Trump

So you want me to comment on the US elections. I didn’t vote, and I don’t regret it. A vote in New York would not have mattered anyway, Clinton won the state easily.

However, that’s not the point. Yes, it is a disaster that someone like Trump can even come close to the presidency. Now he won. He could only win against someone like Clinton who represents the Establishment like nobody else. She personified Washington – and Washington loved her. The District of Columbia voted 94% for Trump. How can a capital city be so out of touch with the rest of the country? Capital cities are always out of touch, but this is extreme.

Look, I won’t bore you with all these analyses of the losers, the poor whites of flyover country, the blue collar workers in the rust belt who went for Trump. You know all that. What the liberal elite still doesn’t want to hear, their own share in Trump’s victory, it’s now becoming so obvious that they cannot suppress it anymore. Look at Thomas Frank’s excellent analysis, you can even get it as a whole book. Even the Gutmenschen Germans get it.

Aber, was bedeutet das? You and me, wir sind wohl auch Teil dieser liberalen Elite. Like it or not. Wir sind gebildet, reisen um die Welt, sprechen viele Sprachen, haben internationale Freunde, und wahrscheinlich verdienen wir gut. Wir profitieren von Globalisierung, wir sind Globalisierung.

Andere Menschen haben das nicht. In unseren Augen sind sie ungebildet, provinziell, rückständig, wir wollen mit ihnen nichts zu tun haben, schauen auf sie herab.

In ihren Augen sind sie down to earth, normale Menschen, sie arbeiten hart und müssen zusehen wie es eine Elite verprasst, sie wollen nicht kulturell globalisiert werden sondern das bleiben was sie sind.

Ich habe eine solche Nachbarin, die lange nichts zu mir gesagt hat und als sie das erste Mal etwas zu mir gesagt hat, es war „Sie sind ziemlich dekadent, ich mag das nicht“.

Stehen wir vor einem Kulturkampf?

Ich hoffe nicht. Wenn doch, es ist klar, wir dürfen ihn nicht verlieren, sonst wird es sehr finster.

Aber, die Frage ist, wie.

Mein Gefühl sagt mir, we are part of the problem. Ja, ich fordere Toleranz, von allen für alle, aber ich kann das viel besser tun wenn ich auf einer Stufe mit den Menschen stehe, von denen ich es fordere. Mehr Toleranz  wird es erst geben, wenn die Spaltung der Gesellschaft in reich und arm abnimmt und nicht zunimmt. Nichts bringt einen Menschen mehr dazu, andere zu hassen, als wenn du dich als loser fühlst, und glaubst du hast das nicht verdient. Die liberalen Eliten müssen jetzt etwas tun, was ihnen schwerfallen wird. Sie müssen Privilegien abgeben. Dem unteren Drittel wieder Perspektiven geben. Werft eure Digitalisierungsträume über Bord, stellt wieder Menschen ein statt Roboter und bezahlt sie gut und achtet ihre Arbeit. Wenn ihr diese Menschen achtet und sie keine Angst vor der Zukunft haben und sie keine Not leiden, sie werden keinen Hass mehr brauchen. Liberale Eliten, werft euren Wirtschaftsliberalismus über Bord, damit wir den Kulturliberalismus behalten können. Sonst geht beides unter. Do it now, before it is too late.

s049

Difficult times ahead

Über sunflower22a

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12 Antworten zu Trump

  1. HairyComment schreibt:

    Was für ein wundervoller… Filterblasenmoment. Ich muss mal wieder mehr mit Leuten reden die anderer Meinung sind, sonst bleibts ja leider beim circlejerk.
    Genau das (Andere respektieren, „einfache“ Arbeiten wertschätzen) ist m.E. auch ein guter Anfang für mehr Tier/Umweltschutz, wer getreten wird achtet darauf nicht.
    Hätten die Amerikaner eigentlich per „write-in“ Bernie wählen können? Oder zählt das nicht offiziell?

  2. kormoranflug schreibt:

    in Deutschland gibt man ihnen „den Fussball“ an etwas muss man ja glauben

  3. mordred schreibt:

    letztens las ich, dass man ab 3200€ netto einkommen im monat als single reich ist. ab 2600 ist man obere mittelschicht. ich nehme mal an, dass du finanziell gesehen diese leute als liberale elite meinst oder?
    da frage ich dich: ist das wirklich elite? kennen die leute zwischen 2600 und 3200 netto nicht noch ohne ende menschen, die einiges bis ein vielfaches mehr verdienen? also ich ja.
    toleranz ist mir persönlich zu wenig. man sollte alle menschen vielmehr bewundern für das was sie tun und somit auch aus seiner filterbubble ausbrechen. wir (also auch die mit 3200 netto) sind die 99%.

  4. Pjotr Panini schreibt:

    „Wir profitieren von Globalisierung, wir sind Globalisierung.“

    Andere eben nicht, Sie verlieren durch die Konkurrenz mit chinesischen Brotpreisen und Mieten da diese eben nicht globalisiert werden, im Gegenteil. Wenn Sie Tolerant sind dann werden Sie sicher auch verstehen das diese Leute an ihnen irgendwann die Guillotine anwenden könnten. Ist ja schließlich ihr Interesse das ganze Lohndrücker- und Ausbeuterpack (aka dekadente Bourgeoise) loszuwerden. Oder ist es mit „Toleranz“ dann doch nicht so weit her und Sie gilt nur sofern man von Ihr profitiert?

  5. FRAbub schreibt:

    Toleranz ggü. Geringverdienern ..? Tolerieren heißt doch für das genannte Thema, ich akzipiere die bloße Existenz von nicht 2 Fremdsprachen beherrschenden und/oder nicht so gut ausgebildeten Mitmenschen … oder von „Geringverdienern“?
    Ich meine, es sollte Respekt heißen anstatt Toleranz. Respekt vor der Arbeit von Krankschwestern/Pflegern, Physiotherapeuten, oder von Transporteuren die einem die Waschmaschine in den Keller tragen, auspacken und anschließen … habe ich, ohne Frage! Vielleicht auch deshalb, weil mir bewußt ist, dass ich auf der Sonnenseite stehe …

    Btw. „Sie sind ziemlich dekadent. Ich mag Sie nicht“ … Gyle Ansage, so was muss man erst bringen können … und das gleich zu Beginn eines wie-auch-immer-gearteten nachbarschaftlichen Verhältnis.

  6. Holger schreibt:

    Der Don hat im FAZblog ’nen lesenswerten Artikel geschrieben, in dem er mal an einem Beispiel verdeutlicht, welche Faktoren zu Trump geführt haben:
    http://blogs.faz.net/stuetzen/2016/11/14/trumps-sieg-handgemacht-in-den-usa-7115/
    Auch die Kommentare sind lesenswert…

    Der Don ist eigentlich noch das Einzig Lesenswerte an der FAZ.

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