L’Officiel

Erstaunlich. Schon wieder eine neue Frauenzeitschrift. Darüber muss ich schreiben, auch wenn ich eigentlich die Blätter irgendwie blöd finde. Aber ich kann es nicht lassen. Kürzlich kam die neue „Barbara“ heraus. Okay, ich wollte eigentlich keine positive Kritik schreiben, aber auch keinen Verriss. Es wurde dann ein kulturelles Missverständnis. Meine freundlich formulierte Kritik wurde in Germany als Lob verstanden. Ich hätte viel direkter schreiben sollen, dass das Heft eigentlich langweilig ist. Dass sich Barbara S. zwar bemüht, aber es nicht wirklich geklappt hat. Das hätten die Deutschen besser verstanden als meine freundliche Kritik. American cultural approach, I’m sorry.

Heute also ein französischer Import. L’Officiel. Nun auch auf deutsch. Ein richtig dickes Buch, 220 Seiten. Wenn du das kaufst, wird deine Tasche doppelt so schwer. L’Officiel weist natürlich darauf hin, dass es in Wirklichkeit einer der ältesten Modetitel der Welt ist, 1921 in Paris gegründet. Chefredakteurin Lisa Feldmann hat sich „zum Ziel gesetzt, ein Magazin zu machen, das sich wirklich von allen anderen unterscheidet.“ Natürlich, das muss sie, sonst wäre es überflüssig.

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Voilà, je ne regrette rien. Die 4 Euro waren es wert. Das Magazin gefällt mir gut, und das ist jetzt deutsch gemeint, nicht amerikanisch, ich meine es wörtlich. L’Officiel bringt nicht nur schöne, teilweise sehr schöne Bilder. Sondern auch gute, spannende, Texte, mit Niveau. Das Interview mit der feministischen Bloggerin und Autorin  Laurie Penny, übrigens ist sie rechts hier in meiner Blogroll zu finden. „Monogamie ist nur eine sexuelle Vorliebe“, richtig, und meine ist es auch nicht.

Heroines. Heldinnen. Schon weil ich auch eine Kategorie Heldinnen in meinem Blog habe, interessiert mich dieser große Teil des Heftes. Schöne Porträts großartiger Frauen. Genauso die Sparte  Legende, über Kriegsreporterin Lee Miller.

„Von hier aus – Mode für eine neue Zeit, fotografiert in Berlin, einer Stadt die sich immer wieder neu erfindet.“ Ein Text, der mich melancholisch macht – weil er eigentlich gar nicht  über die Berliner Modeszene geht, die das Lebensgefühl dieser Stadt angeblich so sehr trifft, nur meines nicht. Ja, ein schöner Text über die Stadt und ihr Lebensgefühl, mit dem ich mich identifizieren kann – und dazu die Bilder einer Berliner Mode, die mir wie immer nicht gefällt – und so empfinde ich mich dann immer als alien, foreign, don’t belong here. Ach ja, Mode und Beauty, kommt in diesem Heft auch vor. In der richtigen Dosierung. Praktisches genauso wie die Beilage Les Trends über die fashion weeks all around the world.

Ich bin positiv überrascht. Ein Magazin mit Stil und Niveau. Leider nur alle zwei Monate. Aber wer jede Woche rauskommt, hat vermutlich nicht so viel Zeit für Niveau. Wer nicht solange warten will, die Website ist auch gut gemacht. Aber da gibt es nur ganz viel Mode und Lifestyle. Die besten Texte gibt es nur im Print. Richtig so.

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No, this one is not like that

Über sunflower22a

I am a mystery.
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