Playmates

Hugh Hefner ist gestorben. Eigentlich, das wäre mir ziemlich egal. Anderen Leuten ist es nicht egal. Bei vielem, was dazu geschrieben wird, kannst du nur den Kopf schütteln.  Selbsternannte Feministinnen, die ihrer Prüderie freien Lauf lassen, zum Beispiel „Hugh Hefner has immortalised himself as a disgusting creep by getting buried next to Marilyn Monroe“. A lady called Biba Kang is „keen to highlight how much women and feminism have suffered as a result of his life and career”. What??

Helga Pregesbauer hat auf ihrem Blog „Wortflechte“ einen wunderbaren Text dazu geschrieben, den ich sehr empfehlen möchte. Click here. „Feministinnen-Probleme at it´s best?!“, darum geht es.

„Das Gespenst von Hugh Hefner geht um, und es wühlt die Frauenwelt ganz schön auf. Der jüngste Streich im Angriff gegen einen Toten, gegen die es sich bekanntlich ja leicht kämpfen lässt, ist ein Foto von Marilyn Monroe mit Sturmfrisur im acht Nummern zu großen Strickpullover, für das die eitle Marilyn zweifelsfrei gestorben wäre. Vor Scham. „She was a human being“ steht da. Gut, dass ich das jetzt endlich weiß. Dazu ein kurzer Text, der uns erklärt, dass Marilyn eigentlich die Aktfotos im Playboy nicht wollte, nie gefragt wurde, alles ganz schrecklich war, sie das kleine Honorar für ihre Aktfotos für Essen brauchte, es ihr ur ur leid tut und sie eigentlich gar nicht sexy sein wollte, sondern Liebe suchte lebenslang. Nackt wollte sie nicht sein, aber Liebe gesucht. Und dass es wirklich ganz ganz arg sei, dass die Arme jetzt tot im Grab neben Hugh Hefner liegt, das ist natürlich das schlimmste Problem dieser Welt. Jesus Christus im Himmel, ich bin sicher, das geht auch dir zu Herzen und du verkürzt Monroe dafür das Fegefeuer. Denn die Liebe macht sogar die sexuelle Seite von Frauen wieder heile, wie wir wissen.“

Genau diese Stereotypen des feministischen Mainstreams attackiert Helga ganz wunderbar in ihrem Text: „Wenn das Feminismus ist, dann bin ich keine Feministin.“-

„Marilyn wurde ganz genau gleichzeitig mit dem Playboy bekannt, und das Cover hat ihre Karriere eher beflügelt als beeinträchtigt. Die Idee, dass Sex, Erotik und Nacktheit Frauen schadet, ist nämlich falsch, auch wenn der Papst und Alice Schwarzer uns das seit 2000 Jahren einreden wollen. Die Vorstellung, alles was mit Sex zu tun habe, seid irgendwie direkt schädlich für Frauen, haben die Feministinnen nämlich von den Christen (gendern hier überflüssig) übernommen. Leider kommt es ihnen immer noch nicht komisch vor. Mir schon!“

It will be forever a mystery to me why certain types of human beings are so obsessed with preaching others to demonize their sexuality. Fundamentalists of all sorts, religious, feminist, conservative, what have you. Go and piss off, masturbate secretly in your closet when it’s dark and then confess your sin to your imaginary God – but shut up in public and let the rest of the world enjoy life.

Es geht auch differenzierter, selbst wenn du Erotik suspect findest: “The relation of erotic libertinism and political liberty is one of the most vexed in all of modern history.” , schreibt Adam Gopnik in The New Yorker. Aber natürlich, das ist ja ein Mann. Wahrscheinlich hat er als junger Mann im Playboy geblättert. Aber das haben nicht nur junge Männer getan.

Ja, auch junge Frauen haben das getan. Als Teenie war der Playboy für mich in Jordanien ein hohes Kulturgut, wertvolle Schmuggelware, nur über Connections in der US Embassy erhältlich. Damals gab es kaum religiöse Fundamentalisten, weder in der Botschaft noch außerhalb. Meine Freundinnen und ich genossen diese Hefte. Wir haben es uns nie zugegeben, aber wir träumten davon selbst Playmate zu sein.  In one of those carom shots of which cultural history is full, by announcing feminine sexuality as a good thing for the girl next door—however comically self-interested the announcer’s motive—Hefner may indeed have played an unintentional role in the assertion of female sexuality and autonomy.

Exactly. Cara Sutra beschreibt es sehr schön:  „The women of Playboy had trust, admiration and respect, and were carving out their own careers. Hugh Hefner had provided that opportunity, and they were doing their best for themselves, not out of a sense of disappointing him or the industry.” Ladies like Juliette Frette, Künstlerin und Journalistin und Ex-Playmate.

You don’t have to like Hefner. But he helped to nurture an atmosphere where female sexuality could get out of the many restrictions our cultures have built around it. Und dafür, thank you very much.

 

Über sunflower22a

I am a mystery.
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Eine Antwort zu Playmates

  1. Pjotr Panini schreibt:

    Naja, der Trick der Zeitschrift war ja eher ein spießiges Rollenbild teuer zu verkaufen. Das Credo jedes Mediums „jeden Tag steht ein Depp auf man muss ihn nur finden“. In diesem Fall den indoktrinierten Schwachkopf der meint sein mühsam erworbenes Geld an eine eine aufgedonnerte Schminktussi zu verbraten weil es ihm „Anerkennung“ verschafft.

    Die weichgezeichneten Nackedeis sind das Pendant zu dem Nebel der in den Hirnen der Playboy Konsumenten herrscht. Das ewige Versprechen und das nichts davon halten müssen. Die nicht gezeigte Muschi war dann adäqut der Salami die dem Opfer vor die Nase gehalten wurde um den Karren zu ziehen und an die er nie rankam. Nie war der Spruch “ es gibt keine 1 Million Dollar Huren, es gibt nur 1 Million Dollar Freier“ treffender als bei der Qualität der Playboy Models.

    Mein Beileid denjenigen die dieses Pamphlet nicht dazu benutzen als Ersatzbefriedigung der neugierigen Eltern zu dienen. Indem man selbiges bewusst schlecht versteckte um von den scharfen Magazinen abzulenken.

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