Gottesstaat Irland

Oh, Europe. Erinnert ihr euch noch an die lächerlichen Fähnchenparaden von Pulse of Europe?  Nein? Egal. Macht nichts. Aber immer wenn solche Leute wieder von den „europäischen Werten“ sprechen, für die sie angeblich stehen, wird mir schlecht. Was bedeutet das denn? Hat das irgendeine Konsequenz?

In Malta, EU, wird eine Journalistin mit einer Autobombe in die Luft gejagt, weil sie die kriminellen Machenschaften der gesamten Herrschaftsclique ihres Mini-Staates veröffentlicht. Der Rest der EU? Macht nichts. Malta passt offenbar zu den „europäischen Werten“.

In Spanien, EU, lässt eine zentralistische Staatsgewalt Wähler verprügeln und eine gewählte Regionalregierung absetzen, weil die unabhängig werden will. Also das, was die EU in Kosovo mit Waffengewalt herbeigebombt hat, das Recht einer Region zur Loslösung vom bisherigen Staat. Auch Spanien passt offenbar zu den „europäischen Werten“.

In Irland, EU, finden zurzeit Mahnwachen statt für Savita Halappanavar. Savita what? You never heard of her, I am sure. It should have been a big issue, a reason for sanctions against this country.

Savita starb vor 5 Jahren einen mittelalterlichen Tod. In der EU. Ja, in der EU. Savita war eine Zahnärztin,31 Jahre, und sie stand vor einer Fehlgeburt. Aber in Irlands mittelalterlichem Rechtssystem ist eine Abtreibung verboten, weil eine esoterische Organisation namens „Katholische Kirche“ das so will, und die Politiker dieses Landes dieser Organisation jeden Wunsch erfüllen. Savita starb, weil man ihr die lebensrettende Abtreibung verweigerte. Sie haben es ihr offen gesagt, „it’s a Catholic thing“, eine Ideologie, die ihr als Hindu sch…egal war. Savita kam aus Indien, einem Entwicklungsland. Dort sterben schwangere Frauen, weil sie nicht genug Geld für einen Arzt haben. Aber nicht an einer mittelalterlichen Ideologie. Savita starb an dieser frauenfeindlichen Ideologie. In Irland, EU. Es gab große Demonstrationen für das Recht auf Abtreibung in Irland nach Savitas Tod. Passt das zu den „europäischen Werten“?

Offenbar ja. Genauso wie die systematische Steuerhinterziehung, die von Irland aus betrieben wird.

Bei dieser EU, es wird mir schlecht. Don’t support Pulse of Europe. Support Ireland’s progressive feminists (not the reactionary ones), such as feminist ire. Now in my newsfeed.  A great website. Highly recommended.

 

SAVITA ROUT.JPG

 

 

 

Über sunflower22a

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2 Antworten zu Gottesstaat Irland

  1. Pingback: Gottesstaat Irland — sunflower22a | per5pektivenwechsel

  2. Holger schreibt:

    Das ist wirklich schlimm; aber Deutschland ist da nicht viel besser. Schau‘ Dir mal diese Petition bei change.org an:
    https://www.change.org/p/deutscher-bundestag-informationsrecht-für-frauen-zum-schwangerschaftsabbruch?pt=AVBldGl0aW9uALTpvwAAAAAAWgAoXDat9%2BZjZGJjYjllNw%3D%3D&source_location=topic_page
    Die Frauenknechter/-verächter sind auch hierzulande sehr rege.

    Bezüglich der Arbeitnehmerrechte haben wir ja bereits ein globales roll-back durch den Neoliberalismus; ich denke die Frauenrechte sollen in dem Zug gleich mit rückabgewickelt werden. Dazu passt auch gut ein Artikel aus der Demokraten-Prawda (NYT), der mal das Frauenbild zu kommunistischen Zeiten beleuchtet:

    Das mit dem besseren Sex traf natürlich im Osten auch auf uns Männer zu. Wir haben ja direkt davon profitiert, dass die Frauen keine Existenzängste hatten. Mit Wende und Mauerfall war das vorbei, denn die Frauen haben sehr schnell gelernt, dich vor allem als Ressource für eine sorgenfreie Zukunft zu betrachten.

    Für mich als Ostdeutschen ist diese ganze Abtreibungsdebatte /Frauenrechtsdebatte so was von prähistorisch. Da wird über Eier gegackert, die im Osten längst gelegt und ausgebrütet waren.
    In der DDR gab’s die Pille kostenfrei auf Rezept. Abtreibung war kein Thema. Die Kirche war bei , nicht nur, bei diesem Thema aussen vor (da sollte sie auch wieder hin) und die Frauen mussten nur über die Gesundheitsrisiken aufgeklärt werden. Fiel die Entscheidung der Frau dann pro Abtreibung wurde das gemacht.

    Wenn ich heute mit Westdeutschen diskutiere, die von sich selbst meist ein Selbstbild als progressiv, feministisch etc. pp. haben, dann beschleicht mich oft das Gefühl in diesen Punkten mit einem Großinquisitor des 16. Jhdts. zu reden. Aber das passt, denn das alte BGB der BRD sah bis Ende der 1970-er Jahre ein Vetorecht des Ehemanns u.a. bei der Arbeit der Ehefrau vor. Sie hatte ihn um Erlaubnis zu fragen und er konnte diese verweigern, wenn er der Meinung war, dass darunter die Erfüllung der häuslichen Arbeit/ehelichen Pflichten leiden könnte.
    Soviel zum Thema modernes, aufgeklärtes Deutschland…..

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