Broken stiletto

Isabel was looking forward to this reception. A wonderful networking opportunity. Ja, manchmal  kommt es vor, dass sie denkt an ihre Karriere. Beziehungen sind alles. Nirgendwo man kann sie besser knüpfen als bei einem exklusiven Empfang, mit einem Glas Sekt. Tagelang, sie dachte darüber nach, was für ein outfit ist das richtige. Elegant, aber nicht zu elegant denn das ist arrogant. Seriös, aber nicht zu seriös, denn das ist langweilig. Sexy, aber nicht zu sexy, denn das gilt schon wieder als unseriös. Du möchtest auffallen, nicht in der Menge untergehen, aber nicht zu sehr. Such a difficult decision. Die meisten nehmen das „kleine schwarze“ und glauben, das ist die sicherste Variante. Aber wenn alle das tun, es ist keine gute Idee.

Am Ende, sie entscheidet sich für rot. Alles rot. Ein rotes Kleid, kurz aber nicht Mini, viel freier Rücken aber doch gut verdeckt von den Haaren, rote Tasche, und rote Stilettos. Super chic. She will stick out of the crowd, she is sure.

Der Plan, ein wenig früher da zu sein, klappt nicht. Im Büro ist zu viel los. Sie muss sich anstrengen, nicht zu spät zu kommen. Schnell umziehen, und ab ins Taxi. Und dann, das Unglück passiert. Beim Aussteigen, der Absatz bricht ab. Krack. This is so awful. Die anderen Schuhe sind im Büro, aber sie würden sowieso überhaupt nicht passen.

So what?

So what?

Isabel is frustrated. High time to show up at the reception, no time to lose. Absolutely no time to go shopping or home for new shoes. But no way to show up with broken shoes.

So what?

Skip the reception? Better than showing up very late.

Skip the reception? Too important.

Hilfe.

Isabel makes a bold decision.

Sie geht barfuß. The red nail polish fitting nicely. Sie gibt die kaputten Schuhe an der Garderobe ab.

Sehr interessanter Empfang. Schöne Gespräche. Gutes Gefühl. Aber, natürlich, Isabel wollte nicht ganz so sehr auffallen wie sie ohne Schuhe und mit dem roten Kleid nun auffällt. Natürlich, die Leute fragen sie, warum. Die rationale Antwort, sie wäre: die Schuhe sind kaputt. Aber nach einem Glas Sekt und das Gefühl der Erleichterung, Isabel kichert und sagt, oh es ist die neue Mode.

Neue Mode? Barfuß? Staunen.

Ja, neue Mode, aber natürlich nicht für die Straße. Und nur mit Nagellack, farblich passend. Gefällt es Ihnen nicht? – Doch, natürlich, es ist sehr schön. – Smile.

Die Leute schauen etwas irritiert. No surprise, die meisten Männer finden es lustig, die meisten Frauen nicht. Es war nicht so gut für die Karriere. Isabel’s signature message was, once again, she is too unconventional. Das war nicht der Plan. Ein bisschen unkonventionell, aber nicht zu sehr. Das war der Plan. Aber es hat nicht geklappt. Keine Karrierepromotion heute abend. Vielleicht, es war besser so.

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They were so beautiful…

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Jeremy Corbyn

Die Briten haben gewählt. It was Sanders reloaded. Wahnsinn. Die Jugend wählt überwältigend für einen alten Mann, der stolz darauf ist, seit 34 Jahren im Parlament treu zu seinen Prinzipien steht. Ein Sozialist – ein echter, kein fake socialist. Eine Horror-Vorstellung für die Medien, für das Establishment, für die City of London, die Zentrale der internationalen Finanzkriminalität.

Ich bin begeistert. Ja. Das kommt selten vor. Politiker begeistern mich eigentlich – nie. Normalerweise, ich wähle nicht. Aber Sanders, ich musste es tun. Alte Männer begeistern die Jugend, weil sie im Gegensatz zu den „jugendlichen“ neoliberalen Popstars wie Trudeau und Macron keine Masken sind, sondern ehrlich. Sie haben Charakter. Sie haben bewiesen, dass sie ehrlich sind, nicht korrupt sind, dass sie nicht mit dem Mainstream mitschwimmen. Sie haben bewiesen, dass sie gegen eine formidable Medienblockade Millionen Menschen begeistern können – im Gegensatz zu Macron-Trudeau sind sie keine Medienprodukte, keine fake innovators.

Eigentlich, es ist crazy. Why in the world sind die jungen Menschen nach Jahrzehnten des Neoliberalismus zwar satt davon, wollen etwas anderes – aber sie wissen nicht wie. Sanders, Corbyn, auch Frankreichs Melenchon – sie wurden erwachsen Jahrzehnte vor dem Neoliberalismus, sie kennen noch andere Zeiten. Sie wissen noch, wie man Menschen mit Substanz und Charakter begeistert – und sie kombinieren es mit moderner Technik, nicht nur social media, Melenchons Hologramme sind … just wow. Aber die 30-40jährigen Politiker, sie sind nur grinsende neoliberale Fakes, plastic people. Warum?

Ich bin etwas dazwischen. Nein, viel jünger als Sanders und Corbyn, aber ich bin auch schon älter als die Kunstfiguren à la Macron-Trudeau. Sanders und Corbyn kommen mir so viel moderner, eigentlich jünger vor als die anderen. Heute, die Revolutionäre sind 70 und die Wächter des Neoliberalismus sind 40…und die Anhänger der Revolutionäre sind 20-30. Sie sind hungrig nach echten Vorbildern, nicht nach plastic people.

Alte Männer, sie werden unterschätzt. Ich habe das hier schon einmal geschrieben. They can be fascinating. Alte Frauen natürlich auch. Aber, ich muss ehrlich sein, wir haben heute mehr Frauen in der Politik, mehr junge Frauen vor allem. Aber was bewegen sie? They are as boring as their male counterparts.

Was sagt uns das? Young people need more and better orientation, and they don’t get it from other younger people. I believe it is because students today have no time any more. Education has become poisoned by the efficiency ideology, by poisonous neoliberal dogmas. You have to pay huge fees for education, so you cannot afford to stay idle, to think about a revolution, a better world. Let’s give young people more time in their formative years, and we will get less plastic people and more people with character.

She is really into old men

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Trends – woher kommen sie?

Was heute modern ist, morgen ist es altmodisch. Was heute altmodisch ist, schon morgen es ist wieder Trend. So war es wohl schon immer. Mode, Musik, Essen. Aber warum? Ich habe noch nie verstanden, wie solche Trends entstehen. Wie funktioniert das? Fängt jemand an mit einem neuen Trend, und alle folgen? Fangen viele gleichzeitig an? Lanciert es jemand geschickt, der damit Geld verdient? It is a mystery to me.

Im Zeitalter von social media, es ist vielleicht einfacher Trends zu lancieren. Einerseits. Aber andererseits, es ist wohl auch schwerer, weil es so viele gibt, die irgendwelche Trends lancieren wollen und so ist die Diversität vielleicht so groß, dass es keine einheitlichen Trends mehr gibt. Es gibt vielleicht Trends bei der Jugend, oder bei anderen Gruppen, aber nicht unbedingt für die ganze Gesellschaft.

Dennoch, die Frage bleibt. Wie entstehen solche Trends? Wmagazine hat in einem interessanten Feature diese Frage gestellt: “Are Trends Dead, or Are They Just Being Recycled in an Endless Loop? „Where do trends come from? Are they cycling faster than ever before, or not fast enough? And what eventually kills them?

Sie haben dafür verschiedene Leute gefragt, und eine Vielzahl Antworten bekommen. Es scheint, heute können die Modeindustrie und Musikindustrie (gibt bes die überhaupt noch?) weniger kontrollieren als früher wie Trends entstehen. „But these days with technology, trends are also coming from much more obscure resources and places than one would think.„, sagt Roopal Patel, Mode-Chef von Saks Fifth Avenue. Manche Trends kommen von Teenagern auf Instagram. Wellness und eco-consciousness aber kommen sicher nicht von Teenagern, dahinter stecken Erwachsene mit Geld.

Claire Distenfeld von Fivestory meint, Trends bleiben heute länger weil sie heute viel mehr Möglichkeiten haben, sich auszubreiten. Aber man kann deshalb auch zum genauen Gegenteil kommen: wir werden heute derart mit visuellen Informationen überflutet, dass ständig etwas Neues kommt. Roopal Patel sagt, es gibt beides – Leute, die sofort jeden vermuteten Trend übernehmen und genauso schnell wieder abwerfen – und andere, die das erst tun, wenn die andere Gruppe schon beim nächsten Trend ist.

In this way, we can perhaps all agree that trends are more ubiquitous and easily digestible in 2017, but as a result they’re reaching different people at different times, meaning their cycle is more like crashing waves, rather than a bell curve.

Well, this is a non-statement. Ich werde nicht schlauer. Auch mit Wmagazine nicht, aber schaut euch ihre irre gif-Grafik an, schon das lohnt den Click. Aber mein Gefühl sagt mir, die welt ist heute so vielfältig, dass es immer schwerer wird, wirkliche Massen-Trends zu bekommen, sondern es gibt immer mehr unterschiedliche „Szenen“, die für sich ihre Trends leben, unabhängig vom Rest der Welt. Call it parallel realities and be worried. Or call it diversity and be happy. There’s always more than one way of looking at things. Aber woher Trends kommen, ich weiß es immer noch nicht. Maybe we will never know. Vielleicht ist das auch besser so.

Is this a past or future trend?

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Mata Hari

Wovor haben Männer wohl am meisten Angst? Vor unabhängigen Frauen, die keine Männer brauchen oder (noch schlimmer) Männer nicht ernst nehmen. Im Mittelalter wurden in Europa solche Frauen als Hexen verbrannt. In den meisten anderen Kulturkreisen, es ging – und geht – ihnen nicht viel besser. Femme fatale, das ist der Alptraum der Männer.

Vor 100 Jahren starb die original Femme Fatale durch ein Erschießungskommando. Margaretha Geertruida Zelle aus Leeuwarden, Niederlande – bekannt unter dem Namen Mata Hari. Mit 18 wurde sie in der niederländischen Kolonie Indonesien an einen gewalttätigen Alkoholiker verheiratet. Acht Jahre musste sie ihn ertragen, dann gelang die Scheidung. Um ihm zu entfliehen, studierte sie traditionellen indonesischen Tanz und nannte sich Mata Hari, indonesisch für „das Auge des Tages“, die Sonne.

Sie ging nach Paris und begann ihre sensationelle Karriere als exotische Tänzerin. Sie wurde rasch ein Star, und so bekam sie Zugang zur High Society. Sie genoss das Leben und verführte viele wichtige Männer. Leider war ab 1914 der Weltkrieg, und diese Frau aus den neutralen Niederlanden wurde bald verdächtig. Der Krieg lief schlecht für Frankreich. Ohne die Unterstützung der Briten hätten sie längst gegen die Deutschen verloren. Scapegoats were needed to prevent mutinies.

Mata Hari brauchte Aufenthaltserlaubnisse für Frankreich. Sie war erpressbar.

The deal went something like this—If you want to see your hot young BF then we want you to fuck some information out of a few German colonels. We especially want you to fuck the German Crown Prince Wilhelm and get all his secrets. Mata Hari was also offered a bagful of cash. It may have been the cash incentive that made her say “Okay, sure. When do I start?”

The problem with the devious French plan was that Crown Prince Wilhelm knew nothing. He was an idiot. A wastrel who liked whoring, drinking, playing soldiers and pulling his pork. How the French military intelligence (the Deuxième Bureau) thought they could learn anything useful from Clown Prince Wilhelm is utterly baffling. However, Mata Hari went off to Germany in a bid to get the inside skinny.

Unfortunately the Germans knew Mata Hari was a spy and gave her bogus information. They also exposed her as a double agent—letting the Deuxième Bureau know Mata Hari was actually their agent. Of course, she wasn’t. Mata Hari was just a useful pawn in a terrible game.

Der Geheimdienstler, der sie angeheuert hatte, ließ sie als Spionin verhaften. Der Geliebte, wegen dem sie überhaupt noch in Frankreich war, ließ sie im Stich. Nach einem Schauprozess wurde sie zum Tod verurteilt. Es gab keinerlei wirkliche Beweise, aber das spielte keine Rolle. Die Versager im französischen Generalstab brauchten einen Sündenbock – wer eignet sich dazu besser als eine femme fatale.

Mata Hari was executed on October 15th, 1917. She refused to be blindfolded or tied to the stake. She blew kisses at the firing squad. She was just 41.

Die wunderschöne website Dangerous minds bringt sie in Erinnerung mit wunderschönen Originalfotos, über 100 Jahre alt.

Her biography is as much the story of a strong independent woman as it is about a woman dealing with the failure, stupidity and brutality of the men in her life.

Like so many others ladies.

 

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Eine Drohne geschenkt

Eigentlich, ich habe einen guten Spamfilter. Aber kein Spamfilter ist perfekt. Manche halten dir wirklich alle Spams fern, aber leider auch einige andere Mails, die kein Spam sind. Andere lassen alle richtigen Mails durch, aber leider auch einiges was du nicht möchtest. Nevermind.

Ich habe jetzt eine Mail bekommen vom Absender „Gratis-Drohne für Isabel“.

Dieses Angebot verspricht viel Spaß für Einsteiger und für Profis: 2x Technology Review lesen + ferngesteuerte Drohne gratis dazu! Testen Sie 2 Ausgaben Technology Review, das Magazin für Innovation für nur 13,20 EUR* und sichern Sie sich Ihr Dankeschön-Geschenk im Wert von über 30,00 EUR*, die ferngesteuerte Drohne für spektakuläre Loopings – Spaßfaktor garantiert!

Ihre Vorteile auf einen Blick:
– Sie sparen fast 30% gegenüber dem Einzelkauf.
– Ihr Geschenk: eine ferngesteuerte Drohne für Indoor + Outdoor.
– Bequeme und portofreie Lieferung zu Ihnen nach Hause.

Viel Spaß wünscht Ihnen Ihr Trendscout-Team

WTF? Wie kommen diese Typen auf die Idee, mir sowas zu schicken? Das ist dein erster Gedanke. Aber dann, ich ertappe mich, für eine Sekunde denke ich nach. Eine Drohne. Was mache ich mit einer Drohne? Ich könnte eine Mülltüte daran hängen und die Drohne fliegt damit zum Container. No, das ist bestimmt zu schwer. Die Drohne könnte für mich einkaufen fliegen. Das kann sie bestimmt nicht.

Obwohl, die Spam-Mail verspricht: „Komplexe Manöver und Loopings auf Knopfdruck“. Wenn die Drohne einkauft, müsste sie vielleicht gar nicht bezahlen – eine Drohen kann doch einfach davonfliegen… just kidding.

Also, was mache ich mit einer Drohne? Spionieren vielleicht. Gegenüber am Fenster vorbeifliegen und reinfotografieren. Just for fun. Aber, ich bin sicher, das sind langweilige Bilder.

Also, ich brauche keine Drohne. Aber was wenn meine Nachbarn auch solche Mails bekommen und sagen, ja das mache ich? Wenn sie Spionagedrohnen schicken weil sie wissen wollen was die Ladies gegenüber machen? Wenn sie Fotos machen wie wir uns ohne lästige Textilien auf der rooftop terrace vergnügen? No, I don’t think this is a good idea.

Als nächstes, ich brauche eine weitere Spam-Mail. Subscribe to Military Review, and you get a free anti-drone missile system. I think I will go for that…

Maybe they can shoot down a drone?

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A Hysterical Party

Have you ever heard of the hysterical literature sessions ? You should.

We copied it at home. Wir laden unsere liebsten Freundinnen ein, und sie bringen ihr Lieblingsbuch mit. Sie kommen im Kleid, und ohne panties. Zuerst wir essen etwas, trinken ein bisschen Wein, to get into the mood, und danach wir lesen vor. Du sitzt an einem Tisch, und unter dem Tisch sitzt auch jemand. Niemand sieht sie. Aber sie hat einen Vibrator, and you spread your legs and while you read the vibe gets you. After some 5 minutes, you are high. Du liest vor, und der Orgasmus ergreift Besitz von dir. It is a wonderful show. The American original has been copied a thousand times. Es ist wunderschön, you have fun, und wenn du dran bist, es ist so wunderbar.

Du kannst es genießen wie Margaret

Aber du kannst völlig die Kontrolle über dich verlieren, so wie Alicia

Wenn du Asiatin bist, du hältst wahrscheinlich am längsten durch – Asian discipline! – aber vielleicht bekommst du dann den schönsten Orgasmus wie Teresa

But if you’re French, maybe you don’t want to hold on, but rather come as quickly as possible like Danielle

But honestly, die schönste der 12 Original-Lesungen macht Solé, sie hat eine so wunderbare Stimme und, well, the most beautiful orgasm

Aber auch Marne genießt die Lesung so wunderbar

Glaube nicht, das ist nur etwas für junge ladies. Janet ist nicht mehr so jung aber sie genießt ganz hinreißend die unaufhaltsamen orgasmische Gefühle. Look at her, and you’ll stop worrying about getting older

Toni could be me, she’s the all-American lady, and she’s  reading about an Isabel! I love her dirty laughing at the end of her session

If you prefer Russian, no problem. Inga is fantastic. The hysterical literature sessions work in every language…

Or in Spanish, Vanessa does it a little bit differently…

And if you are too  busy looking at all these videos, there’s a remix putting together the best features

Invite your best friends for a hysterical literature party. You will have so much fun. Enjoy!

PS only the very brave invite men to this party, we didn’t…

 

 

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Britain on the way to a totalitarian regime

I am glad I’m not British. I am glad I don’t live in Britain. Nein, es geht nicht um Brexit. Sollen sie doch aus der EU austreten, die EU ist mir völlig egal. Während alle auf Ungarn, Polen, Erdogan starren und sich Sorgen um Rechtsstaat und Demokratie machen, das vielleicht viel größere Problem ist Britain. Im Schatten der bad boys in Budapest, Ankara, Warschau Theresa May verwandelt ihr Land in einen totalitären Ein-Parteien-Staat. Es wäre ein Wunder, wenn sie die Wahl verlieren würde. Die Opposition ist schwach und zersplittert, die Propaganda der Mainstream-Medien gegen Labour wirkt. Das Wahlrecht ist aus dem Mittelalter, du brauchst nur ein Drittel der Stimmen für eine absolute Mehrheit. Dagegen ist selbst Ungarn ein Hort der Demokratie.

Aber das ist nicht mein Thema heute. Was macht eine Partei, die auf absehbare Zeit jede Wahl gewinnen wird? Sie wird verrückt, darauf können Sie sich verlassen. Wenn sie nicht sowieso schon verrückt ist. Das Wahlmanifest der Konservativen sollte ein Alarmsignal sein. Sie wollen Gesetze machen, mit denen sie ganz legal das Land in eine „kontrollierte Demokratie“ verwandeln können, Chinese-style. Internet-Zensur und Überwachung wird allgegenwärtig.

Some people say that it is not for government to regulate when it comes to technology and the internet. We disagree.“ Britain will become „the global leader in the regulation of the use of personal data and the internet„. So steht es im Tory-Wahlmanifest, eindeutig. Sie wollen, dass die Regierung nicht nur unliebsame Informationen unterdrücken kann, sondern auch für die Verbreitung von Propaganda sorgen kann.

Schon seit 2016 kann die Tory-Regierung mit dem „Investigatory Powers Act“ alle Internetdienst-Anbieter zwingen, die gesamte browsing history ihrer Kunden aufzuzeichnen und der Regierung zu übergeben, ferner Kommunikationsdienste wie WhatsApp zwingen, die Kommunikation ihrer Kunden für die britische Regierung zu entschlüsseln. Das gibt es sonst in keiner Demokratie. Aber jetzt geht es um aktive Kontrolle der Inhalte, die du im Internet sehen darfst und verbreiten darfst. Zensur, mit anderen Worten.

Senior Tories confirmed to BuzzFeed News that the phrasing indicates that the government intends to introduce huge restrictions on what people can post, share and publish online.

Was woanders mit Dingen wie dem “ARD-Faktencheck” beginnt, in Tory-Land es wird institutionalisiert. We will „take steps to protect the reliability and objectivity of information that is essential to our democracy“  – und facebook und google werden verantwortlich gemacht, wenn sie Informationen verbreiten, die die Regierung für “fake news” erklärt. Du kannst sicher sein, diese companies werden dich viel stärker zensieren, weil sie keinen Ärger mit der Regierung wollen. Wenn sunflower behauptet, Britain ist auf dem Weg in ein totalitäres Regime, facebook und google dürfen darauf nicht verlinken, weil sunflower verbreitet offensichtlich fake news. So geht das.

Außerdem, facebook und google müssen die traditionellen “mainstream media” künftig subventionieren, damit  sie nicht untergehen, so wie einst die Pravda. They will „ensure content creators are appropriately rewarded for the content they make available online„. BuzzFeed schreibt: One Tory source told BuzzFeed News this final comment relates to Google and Facebook’s growing dominance of the advertising market, which the newspaper industry believes is crushing its business model. The source suggested that if the web giants failed to act voluntarily then they could be forced by legislation to find ways to financially compensate traditional news producers. BuzzFeed bekommt von diesem Geld bestimmt nichts, sondern vor allem die Murdoch-Presse. You surf the internet, and you pay Murdoch, like it or not. A corrupt cleptocracy at work.

The new rules would include laws that make it harder than ever to access pornographic and other websites. The government will be able to place restrictions on seeing adult content and any exceptions would have to be justified to ministers, the manifesto suggests. The manifesto even suggests that the government might stop search engines like Google from directing people to pornographic websites. „We will put a responsibility on industry not to direct users – even unintentionally – to hate speech, pornography, or other sources of harm,“ the Conservatives write. But perhaps most unusually they would be forced to help controversial government schemes like its Prevent strategy, by promoting counter-extremist narratives.

Über den britischen Zensureifer habe ich vor einem Jahr auf meinem kleinen Blog schon einmal geschrieben. Über den Journalisten Jerry Barnett, der auf seiner Webseite sexandcensorship.org und mit seinem Buch Porn Panic! gegen den Prüderie- und Moralwahn vermeintlicher „linker“ Zeitgenossen kämpft. Diese Moralisten und Graue-Maus-Feministen sind es, die dem Theresa-May-Überwachungsstaat die Bahn bereitet haben. Denn so fängt es an. Zuerst fangen sie dich mit Angriffen auf diejenigen, die sich nicht verteidigen. Wer kämpft schon für freien Zugang für Pornographie, zu sexuellen Dienstleistungen. Dazu sind alle zu feige, außer Jerry Barnett. Dann machen sie weiter. Sie geben dir Sicherheit vor Terror, vor Schmutz, vor allem Bösen der Welt, und schon bist du in Orwells Sicherheitsstaat. Schneller als du glaubst. Das freie Internet, freie social media sind mehr in Gefahr als du glaubst, denn sie werden zur Gefahr für die westlichen Regimes. Schöne neue Welt.

I am your prime minister, and since you were stupid enough to vote for me I will now control what you can read and see.

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