Killerinstinkt

Ich wusste es war keine gute Idee, dass sie mich befördert haben. Ich wollte es nicht, aber irgendwann konnte ich es nicht mehr vermeiden. Soviel Diversität wie mit mir bekommt man selten auf einmal mit einer einzigen Person. Andere empfanden es als Kulturschock. Such a crazy woman as their supervisor. Schlimm genug, eine Frau als Vorgesetzte. Noch schlimmer, so eine.

Nein, sie haben mich natürlich nicht nur deshalb befördert. Das würde man vielleicht in der Politik tun. Aber wir müssen Geld verdienen, hier musst du was können wenn du hier arbeitest. Ja, sie wollten mich weil ich was kann, weil ich diesen Job kann, weil ich nicht nur die Diversität erhöhe sondern ich bin kreativer als die graugekleideten langweiligen Typen.

Aber viele langweilige graugekleidete Typen ertragen mich nicht. Ich bin eine Provokation. Ich lache zu laut. Ich trage Kleider statt Kostüme, zu bunte Kleider noch dazu, zuviel Schmuck. Zu rote Fingernägel. High heels. Zu sexy. Ich umarme Menschen zur Begrüßung. Wie furchtbar.

Sie ertragen erst recht nicht, dass ich oft wirklich besser bin. So stänkern sie gegen mich. Lauern auf den kleinsten Fehler. Einer ist ganz schlimm. Die am meisten verlogene Schlange der Welt. He begins to trouble me. I’m not obsessed with his guy. Not yet. He wants to get rid of me. So I must get rid of him before he gets rid of me.

I am changing. Metamorphosis.

Ich entwickele einen Killerinstinkt, den ich an mir noch nie beobachtet habe. Kalt, berechnend, ergebnisorientiert. Wenn ich das durchziehe, werde ich gewinnen.

Die Frage ist nur, möchte ich das, möchte ich so werden, möchte ich so etwas können.

Eigentlich nicht. Wenn du so etwas einmal durchziehst, bist du hinterher eine andere. Das macht mir Angst.

But maybe I should, maybe I have to. I have no choice.

 

I hate this guy so much, I could just kill him

Über sunflower22a

I am a mystery.
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16 Antworten zu Killerinstinkt

  1. westendstorie schreibt:

    Höre deinem Bauch ganz besonders zu….

  2. Provinz Ingenieur schreibt:

    Ich habe, seit ich arbeite, genau das selbe Problem.
    Soll ich mich zugunsten einer wie auch immer gearteten Kariere so verändern daß es klappt ? Muss das sein ? Ja, es muss.
    Und ich habe keine Kariere gemacht.
    Ich bin immer noch das kleine Arschloch, der Sackbearbeiter.
    ist das OK ? Muss es, sonst müsste ich mir ja die Kugel geben.
    Wenn ich mir jetzt aus meiner Warte die gleichaltrigen Typen anschaue, die „es geschafft haben“.
    Hm……..Es ist schwierig. What do you want from live sangen schon die Tubes.
    Für das Ego ist es in der Tat besser, mal „was zu sagen zu haben“.
    Aber der Preis ist hoch. Siehe oben.
    Von daher.
    By the way, Frauen können das wesentlich besser.
    Du wirst Deinen Konkurrenten so was von an die Wand spielen, ich weiß es.

  3. Anonymous schreibt:

    du weißt über dich nachzudenken und damit ist die Gefahr nicht ganz so groß. ich habe mich in den Ausdruck „deformation professionell“ verliebt, als ich ihn das erste mal hörte. „Die „professionelle Deformation“, die zum ophthalmologischen Leiden der „Betriebsblindheit“ zuzuordnen ist, bezeichnet den Drang, die eigene Realität als allgemeingültig zu erachten“ (springermedizin.at) Ich denke und hoffe immer noch, dass Distanz und Selbstreflexion hilft, nicht beruftlich verunstaltet zu werden. Glückwunsch zur Beförderung.

  4. kalypso schreibt:

    du hast immer du wahl – auf welcher seite du stehen möchtest.

    ehrgeizig, erfolgreich, reich, schick und schön………………..oder

    entspannt, gelassen, heiter und gemütlich.

    und denk dran: es wird immer einen geben – der besser ist als du!!

    und: falls du der spieler-typ bist, dann wirst du dich wohl eher aufs erste einlassen
    dann denke daran – man gewinnt nicht immer – und der preis ist manchmal sehr hoch.

    ist glaube ich auch eine charakter-frage!

    be the good – or be the evil

    have a nice weekend!

    • sunflower22a schreibt:

      die welt ist komplizierter…du kannst erfolgreich und schön sein und GLEICHZEITIG gelassen und heiter sein.🙂 Das ist echt kein Gegensatz.

      • kalypso schreibt:

        na wenn du meinst………………..

        meine erfahrungen sind da anders – but well…….

        in der liga in der du spielst hat erfolg immer mit wettbewerb und durchsetzungsvermögen bzw unterdrückung zu tun.
        ich bin besser als du.
        ich kann mehr als du
        ich intrigiere besser als du

        ich sage dazu nur „house of cards“ mit kevin spacey

        gelassenheit ist situationen sein lassen können, gegebenheiten so annehmen zu können wie sie kommen ohne sie zu verändern.

      • Vox Populist schreibt:

        Wenn Du Fußballspieler oder Schauspieler bist vielleicht, aber in der Geschäftswelt und der Politik ist das große Geld nur über das Klettern der Leiter zu erreichen. Und die damit einhergehende professionelle Deformation hat immer auch Einfluss auf den Charakter des Privatmenschen, auch wenn das je nach Natur bei Jedem unterschiedlich stark ausgeprägt sein mag – je nachdem, wie gut Deine Verdrängungskräfte funktionieren.

        Viele von unseren Politikern und Wirtschaftsbossen haben ihre Karrieren mal als junge Menschen voller Idealismus, Tatendrang und dem Wunsch begonnen, etwas Positives in der Welt zu bewegen. Die 68er sprangen als Tiger von Kommune und Kommunismus und landeten als Bettvorleger des Kapitals. Der anhaltende Flirt mit der Macht lässt niemanden unberührt.

        Nur Du selbst kannst entscheiden, wie viel an privaten Opfern Dir Deine Karriere wert ist. Du solltest Dir aber nicht selbt vormachen, dass es keine Auswirkungen auf Deinen Charakter haben wird, wenn Du Dich weiter nach Oben durchbeißt.

  5. HairyComment schreibt:

    Hmm, aber konzentrierst du dich da nicht zusehr auf dich?
    Wenn ich das richtig verstehe ist der Typ zwar auf dich fokussiert, aber allgemein unsozial. Falls das so stimmt stelle ich dir eine Frage: Wird er sich „besser“ (sozialer, kollegialer, …) verhalten wenn du ihn verschonst?
    Wenn man Angreifer gewähren lässt sehen sie irgendwann ihr Verhalten als Gewohnheitsrecht. Ich traue dir durchaus zu, von Situation zu Situation zu beurteilen ob du aggressiv bist oder dich und andere schützt…
    Bleib Tapfer!

    • sunflower22a schreibt:

      ich habe die softe tour schon probiert….erfolglos.

      • HairyComment schreibt:

        Nein, nein… ich meinte wenn jemand die harte tour anfordert geht die schon in Ordnung. Man sollte nur eben darauf achten, das nur auf Anfrage zu machen. Solange nur Leute aus dem Job gedrängt werden, die selbst versuchen andere abzusägen sehe ich Netto eine Verbesserung.
        Ich vermute mal, das Missverständnis kam aus meiner Frage: ich hatte die Antwort als „Nein“ angenommen.

  6. Provinz Ingenieur schreibt:

    Na siehste ? Geht schon los.
    Vergiss soft.
    Versuche aber auch nicht, den Typ zu zerstören.
    Bringt nix und kostet zu viel Energie.
    Nur in die Schranken weisen.
    Da Du…………. hier ich………
    Klare Grenzen, wie bei Kindern und Hunden.
    Es ist oft so einfach !

  7. kalypso schreibt:

    wie wärs denn mal mit der lektüre von:

    baltasar graiciáns “ weltorakel oder die kunst der weltklugheit“

    @ provinz ingenieur:

    total durchgenknallten grenzen sezten……harrharr…..ein psycho geht immer über die grenzen….

    you have to handle him………………….

    so – what you gonna do?

  8. Provinz Ingenieur schreibt:

    @Kalypso…Verdammt, Du hast recht !
    Jetzt verstehe ich den einen oder anderen Härtefall bei mir !
    Aber man kann dieses Klientel doch nicht mit der Faust disziplinieren.
    Das tragische ist, daß genau diese Leute zu Chefs oder Chefle, (schwäbisch, wie Spätzle)
    also zu kleinen Unterchefs, gemacht werden.
    Es ist eine absurde Welt.
    Und wie schon geschrieben, zerstören wird zur Lebensaufgabe.
    Manche nehmen Sie an.
    Boa…………..lieber nicht.

    • sunflower22a schreibt:

      nun, in meinem Fall wurde er NICHT Chef…und das erträgt er wohl nicht.

      • Vox Populist schreibt:

        Vielleicht sollte er die Firma wechseln und in irgendeinem uralten Familienbetrieb mit Dinosaurier-Patriarchen an der Spitze wechseln, wo Frauen nicht über Sekretärin oder Verwaltungskraft hinaus befördert werden.

        Gibt’s wirklich noch, solche Klitschen. Da würde er sich wie daheim fühlen.

  9. Provinz Ingenieur schreibt:

    Und wenn man sagt, leckt mich doch alle, macht Euren Scheiß alleine, ich kündige, findet man im neuen Job genau die gleiche Situation vor. Ha…
    Dann kann man noch ganz esoterisch sagen, das ist eine Aufgabe, die einem das Leben ( Schicksal ) stellt, und die man bewältigen muß.
    Früheres Leben u.s.w. bla bla.
    Alles Mist.
    Deshalb lieber kleines Arschloch.
    Ich hatte in einem früheren Job einen Kollegen, Staplerfahrer, ca. 55, echt cooler Typ.
    Der was im ersten Leben Geschäftsführer einer recht großen Firma !
    Also Endboß, um es mal mit Marteria zu sagen.
    Dann halt das Übliche, Herzinfarkt, dem Tod von der Schippe gesprungen.
    Der war absolut zufrieden ! Als Staplerfahrer. Hat auch den Rasen gemäht oder in der Schreinerei ausgeholfen. Irgendwie das einzig richtige. Man traut sich nur nicht, so was durch zu ziehen.
    Und Kohle ? Drauf geschissen, was will ich in St. Moriz, da hocken die ganzen Scheißtypen ja im Quadrat rum.

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