The Sex Lives of Politicians

Manchmal können dir Politiker schon leid tun. So viele Termine. So viel Stress. So viel tägliche Machtkämpfe und Grabenkriege. Tag und Nacht im Dienst. Kein Wunder, dass immer weniger vernünftige Menschen so was machen wollen. Für mich wäre das nichts. In diesem jungen Jahr zerbrachen schon zwei Lebenspartnerschaften deutscher Minister, Andrea Nahles und Heiko Maas. Ursache, unschwer zu erraten: sie hatten nicht genug Zeit. Schön beschrieben in der Welt, ein Aufruf zur Revolutionierung des Politikbetriebs, dessen totalitäre Ansprüche immer weniger Menschen ertragen. So wahr, aber die Initiative  müssen die Betroffenen selbst ergreifen. Davon ist nichts zu sehen, eher im Gegenteil: sie schotten sich immer weiter ab.

Was müssen das für emotionale Wüsten sein in den meisten dieser Leute. Schlimm. Ich kann mir vorstellen, dass ein hoher Anteil an dem ganzen Mist, den die Politiker Tag für Tag produzieren, an dieser emotionalen Wüste liegen muss.

Wenn schon eine ständige Beziehung diesen Stress nicht aushält, sollten sie sich wenigstens entspannte Erotik leisten dürfen. Aber das ist verpönt, obwohl Erotik doch ein Grundbedürfnis des Menschen ist.  In der US-Cosmopolitan las ich einen schönen Beitrag über die sprunghaft steigende Nachfrage nach High class escort services in den Bundesstaaten, in denen der Vorwahl-Zirkus einfällt. Remember: sex work  is prohibited all over the U.S.A., except Nevada. In “The Sex Lives of Politicians During the Primaries — According to Their Escorts” erzählen Escorts von ihren Treffen mit den Politikern. Von der Angst der Politiker dass herauskommen könnte dass sie bei einer Escort-Lady waren – die gleichen Politiker, die dieses ehrenwerte Business öffentlich kriminalisieren. Von dem Bedürfnis dieser Leute, endlich mal loslassen zu können, endlich nicht alles kontrollieren zu müssen. Von der teilweise unglaublichen Freundlichkeit dieser Leute:

“Kylie said a retired lawyer in his 60s with an extensive career background in politics treated her to Champagne and paid her more than her time cost — a much-appreciated gesture.”

Wenn der Politikbetrieb so unmenschlich ist, braucht man sich nicht zu wundern über das was dabei herauskommt. Die Könige und Monarchen früherer Zeiten waren in dieser Hinsicht offener, die hatten Mätressen und Kurtisanen, everybody knew it, and everybody respected them. They had power, they were influential, they were proud of their roles.

For politicos, the long, lonely campaign trail is paved with used condoms and good intentions. Whether they’re cheating on the road or just looking for some discreet fun, at least the evidence points to these guys not being total jackasses. They’re some of America’s best and brightest, after all. „Usually,“ as Mollie said, „they’re just looking for a distraction, or some nice company.“

Wir sollten mehr Mitleid mit den Politikern haben. Es wäre ein schönes win-win-Geschäft: sie hören auf, sexuelle Dienstleistungen zu kriminalisieren – wir hören auf, sie abzuschießen wenn sie welche in Anspruch nehmen. Hoffen wir, dass es sie glücklicher und ausgeglichener macht. Wahrscheinlich eine Voraussetzung für eine bessere Politik. We should try it.

MSG009

She’s had more than one politician visiting her – but  she just won’t tell who.

Über sunflower22a

I am a mystery.
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6 Antworten zu The Sex Lives of Politicians

  1. waswegmuss schreibt:

    Das sind doch keine Politiker mehr. Das sind Mimimis.
    FJS kannte, so wird gemunkelt, die Haarfarbe aller Professionellen Bonns – untenrum.
    Von Frau Mitterand wird berichtet: Das der Präsident Frankreichs. Was erwarten Sie – einen Mönch?

  2. kalypso schreibt:

    so ein quark – als das politiker-dasein ein recht für einen freivögelschein ist.
    die ehefrauen finden das bestimmt nicht witzig.

    ist wie schokolade essen – oder halt nicht essen.

    erinnert mich an wolf of wall street.

    wahllos alles rein – ekelhaft!

  3. waswegmuss schreibt:

    Wenn Heiraten Frieden stiften könnte, sollte man den Großen Vielweiberei erlauben.
    Georg Christoph Lichtenberg

  4. waswegmuss schreibt:

    Zu früh abgeschickt. Passt aber gut zu den prüden Amis.

  5. Vox Populist schreibt:

    Mir fallen zwei Beispiele ein, wo qualifizierte Personen in den USA, just in der Zeit wo sie am Meisten hätten bewegen können, wegen ihrer privaten Sexgeschichten geschasst wurden. Da wäre zum Einen Elliott Spitzer, der gerade dabei war die Wall Street-Banken anno 2008 im Zuge der sich auswalzenden Finanzkrise aufs Korn zu nehmen, als zufälligerweise seine Escort-Geschichte lanciert wurde. Damit war Spitzer als Feind der Banken erledigt.

    Und zum Anderen John O’Neill, der erfahrenste Agent bezüglich Al Qaida und Osama bin Laden, der wegen seiner unehelichen Liebschaften und seines extravaganten Lebensstils von neidischen FBI-Kollegen im Vorfeld von 9/11 kaltgestellt wurde, um dann – can’t make this up – Ende August 2001 als Sicherheitschef des World Trade Centers anzufangen. Er starb in den Türmen bei der Koordinierung der Rettungsarbeiten.

    Wäre O’Neill auf seinem Posten als bin Laden-Jäger verblieben, hätte 9/11 vielleicht verhindert werden können. Wäre Spitzer auf seinem Posten geblieben, hätte es vielleicht keine derartige wischi-waschi juristische Nicht-Aufarbeitung der Bankenkrise gegeben.

    Diese puritanischen Vorstellungen von Sexualität und Moral haben also buchstäblich handfeste Konsequenzen.

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