My stealthy freedom

Die Frauen des Iran wehren sich immer energischer gegen die restriktiven Kleidervorschriften des Staates. In Realität haben sich durch den hinhaltenden Widerstand der allermeisten Frauen diese Vorschriften über die Jahre tatsächlich gelockert. Aber es ist dennoch überhaupt nicht einzusehen, dass es diese Vorschriften überhaupt gibt. Es geht den Staat nichts an, Punkt. Manche Frauen haben den Widerstand so krass zugespitzt, dass sie sich eine Glatze rasiert haben um ohne Kopftuch gehen zu können – die Vorschriften lauten nämlich nicht, den Kopf zu bedecken, sondern das Haar.

My stealthy freedom ist eine Kampagne, die vorwiegend in den sozialen Medien stattfindet. Die gibt es offiziell im Iran überhaupt nicht, aber wenn selbst der Präsident und das halbe Kabinett twittern und facebook-Seiten haben, dann ist klar: diese Vorschriften werden nicht sehr ernst genommen. My stealthy freedom bedeutet: Frauen machen Selfies oder lassen sich fotografieren, in der Öffentlichkeit, ohne Kopftuch. Also dort, wo es verboten ist.

Jetzt hat die Kampagne sehr wichtige neue Unterstützer gewonnen: Irans Männer machen mit. Natürlich nicht alle. Bisher nur wenige, aber das finde ich super. Sie ziehen sich das alberne Kopftuch selber an, das ihre Frauen tragen müssen, und daneben lächelt die Frau in das Selfie – ohne Kopftuch.

Compulsion is not a good feeling. I hate when they used morality police in order to force my wife to wear compulsory hijab. There are a lot of men in Iran who have respect for women’s freedom of choice, so those conservatives who called men pimp just because they are not happy with our wives‘ „bad hijab“, are not representative of Iranian men at al.

Klares Statement der “Men in Hijab”.

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Ein Teilnehmer begründete seine Aktion sehr bewegend so:

Another described how wearing his mother’s niqab reminds him of the freedom he was afforded as a man that was denied to her until her death. “When the Islamic Revolution took place, my mother started wearing hijab because it was compulsory. And she never believed in hijab. In Khuzestan’s hot summers she was forced to go out in this attire. My mother died and only her clothes are left for me as a keepsake. I sometimes put her clothes on and remember those hot summer days when she would go out shopping and when she returned, due to the heat, she didn’t even have the energy to speak.

hijabtopp

Tolle Sache, chapeau, dear Iranian men!

Über sunflower22a

I am a mystery.
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2 Antworten zu My stealthy freedom

  1. dermultiplepapa schreibt:

    Richtig, sich gegen Kleidungsvorschriften zu wehren. Den Leuten gebührt auch mein Respekt.

    So etwas wie eine Moralpolizei halte ich auch für Schwachsinn.
    Ich denke dabei auch an solche Ausgeburten in der nichtarabischen Welt, z.B. den USA. Leute, wehrt Euch gegen Moralpolizei und Kleidungsvorschriften.Überall in der Öffentlichkeit!

    Kleidungsvorschriften sind mMn nur unter zwei Bedingungen überhaupt legitim:
    1. auf Privatgrundstücken durch den Besitzer/Hausrechtsinhaber.
    2. im Dienst/bei der Arbeit entweder direkt durch den Arbeitgeber (Dresscode, Uniform, Corporate Identity) oder aus Sicherheitsgründen (Schutzkleidung, Schuhe für Berufskraftfahrer, …)

  2. Pingback: Kleidervorschriften | sunflower22a

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