Ein Freibrief für die geheime türkische Polizei

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Momentan muss um jeden Menschen gefürchtet werden, der türkische Wurzeln hat, nicht wie ein Schaf hinter dem Demagogen Erdogan herläuft und von seinem Recht auf Freizügigkeit Gebrauch macht. Dass es gefährlich ist, vor allem für Türken aus Deutschland, eine Reise in die Türkei zu machen, hat sich bereits herumgesprochen. Dass nun auch in anderen europäischen Ländern die geheime Polizei des türkischen Diktators die Jagd auf alle eröffnet hat, die des Türkischen und des Verstandes mächtig sind, zeigt, mit wieviel Impertinenz der Diktator vorgeht und wie naiv und politisch unzurechnungsfähig zuweilen europäische Behörden agieren. Längst ist bekannt: die türkische Polizei ist überall und ihr Ziel ist es, Menschen einzuschüchtern und diejenigen zu jagen, die sich nicht einschüchtern lassen. So wie sie momentan agiert, scheint sie einen Freibrief zu besitzen.

Auch im jetzigen Fall, der Festnahme des Deutschen Schriftstellers in Spanien, fällt der deutschen Bundesregierung die eigene Appeasement-Politik vor die Füße. Die…

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Nowhere to go

Wir leben in verrückten Zeiten. Aber eigentlich, wahrscheinlich waren alle Zeiten immer verrückt, nur eben auf ihre eigene Weise.

Sharifa hat angerufen. Zuerst, ich habe sie gar nicht mehr erkannt, so lange ist es her dass wir hatten Kontakt. Sie war die älteste in unserer girls clique an der internationalen Schule in Jordanien. Eine stolze Ägypterin, umwerfend schön, umwerfend klug, reiche Eltern. One hundred percent upper class. Für sie war Ägypten immer etwas Besseres als die anderen arabischen Länder, she resented being out of the country. Immer war sie ein wenig unnahbar, aber dennoch, unsere clique war unzertrennlich. Lange her.

Sharifa braucht meine Hilfe, sagt sie. Sie kommt schon zwei Tage später zu Besuch. Sharifa hat Ägypten nach der „Tahrir-Revolution“ verlassen. Die Muslimbrüder-Regierung wollte sie und ihren Mann einsperren, ein Macho-Mob hätte sie auf der Straße beinahe vergewaltigt. Irgendwie beschaffte sich ihr Mann einen zypriotischen Pass, also einen EU-Pass, und sie gingen nach London.

Und jetzt, der Brexit droht. After being verbally abused by fanatic white nationalists in a supermarket, they look for the next country. Time to leave before they kick us out. Sie ist ein heimatloser Flüchtling geworden, sagt sie. Natürlich, sie ist nicht arm, viele andere hätten gerne diese materielle Sicherheit. Aber seit sie Ägypten heimlich verlassen musste, sie hat sich sehr verändert, sagt sie. London wurde nicht ihre Heimat, sie ist fremd geblieben. Aber nie dachte sie, bald auch dort wieder gehen zu müssen. Brexit hat alles geändert. They will have to leave, die Firma wird Jobs in the UK abbauen. Zypern, auch keine wirkliche Option. Sie denken jetzt nach, maybe Berlin? – Isabel, tell me, how is Berlin, why did you choose to go there? Is it a good place? Do you speak their weird language?

Sharifa, die Erhabene. Das bedeutet ihr Name. Sie war nicht sehr erhaben,  den Tränen nahe, als wir uns nach so langer Zeit wieder trafen. Alle ihre Lebensentwürfe in die Brüche gegangen. Ihr einziger Sohn, bei einem Verkehrsunfall gestorben. Die Heimat, verloren. Viele langjährige Freundschaften, von Misstrauen zerfressen. Und jetzt, wieder entwurzelt.

Was ist aus uns geworden, sagt sie. Ihr stolzes Ägypten, es ist eine Katastrophe. Schauen wir uns an, was uns geworden ist, aus vielen anderen Ländern. Nach dem Weltkrieg, nach dem Kolonialismus, wir hatten alle Möglichkeiten. Ägypten, Syrien, Indien, Indonesien, Kenya, Algerien. Nasser, Gandhi, Kenyatta, Sukarno. Stolze Patrioten. Ihr geliebter Vater, ein loyaler Diener Nassers, er war blind für die Fehler des Herrschers. Alle waren so. Sie hat endlos mit ihrem Vater gestritten. Mädchen, du verstehst das nicht, das sagte er immer, mit aller Liebe des Vaters für sein einziges Kind.

Sharifa fühlt tiefe Traurigkeit. Wir hatten alle Möglichkeiten. Wir haben nichts daraus gemacht. Wir haben die Demokratie vergessen, wir haben die Armen vergessen, wir haben die Ehrlichkeit vergessen. Wir haben nur an uns gedacht, das Volk begann uns zu hassen, und bald die Rattenfänger hatten leichtes Spiel. Als Sadat uns an die Amerikaner verkauft hat, wir waren schockiert. Als sie ihn erschossen haben, wir waren schockiert. Bald danach waren wir über nichts mehr schockiert, bald waren wir alle korrumpiert, politisch korrumpiert, materiell korrumpiert, spirituell korrumpiert. Deshalb blieb Mubarak so lange. Überall war es so. Schau dir Kenya an, schau dir Indien an, schau dir die Länder Arabiens an. Diktatoren und Korrupte überall. Haben wir noch Intellektuelle, die ihrem Land und ihrem Volk dienen wollen? Nein, vorbei. In den 50er, 60er Jahren, es gab sie überall in Kairo, in Damaskus, in Bagdad, in Delhi, in Jakarta, in Beirut. Sie waren unsere Hoffnung. Wenn sie Glück hatten, sie wurden ignoriert, wenn sie Pech hatten, verhaftet.

Sharifa fühlt sich jetzt überall fremd. Ihr geliebtes Kairo, unerträglich geworden. Europa, eine fremde kalte Welt. Noch vor wenigen Jahren, die natürliche Wahl wäre Istanbul gewesen. It is all going down the drain. Der Islamismus, der Hass zerstört unsere Kultur, unsere Seele. Wir haben ein halbes Jahrhundert verloren, und wir werden noch ein weiteres verlieren. How beautiful it could all have been, Cairo, Damascus, the Middle East, and what have we done. Unsere jahrtausendealte Kultur, wir könnten Weltmetropolen sein. We blame evil foreigners, yet they only exploit our own mistakes. Who can change all that?

So, Sharifa and her husband think of Berlin. I will welcome them, yet for how long? Again, the bugs are getting me, I’m feeling I need another place. Die Nomadin in mir erwacht wieder. Aber wohin? I don’t know. Maybe I’m getting old and should finally settle. Unlike Sharifa, I have the luxury to make up my mind just as I want. Thank you for reading this chaotic text, but that is how I feel today.

Kindred spirits

 

 

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Women and men – it’s complicated, part 2

Männer verführen Frauen, Frauen verführen Männer. Sie machen es ganz anders, auf ihre Weise, aber beide sind Teil einer wunderbaren Kunst, seit vielen Jahrhunderten. Aber, diese Kunst ist in einer Krise. In meinem letzten Blogtext, ich habe geschrieben wie die Männer sich aus dieser Kunst zurückziehen. Leider, Frauen tun es auch. Immer mehr. Sie wollen nicht mehr. Viele haben Sex mit sich selbst, das reicht ihnen. Aber auch die romantische Sehnsucht nach “the one and only” ist wieder Mode. Manche sind auch enttäuscht von Tinder & Co – weil sie dachten, ausgerechnet dort bekommst du „the one and only“.

Manche gehen sogar soweit, dass sie versprechen, no more sex until  the one and only arrives. I can’t believe it. Bruna zum Beispiel, she promised herself a year without sex. A year without sex  sounds crazy, like if you become a nun…that’s nothing for me. Aber, es hängt davon ab, was verstehst du unter Sex. Bruna hat 2013 das Projekt „The problem with dating“ gestartet. Sie will keinen casual sex mit Männern mehr haben, und endlich eine wirkliche Beziehung, und solange wartet sie. Jetzt schon über ein Jahr. Vielleicht forever. August McLaughlin hat sie interviewt.

It’s easy not have sex with anyone if there’s no one around that you want to have sex with”, klingt logisch. Aber für sie ist das trotzdem kein Verzicht, sie meint damit nicht Sex mit sich selbst. „I still had my guaranteed orgasms with myself, but not with guys with all the worries.

About a year and a half ago, after having sex with a guy she’d started seeing, Bruna felt empty because he wasn’t willing to commit. Recognizing this wasn’t a sole case but a pattern in her dating life, she took pause. “Why am I having sex with guys to try to lure them to stay?” she recalled asking herself. Determined to not let it happen again, she took sex off the table.

Bruna, I am not criticizing you. It’s allright. Yet, I am flabbergasted. Ich finde es ist eines der schönsten Dinge der Welt, einen Mann zu begehren und zu verführen. Er ist fasziniert von dir, willenlos er lässt sich führen. For one night, maybe, for two, maybe. But not forever. I love it, it is the spice in life. Aber, so viele Menschen haben davor nur eines: Angst.

Das schöne Spiel von Frau und Mann, es war schon immer eine Quelle tiefer Angst für viele Menschen. Sie fühlen sich unsicher, es kann schlimm enden. Sie haben es kriminalisiert, moralisch verdammt, sie haben uns verfolgt, getötet, erniedrigt. Aber sie konnten es nie auslöschen. It is in our genes.

Aber, es scheint, nicht bei allen. Women like Bruna may end up having sex with herself for the rest of her life. So sad, but it’s her decision. Zum ersten Mal in der Geschichte, wir haben alle Freiheit zu flirten, und immer mehr Frauen haben Angst davor. Und die Männer auch. I just don’t get it.

Isn’t it wonderful?

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Women and men – it’s complicated, part 1

Moderne Gesellschaften neigen immer mehr zur Individualisierung. Wie viele Leute verbringen mehr Zeit mit ihrem smartphone, ihren virtuellen „Freunden“ als mit anderen Menschen? Das verändert auch die Sexualität. Angeblich verlagert sich immer mehr in den cyberspace. Maybe, maybe not. Dennoch, Sexualität kannst du alleine mit dir selbst haben, oder zu zweit, oder in Gesellschaft. Do it as you like, everything is okay with me. Auch ich mache viel Sex mit mir selbst. Die sextoys von heute sind so super geworden, it’s almost like an orgasm guaranteed. No man can give you that. Machines are just better. Aber Orgasmus alleine ist nur ein kleiner Teil von Sexualität. Der intime Kontakt mit einem anderen Menschen, das kann dir kein sextoy geben – auch wenn dabei Orgasmus nicht garantiert ist. So, es ist traurig, wenn viele Menschen Sexualität zu zweit wollen aber es nicht mehr können (außer mit professionellen Dienstleisterinnen).

Bei einer schönen Dinner-Runde mit meinen liebsten Freundinnen haben wir kürzlich gemerkt, dass wir erotische Abenteuer mit Männern in den letzten Jahren fast exklusiv selber initiiert haben, nicht die Männer. No problem, it’s okay. We’re good at it. Aber eigentlich, warum kommt das nicht mehr von den Männern? Schließlich, auch wir sind manchmal bequem, und einen Flirt initiieren, das ist harte Arbeit. Früher haben das die Männer gemacht. Almost exclusively. It was their job. Heute sind sie bequem und überlassen uns den Job.

Warum ist das so? Vielleicht, manche sind bequem geworden. Maybe. Vielleicht, wir sind schneller. Maybe. Sind wir so unattraktiv geworden, dass keiner mehr sich für uns interessiert? No way. Aber vielleicht, viele Männer haben Angst. Eine Frau zu verführen, das kann heute leicht nach hinten losgehen. Melanie Curtin beschreibt in einem bemerkenswerten Text, wie schön sie es findet, wenn sie bei Männern nicht nur neutrale Gefühle, als wären es asexuelle Wesen, sondern  Erotik empfindet. Und sie stellt sich vor, wie schwierig Sexualität für Männer heute vermutlich ist:

I got the sense that somewhere in his past, whether it was his mother or sister or father or brother or middle school friend or grandparent or childhood rival, someone had shamed the shit out of him for his sex. Maybe it was his mother walking in on him masturbating and screaming, “You’re disgusting!! Not in this house, not ever!” Maybe it was an unconscious sister who caught him checking out her friend and said, “Ewww, gross! You’re so nasty. You’re such a perv.” Maybe it was a classmate who saw him noticing a girl in math class and said, “She said she sees you looking at her and thinks it’s creepy. She says you’re creepy.” Maybe it was all of these things, repeatedly. Daily. Nightly. Or maybe it was just a few, which, when taken together, when compressed into a man’s experience of himself, is agonizing to contemplate. Because all that shame creates a cauldron of self-loathing; all that disgust leads to the crushing of that little boy/man’s spirit; and all that tamping down on instincts so basic they literally ensure the propagation of the species, has a tremendous cost.

Es gibt plumpe Anmache, und es gibt die Kunst des erotischen Flirts. Beides hat nichts miteinander zu tun. Wir sollten plumpe Anmache ablehnen, aber die Kunst des erotischen Flirts kultivieren. Vermutlich sind die meisten Menschen heute zu dumm, das zu unterscheiden.

Ja, es ist gut wenn Frauen vor aufdringlichen Männern Ruhe haben, und das soll so bleiben. Aber, daraus haben sex-negative fundamentalistische Feministinnen ein Flirtverbot gemacht. Faktisch, nicht offiziell. Männer haben es verinnerlicht. Die jahrtausendealte Kunst der erotischen Verführung ist in Gefahr. Natürlich, die Voraussetzung ist, der Mann respektiert dich, möchte ein schönes erotisches Abenteuer nicht nur für sich sondern auch für dich. Am besten, er will es vor allem für dich. Weil du schön bist, sexy, erotisch, eine Göttin. Jetzt müssen wir die Männer ermuntern, wieder etwas mutiger zu werden und ab und zu einen Flirt zu initiieren. Für uns.

Love me passionately. I need a hero. I’m holding out for a hero ‚til the end of the night.

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Kritik an Israel wird verboten

Wenn du keine Argumente mehr hast, dann musst du eben zu Repression greifen. Das ist das Motto der Israel-lobby in USA und Europa, so sieht es aus. Das Recht auf Meinungsfreiheit wird immer mehr eingeschränkt durch Gesetze, die die Unterstützung für einen Boykott gegen das israelische Besatzungsregime kriminalisieren. In Frankreich darf man keine T-Shirts mehr tragen mit Boykottaufrufen gegen Israel, 12 Aktivisten wurden bereits verurteilt. Britannien hat einige Verbote beschlossen: alle öffentlich geförderten Institutionen und Kommunal-Parlamente dürfen keine Israel-Boykotte mehr beschließen. Jetzt liegt ein Gesetzentwurf im US-Kongress, vorgelegt von 43 Senatoren aus beiden Parteien, und von 234 Representatives, mit der die Unterstützung von Israel-Boykottaufrufen zum Kapitalverbrechen erklärt wird. Unter den Unterstützern sind extrem rechte wie sehr „progressive“ Abgeordnete – PEP, „progressive except on Palestine“. Es drohen Strafen von mindestens $250,000, und Höchst-Strafen von $1 million und 20 Jahre Gefängnis. Inspiriert ist das von der aggressivsten aller Israel-Lobby-Organisationen, AIPAC, die den halben Kongress unter Kontrolle hat und das extremste Problem ausländischer Kontrolle über ein Parlament weltweit ist. Nicht russische Einflussnahme ist das Problem in Washington, Israel ist das Problem. Stell dir vor, du bist für einen Israel-Boykott, und dafür bekommst du $1 Million Strafe und 20 Jahre Knast. Ganz viele Leute, die so einen Polizeistaat wollen, sitzen im US-Kongress. Andrew Sullivan beschreibt hier, was dir in Washington geschieht, wenn diese kriminelle Truppe namens AIPAC dich ins Visier nimmt.

Erst jetzt wachen die Kritiker auf, obwohl AIPAC diesen Vorstoß sogar öffentlich ins einem Jahresprogramm für 2017 angekündigt hatte. Die American Civil Liberties Union (ACLU) hat einen Alarm-Brief an die Abgeordneten geschickt, in dem sie kritisieren: Dieses Gesetz „would punish individuals for no reason other than their political beliefs.” Ganz klar, so etwas hat keinen Platz in einer Demokratie, und jedes Oberste Gericht oder Verfassungsgericht (wenn es noch unabhängig ist) kann so etwas nur stoppen.

Auch in vielen US-Bundesstaaten, die Israel-Lobby versucht ihre Gegner und die Palästina-Solidarität zu kriminalisieren. Sie hat aber schon Rückschläge erlitten: in Oregon hat das Parlament diese Vorschläge verworfen, in California die regierende Democratic Party. Aber im U.S.Congress, es kann sein dass diese Vorschläge durchgehen. So wie die Lage in Palästina eskaliert, und die Israel-Lobby immer repressiver gegen ihre Gegner vorgeht, sie werden am Ende das Gegenteil erreichen. Es wird Zeit, dass die progressiven Bewegungen in Europa, in USA ihr Schweigen zu Palästina und ihre Feigheit gegenüber Israels Kolonialismus beenden. Sonst sie bereiten den Boden für die nächste Kriminalisierung unbequemer Ansichten. Wenn diese Gesetze bestehen bleiben, es ist ein Präzedenzfall mit ungeahnten Konsequenzen.

If they apply this law to overseas Americans, I may soon end up in jail

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You buy it – but you don’t own it

Es war so eine schöne Lampe. Modernes LED-Design, I loved it. Aber, sie ging kaputt. Vor der LED-Zeit haben wir die Glühbirnen gewechselt, das Problem war gelöst. Heute sind viele Lampen „kaputt“ weil das LED-device kaputt ist, und es ist fest integriert. Wir alle kennen es: wir werfen Geräte weg, die eigentlich nur eine kleine Reparatur brauchen, vielleicht ein neues Ersatzteil, aber du kannst sie nicht mehr reparieren. Erstens du weißt nicht wo du sie reparieren lassen kannst – aber selbst wenn, es ist normalerweise viel zu teuer. Product waste by design.

Viele Verbraucherschützer behaupten es, die Industrie dementiert es – aber ich bin sicher: die „geplante Obsoleszenz“ ist Realität. Die Hersteller wollen keine langlebigen Produkte herstellen, sie wollen dass du immer wieder neue kaufst. „Jedes Jahr ein neues Smartphone“, sagt Vodafone, und du glaubst, du bist eine Idiotin, wenn dein Smartphone schon 2 Jahre alt ist.

Aber vielleicht passiert jetzt etwas. Das Europaparlament (ausgerechnet die…) wird aktiv, berichtet EU Business. Europe’s Parliament called on the Commission, Member States and producers Tuesday to take measures to ensure consumers can enjoy durable, high-quality products that can be repaired and upgraded. Pascal Durand hat das initiiert und er möchte, dass alle Produkte wieder repariert warden können, dass Akkus und Batterien wieder ausgetauscht werden könne, dass Ersatzteile überall erhältlich sein sollen und so weiter. Die beschlossene Resolution will auch gegen „planned obsolescence“ vorgehen:

Calls on the Commission to propose, in consultation with consumer organisations, producers and other stakeholders, an EU-level definition of planned obsolescence for tangible goods and software; calls on the Commission, furthermore, in cooperation with market surveillance authorities, to examine the possibility of establishing an independent system that could test and detect the built-in obsolescence in products; calls, in this connection, for better legal protection for ‘whistle-blowers’ and appropriate dissuasive measures for producers;

Sehr gute Idee!

Genauso, es wird Zeit gegen die schlechte Praxis vorzugehen, dass immer mehr Konzerne ihre Produkte mit „Copyright-Ansprüchen“ davor schützen wollen, dass die Käufer (=Eigentümer) damit machen was sie wollen. In der Konsequenz kaufst du zwar das Gerät für teures Geld, aber du besitzt es gar nicht sondern erwirbst nur eine Lizenz zur Benutzung. Das ist die Implikation. Traktorhersteller John Deere hat Schlagzeilen gemacht, weil er Bauern verbieten will, dass sie ihre Traktoren selber reparieren und dafür in die Software des Traktors eingreifen. Wired schreibt, „We Can’t Let John Deere Destroy the Very Idea of Ownership”. So true. Meistens besteht die Reparatur nur aus einem Software-Update. “Deere charges $230, plus $130 an hour for a technician to drive out and plug a connector into their USB port to authorize the part.“

Weil sich die Bauern nicht mehr von den teuren John Deere-Reparaturen abhängig machen wollen, sie greifen zu Hacker-Software aus der Ukraine. Zum Glück, es gibt noch den Wilden Osten, wo man die Copyright-Gesetze nicht so ernst nimmt. Jetzt muss man schon seine eigenen Geräte hacken, weil die Machtansprüche der Konzerne immer absurder werden. Wie das in Deutschland aussieht, ist nicht bekannt – wahrscheinlich sind die Deutschen zu brav und bezahlen lieber.

Es gibt jetzt eine Gegenbewegung, für das Right to Repair. Das US Copyright Office macht vorsichtige Bewegungen in diese Richtung, dass man die Copyright-Idee nicht für solche Machtasnprüche von Konzernen missbrauchen lassen sollte. Motherboard glaubt sogar, “The US Government Wants to Permanently Legalize the Right to Repair”. Ich glaube, das ist überoptimistisch. The crackpots running the US are far too corporate-friendly for such a move. Aber, diese Idee gewinnt an Unterstützung, sie wird zu einer Bewegung. We have to fight back the corporate takeover. The right to repair is one important step. Thanks for reading such a long text.

This machine has worked for almost a hundred years

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Reblogged – heute mal ein Produkttest :-)

Zuwachs in der womanizer-Familie. Mit dem womanizer 2GO kommt das Orgasmuswunder jetzt endlich auch im Handtaschenformat auf den Markt und bringt gleich noch eine ganze Reihe weitere Verbesserungen mit sich. Welche das sind, erfährst du in unserem womanizer 2GO Produkttest.

via Womanizer 2GO im Test – Sexspielzeug im Lippenstiftformat — Erotikportal erosa.de: Die schönsten Seiten der Erotik

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