Heldinnen: Rasmea Odeh

Rasmea Odeh hat eine schwierige Entscheidung getroffen. Die 69jährige Amerikanerin palästinensischer Abstammung gibt ihre US-Staatsbürgerschaft auf und akzeptiert ihre Abschiebung. Dafür verzichtet die US-Regierung darauf, sie zu inhaftieren. Genau das versucht die Regierung nämlich seit 3 Jahren. Unter Trump und seinem rassistischen Justizminister Sessions ist es noch viel mehr unmöglich, ein faires Verfahren zu bekommen. Auch unter Obama war es schon kaum möglich, als palästinensische und muslimische Aktivistin ein faires Verfahren zu bekommen. So, sie willigte schweren Herzens ein. Die Aussicht auf jahrelange Haft in den USA mit anschließender Abschiebung war keine bessere Alternative.

Rasmea wurde 1969 von einem israelischen Militärgericht nach schwerer Folter und sexueller Misshandlung zu lebenslanger Haft verurteilt, weil sie angeblich an einem Bombenanschlag beteiligt war. Ihr unter Folter erpresstes Geständnis widerrief sie vor diesem Gericht, aber diese Pseudo-Gerichte haben ihre Urteile so gut wie immer schon gefällt bevor der „Prozess“ überhaupt beginnt, 99.7% der „Verhandlungen“ enden mit dem Spruch: Palästinensische Angeklagte sind schuldig. In keinem Rechtsstaat der Welt würden solche Prozesse anerkannt. 1980 wurde sie im Rahmen eines Gefangenenaustausches freigelassen und lebte dann in Libanon und Jordanien.

1995 immigrierte sie in die USA, lebte in Chicago und engagierte sich im Arab American Action Network (AAAN). Genau das war der US-Regierung ein Dorn im Auge, und deshalb wurde sie 2013 verhaftet. Sie wurde beschuldigt, ihre „kriminelle Vorgeschichte“ als „Terroristin“ bei der Einreise und Einbürgerung verschwiegen zu haben – als ob eine Verurteilung vor einem Militärgericht einer Besatzungsmacht unter Folter eine „kriminelle Vorgeschichte“ wäre. Sie wurde zu 18 Monaten Haft und anschließender Deportation verurteilt. Sie legte erfolgreich Berufung gegen das Urteil ein, aber es wurde immer schwieriger an ein faires Verfahren zu glauben. Mit einem erklärten Israel-Unterstützer als Richter, mit einer nachgeschobenen Anklage wegen „Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung“ und der öffentlichen Hetze gegen Araber und Muslime war ihre Verurteilung vorprogrammiert. Wie absurd der Vorwurf war, dass sie ihre Vorgeschichte verschwiegen hat, zeigt allein die Tatsache, dass sie nach ihrer Freilassung ausführlich vor den Vereinten Nationen über ihre Folterung und Vergewaltigung in israelischer Militärhaft aussagte.

Aber: Wenn sich Breitbart News, New York Times, Chicago Tribune und die Israel-loyalen jüdischen Organisationen und Clinton-style conservative feminists gemeinsam auf dich einschießen, hast du keine Chance mehr.

Make no mistake. Rasmea came under attack by the U.S. government because she is Palestinian, and because for decades, she has organized for Palestinian liberation and self-determination, the Right of Return, and an end to Israeli occupation and colonization. Palestine support work, especially the Boycott Divestment Sanctions (BDS) movement, has made a number of recent gains, and the long arm of federal law enforcement has attempted to crack down on it, like it has on all effective and impactful movements for social justice in the history of this country. Rasmea’s prosecution is part of this crackdown.

Die Solidaritätsbewegung für Rasmea in Chicago und dem ganzen Land ist enorm. Die Chicago Cultural Alliance verlieh ihr schon 2013 den Outstanding Community Leader Award, because she “dedicated over 40 years of her life to the empowerment of Arab women, first in her homes of Palestine, Jordan and Lebanon, where she was an activist and practicing attorney, and then the past 10 years in Chicago.”  Bei ihren Gerichtsverhandlungen wurde sie immer von Hunderten Menschen begleitet. Jewish Voice for Peace, eine israel-kritische jüdische Organisation, hat sie eingeladen zur Jahreskonferenz:

Odeh’s plea bargain will force an almost 70-year-old woman to give up her citizenship and leave her long-time home and community. Odeh’s forced exile is a devastating loss for the communities she has spent decades serving as a tireless advocate and organizer. We are honored to hear from her before she is uprooted again. No one yet knows where she will go, since she cannot return to her homeland, like millions of other Palestinians.

Vor wenigen Tagen hat Israel ein Gesetz in Kraft gesetzt, mit dem israelische Staatsbürger im Ausland ihre Staatsbürgerschaft verlieren können, wenn der Staat meint, ihre Rückkehr kann „die nationale Sicherheit gefährden“. Kritische Bürger werden willkürlich ausgebürgert. Das sind die Methoden von Diktaturen, nicht von Demokratien.

Listen to Rasmea at International Working Women’s Day 2016:

Über sunflower22a

I am a mystery.
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