Die wilden Zwanziger

100 Jahre später, die wilden Zwanziger sind en vogue again. Es wäre sehr spannend, eine Zeitreise zu machen, wie es war, im Berlin der 1920er. War es Babylon? War es die Stadt der Lust und des Lasters? Oder die Lust und das Laster waren nur eine Randerscheinung, während 4 Millionen mit dem Überleben beschäftigt sind und dafür keine Zeit und kein Geld haben? Oder viele waren im Business des Lasters und der Lust weil sie genau zum Überleben es brauchten? It must have been fascinating, ich habe hier darüber geschrieben, eine Zeitreise in das Berlin damals.

Aber die 2020er, sie sind ganz anders. Sie sind vielleicht wild, ja, aber ganz anders. Die Menschen haben Angst vor der Zukunft, viele sind wütend, viele sind wie gelähmt. Germany ist eine kleine Traumwelt, niemand versteht warum America Trump wählt, warum Frankreich seine Regierung hasst, warum die Briten Brexit machen. Niemand will es verstehen, aber eigentlich es ist ja nicht so schwer.

Was in Zeiten wie diesen schnell unter die Räder kommt, ist das Gefühl für das Schöne im Leben. Das hat nichts mit Geld zu tun. Ich kenne Menschen, die kein Geld haben aber ein wunderbares Gefühl für das Schöne im Leben. Ich kenne andere, die viel zu viel Geld haben und keine Ahnung haben, was ist das Schöne im Leben. Beauty is the essence of life, believe me. Wer kein Gefühl für das Schöne hat, hat nicht gelebt.

Das ist der Unterschied zu Berlin vor knapp 100 Jahren vielleicht. Es ging den Menschen überwiegend dreckig, die Zukunft war düster, Weltfinanzcrash, die Nazis schon auf den Straßen, aber sie lebten das Leben, das Laster, die Lust. Ales würde es kein Morgen geben. Heute, niemand tut das. Wer es dennoch tut, tut es heimlich und erzählt niemand davon. Nicht die Nazis drohen die Gesellschaft zu übernehmen, sondern die Verzweifelten, die Moralisten und Puritaner.

Wenn ich heute lese meine Blogposts von seit 2012…ja, solange es gibt schon diesen kleinen Blog. Unglaublich. Thank you for reading it all those years. Damals, ich habe mehr geschrieben, viele schöne erotische Stories gepostet. Those were the days. Wenn ich lese mein „about“, geschrieben 2012: „Ich bin ein lebensfroher Mensch und ich lache gern…. Ich stelle viele Tabus in Frage und ich möchte mehr niveauvolle Erotik im Leben. Nicht nur privat, auch im öffentlichen Leben.“

Und heute? Eigentlich, ich bin immer noch so, aber viel weniger Menschen lassen sich von mir anstecken. Immer öfter, sie schauen mich böse und verständnislos an, schon bei einem erotischen Spruch. Wenn ich mit jemand ein wenig flirten möchte, immer öfter sie laufen lieber weg. Bin ich hässlich geworden? Nein, sie haben Angst vor einem Flirt. Angst, richtige Angst. #MeToo und die Folgen.

Aber wenn du solche Reaktionen bekommst, dann es macht keinen Spaß mehr. Meine erotic stories auf diesem blog zum Beispiel. Ich habe sie geschrieben, weil ich Menschen das Schöne im Leben präsentieren wollte. Früher, viele haben mir begeistert geschrieben, wie schön sie das finden. Damals, vor 5 oder 6 Jahren. Heute: Keine Reaktion mehr, oder blöde Anmache. Es ist nicht wie früher, wo gestrige Konservative sich darüber empörten. Heute, es ist der moralische Mainstream, eine bestimmte Art Feminismus, die politische Korrektheit.  Sie unterdrücken jede erotische Lebensfreude nicht, sondern ersticken sie. Die jetzt heranwachsende Generation Greta Thunberg wird bestimmt noch viel schlimmer.

Heute, ich arbeite mehr, viel mehr als ich jemals wollte, sie haben mich in „verantwortungsvolle Positionen“ befördert. Weil sie glauben, zu recht, ich halte das Rad des Konzerns besser am Laufen als andere, als die Männer unter mir. Ja, sie haben recht behalten. Meine performance ist excellent. Sie tolerieren alle meine Extravaganzen, dass ich den corporate dresscode nicht nur für mich außer Kraft gesetzt habe, sondern für meine ganze Abteilung. Solange die Zahlen stimmen, she can do it. So wollte ich nie werden.

I don’t know what to do with it. Vielleicht die Deutschen sind besonders moralisch, it would be no surprise. New York ist genau so, oder schlimmer. San Francisco is a disaster, don’t go there. Aber auch in Italien, in Paris, es ist nicht viel besser. Doom and gloom, die Menschen sind alle so ernsthaft, sie lachen immer weniger. You will tell me, sie haben nichts zu lachen. Aber früher, viele hatten auch nichts zu lachen, und sie lachten dennoch. Sie zogen sich viel schöner an, sie hatten ein Gefühl für Stil und Eleganz. Alles vergessen. German Schlabberlook becomes universal, wie grausam. Sie töten ihre Kultur. When I was young (wie das klingt) rund um das Mittelmeer, die Lebensfreude war das Lebensgefühl der Menschen, sogar in Libanon oder Griechenland. Alles history. Die Raffgier der Kapitalisten hat die economies dieser Länder zerstört, die Städte, die Zukunftschancen. Damals, alle wussten, die Zukunft wird besser, heute wissen alle, sie wird nicht besser, höchstens schlechter.

Ich träume davon, dass es wird wieder anders. Dass die Lebensfreude zurückkehrt, und natürlich dass es gibt dafür auch eine reale Basis. Ich träume, wir überwinden den neoliberalen Wahn und ersetzen ihn nicht durch den politisch korrekten Moralwahn, sondern durch die Lebensfreude, die Schönheit, die Erotik, die Sinnlichkeit. And I tell you, we will make it. Sooner or later. I hope sooner.

Let me seduce you, stupid boy, do you know what I mean?

Über sunflower22a

I am a mystery.
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3 Antworten zu Die wilden Zwanziger

  1. Fred Lang schreibt:

    „Ich träume davon, dass es wird wieder anders. Dass die Lebensfreude zurückkehrt, und natürlich dass es gibt dafür auch eine reale Basis. Ich träume, wir überwinden den neoliberalen Wahn und ersetzen ihn nicht durch den politisch korrekten Moralwahn, sondern durch die Lebensfreude, die Schönheit, die Erotik, die Sinnlichkeit. And I tell you, we will make it. Sooner or later. I hope sooner.“
    Toi! Toi!! Toi!!!
    Fred

  2. gkazakou schreibt:

    Zwischen Sex is geil bis Geiz is geil liegen ein paar Jahre, in denen die, die ersteres sagten, alt geworden sind.

  3. keloph schreibt:

    niemand würde „die zehner“ sagen, weils einfach scheisse klingt. die 2020er werden besonders, aber werden mit den 1920ern nichts zu tun haben. gar nichts.

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