Kriminelle Banken

Spätestens seit der letzten Finanzkrise vor 10 Jahren wurde wohl den letzten klar, was Banken und die Finanzindustrie wirklich sind. Wer ein wenig klar denken kann, wusste es schon vorher. Viele Milliarden Dollar, Euro usw. Steuergelder wurden in die „Rettung“ insolventer Banken gesteckt, anstatt diese Banken zu verstaatlichen und ihre Eigentümer anzuklagen. Leider kontrolliert die Finanzbranche die Politik, nicht umgekehrt.

Normalerweise, die Bürger in westlichen Staaten können sich darüber aufregen, dass sie soviel Geld für diese kriminellen Banken ausgeben müssen, aber an ihrem normalen Leben ändert es wenig. Das ist anders in armen Ländern, sogenannten Entwicklungsländern. Was die Banken und ihre politischen Helfer dort machen, kann ganze Nationen ins Elend stürzen.

Nur zwei Beispiele aus den letzten Wochen.

Anfang Januar, drei frühere Mitarbeiter von Credit Suisse wurden in London verhaftet. Andrew Pearse, Surjan Singh and Detelina Subeva waren zentral an einem 2 Milliarden Kredit an die Republik Mozambique in Afrika beteiligt, der vor allem ein Ziel hatte: einige Individuen, darunter die drei, reich zu machen. Mitbeteiligt: der frühere Finanzminister Mozambiques, Manuel Chang. Er sitzt in Südafrika in Haft. Ein zentraler weiterer Player, Jean Boustani von der Firma Privinvest, sitzt in New York in Haft. Die New Yorker Anklageschrift (heavily redacted) ist hier nachzulesen.

In Kurzform: die Angeklagten haben unter Umgehung der Gesetze Mozambiques heimlich einen $2bn-Kredit für Mozambique bei Credit Suisse aufgenommen, von dem $200m von vornherein als Bestechungs- und Provisionsgelder gedacht waren:

 

$45 million to Andrew Pearse. Of this, Pearse subsequently sent $2.2 million to Detelina Subeva.

    $4.5 million to Surjan Singh

    $15 million to Jean Boustani

    $5 million to Manuel Chang

    $8.5 million to Mozambican co-conspirator 1

    $9.7 million to Mozambican co-conspirator 2

    $2 million to Mozambican co-conspirator 3

Credit Suisse wusste, was gespielt wurde. Die Kredite waren formal gedacht für „halbstaatliche“ Unternehmen, die niemals Gewinne erzielen würden. Sie wurden auch dem IMF verheimlicht, der Mozambiques Staatsfinanzen genau überwacht. Nachzulesen hier. Der Generalstaatsanwalt von Mozambique hat die Consulting Kroll beauftragt, herauszufinden, was vor sich ging, und das Ergebnis ist klar: Credit Suisse wusste, was gespielt wird. Natürlich behauptet Credit Suisse das Gegenteil: nur die Verhafteten alleine waren schuld, niemand anders. Was ist das für eine Bank, wo drei Individuen so etwas machen können und der Rest schaut weg oder versteht nicht, was passiert? Don’t believe such fairytales.

Aber natürlich besteht die internationale Finanzwelt darauf, dass Mozambique das Geld jetzt dennoch zurückzahlen muss. Das Land ist jetzt bankrott, die Hälfte der Bevölkerung lebt in extremer Armut. Wenn du dann mit ansehen musst, wie einige Kriminelle dieses Land noch tiefer in die Armut stürzen können, dafür sorgen, dass Kranke nicht versorgt, Kinder nicht ausgebildet werden, dann kannst du nur noch dieses ganze System stürzen.

Das andere Beispiel ist Malaysia vs Goldman Sachs.

Malaysia wurde lange von dem superkorrupten Premier Najib Razak regiert, der das Land – genauer den Staatsfonds 1MDB – um Milliarden bestohlen hat. Weil es rechtzeitig öffentlich wurde, hat er letztes Jahr die Wahl verloren und zum ersten Mal in der Geschichte kam die Opposition an die Macht. Die neue Regierung fordert jetzt von Goldman Sachs (ja, genau, Goldman Sachs, Sie haben den Namen sicher schon gehört) $7.5 Milliarden zurück, weil Goldman Sachs bei der Plünderung von 1MDB geholfen hat. Goldman Sachs behauptet, das waren nur einige kriminelle Individuen in Malaysia und bei Goldman Sachs. Natürlich. Aber wenn du zulässt, dass diese kriminellen Individuen in deiner Bank so etwas machen können, bist du nicht unschuldig. Singapur ermittelt seit 2017 gegen Goldman Sachs in diesem Fall. Im November hat auch ein Staatsfonds aus Abu Dhabi Goldman Sachs verklagt, weil sie sich ebenfalls betrogen fühlen.

Goldman Sachs ist an der Börse abgestürzt. Credit Suisse auch. Aber nur zeitweise. In letzter Konsequenz, die Aktionäre solcher krimineller profitieren von diesen Machenschaften. Die Aktien sind nicht abgestürzt, weil die Aktienhändler moralisch empört sind. Sie sind abgestürzt, weil Milliardenstrafen drohen. Aber sie wissen: Goldman Sachs und Credit Suisse werden so weitermachen, denn nur so werden sie die Profite erwirtschaften, die die renditehungrigen Shareholder wollen. Sie werden erst aufhören, wenn solche Banken verstaatlicht werden und dieses ganze Geschäftsmodell verschwindet.

When you have finished your robberies, you can enjoy your life in your luxurious private mansion.

 

 

 

Über sunflower22a

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5 Antworten zu Kriminelle Banken

  1. Holger schreibt:

    Diese Beispiele belegen, was schon John Perkins in seiner Autobiographie offenlegte. Confessions of an economic hitman. Er war ebenfalls an der Ausplünderung von Entwicklungsländern beteiligt, hat aber noch die Kurve gekriegt und diese Machenschaften in seinem Buch beschrieben.
    Die Generation der hitmen nach ihm scheint jegliche Skrupel verloren zu haben…

  2. gkazakou schreibt:

    Danke für die Informationen über die beiden Fälle,die ich nicht kannte.

  3. Holger schreibt:

    http://blog.fefe.de/?ts=a2be1d76
    Fefe legt heute noch einen drauf. Wie fängt man diese Kriminellen wieder ein? Fuesiieren, Guillotinieren? Was geht in solchen Kretins vor?

  4. Pjotr Paninin schreibt:

    Kann ja sein das die Bank mal eben irgendjemanden 2 Gigafranken in die Hand drückt damit dieser/e es an „halbstaaliche“ Firmen in Schwarzafrika weitergibt. Möglich ist alles, auch das die Kurzform nicht stimmt oder der Weihnachtsmann … .

    Ist auch ein Geheimtipp dass die Bank die Kohle nie wieder sieht da die zu 50% staatlichen Konstrukte da unten zu 99% Fake und zu 100% korrupt sind.

    Womöglich haben Sie sich die Kohle dann am Schalter auszahlen lassen und per Western Union überwiesen oder per Container da runter geschippert. Wäre „genial“ um Swift, IWF, die Meldungen an die Zentralbank und die internen Kontrollen zu umgehen..

    Bei der Summe vermute ich eher das da eine ganz andere Schweinerei geplatzt ist und die Anklagen der Ablenkung dienen.

    Das Croissant neben der Dame sieht übrigens ganz schön alt aus. Kann auch am schlechten
    Weichzeichner der Rosa- Verzeihung Pink „Coloratur“ oder den anderen Filtern liegen. Ansonsten wünsche ich ihr das Sie sich nicht am Kaffee verbrannt hat.

  5. rano64 schreibt:

    Alles richtig, aber es sind nicht „die Banken“. Es sind die Investmentbanken. Und zwar in erster Linie angelsächsisch geprägte Investmentbanken.

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