Mysterious dreams

Können sich Träume übertragen? Von einem Menschen auf einen anderen?

Ich träume selten, oder wenigstens erinnere ich mich selten an Träume. Meine liebe Lucy aber träumt viel und erinnert sich besser daran.  Einer ihrer immer wiederkehrenden Traummuster ist es, nackt durch Kirchen, Tempel und andere Kultstätten zu gehen, in allen möglichen historischen Zeiten, von den Einheimischen wird sie dann ergriffen und soll kultisch getötet werden, und am Ende wird sie als Heilige verehrt, als Inkarnation der Santa Maria, von Ishtar, von Venus und wem auch immer. Mal im alten Mexiko bei den Azteken, mal in alten Rom, mal wer weiß wo.

Lucy ist zu Besuch, ein wunderschöner Abend, und zu später Stunde erzählt sie mir wieder von diesen Träumen. Ich habe es schon oft gehört, ich kenne das alles, aber so begeistert wie sie von diesen Träumen erzählt, es ist immer wieder schön ihr zuzuhören. Sie legt sich auf die Couch, ihren Kopf in meinem Schoß, schließt die Augen und erzählt, blumig, als würde sie den Traum nachspielen. Ich genieße die Märchenstunde.

Irgendwann verlegen wir uns ins Bett, spielen noch ein bisschen und schlafen in enger Umarmung ein.

So wild habe ich noch nie geträumt. Und alles noch präsent am nächsten Morgen. Jedes Detail.

Lucy und ich rudern in einem kleinen Boot durch einen Dschungel, gehen an Land. Nackt und schön wie Eva, aber mit viel Schmuck, als müssten wir bald jemand imponieren. Wir gehen durch ein hohes, verwittertes, mit Lianen verhangenes Tor. Dahinter ein Amazonenheer, sie üben ihre Kriegskunst, aber als sie uns sehen, lassen sie alles liegen und sehen uns erstaunt an. Zwei treten hervor und nehmen uns an der Hand. Wahre Göttinnen, schön und kraftvoll, aber sie sprechen kein Wort. Sie führen uns zu einem nächsten Tor, signalisieren gebieterisch hier müssen wir durch.

Wir betreten einen archaischen Palast, vielleicht das Innere einer Pyramide, niemand zu sehen, links und rechts Fackeln. Doch wir wissen, wir dürfen nicht stehenbleiben, kommen vor ein verschlossenes, riesiges Tor, vor dem ein schlafender Hund liegt. Er wacht auf, bellt hysterisch, zwei gewaltige Wächter in altägyptischem Gewand öffnen wortlos das Tor.

Wir wissen, da müssen wir durch.

Dahinter eine idyllische Parklandschaft. Wir sehen niemanden. Als wir uns unter einem riesigen Apfelbaum niederlassen und von den wunderschönen Äpfeln kosten wollen, huschen zwei elfenartige Wesen herbei und verscheuchen uns.

Wir erreichen das nächste Tor. Es steht offen. Aber dahinter ist Dunkelheit. Wir zögern.

Hinter uns taucht eine Hundemeute auf, die wild bellend auf uns zustürmt. Wir flüchten durch das Tor.

Dunkelheit.

Es gibt keinen Weg zurück, das Tor ist jetzt verschlossen.

Wir spüren Fledermäuse. Furchterregende Geräusche. Weinend umarmen wir uns.

Doch die Augen gewöhnen sich an die Dunkelheit. Wir sehen einen Weg und wissen, wir müssen ihn gehen. Nach endloser Zeit erreichen wir ein Tor, das eine alte Frau für uns öffnet. Das Schloss quietscht als wäre es seit Jahrhunderten nicht benutzt worden.

Wir betreten ein barockes Schloss, eine Festivität ist im Gange, niemand nimmt uns wahr. Sie tanzen, sie trinken, sie lachen, sie reden Französisch. Wir bedienen uns am Buffet, doch für die anderen sind wir unsichtbar, sie sehen uns nicht.

Wie von magischer Kraft gezogen wissen wir irgendwann, wir müssen weiter. Wir verlassen das Schloss, und es erwartet uns wieder Dunkelheit. Ein tiefroter Planet am Himmel spendet etwas Licht. Totale Stille, und drückende Hitze. Wie eine Vulkanlandschaft bei nacht. Und das nächste Tor, geschlossen, von Schlingpflanzen überwuchert. Sobald wir davor stehen, zerfällt es zu Staub.

Wir betreten eine feuchtwarme Tempellandschaft, überall riesige Statuen merkwürdiger Tier-Mensch-Gottheiten, erleuchtet von Fackeln mit roten Flammen. Dazwischen warme dampfende Thermalquellen, Pools, Springbrunnen. Darin vergnügen sich schöne Frauen, nur Frauen. Sie sehen alle aus wie Lucy und ich. Überall nur Lucy und ich, dutzendweise. Aus dem prächtigsten  aller Pools steigen zwei Ladies, wie Königinnen, sie sehen aus wie Lucy und ich, und umarmen uns innig.

Hier wache ich auf.

Lucy schläft. Es ist 5 Uhr morgens.

Ich kann nicht mehr einschlafen.

Ich erzähle Lucy von diesem Traum. Sie sieht mich erstaunt an. Auch sie hat ihren Traum geträumt – zum erstenmal war sie nicht allein, ich war dabei. An alles andere kann sie sich nicht erinnern.

Tagelang gehen  mir diese Bilder durch den Kopf. Ich weiß nicht, ob ich solche Träume noch einmal haben möchte.

J020

Über sunflower22a

I am a mystery.
Dieser Beitrag wurde unter Erotic stories, Ladies (and gentlemen) abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Mysterious dreams

  1. modepraline schreibt:

    Ich werde meinen nächsten Albtraum wegen Deines Fotos haben…..:-)

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s