Kleidervorschriften

Immer wieder geht es los, die Diskussion über Kleidervorschriften für Frauen. Burkinis verbieten, Kopftücher verbieten, und so weiter. Muslimas sind einfache Ziele. Da kannst du sogar noch feministisch argumentieren, du musst sie von ihren repressiven Kleidervorschriften befreien, indem du selbst neue Kleidervorschriften aufstellst. So wie in Iran. Da machen sie das auch so – und immer mehr wehren sich dagegen.

Aber nachdem die Muslimas erfolgreich in Kleidervorschriften gedrückt wurden, kommen die nächsten dran. Dann werden Frauen reguliert, die zu sexy outfits tragen. Zu kurzer Rock. Kein BH. Schulterfreies Kleid. Transparente Bluse. Bauchnabel frei. Oder sie müssen sexy outfits tragen, weil es der Arbeitgeber verlangt. So geht es weiter. Wir kennen das.

Die Los Angeles Times hat jetzt an Helen Hulick erinnert, die 1938 ins Gefängnis ging, weil sie auf ihr Recht bestand, Hosen zu tragen. Sie wurde Zeugin eines Einbruchs. Als sie in Hosen im Gericht erschien, um auszusagen, verbot der Richter dies und schickte sie wieder nach Hause. Sie solle am nächsten Tag in einem Kleid wiederkommen. Sie erschien wieder in Hosen.

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Der Richter wurde wütend, ließ sie wieder nicht aussagen. Er drohte ihr mit Haft, wenn sie ein weiteres mal in Hosen erscheint:

The court hereby orders and directs you to return tomorrow in accepted dress. If you insist on wearing slacks again you will be prevented from testifying because that would hinder the administration of justice. But be prepared to be punished according to law for contempt of court.

Helen ging lieber 5 Tage ins Gefängnis als nachzugeben. Sie legte Berufung ein, und ein höheres Gericht gab ihr recht. Sie durfte aussagen in welchem Outfit sie will.

Einige Monate später fand der Prozess statt. Helen kam, um auszusagen – in einem Kleid. A brillant move.

 

Über sunflower22a

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3 Antworten zu Kleidervorschriften

  1. dermultiplepapa schreibt:

    Von Kleidervorschriften egal in welche Richtung halte ich auch so ziemlich genau nichts.

    Ausnahmen mache ich als Schutzkleidung (Helme, Sicherheitsschuhe, Schutzbrille, …).
    Oder als Uniform oder zwecks Firmenidentität nach außen hin.

  2. Schirrmi schreibt:

    Danke für die Geschichte, die Aufklärung. Eine mutige Frau von denen es mehr geben sollte. Es ist noch gar nicht so lange her in Deutschland dass Frauen ohne die Einwilligung des Mannes arbeiten durften. Auch war es so dass Frauen keinen Einblick hatten was der Mann verdient. Schön für das nachdenken was wir grade jetzt beim frühstücken machen.

    • dermultiplepapa schreibt:

      In meiner näheren Familie gibt es das noch immer: Sie darf nicht arbeiten und hat keinen Einblick in die Finanzen. Das „Büro“ mit sämtichen Papieren ist immer abgeschlossen und er trägt den Schlüssel bei sich.

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