Kaffeehäuser

Cafés sind etwas Schönes. Das ist Kultur. Europa, darauf kannst du stolz sein. In Italien in einem Café sitzen, einen Espresso bestellen, und ausnahmsweise mal nicht in dein Smartphone starren sondern einfach den Menschen zusehen, was sie tun. Schöne Menschen, originelle Menschen, beschäftigte Menschen, flanierende Menschen. Dich darüber freuen dass andere dich bewundern. Sehen und gesehen werden. A wonderful way of life. Nordeuropäer, Amerikaner bewundern diesen Lebensstil neidisch, aber sie verstehen ihn nicht und werden ihn nie verstehen. Sie rennen lieber mit Pappbechern voll schlechtem Kaffee in der Hand durch die Straßen und in der anderen Hand haben sie ihr Smartphone, in das sie pausenlos starren.

Deshalb ist auch die Atmosphäre eines Cafés wichtig. Es muss ein Unikat sein. Es muss von seiner Inhaberin, von seinem Betreiber geprägt sein, ihre Persönlichkeit zum Ausdruck bringen. Nordamerikaner, Nordeuropäer und leider zunehmend auch die Franzosen verwechseln ein Café leider häufig mit einer Starbucks-Filiale. Oder einer Filiale einer anderen dieser schrecklichen Ketten. Das sind keine Cafés. Das sind Renditeobjekte von irgendwelchen Anlegern, Investoren. Kulturzerstörer. Kaffee aus Pappbechern zum mitnehmen, genannt „to go“. Starbucks hat jetzt den Dresscode für Baristas (!) gelockert.

„Starbucks announced a big change to its dress code this week that lets employees dress for work pretty much as they would in their everyday lives. Previously, baristas had to wear solid black or white shirts. The new dress code keeps the signature Starbucks green apron but allows for shirts in a range of darkish colors like gray, navy, dark denim and brown. Bright hair color is now welcome, as long as it’s at least semi-permanent (no hair chalk!), as are beanies and fedoras. Skirts and dresses with tights are also allowed in the new dress code. The new rules are meant to let baristas “shine as individuals,” Starbucks said in a statement.”

Completely crazy. Man muss sie boykottieren. Ich gratuliere Italien dazu, dass in diesem Land kein einziger Starbucks bisher eröffnet hat. Kein einziger. Warum auch immer. Vielleicht haben sie von selbst erkannt, dass sie dort nur rote Zahlen schreiben werden.

Deshalb tut es weh, wenn man in Berlin solche Dinge sehen muss:

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take a closer look:

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Don’t go there.

Es gibt überall viele schöne Cafés, die keiner widerlichen globalen Investoren-Kette gehören. Deren Wertschöpfung nicht an globale Investoren geht. Die nicht mit Steuervermeidungstricks uns alle ausrauben. Wo nicht irgendwelche ekligen Profit-Controlettis im Headquarter irgendwo in Übersee direkt sehen können, wieviele Capuccinos diese Filiale gestern zuwenig verkauft hat, um das Renditeziel zu erreichen. Coffee Fellows will das deutsche Starbucks werden. Brauchen wir das? Ich nicht.

welcometosttropezbymarijocobrettiforfashionisingcom9

This is a café with style

Über sunflower22a

I am a mystery.
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Eine Antwort zu Kaffeehäuser

  1. DasKleineTeilchen schreibt:

    wo is mein molli?

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