‚It’s a really good time to talk about sex work‘

Sexarbeit, Prostitution, es ist wohl der empfindlichste Seismograph dafür, wann eine Gesellschaft repressiver und puritanischer und pessimistischer wird. Kein anderes Thema steht so klar jenseits von „links“ und „rechts“. „Linke“ Feministinnen und „rechte“ religiöse Fundamentalisten stehen gemeinsam gegen „Neoliberale“ und „progressive Feministinnen“ . Jahrelang, es gab massive Kampagnen zur Kriminalisierung der Sexarbeit und vor allem der Sexarbeiterinnen in vielen Ländern, vor allem in USA, Canada, Schweden, Frankreich – aber auch in Deutschland.

Vielleicht, der Wind dreht sich jetzt. New Zealand machte Schlagzeilen, nicht nur mit der ersten Premierministerin der Welt, die im Amt ein Baby bekommt. Catherine Healy hat jetzt einen der höchsten Orden des Landes bekommen, im Namen der Queen. Sie ist jetzt Dame Companion of the New Zealand Order of Merit. Sie kann es immer noch kaum glauben. Catherine ist eine Gründerin des New Zealand Prostitutes Collective. Seit 1986 kämpft sie für die Rechte und die Gleichberechtigung der Sexarbeiterinnen. 2003 sie feierte ihren größten Erfolg: das Parlament hat mit einer Stimme Mehrheit Sexarbeit entkriminalisiert. Anfang der 1980er, sie wurde noch von der Polizei verhaftet, von der Öffentlichkeit ignoriert. New Zealand undoubtedly is a more progressive country for women: 1893 war es das erste Land der Welt mit dem Wahlrecht für Frauen.

Bemerkenswert ist das Buch von Andrea Werhun „Modern Whore“. Andrea ist die Tochter einer gut situierten Familie, sie hatte keine finanzielle Not um als Escort zu arbeiten. „To be a whore is to exist outside the bounds of female goodness and respectability, and frankly, many of us would prefer to stay there.” Absolutely. The abolitionists and the puritans will never even get close to understand this. Andrea hatte schon als junges Mädchen eine große Faszination für Pornographie. Neugier, neue Erfahrungen und natürlich Geld lockten sie in die Sexarbeit, und sie bereut nichts. Auch nicht ihr coming out. “I think it’s a really good time to talk about sex work because we’re talking about sex more openly – sexual abuse, harassment, and rape. I actually think we’re in a place where the more critically minded of us can confront these issues head-on.” What a statement.  A really good book – order here and NOT at Amazon.

In Deutschland, es gibt jetzt die Bemühung die Hamburger Reeperbahn zum Unesco-Weltkulturerbe zu machen. Der Charme des alten St Pauli ist bedroht, von Gentrifizierung, zuviel Tourismus – ob man ihn damit retten kann oder es noch schlimmer macht, who knows. Die Menschen an der Reeperbahn sind über diese Idee sehr gespalten, das verstehe ich sehr gut. Aber es ist eine gute Idee, darüber zu diskutieren. Ja, das Rotlicht-Viertel ist ein Teil unserer Kultur, und wir sollten es nicht verstecken, sondern es akzeptieren. Nicht nur in Hamburg.

The Guardian hat publiziert einen sehr guten Photo Essay  „The future of sex work“. Australia’s New South Wales province hat Sexarbeit 1995 dekriminalisiert. Ein einfühlsames Essay über die Vielfalt der Menschen, die dort arbeiten, und ihr Leben. Charming.

On a sideline, sogar in USA es passieren merkwürdige Dinge. In Nevada, der einzige Staat der Sexarbeit erlaubt, der Chef eines der grössten Bordelle hat die Vorwahlen für einen Sitz im Staatsparlament gewonnen, und zwar für die Republikaner. Haha. Auf jeden Fall besser als ein verklemmter, verlogener religiöser Fundamentalist.

I am an artist and want to be recognized as such

 

 

 

Über sunflower22a

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