Femmes fatales im Geschlechterkampf

Frankfurt ist keine sehr attraktive Stadt. Aber sie hat zurzeit eine schöne Ausstellung, die ich sehr genossen habe. Geschlechterkampf heißt sie, im Städel Museum. Übrigens ein spannendes Gebäude. Die Angst der Männer vor der femme fatale, die sie ins Unglück, ins Verderben zieht. Frauen wie die erste aller Frauen, Lilith. So ein Thema zieht mich magisch an :-).  Darüber könnte ich endlos schreiben, aber ich halte mich zurück.

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Vor 100 Jahren, Ende des 18. und Anfang des 19.Jahrhunderts, in der unglaublich spannenden Belle Epoque, entstanden viele Bilder und Kunstwerke, erschaffen von Männern, die femme fatales zeigten, gegen die die Männer keine Chance hatten. Delila, die den als unbesiegbar geltenden Helden Samson verführt und kühl tötet. Die Verführerin Salome, die Johannes den Täufer köpfen lässt. Schon die biblische Eva signalisiert den Männern: hüte dich vor starken Frauen, höre niemals auf sie. Vor 100 Jahren, als die Frauen aufbegehrten, bekamen es die Männer unterbewusst mit der Angst zu tun. Auch die Künstler, manche sicherlich auch voller Sympathien für die Suffragetten, aber dennoch, sie hatten Angst vor ihnen. Natürlich sahen sich die nach Emanzipation strebenden Ladies nicht als lüsterne Männermörderinnen. Dazu wurden sie erst in den Augen der Männer, der Künstler die die Bilder dieser Ausstellung erschaffen haben.

Lustgetrieben, irrational, verführerisch, dämonisch…die Reihe der Adjektive könnte ich noch zeilenweise fortsetzen, mit der die Herren Künstler ihre Objekte suggestiv besetzen. Angst vor der Ehe, vor der künftigen Ehe-Frau, von Thomas Theodor Heine: die Frau treibt den Mann mit einem Schwert vor sich her, die Ehe wird seine Hinrichtung. Oh my dear. Ein anderer Maler zeigt Dämoninnen mit großen Brüsten auf Leichenbergen. Nur wenige Ladies werden sich in den Bildern erkennen. Ich träume manchmal von femme fatale, aber real ich bin keine Delila, keine Salome. Trotzdem, manche Männer reagieren auf mich so.

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So, in the end, the exhibition shows male fantasies, and that is interesting. However, sooner or later you come to a strange conclusion. Geschlechterkampf. It’s real, very real. We have come a long way. Aber die Widerstände sind geblieben. Solche Fantasien wie diese Künstler möchte ich gar nicht haben. Wenn ich sie hätte, ich würde sie nicht malen.

Natürlich, sie haben auch Künstlerinnen in der Ausstellung. Bei ihnen dreht sich alles um Selbstbehauptung. Sie hätten tausende Motive gehabt, den Geschlechterkampf aus ihrer Sicht zu zeigen. Sie müssen dafür nicht viel fantasieren. Jahrhunderte patriarchaler Gesellschaften reichen aus, um genug Suggestionen für Motive zu bieten. Frauen als Dauer-Verliererinnen des Geschlechterkampfes seit den Zeiten von Delila und Salome. I can see oh so many motives in my mind.

Noch spannender wäre, den Geschlechterkampf neu zu definieren. Why should we always try to conquer the other sex? Warum kann der Geschlechterkampf nicht der Wettlauf sein, how do we enjoy this duality best? Appreciating and loving the other sex because they make your life so much more fun, so much more desirable? A world with only one sex would be so boring.

Über sunflower22a

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2 Antworten zu Femmes fatales im Geschlechterkampf

  1. mrfreeze01 schreibt:

    Soll ich doch wieder einmal ins Städel gehen? Diese Ausstellung scheint mir jedenfalls interessanter zu sein, als was ich dort früher gesehen habe. Danke für den Tip. Gute Frage übrigens: „Warum kann der Geschlechterkampf nicht der Wettlauf sein, how do we enjoy this duality best?“ Wo das her kommt mit den Machtstrukturen, der Ausbeutung, den Profiteuren der Unterdrückung usw. ist ja relativ klar. Aber warum pflanzt sich das immer wieder fort, woher kommen die irrationalen Ängste vor den „Kräften“ des „Weibes“? Das ist mir auch ziemlich unklar.

  2. Pjotr Panini schreibt:

    Also ich hab auch Angst vor Femme fatales. Eine durchaus Berechtigte sonst währen es ja keine fatales sondern „normale“ Femmes. Heute fällt das bei mir unter Borderline,

    Was mir das erste Bild zeigt ist aber keine sondern das typisch degenerierte Wohlstandsfrettchen aus der Oberschicht (m/w). Mit Maßnahmen zur Arterhaltung wie z.B. jeden über die Klinge springen zu lassen das seinen/ihren Status gefährdet. Oder auch nur mal so, der Abschreckung wegen. Sie verstehen?

    Meine Vorfahren waren übrigens Fischer. So richtig Nordsee ist Mordsee. Die vergilbten Fotos zeigen extrem abgehärtete Gesichter und da war nix mit Gleichberechtigung. Einfach weil die Frauen froh waren wenn der Mann heil von See kam.

    So verschieden können Welten sein, das war übrigens am Übergang vom 19. ins 20. Jahrhundert.

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