Gelassenheit, Apathie und Selbsttäuschung…und am Ende Wut

So it happened. No surprise. All over the world there is terrorism, why should such a popular destination like Berlin be spared? It was a question of time. Somehow we all expected it.

Als der Terror nach Berlin kam, die Berliner reagierten mit Gelassenheit. Fast schon routiniert. Ich auch. Endlich tickte ich ausnahmsweise mal wie fast alle hier. Keine Panik, keine Wut, kein Hass, irgendwie noch nicht  einmal viel Betroffenheit. Das geschwätzige Treiben der Politiker – abschalten, wer will all das noch hören?

Wenn du jetzt durch die sozialen Medien surfst, triffst du auf viele Berliner, die stolz sind auf diese stoische Gelassenheit ihrer Stadt. Proud to be Berliner, you can almost say, that is their message.

Ja, für Leute in Gaza, Aleppo oder Mossul mag das nachvollziehbar sein. Was sind schon solche lächerlichen Anschläge gegen regelrechten Krieg in der Stadt.

Ich glaube aber, dass viele Leute in Deutschland und Europa die Berliner anders wahrnehmen. Nämlich als leicht daneben, wenn sie auf diese Sturheit so stolz sind.

Auch in Berlin, es wird so nicht bleiben. Ich würde sehr gerne eine Zeitreise machen in das Berlin von 1930. Nur um die Stimmung zu spüren. So etwas kann man in kein Geschichtsbuch, keine Filmdokumentation packen. Vielleicht war es ähnlich. Die Ruhe vor dem Sturm. Alle spüren es, eine Epoche geht zu Ende. Niemand weiß, was kommen wird. Niemand will, dass die Epoche zu Ende geht, aber alle spüren insgeheim dass es unausweichlich ist. Ignorieren solange es geht. Verdrängen. So tun als wäre nichts.

But it’s all fake. We are fooling ourselves. It’s a house of cards.

Nein, ich meine nicht 2017 übernehmen die Nazis die Macht. Merkel wird bleiben, so oder so. Aber das spielt keine Rolle. Wie überall, Regierungen reagieren heute mehr als sie agieren. Hinter der Fassade, immer mehr Menschen fürchten sich. Vor der Zukunft. Vor dem sozialen Abstieg. Vor der Welt da draußen. Vor dem Fremden. Vor den anderen.

Es spielt keine Rolle, ob es berechtigt ist oder nicht. Es ist irrational, und doch auch sehr rational.

Wer sagt, fürchtet euch nicht, alles ist gut, wir ignorieren alle Gefahren und Probleme, denkt und handelt genauso irrational.

Wie kann eine freie und offene Gesellschaft frei und offen bleiben, wenn sie weiß, 500 bis 1000 zu allem entschlossene Fanatiker sind unter uns und sind zum Selbstmordattentat bereit? Keep calm and carry on? Won’t work. Wait for the next „violent incident“. There will a public backlash that no government can ignore.

Der Killer von Berlin, heute morgen erschossen in Mailand. Gut so. Wie konnte er unerkannt so weit kommen? Hilarious. Gleichzeitig werden in Duisburg zwei Typen aus dem Kosovo verhaftet, sie planten einen Anschlag auf eine Shopping Mall. Es geht weiter.

Ja, wir wollen eine freie und offene Gesellschaft bleiben. But a free and open society won’t survive if it fails to address the concerns of its citizens. Economic and social security has already been lost for large parts of society. For the rich, the party goes on. Neoliberalism, deregulation, austerity is the unquestioned ideology in Germany, even if it erodes the very fundaments of this nation. Add to this a perception that the state does not properly deal with terrorism, because unlike the 1970’s the terrorists are attacking you and me rather than the elite. When people feel they’re left alone in the misery, you’re done.

A combination of economic socialism and hardline attack on terrorism. This can win any election. We will see it in France in a few months. Nobody in Germany has that on the ticket, Germany’s political culture does not allow for such a combination. You’re for social justice, and that means you’re weak on “innere Sicherheit”. You’re for “innere Sicherheit”, and that means social justice is anathema for you. That is Germany.

In all likelihood, in France the promises of more economic socialism will be disappointed and the promises of a hardline attack on terrorism will escalate into full-scale authoritarianism.

Liberals will have to swallow a certain amount of economic socialism, redistribution from the rich to the poor, and a certain amount of crackdown on violent extremism, if the house of cards called “open society” is to survive. I pretend to keep calm and carry on, but honestly, I am worried. I’m not worried about getting killed in the next attack, I’m worried what the next attack will do with this society, and the wholesale ignorance, the inappropriate reactions from left to right. Jetzt müssten sie sich zusammensetzen und sagen, okay, wir sitzen im Mist, wir müssen etwas anders machen. Stattdessen, sie wollen weitermachen und recht haben und recht behalten, koste es was es will. They – we – will pay a high price for this ignorance.

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2 Antworten zu Gelassenheit, Apathie und Selbsttäuschung…und am Ende Wut

  1. keloph schreibt:

    ich möchte nur einen der adressierten punkte kommentieren: die freiheitliche welt wie wir sie nennen und kennen birgt das risiko, dass sie leute ernährt und fördert, die eben diese ordnung zerstören wollen.
    aber genau deshalb müssen wir wachsam sein und dagegenhalten, und eben nicht zumachen. und genau die auseinandersetzung, was denn der beste weg sei ist, nicht immer geradeaus, sondern von interessen geprägt. aber sie ist notwendig und hilfreich und das freihetiliche zu stützen und zu schützen und weiterzuentwickeln.

  2. PjotrPanini schreibt:

    Also meiner Meinung nach sollten Sie mal etwas mehr Spazierengehen.
    Terrorismus, bei aller Trauer über die sinnlose Tat, da lachen ja die Hühner. Der Typ und viele andere wissen imho nicht was Sie tun. Es ist ihnen auch egal. Für mich sind das kranke Gestalten deren Mordlust mühsam mit irgendwelchen „Motiven“ verbrämt wird. Manche machen sich sogar selbst die Mühe ihre Untaten mit tagesaktuellen Motiven zu verbrämen.

    Es werden ja nie die Verursacher von Kriegen angegriffen sondern Unschuldige. Die monetären Profiteure, die Kriegshetzer in den Medien oder die Schwachköpfe an den Schalthebeln der Macht bleiben allesamt unbehelligt.

    Auch taktisch sehe ich keinen Sinn. Erreicht wird das Gegenteil von dem was man mit sehr viel gutem willen als ein Ziel imaginieren kann. Schäden die nicht größer sind als an einem x-beliebigen Stauende im Nebel und Massenpsychologisch wendet es sich gegen die „eigene Sache“. Schwachköpfe, false flag oder eine fatale Mischung daraus sind imho ursächlich (NSU lässt grüßen).

    Das jetzt jede Menge Söldner in Old Germany herumschwirren und es auch irgendwo Waffenlager für Sie geben wird sind Konsequenzen von Politik (bei der Sie Frauen ja unterrepräsentiert wähnen), steht aber auf einem anderen Blatt. Bedanken Sie sich bei den Machthabern und Herzlich Willkommen auf dem Pulverfass.

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