Women for Trump

Donald Trump was voted into office by angry, disgruntled white men. That’s the conventional wisdom now. No educated feminist can understand why a woman could even think of voting for Trump, this sexist, misogynist old man.

Vor der Wahl sagten alle Experten, Trump werde die Wahl wegen der Frauen verlieren, denn sie werden ihn nicht wählen. Erstaunlicherweise haben das aber viele Frauen getan. 42% der amerikanischen Wählerinnen haben für Trump gestimmt. Das waren vor allem weiße Frauen. Weiße Frauen haben sogar mehrheitlich für Trump gewählt. Nicht in den Küstenmetropolen, sondern überall anderswo. Sie haben Trump zum Präsidenten gemacht – sie waren die Wählergruppe, die sich am wenigsten an die Prognosen gehalten hat.

Donald Trump’s ascent to the presidency reveals a deeply troubling truth about white women in America: the comfort of abusive, white supremacist patriarchy seems to be far more comfortable for them than the uncertainty of fighting for equity alongside people of color.

Diese Analyse muss man nicht teilen. Ich glaube, viele weiße Frauen fühlen sich gar nicht so sehr vom Patriarchat unterdrückt. Sie haben einfach genauso wie die Männer genug von der Washingtoner Polit-Clique und halten Trump (noch) für einen Außenseiter, der den Sumpf aufräumen wird. Ich würde mich freuen, wenn ich ausnahmsweise eine feministische Analyse lesen würde, die nicht wie Ms Drayton Frauen für besonders dumm hält, weil sie noch mehr als Männer gegen ihre Interessen wählen. Man könnte doch auch analysieren, dass Frauen und Männer in ihren Einstellungen gegenüber dem Washingtoner Establishment ganz ähnlich sind und es gar nicht so wichtig finden, ob der Kandidat Trump noch unsympathischer als die Kandidatin Clinton ist oder umgekehrt.

Warum sollen Frauen soziale Abstiegsängste, stagnierende oder zurückgehende Reallöhne weniger wichtig finden als Männer und deshalb eine Wall Street Ikone wählen? Weiße Frauen sind auch nicht progressiver als Männer, jedenfalls nicht in America. Sie haben schon in den letzten Wahlen mehrheitlich für Romney, McCain und Bush gestimmt. Liza Featherstone hat recht, wenn sie feststellt, dass sehr viele weiße Frauen sich nicht von dem Feminismus von reichen Prominenten angesprochen fühlen. Trump mag noch reicher sein, aber er spricht ihre Sprache.

Trump wird sie enttäuschen, ich bin sicher. Aber das ist keine Schadenfreude. Rural America, es ist ein fernes, fremdes Land, wenn du in NY, LA, Seattle lebst. Du kennst seine Probleme nicht. Ich kenne sie auch nicht, honestly. Aber ich bin schockiert wenn ich lese in der Washington Post

The statistics show decaying health for all white women since 2000. The trend was most dramatic for women in the more rural areas. There, for every 100,000 women in their late 40s, 228 died at the turn of this century. Today, 296 are dying. And in rural areas, the uptick in mortality was noticeable even earlier, as far back as 1990. Since then, death rates for rural white women in midlife have risen by nearly 50 percent.

50 Prozent gestiegene Todesraten. Zu teure Ärzte, keine Krankenversicherung, Drogen, Alkohol, falsche Ernährung und so weiter. Bei Frauen schlimmer als bei Männern. Auch die Selbstmordrate steigt dramatisch.

Natürlich, du kannst immer sagen, sie sind selbst schuld. Aber es ist nicht so einfach. Das ist eine große soziale Krise, was in diesen Zahlen gespiegelt wird. Schau diese Grafiken: rot sind Gebiete mit steigender Todesrate für weiße Frauen, blau mit sinkender Todesrate. Coastal metropolitan America vs rural America.

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“There are millions of people underneath these graphs who are in pain.” Anne Case hat recht. Sie forscht schon lange über diese soziale Krise. Es hat noch nie jemanden interessiert. Auch heute nicht. It’s way more important than Trump’s pussy grab stories. Not for rich liberal feminists or the Democratic Party, though.

audreyhewkobypetercoulsonnsfw2

No, I won’t kill myself

 

 

 

Über sunflower22a

I am a mystery.
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Eine Antwort zu Women for Trump

  1. Holger schreibt:

    Auch hierzu hat der Don im FAZ-Blog einen guten Artikel abgeliefert:
    http://blogs.faz.net/stuetzen/2016/11/10/frauen-waehlen-trump-und-geschenkte-moebel-7106/

    In einem anderen Artikel, weis leider nicht mehr wo, wurde das Wahlverhalten der Frauen damit erklärt, dass sie ja die Sorgen; Ängste und Nöte ihrer Väter, Brüder, Söhne und Ehemänner teilen und sich daher gegen Clinton entschieden haben. Der Artikel vom Don geht argumentiert in eine vergleichbare Richtung.

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