You buy it – but you don’t own it

Es war so eine schöne Lampe. Modernes LED-Design, I loved it. Aber, sie ging kaputt. Vor der LED-Zeit haben wir die Glühbirnen gewechselt, das Problem war gelöst. Heute sind viele Lampen „kaputt“ weil das LED-device kaputt ist, und es ist fest integriert. Wir alle kennen es: wir werfen Geräte weg, die eigentlich nur eine kleine Reparatur brauchen, vielleicht ein neues Ersatzteil, aber du kannst sie nicht mehr reparieren. Erstens du weißt nicht wo du sie reparieren lassen kannst – aber selbst wenn, es ist normalerweise viel zu teuer. Product waste by design.

Viele Verbraucherschützer behaupten es, die Industrie dementiert es – aber ich bin sicher: die „geplante Obsoleszenz“ ist Realität. Die Hersteller wollen keine langlebigen Produkte herstellen, sie wollen dass du immer wieder neue kaufst. „Jedes Jahr ein neues Smartphone“, sagt Vodafone, und du glaubst, du bist eine Idiotin, wenn dein Smartphone schon 2 Jahre alt ist.

Aber vielleicht passiert jetzt etwas. Das Europaparlament (ausgerechnet die…) wird aktiv, berichtet EU Business. Europe’s Parliament called on the Commission, Member States and producers Tuesday to take measures to ensure consumers can enjoy durable, high-quality products that can be repaired and upgraded. Pascal Durand hat das initiiert und er möchte, dass alle Produkte wieder repariert warden können, dass Akkus und Batterien wieder ausgetauscht werden könne, dass Ersatzteile überall erhältlich sein sollen und so weiter. Die beschlossene Resolution will auch gegen „planned obsolescence“ vorgehen:

Calls on the Commission to propose, in consultation with consumer organisations, producers and other stakeholders, an EU-level definition of planned obsolescence for tangible goods and software; calls on the Commission, furthermore, in cooperation with market surveillance authorities, to examine the possibility of establishing an independent system that could test and detect the built-in obsolescence in products; calls, in this connection, for better legal protection for ‘whistle-blowers’ and appropriate dissuasive measures for producers;

Sehr gute Idee!

Genauso, es wird Zeit gegen die schlechte Praxis vorzugehen, dass immer mehr Konzerne ihre Produkte mit „Copyright-Ansprüchen“ davor schützen wollen, dass die Käufer (=Eigentümer) damit machen was sie wollen. In der Konsequenz kaufst du zwar das Gerät für teures Geld, aber du besitzt es gar nicht sondern erwirbst nur eine Lizenz zur Benutzung. Das ist die Implikation. Traktorhersteller John Deere hat Schlagzeilen gemacht, weil er Bauern verbieten will, dass sie ihre Traktoren selber reparieren und dafür in die Software des Traktors eingreifen. Wired schreibt, „We Can’t Let John Deere Destroy the Very Idea of Ownership”. So true. Meistens besteht die Reparatur nur aus einem Software-Update. “Deere charges $230, plus $130 an hour for a technician to drive out and plug a connector into their USB port to authorize the part.“

Weil sich die Bauern nicht mehr von den teuren John Deere-Reparaturen abhängig machen wollen, sie greifen zu Hacker-Software aus der Ukraine. Zum Glück, es gibt noch den Wilden Osten, wo man die Copyright-Gesetze nicht so ernst nimmt. Jetzt muss man schon seine eigenen Geräte hacken, weil die Machtansprüche der Konzerne immer absurder werden. Wie das in Deutschland aussieht, ist nicht bekannt – wahrscheinlich sind die Deutschen zu brav und bezahlen lieber.

Es gibt jetzt eine Gegenbewegung, für das Right to Repair. Das US Copyright Office macht vorsichtige Bewegungen in diese Richtung, dass man die Copyright-Idee nicht für solche Machtasnprüche von Konzernen missbrauchen lassen sollte. Motherboard glaubt sogar, “The US Government Wants to Permanently Legalize the Right to Repair”. Ich glaube, das ist überoptimistisch. The crackpots running the US are far too corporate-friendly for such a move. Aber, diese Idee gewinnt an Unterstützung, sie wird zu einer Bewegung. We have to fight back the corporate takeover. The right to repair is one important step. Thanks for reading such a long text.

This machine has worked for almost a hundred years

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2 Antworten zu You buy it – but you don’t own it

  1. waswegmuss schreibt:

    Einfach nicht kaufen.
    Die Stadt München setzt noch keine LED-Leuchten ein weil es dafür noch keine Norm gibt und sie schlicht und einfach keine Lust haben sich für Millionen(!) von Euros Ersatzteile ins Depot zu legen.

  2. gkazakou schreibt:

    ein Autoscheinwerfer, in den nach einem lichten Crash etwas Feuchtigkeit eingedrungen ist, die Scheibe ist beschlagen – lässt sich nicht reparieren, muss total ausgetauscht werden. Sagt mir nicht der Vertragshändler (der will mir gleich ein neues Auto verkaufen), sondern ein normaler Reparaturbetrieb. Was tun? Mit blindem Scheinwerfer fahren.

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