Prenzlauer Berg mit Hochhäusern

Angeblich wollte die DDR den Prenzlauer Berg großflächig abreißen und mit Plattenbau-Hochhäusern neu bebauen, weil die Bausubstanz als nicht mehr reparierbar angesehen wurde. Das Ende der DDR war schneller als die Umsetzung dieser Pläne. Das Viertel hat sich seitdem dennoch radikal verändert, aber anders als die DDR geplant hat.

Man kann auch denselben Effekt erzielen, wenn die Hochhäuser schon da sind. New York City ist ein Beispiel dafür. Es wird immer mehr wie Prenzlauer Berg. I used to love NYC. Die Stadt meiner Kindheit, auch wenn ich danach nie mehr dort gelebt habe. Es war der einzige Ort, der für mich war so etwas wie Heimat. Aber, dieses New York gibt es nicht mehr. Zum ersten Mal ich war jetzt in NYC und fand die Stadt nur noch langweilig. Langweilig!!! New York!!!

New York war mal spannend, aufregend, the city that never sleeps, eine Katastrophe, ein Haufen Dreck, überall Kriminelle, Kulturmetropole, the center of the universe, die Stadt der Subkultur, ein Magnet für alle Kreativen, what have you. Aber eines, das war NY noch nie: langweilig. Durchschnitt. Jetzt, es ist soweit.

Eine Stadt voller obszön reicher Leute und voller obszön armer Menschen. Die Leute arbeiten mehr, viel mehr als früher, und sie werden dafür schlechter bezahlt. Früher, sie gaben im Durchschnitt ein Viertel ihres Einkommens für Miete aus, jetzt ein Drittel bis die Hälfte. Aber sie wohnen auf weniger Platz dafür. Offiziell ist die Armutsrate 20%, 1970 es war 11%. Selbst 1975, als die Stadt fast bankrott war, es war nur 15%. Aber das sagt nicht viel, viel mehr Leute, wohl etwa die Hälfte, leben nur knapp über der Armutsgrenze. They barely survive, soemhow, many with two or more jobs.

The landlords are killing New York, they are killing many more cities. Vor allem, die Vermieter sind immer seltener Menschen , die selber nicht viel haben und ein gutes Verhältnis zu ihren Mietern wollen, sondern es sind globale Kapitalfonds, Investoren, die soviel wie möglich aus den Mietern heraussaugen wollen wie möglich. They are killing the soul of the city. Meine Heimat, es gibt sie nicht mehr.

60,000 Obdachlose sind bekannt, so viel wie seit Jahrzehnten nicht mehr, die Dunkelziffer ist bestimmt viel höher. Viele davon sind inzwischen nicht mehr gescheiterte Existenzen, es sind Familien mit Kindern, die keine bezahlbare Wohnung mehr finden. Der öffentliche Raum wird immer mehr privatisiert, verkauft, bebaut, kommerzialisiert. Die Armen prägen das Bild der Stadt nicht, sie sind beschäftigt mit Überleben.

Wer bleibt übrig? Menschen wie Shelly. Shelly war eine Freundin aus meiner Kindheit. Sie ist noch da, die meisten anderen sind verschwunden, ich habe sie verloren. Shelly is the prototype New Yorker of 2018. Rich, almost obscenely rich, working in the financial sector. She is no landlord, of course not, she has invested in funds that are landlords. So she is a landlord, in reality, but does not know who pays the rents she ultimately gets. What can you talk with such people? Empty, meaningless talk. Blabla. She thinks I am crazy, but it was an event to have someone like me for dinner with a few friends. Basically, I was an exotic entertainer.

No clue where the less fortunate friends ended up. I could not even locate them via facebook before I was thrown out of that platform.

Die Reichen, die aus aller Welt für viele Millionen Luxuswohnungen in NY kaufen, lassen sie die meiste Zeit des Jahres leer stehen. Sie sind nie da. Wenn sie da sind, sind sie nicht zu sehen. Sie tragen nichts, überhaupt nichts zu „urbanem Leben“ bei. Die vielen kleinen Läden, die einmal den Charme Manhattans und Brooklyns ausmachten, immer mehr schließen, für immer. Sie können die ständig steigenden Mieten nicht bezahlen, sie verlieren durch die Gentrifizierung ihre Kunden. Aus einem bunten sozialen und ethnischen Mix wird eine Monokultur, möglicherweise keine ethnische aber eine soziale. Gestört wird sie höchstens noch durch Touristen, die durch die Straßen flanieren und etwas suchen, was es nicht mehr gibt.

New York is what Berlin is on the way of becoming. Nur mit weniger Hochhäusern. Und natürlich, nur 4 Millionen. Dominiert von reichen urban „middle class“ liberals, die sich von unsichtbaren Armen bedienen lassen und sich für Moral-Weltmeister halten. Denn sie sind weltoffen, haben eine afrikanische Putzfrau. Sie sind endlos langweilig, satt und zufrieden, wählen Grüne oder CDU.

Es wird Zeit, die Reichen zu enteignen, die Immobilienmafia zu zerschlagen, bevor sie alles kaputt machen. The time will come when das unter Drittel zum unteren Zwei Drittel geworden ist. The day of reckoning will come, and it will be ugly, very ugly. You have nobody else to blame but yourselves.

No place for her in sanitized New York City

Über sunflower22a

I am a mystery.
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4 Antworten zu Prenzlauer Berg mit Hochhäusern

  1. kormoranflug schreibt:

    Früher wollte ich nur in New York leben – jetzt fliege ich nicht mehr in die USA.

  2. korhomme schreibt:

    Look to the economist (von) Hayek and the Chicago school for an explanation. Hayek was an Austrian.

  3. Pingback: Prenzlauer Berg mit Hochhäusern | per5pektivenwechsel

  4. Florian schreibt:

    *Lacht*

    In Manhattan war ich zum ersten Mal ganz kurz nach der Bankenkrise.

    Ich stand da und dachte mir: So wird Berlin mal werden und es ist widerlich.

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