Elite women

I wasn’t aware of this. Why do I have to do this? I should have asked. I didn’t.

One of these receptions. Business invites government. It happens a thousand times in this city, every day. The rich and powerful, here they are. You have a Kanzlerin, true, but eighty percent are men. They’re all the same. No, of course they’re no clones. But they dress all the same, they behave all the same.

Alle strahlen sie eine satte Selbstzufriedenheit aus. Germany, we’re the lucky ones. Wir machen alles richtig. Nein, nicht mehr Deutschland über alles. Sie sind Europäer, wollen Europäer sind, aber sie sind – like it or not, sie sind Deutsch.

Okay.

Irgendwie langweilen mich diese Männer, sie sind nicht mehr so uniformiert wie früher, nicht mehr alle haben eine Krawatte ,manche tragen  Jeans, aber ihr Stil ist ziemlich eintönig. Nur der Verkehrsminister fällt auf, der grelle karierte Zweireiher, so skurril. He’s crazy anyway.

The ladies. Sie spielen hier nur die zweite Rolle. Ich sollte hier sehr viel formal plaudern, mit Leuten ins Gespräch kommen, that’s my job here. They told me how to dress. I ignored it. And I won’t talk with people that I just dislike.

So what I do is watch. Observe. Sure, occasionally I talk. No way to escape that. Men approaching me, talking to me. Smile. Nice to meet you. Blabla.

Die Hälfte der Ladies hier will nicht auffallen. Minimal geschminkt. Allerhöchstens Lippenstift, aber nur in dezenten Farben. Kostüm. Immer wieder Kostüm. Dunkelblau oder grau, vielleicht schwarz. Schwarze Schuhe mit ein bisschen Absatz, nicht zuviel. Unauffällige Halskette. Perlen-Ohrstecker oder gar kein Schmuck. Protestant Germans.

Die andere Hälfte ist ganz anders. Da gibt es die exaltierten, allesamt älter, teilweise mindestens 70. Schrill, grellrote Haare, riesige Halsketten, unbeschreibliche Kostüme, bestimmt Individual-Anfertigungen. Immerhin, Kostüme. Eine hat ungelogen 15 cm hohe Plateauschuhe, bestimmt eine Sonderedition für sie. Sie lachen, sie kichern, sie vergnügen sich. Sie freuen sich, dass sie wichtig sind. I begin to be worried I’ll be like them when I’m 70.

Da gibt es die farblosen, sie kommen in Jeans, ganz ungeschminkt. Erdfarbene Klamotten. Unauffällige Schuhe. Sie wirken sehr natürlich, eher gelangweilt, routiniert absolvieren sie auch diesen Termin. Sie wollen nichts erreichen hier, sie müssen da sein. Sie ruhen in sich selbst. Chapeau. Aber langweilig.

Dann diejenigen, die Karriere machen wollen. Junge Ladies, tadellose Figur, tadellose Frisur, tadelloses Benehmen. Sie blicken dich hungrig an. Alles an ihnen ist kalkuliert. Geschminkt, seriös gekleidet, Kostüm, aber elegant. Lippenstift, aber nicht zu auffallend. Perlohrstecker. High Heels, but not too high. Empty small talk, no substance. Konstant schweift ihr Blick durch den Raum, wen musst du noch anbaggern, wer könnte hier wichtig sein. Ich bewundere sie für ihre unglaubliche determination, ich verachte sie genau dafür. Sie werden Karriere machen, aber sie machen mir Angst.

Fast allen ladies gemeinsam, sie wirken bei weitem nicht so selbstzufrieden wie die Männer. Die einen sind hungrig auf Karriere, andere akzeptieren ihre zweitklassige Rolle, den anderen ist die Karriere egal, sie ruhen in sich selbst. Selbstzufrieden wirkt kaum eine Frau hier. Ist das gut oder schlecht?

And what about me?

Germany, is this my country? Looking at the elite here, the ruling class, I feel the urgent desire not to be part of it. However, it’s like that in every country, actually in most countries it’s so much worse. At some time, I just pretend not to speak German. I am American. Sure, everybody speaks English here, no matter how well, and when you’re representing an American company, you can always pretend. It’s fun. They admire America. They love America. Why in the world do they tell me this shit? How would they behave if I said, I’m Turkish?

Ich bin die einzige hier die kein Kostüm trägt. Ein wunderschönes, teures rotes Abendkleid. Sexy, ladylike, infinitely feminine. Schon deswegen wollen alle Männer zu mir. I was ordered not to do it. Business-Kostüm sollte ich tragen. No.

Nein, da ist noch eine Lady im Kleid. Eine sympathische Sechzigjährige, mit einer kleinen Prinzessin auf dem Arm, wenige Monate alt. Stolze Grandma. Die natürlichste Frau der Welt, vergnügt sich, kennt viele hier, verbiegt sich keinen Millimeter. Sie könnte eine bayerische Bäuerin sein. Lange plaudere ich mit ihr, ohne zu wissen wer sie ist. Wir könnten nicht unterschiedlicher sein, aber wir verstanden uns. She’s great. Wir beiden sind die einzigen ohne Kostüm, im Kleid. Die einzigen, die das alles nicht ernst nehmen und deswegen nicht wichtig sind.

I leave before I’m too drunk. One more glass of wine, and it would have been too late. What an empty life. But, like it or not, it’s fascinating. Tempting. I can’t help it.

This time, I didn’t drink too much. No matter,  I know I’m crazy to write this. But being me means going too far, crossing the lines, doing what you’re not supposed to do.

blumarine-spring-summer-2015-mfw25

 

This outfit would probably ruin my career

Über sunflower22a

I am a mystery.
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Eine Antwort zu Elite women

  1. MT schreibt:

    Wenn man die Menschen lang genug beobachtet, weiß man irgendwann wie sie sich benehmen werden. Ich beobachte auch sehr gerne. Ich bin kein Mensch, der gerne Small-Talk macht und stehe lieber etwas abseits und beobachte. Ich beobachte vor allem gerne Menschen, die anders sind als ich. So wie die jungen Karrierefrauen. Ich behaupte, ich bin das genaue Gegenteil davon. Ich finde es aber faszinierend, wie man sich so verbiegen kann, um etwas zu erreichen. Man erkennt diese Frauen an mindestens drei Merkmalen: akkurate, blondierte Frisur, akkurates Make-up und festgefrorenes Lächeln sowie die obligatorischen Perlenohrstecker. Alles an ihnen ist kalkuliert, nichts natürlich. Das fängt aber schon in der Schule an und zieht sich an der Uni weiter. Der weg ist sowieso vorbestimmt. Immer weiter nach „oben“, Sie haben mir früher auch Angst gemacht, inzwischen bedauere ich sie sogar ein bisschen. Genauso die jungen Männer, die stramme Karriere-Soldaten sind. Irgendwie bedauernswert und lächerlich, aber auch erschreckend.

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