Shiny happy people

Wenn die Zeiten konservativer werden, reaktionärer werden, dann ziehen sich die Menschen meist auch langweiliger, grauer, eintöniger an. Dann gibt es keine Experimente mehr, dann herrscht starker Konformitätsdruck. Für Männer gilt dies noch mehr als für Frauen, weil für Frauen schon immer viel mehr Vielfalt in der Kleidung erlaubt war.

Die Männermode tut sich schon lange schwer mit Innovation. Ich habe hier darüber geschrieben. Business-Anzüge und ihre Krawatten, es ist fast schon eine Uniform …und die Alternative ist Casual Look, der auch sehr wenig innovativ ist. Vor allem nicht elegant. Bunt kleiden sich Männer heute auch nicht mehr. Grau, braun, dunkelblau, schwarz, oliv…aber knallig rot? Niemals.

In den 1970s das war noch ganz anders. Schaut mal auf diese Webseite. Pulptastic bringt 40 Cringeworthy Men’s Fashion Ads From the 70s. Wahnsinn. Heute sieht all das ziemlich lächerlich aus. Aber eigentlich, ich bewundere es. Es war mutig. Heute machen das nur noch einige Clowns auf den Catwalks, das ist witzig anzusehen, aber niemand würde das tragen.

Die Bilder von Pulptastic – das war echter Massenmarkt, Versandhauskataloge und so weiter. Das wurde wirklich verkauft und getragen.

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It’s crazy, aber eigentlich es ist toll. Wenn die Männer wieder anfangen, wild mit ihrer Kleidung zu experimentieren, dann beginnt bestimmt wieder ein fröhliches Zeitalter. Bestimmt!

Über sunflower22a

I am a mystery.
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2 Antworten zu Shiny happy people

  1. Bill schreibt:

    der Verlust an Farbe in der (Männer-)Mode ist mir schon eine Weile aufgefallen. Der Schlips war immer noch ein Notnagel, um einen Farbkontrast zu erzielen.
    Und gute Wollstoffe für Anzüge haben auch in Paynegrau oder Marineblau noch eine angenehme Anmutung und einen schimmernden Glanz.
    Jetzt trägt jeder verwaschene Jeans mit schlabbernden Hemden deren Farbton man gerade noch benennen kann wenn man sie vor sich hat aber nach fünf Minuten vergessen hat.
    Warum?
    Immer mehr zunehmender Konformitätsdruck, nicht aufzufallen?
    Mangelndes Selbstbewusstsein?
    Keine Ahnung.

    • Anonymous schreibt:

      Die finstersten Zeiten in Europa waren, als die Männer bunte Samtroben, Spitzenkrägen und lange Wuschellocken oder sogar neckische weisse Zopfperrücken trugen. Da tobte nämlich gleichzeitig der 30-jährige Krieg, samt Hexenverbrennungen und Inquisition, und man tötete sich wegen eines Glaubensstreits in der einen gemeinsamen Religion. Nüchternheit und Aufklärung gingen einher mit schlichter aber individueller Herrenmode, kuzen Haaren und betont einfach-eleganter Damenmode, die die Persönlichkeit unterstreichen. Extreme Buntheit und Opulenz sind auch Zeichen einer inneren Verarmung und Dekadenz, wie das alte Rom aber auch das Rokkoko-Zeitalter (Louis XV-XVI) gezeigt haben. Das andere Extrem ist eine kollektive Ganz-und-Gloria Strömung mit schicken Uniformen, wie z.B. im Militarismus und Faschismus oder der quasi-religiöse Einheits-Habit*** wie bei Mao’s China.
      Schlaberlook und Einheitsbrei der Moderne zeigen auch eine gesichts-und persönlichkeitsfreie Gesellschaft ohne Rückgrat. Wie bei einer Barbiepuppe kann man schnell das Outfit wechseln ohne eigenes Gesicht kann man jedes Make-Up auflegen und in die Konformität dessen was gerade „IN“ ist eintauchen. Fehlt nur noch das rückstandsfrei entfernbare Piercing und Tattoo um scheinbar provozierende Statemants abgeben zu können, die heute schon Schnee von Gestern sind.
      Es ist eine Welt der zombie-ähnlichen Androiden geworden, gleichgeschaltet durch Vernetzung und Mainstream-Medien, gerade so als wäre man in ein weltweites „Stepford“ verschlagen worden.
      Vielleicht deshalb die morbide Sehnsucht besonders der Jugend der Pseudo-Eliten** nach dem exotisch Barbarischen der Migranten aus moslemischen Ländern. Oder ist es wie bei Zardoz: Wir sind so stagniert und lethargisch geworden, dass wir uns die vermeintlichen Erlöser aus der Erstarrung zu Millionen hier einladen – in bewusst selbstmörderischer Ansicht?
      Vielleicht waren aber auch die Zombes aus dem All schon da und haben klammheimlich den Pseudo-Eliten das Hirn aus dem Kopf gefressen …? Oder die Körperfresser haben ein paar „Alien-Gurken“ dagelassen?
      Denn die meisten „Normal-Bürger“ sind von solchen Überlegungen ausgenommen – sie haben genug Alltagssorgen und kümmern sich daher wenig um Modehypes – für die Eliten sind sie nur Pack. Allerdings: Wie heist es bei Orwell – Proles and animals are free …
      **der diskrete Charme der Burka?
      **Pseudo, weil Meritokratie, das Ideal der führenden Gruppen von einst, den zweifelhaften Meriten als Netzwerker und Seilschaftsteam gewichen ist.

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