Too many men

China hat ein Problem. Natürlich, China hat viele Probleme, aber was ich meine ist: China hat zu viele Männer. Viel zu viele Männer. Die Ein-Kind-Politik hat dazu geführt, dass viele Paare solange abgetrieben haben, bis ein Sohn kam. Denn ein Sohn ist wichtig, setzt den Stammbaum fort, eine Tochter dagegen wird weggegeben. Sie ist verloren, die Familie stirbt aus. All dieser absurde Aberglaube hat zu einem wachsenden Männerüberschuss in China geführt. Natürlich ist ein ganz leichter Frauenüberschuss, so will es die Natur. Nicht so in China. 118 Männer kommen auf 100 Frauen. Das bedeutet, 40 bis 50 Millionen Chinesen werden in den nächsten 20 Jahren ohne Frau auskommen müssen. Jetzt haben sie die Ein-Kind-Politik abgeschafft, aber ihre Folgen werden noch lange nachwirken.

Die Folgen sind eine soziale Katastrophe. Männer, die keine Frau abbekommen, sind Losertypen, gesellschaftlich zweitklassig. Das hat Konsequenzen. Menschenhändler entführen junge Frauen aus entlegenen Gegenden, aber auch sie kosten Geld. Viel Geld. Wer kein Geld hat, geht ohne Frau aus – denn eine Ehefrau, die sich ihre Gatten unter vielen Wettbewerbern aussuchen kann, hat ihren Preis– der zum Beispiel in Form eines gewissen Lebensstils bezahlt wird.

Was machen diese Millionen von Losertypen, hungrig nach Liebe und Sex, in einem Land, indem Prostitution und Pornografie offiziell verboten sind?

Professor Xie Zuoshi befürchtet das Schlimmste. „Millionen Junggesellen könnten seiner Ansicht nach ohne realistische Hoffnung auf eine Ehefrau nicht nur zu Vergewaltigern, sondern auch zu Mördern und Bombenlegern werden.“, meldet Telepolis.

Sein Lösungsvorschlag: Polyandrie. Ärmere  Männer sollten sich Ehefrauen teilen. So etwas ist in bestimmten Völkern in Tibet, Indien und Afrika traditionell üblich, nicht aber in China. In Chinas sozialen Medien wird er dafür scharf kritisiert, aber die Kritiker haben keine anderen Vorschläge für das Problem.

Die Frauen, die die kritische pränatale Phase überlebt haben, werden so überraschend zu Gewinnerinnen des chinesischen Chauvinismus, wonach eine Tochter nichts wert ist. Sie werden zu Prinzessinnen auf dem Heiratsmarkt, die überschüssigen Männer zu Bittstellern. Schön für die Frau, schlecht für den Mann.

Polyandrie, eigentlich keine schlechte Idee. Fast so gut wie Polyamorie.

„Wang, du gehst mir auf die Nerven. Heute abend schlafe ich bei Zhong. Tschüss.“

Hihi. Je länger ich darüber nachdenke, desto genialer finde ich die Idee von Professor Xie. Let’s go for it.

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You’re a sweet guy…

 

 

Über sunflower22a

I am a mystery.
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3 Antworten zu Too many men

  1. waswegmuss schreibt:

    Naja, in Indien ist das Problem noch tausendmal schlimmer und wir sehen wie sich das äußert.

  2. MT schreibt:

    Zum Thema Indien und der Stellung von Mädchen und Frauen in der indischen Gesellschaft gibt es eine gut gemachte Arte-Doku, die man sich hier anschauen kann:

  3. Janusz schreibt:

    Ich glaube auch, dass das ein wenig zu blauäugig gedacht ist, dass sich die Frau am Ende aussucht, bei welchem Ehemann sie gerade schläft. Die chinesische Gesellschaft ist da wohl nicht so offen und liberal. Vielmehr wird die Frau eher vom Mann bzw. dann den Männern ausgesucht und bleibt damit weiterhin nur Objekt als wirklicher gleichberechtigter Partner in solcher einer Dreier-Konstellation. Da tut sich ja schon die westliche (männliche) Gesellschaft mit schwer Frauen als gleichberechtig anzusehen.
    Da passt das angeführte Besipiel Indien leider schon eher. Nicht, dass wir dann auch bald von Gruppenvergewaltigungen wie in Indien auch aus China hören müssen. Vermutlich wird es wohl leher in diese Richtung laufen.

    LG,
    Janusz

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