Sex sells – really?

Sex sells. You know this slogan. Angeblich steigert Sex in der Werbung den Absatz. Sex in der Werbung? What do you mean? Das Modelabel Eckhaus Latta hat das jetzt ausprobiert, wahrscheinlich das erste Mal. Die Collections von Eckhaus Latta sind nicht wirklich aufregend, schon gar nicht erotisch oder sexy, sie wirken eher schlumpfig und so als wären die Designer mit ihrem Handwerk etwas überfordert.

Wenn du also der Meinung bist, sex sells, dann mache doch einfach deine Kollektionen erotischer, schöner, eleganter. Viele Frauen sind gerne schön und sexy und mögen auch Männer, die schön und sexy sind. Diese Aufgabe war Eckhaus Latta zu anspruchsvoll. Sie nahmen den Slogan wörtlich.

Sie ließen echte Models echten Sex vor der Kamera haben, nicht nackt sondern in Klamotten von Eckhaus Latta. Bewundern kann man die Bilder bei Dandy Diary oder auch auf dem offiziellen instagram account von Eckhaus Latta.  Natürlich, alles verpixelt.  “It had to be authentic,” Eckhaus said in New York last night. “I don’t think the idea of simulation ever even crossed our mind.”

Photographin Heji Shin drückt es künstlerisch aus: “We were thinking of how we were using sexuality, the relationship between fashion advertising and sexuality—and in very direct terms saying sex sells.”

Ins Gespräch gekommen ist Eckhaus Latta damit auf jeden Fall. Natürlich hat man nicht nur eine Botschaft, wir möchten gerne mehr verkaufen, sondern a “sex-positive, body-positive, sexuality-positive”  message, as Eckhaus put it, that also commented on voyeurism and consumerism. “ For us, it was really important to think of sex as something really natural and not something fabricated, hyper-sexualized, or taboo,“ Eckhaus said.

Ach ja, und die Pixel auf euren Bildern zeigen schon ganz deutlich, es ist absolut nichts natürliches. Message backfired.

Auf jeden Fall, den üblichen feministischen Vorwurf kann man Eckhaus Latta nicht machen: sie haben nicht Frauen „objektifiziert“, sie haben schließlich Paare gezeigt.

So alt wie der Spruch „sex sells“, so alt ist die Opposition dagegen. Moralisch, konservativ, feministisch, religiös – es gibt viele Gründe dagegen zu sein. Natürlich, „sex“ bedeutet nicht wirklich Sex wie bei Eckhaus Latta, es bedeutet Erotik, ob mit oder ohne Geschmack, Schönheit, oder Eleganz.

Man kann es geschmacklos und dumm – genauer, BLÖD machen wie mediamarkt

oder ästhetisch wie Calvin Klein

oder pornographisch-provokativ wie St Laurent

du findest immer jemand der darüber sich aufregt. Modedesignerin Zoe Latta sagt: “I don’t know if sex sells,” Latta said with a laugh. “But it definitely creates some rubbernecking.”

Aber das einzig wirklich interessante Argument dagegen ist, vielleicht es stimmt gar nicht? What if sex doesn’t sell? Die Psychologen Brad Bushman und Robert Lull haben vor zwei Jahren herausgefunden, es stimmt nicht. Sex doesn’t sell.

Advertisers hoping to sway consumers might want to rethink running spots within media with violent or sexual themes, and might do better if the ads themselves have a G-rating, according to a study published by the American Psychological Association. Instead, violent and sexual media content may impair advertising’s effectiveness and ultimately deter purchasing, the research found. We found almost no evidence that violent and sexual programs and ads increased advertising effectiveness.

Oh surprise. Violent and sexual themes, all the same? Warum untersucht ihr das zusammen? Ist Sex Gewalt? Ist Erotik brutal? Das Thema der Studie verrät vielleicht mehr über den mindset der Autoren als über die Realität. Ich bin auch abgestoßen von Gewalt, aber nicht von Erotik. Ich bin sicher, die meisten Menschen auch.

Die Herren haben eine moralische Mission:

“There is plenty of sex and violence on TV. Indeed, well over half of TV programs contain sex, violence, or both…Regardless of the extent to which violent and sexual content have negative effects on society, the prevalence of violent and sexual media content merits consideration on its own.”

The prevalence of violent and sexual media content…ich weiß nicht, man kann den Medien vieles vorwerfen, aber nicht dass Gewalt und Sex darin dominieren . So eine Studie kann man also ignorieren, die Voreingenommenheit ist offensichtlich.

Dennoch, die Studie wurde überall zitiert, in Marketing-Fachzeitschriften und der Mainstream-Presse. „Sex sells? Von wegen!“ , „Werbung und Feminismus: „Sex sells“ funktioniert nicht mehr“, „Studie: Sex Sells? Stimmt nicht!“. „Stern“ meint: Das Motto „Sex sells“ hat in der Werbung Gültigkeit wie nie zuvor. Allerdings gilt dies nur für Europa„. Okay, maybe, aber: Eckhaus Latta sind übrigens Amerikaner. Im Gegensatz zu den zwei Psychologen scheint Jill Manoff eine seriösere Beobachtung zu machen. Sie schreibt in Glossy,

Maybe sex doesn’t sell anymore. Evident in the latest campaigns and runway collections, and the retailers managing to survive, revealing and body-conscious styles have taken a backseat to easy pieces (leggings, sweatshirts, tracksuits) and modest looks that leave much to the imagination. Today, skin is out, comfort is king and blatantly sexy is frowned upon. Some say it’s an obvious nod to female empowerment.

Sie beschreibt klare Markttrends der letzten 12 Monate, angesagt ist Komfort, Funktionskleidung, nicht Erotik. Ursache ganz undramatisch: “It’s not as much of a novelty any more”.

Und Jill weiß auch schon, wie es weiter geht:

Indeed, fashion has moved on from “naked dresses,” second-skin silhouettes and bras-as-tops. However, if history is any indication, the shift will be short-lived. “Trends are cyclical,” said Lehmiller. “Maybe ‘sexy’ has gone out of style for now, but it will be back again. Give it a few years.”

Ich bin erleichtert. Dandy Diary stellt jetzt schon fest: J.W. Anderson und Grindr, Hood by Air & DIESEL und Pornhub und jetzt Eckhaus Latta. Sex scheint erfreulicherweise in Mode.

Whatever they mean when they talk about sex and sexy. Eines ist klar: Erotik ist bei manchen Leuten nie in Mode, und bei manchen immer. Das ist gut so. Vielfalt macht die Menschheit spannend. Gefährlich wird es, wenn jemand seine Meinung und Moral dem Rest aufzwingen will.

I agree with this clear statement.

 

Über sunflower22a

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Eine Antwort zu Sex sells – really?

  1. waswegmuss schreibt:

    Ich glaube wir haben andere Probleme als dieses Pillepalle.

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