskulinisiert war, warum haben dann andere Männer die Frauen versucht zu beschützen anstelle brüderlich mitzumachen?
      Alle Männer in einen Sack zu stecken und draufzuhauen denn es wird ja immer den Richtigen treffen, ist nicht minder sexistisch als „Die Asylanten“ rassistisch ist.
      Warum die Polizei so ineffektiv agierte, ich werde den nagenden Verdacht nicht los, das das auch eine Art Rotherham-Effekt war.

  10. Annika schreibt:

    Du hast mir aus der Seele geschrieben! Besser geht’s nicht.

  11. Bill Miller schreibt:

    Fragen Sie gerade nach „Law & Order“?

    • sunflower22a schreibt:

      Nennen Sie es wie Sie wollen. Ich möchte weniger Gesetz des Dschungels, weniger Recht des Stärkeren. Wenn Sie das „law and order“ nennen, bitteschön.

    • Siewurdengelesen schreibt:

      Es geht m.E. nicht einmal so sehr um härtere Strafen, sondern eher darum, den bereits vorhandenen Strafrahmen zügig anzuwenden, um einen Effekt bei den Tätern zu erzielen. Das war auch ein Ansatz von Kirsten Heisig in ihrem kontroversen Buch ‚Ende der Geduld‘.
      Dieses Verschleppen von Festnahmen und den anschliessenden Verfahren ist ein Fehler und diesen muss sich auch die Kölner Polizei anheften. Was mir ebenso fehlt, es kann doch keiner behaupten, daß um Köln Hbf herum nicht zig Kameras sind. Keiner will da etwas aufgezeichnet/mitbekommen/reagiert haben???

      Es geht in Richtung VT, aber erst war 3 Tage lang nach Neujahr nur München das! Thema der Medien und auf einmal ‚platzt‘ dieser Vorfall über uns herein, bei dem es die Behörden scheinbar wieder haben laufen lassen. Mal davon ab, daß Fr. Reker in´s Schußfeld kommt, weil sie politisch nicht so aalglatt ist und daher eher aus dem Bauch Rede und Antwort steht (Interesse am Rücktritt?), schaltet spontan alles auf Flüchtlinge um bei den abgegebenen Täterbeschreibungen und die ganze Armada der üblichen Aussagen läuft wieder auf, nachdem das Plazebo München nicht geklappt hat.

      Und wo wir schonmal bei VT sind, womöglich stand die Münchener Terrorwarnung – über die sich inzwischen auch sehr laut ausgeschwiegen wird – sogar in Zusammenhang mit den Ereignissen in Köln, Hamburg und teilweise auch Stuttgart? Die Polizeikräfte waren ja dadurch andernorts gebunden…

      …auf jeden Fall ein sehr treffender und emotionaler Beitrag.

  12. altautonomer schreibt:

    all: Interessant und absolut nix VT ist das Interview mit dem ehemaligen Polizeibeamten und Insider von den Kritischen Polizistinnen und Polizisten Thomas Wüppesahl. Übeträgt man seine Erklärungen über das Verhalten der Ermittlungsbehörden nach den Brandanschlägen auf Flüchtlingunterkünfte auf die Kölner/Hamburger/Stuttgarter Vorfälle in der Silvesternacht, so mache ich mir bezüglich des Aufklärungs- und Verfolgungswillens keine Illusionen:

    https://www.freie-radios.net/73045

    13 Min., die sich lohnen

    • sunflower22a schreibt:

      13 Minuten die sich wirklich lohnen, danke.

    • Siewurdengelesen schreibt:

      Bestätigt letzten Endes bekannte Tatsachen innerhalb unserer Behörden:

      – Korpsgeist, in aller Regel rechts geprägt
      – bewusstes Vertuschen und Abwiegeln
      – inside jobs und Agent Provocateurs, um die Szene zu füttern und damit auch die eigene Existenz zu sichern
      – das typische Überhöhen linker und Abwerten rechter Gewalt, maximal wird es wie beim Verfassungsschutzbericht noch vergleichend egalisiert, obwohl Umfang und Folgen völlig verschieden sind (vergleiche das unterschiedliche Vorgehen bei Demonstrationen beider Lager bis zum Ermitteln und dem Verhalten der Staatsanwaltschaften)

      Das läßt sich lange fortsetzen und ergibt ein Bild, welches selten vom Schema abweichen dürfte. Der NSU-Komplex ist doch das beste Beispiel, dieser Terror wird verharmlost, Berichte vom Prozeß drehen sich nahezu vollständig um die Befindlichkeiten der Frau Zschäpe, während die Angehörigen der Opfer in den Medien praktisch nicht beachtet werden in ihrer Sicht dazu.

      Um nicht komplett abzuschweifen, hier noch eine Aussage zur Kritik an der Polizei:

      http://www.swr.de/landesschau-aktuell/bw/vorwuerfe-an-die-polizei-nach-koelner-uebergriffen-mannheimer-polizist-kritisiert-politiker/-/id=1622/did=16755528/nid=1622/1tfpxe2/index.html

      Jetzt wird der Ball schön zwischen Polizei und Politik gespielt…

      • altautonomer schreibt:

        Siewurdengelesen: Ergänzung!
        http://www.spiegel.de/panorama/justiz/koeln-das-steht-im-internen-polizeibericht-zur-silvesternacht-a-1070837.html

        Der Spiegel dokumentiert den zitierten Report leider nicht. Es fehlt für mich daher eine seriöse Quellenangabe, auf die angesichts der aufgeführten Details nicht verzichtet werden darf. Nehmen wir mal an, dass der polizeiliche Einsatz, wie behauptet, wirklich von 21.45 Uhr bis 7:30 Uhr gedauert hat, dann war doch ausreichend Gelegenheit, Hundertschaften selbst aus Nachbarstädten anzufordern.

        Seltsamerweise ist zum Schutz rechtsradikaler Aufmärsche immer genügend Polizei im Einsatz. Wenn z. B. 150 Glatzen in Dortmund auflaufen, befindet sich die Stadt in einem paramilitärischen Ausnahmezustand. 400 „Ingewahrsamnahmen“ und erkennungsdienstlicher Behandlung linker Gegendemonstranten stellen dann kein personelles oder logistisches Problem dar.

        • Siewurdengelesen schreibt:

          „stellen dann kein personelles oder logistisches Problem dar.“
          VT: Vielleicht sollten die Ereignisse so laufen, wie sie gelaufen sind, um die gewünschten und sich jetzt abzeichnenden Konsequenzen zu zeitigen?
          Und wieso fällt mir da ein schwarzer Donnerstag in Stuttgart ein, der das Ende eines massiven Bürgerprotests gegen den Unsinn S21 zur Folge hatte?

          Sollte das zu erwartende Ende dieser Sauerei das Abschotten der Bundesrepublik sein, haben die dort Beteiligten den Verfolgten von Krieg, Hunger und Gewalt einen echten Bärendienst erwiesen. Die rechte Szene schwebt bereits jetzt einen Meter über dem Boden und den Frauen wird es in ihren Rechten und ihrem Schutz nicht besser gehen, ähnlich dem Polemisieren in Fällen von Kindesmissbrauch. Das fällt dann vermutlich unter den Tisch der Ereignisse.

  13. Vox Populist schreibt:

    Noch mehr: man muss etwas gegen diese Typen tun, die so auftreten. Sie müssen Angst davor haben, so etwas zu tun. Richtig viel Angst. </blockquote

    Deutschland ist eben ein Wattebausch-Land, in dem man es Jedem und Allem Recht machen, vor Allem aber Niemandem wirklich weh tun will. Das deutsche Justizsystem ist gut darin, banale Alltagskriminalität zu verfolgen. Es ist geradezu drakonisch, wenn es um Urheberrechtsverstöße oder einen Joint zu viel geht. Es ist auf der anderen Seite ein System, das organisierter Kriminalität in all ihren Formen mit den derzeitigen Gesetzen und dem verfügbaren Personal bei Polizei und Gerichten nicht das Geringste entgegenzusetzen hat.

    Deshalb ist Deutschland ein Paradies für Geldwäscher und Steuerhinterzieher, von der Mafia bis zu Großunternehmen – "white collar" Kriminalität. Deshalb ist Deutschland ein Paradies für organisierte Rechtsradikale, wie auch für kriminelle Familienclans aus dem Libanon (Miri und Co.), Albanien, Türkei, Südosteuropa und jetzt eben aus Syrien, bzw. deren rein männerbündlerische Jungmänner-Versionen wie die Motorradrocker (Mongols und Co.), welche die Halbwelt (Türsteherszene, Prostitution, Drogen, Einbruch, Taschendiebstahl) kontrollieren und schwächere einheimische Kriminelle aus diesen Szenen komplett vertrieben haben – "blue collar" Kriminalität, wenn Du so willst.

    Aussagen wie diese hier

    Die Frauen sprechen direkt vor dem Kino Polizisten auf den widerlichen Vorfall an. „Dort standen bereits zwei andere weinende Mädels, die ebenfalls berichteten, dass sie festgehalten wurden“, so die 23-Jährige. Aber geholfen hätten ihnen die Polizisten nicht. „Eine Anzeige bringe sowieso nichts, haben die Beamten gesagt“, berichtete die Mutter eines weiteren Opfers.

    habe ich selbst schon vor 15 Jahren gehört, als ich im Nachtleben aktiv war und es immer wieder Stress mit Türken und Russlanddeutschen gab. Mehr noch: Uns haben die Beamten damals geraten, auf keinen Fall Anzeige zu erstatten, da im Falle dass es überhaupt zu einem Verfahren kommt, die Gegenseite über anwaltliche Akteneinsicht unsere Wohungsadressen bekäme – und dann eben mit Terror und Einschüchterung zu rechnen wäre. Das ist die Aussicht auf eine Verurteilung zu ein paar Sozialstunden von einem dieser Clanmitglieder dann auch niemandem wert, der nicht selbstmörderisch veranlagt ist.

    Das ist 15 Jahre her. Mittlerweile schüchtern diese Clans nicht nur Ottonormalbürger ein, sondern bedrohen auch ungeniert und ungehindert Richter, Staatsanwälte und Polizisten, schaffen ihre No Go Areas in Duisburg, Berlin und Co. wo die reguläre Polizei gar nicht mehr reingeht, sondern es nur noch SEK-Spezialeinheiten und Hundertschaften tun. Der „Recht“sstaat genießt bei diesen Menschen völlig zurecht keinerlei Respekt, weil er sich diesen Respekt eben nicht schaffen kann, oder schaffen will. Der deutsche Staat ist nicht in der Lage, eine Sprache zu sprechen, welche von diesen völlig anders sozialisierten Menschen verstanden wird.

    Wir haben es in 50 Jahren nicht geschafft, ein paar hunderttausend Menschen aus diesem inkompatiblen Kulturkreis zu integrieren. Jetzt sollen auf einmal Millionen integriert werden. Das wird nicht funktionieren. Köln wird nur ein Vorgeschmack auf die Herausforderungen ungehinderter, ungefilterter Einwanderung bleiben – und das bedeutet insbesondere für Frauen, dass sie sich in Zukunft buchstäblich warm (und möglichst wenig Haut zeigend!) anziehen dürfen. Da diese Einwanderungspolitik im Wesentlichen nicht von Männern, sondern von Frauen getragen, gefordert und verteidigt wird, gilt der alte amerikanische Spruch:

    The chickens come home to roost.

    Jede Frau welche mit dieser Politik nicht einverstanden ist, kann, mangels Waffengesetzen à la USA, nur noch ein paar Selbstverteidigungskurse besuchen, denn dieses Kind ist bereits in den Brunnen gefallen – diese Menschen sind da, sie sind jetzt unsere Mitbürger und werden zum weit überwiegenden Teil auch nicht wieder gehen.

  14. derda schreibt:

    Du fragst warum Pegida nicht verfolgt wird?
    Die Antwort ist recht schlicht: Weil das Demonstrationsrecht auch für rechte Dummkpfe gilt. Und ich bin ehrlichgesagt froh darüber daß man bisher nur für Straftaten, nicht aber für eine falsche Gesinnung verfolgt wurde. Man könnte auch deine MäMa wegen Hetze verklagen, da gibts genügend grenzwertiges Material online.
    Es war im übrigen recht unklug von der Genderfraktion die Solidarität zwischen Mann und Frau einseitig zu kündigen. Jetzt könntet ihr sie brauchen.

  15. altautonomer schreibt:

    Hab noch ein Schmankerl zur „Armlänge“:

  16. Sindbad der Seefahrer schreibt:

    Tja, es geht langsam los. Willkommen zur Overtüre der tragischen Oper Erlebnisland Bundesrepublik.

    Eingeleitert übrigens von einer Frau. Ob des Untergangs ihres geliebten und gelebten Heimatlandes mal Frau Heimatlos genannt. Die dümmste anzunehmende Verunsicherung die FDJ und Stasi zu bieten hatten. Danke schön an alle die diesen Dreck gewählt bzw. geduldet haben.

    Wer das nicht hat kommen sehen dem ist auch sonst nicht mehr zu helfen. Gefährdungslage wird ein Begriff werden der nun vom „Auslandseinsatz“ (bei mir übrigens Inbetriebnahme in wirklich kernigen Gebieten) in das ehemals heimelige Wohnzimmer schwappt. Es wird weitergehen. Nicht wegen Gut und Böse Moral oder Worten wie von Fräulein Sonnenblume. Nicht deswegen sondern weil es immer ein WIR und ein DIE gibt. Parallelgesellschaft ist der gesellschaftliche Normalzustand. Aber „damals“ waren DIE Beamte, Steuerberater, Ärzte und sonstige Gruppen der sog. Volksgemeinschaft die ihre separaten Alters- und Gesundheitsversorgungssysteme haben. Jetzt sind DIE habenichtse, bindungslose, heimatlose und was alles sonst noch zu „nothing left to loose“ gehört. Mit einer Religion auf die Sie im Zweifel jederzeit zurückgreifen können. Bald werden einige verstehen was mit den „satanischen Versen“ gemeint ist. Weil Sie diese am eigenen Leib erfahren werden.

    Der Staat kann da nicht schützen. Will er auch nicht, erklärtermaßen. Es geht ihn nichts an, da keine Posten und Pensionen winken und nur Kosten auf ihn zu kommen. Kein Personal, keine Ahnung und auch keine Mittel.

    Was er kann glaubt möge sich an Länder erinnern wo selbiger wütet. Kleines Beispiel wäre der Hort des Friedens Afghanistan. Nach Bundeswehr, US Army Marines Navy etc Einsatz. Oder Greece nach dem wirken der Apparatschiks.

    Was helfen würde: Das ganze selbst in die Hand zunehmen. Lokale Gruppen die mit den örtlichen Sicherungskräften zusammen arbeiten. Aber das wäre ja Igiitigitt ne Bürgerwehr. Auch noch Bürger, noch so ein Igittbegriff für die ach so kritischen Teddybärschwenker.

  17. HairyComment schreibt:

    Es war ja nur eine Frage der Zeit: Vorratsdatenspeicherung!
    http://www.metronaut.de/2016/01/koeln-silvester-buergerrechte/
    Und, siehe letzter Absatz: die Täter flüchten offenbar mit Flugzeugen.
    Stellt sich die Frage: sind Polizei und Politik hier tatsächlich so inkompetent oder doch involviert? Eine Involvierung scheint absurd, aber was absurd ist und was gängig geht in 10-20 Jahren fliessend ineinander über.

    • Siewurdengelesen schreibt:

      ‚Es war ja nur eine Frage der Zeit: Vorratsdatenspeicherung!‘

      Das war doch zu erwarten. Nachdem München so wie ein bißchen gefloppt ist, nimmt man eben diese durch´s Dorf getriebene Sau. Wie gesagt, sobald die Frage gestellt wird, wem das nützt und ein Politiker wäre kein Politiker, würde er nicht versuchen, eine solches ‚Geschenk‘ polemisch und ideologisch auszuschlachten, wenn es nur ansatzweise paßt.

      @Sindbad der Seefahrer

      ‚Was helfen würde: Das ganze selbst in die Hand zunehmen. Lokale Gruppen die mit den örtlichen Sicherungskräften zusammen arbeiten. Aber das wäre ja Igiitigitt ne Bürgerwehr.‘

      Sischer dat – so in etwa wie die Pfostentruppe DPHW oder wie darf das verstanden werden?
      Wer garantiert, das diese Dorfsheriffs kompetent sind und nicht im Eifer des Gefechts über die Stränge schlagen, von neutralem Einsatzverhalten ganz abgesehen?
      Solcher paramilitärischer Budenzauber wäre nicht nötig, wenn die Polizei ausreichend besetzt wäre, sowohl personell als auch mit Ausrüstung. Verantwortet übrigens von denselben Herren, die immer so mit mehr Überwachen, voller Härte des Gesetzes und Versagen der Kräfte vor Ort tönen!

      Und wenn wir dann alle ausländischen ‚Looser‘ rausgeworfen haben, bleiben uns nur noch die eigenen.
      Dann ist alles wieder gut und Frauen haben nichts mehr zu befürchten – falls sie denn mal die Küche und Kinder verlassen dürften – oder?

      Was Religion betrifft, bei den mutmaßlich durch die Blume als Bürger bezeichneten Montagsspaziergängern u.ä. *kritikern reicht der Respekt vorm abendländischen Christentum noch nicht einmal dazu, in der Adventszeit bis nach Neujahr auf den Vorbeimarsch an der Frauenkirche und dem Weihnachtsmarkt und das Grölen von Weihnachtsliedern zu verzichten, dafür aber u.a. auch in den sozialen Medien Kirchenvertreter anzupöbeln, die diesem Mummenschanz selber kritisch gegenüberstehen. Soviel dann auch zu der zu erwartenden Toleranz, Religiösität und Meinungsfreiheit, wenn diese Klientel etwas zu sagen hätte.

      Naja – paßt scho und was reg´ ich mich überhaupt auf, bringt doch eh nix…

  18. modepraline schreibt:

    Klare Worte – absolut verständlich. Und ich finde, jeder hat das Recht auf seine eigenen Meinung, solange er diese den anderen nicht aufzwingen will!🙂

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