Where have all the colors gone?

Ich habe Sehnsucht nach bunten Farben, nach Lebensfreude, danach alle Dresscodes zu sprengen. So kaputt das fashion business ist, immer wieder schau ich mir gerne an was sie hervorbringen. Wenn in den Kreationen dunkle, erdige, gedeckte Farben, schwarz und weiß, dominieren, dann leben wir in genau solchen Zeiten. Niemand schaut heute optimistisch in die Zukunft.  Fashion weeks sind ein subtiles Barometer der kollektiven Stimmungen. Nein, das ist kein Naturgesetz, aber dennoch stimmt es oft, eine Daumenregel.

Bei der London Fashion Week gab es in diesen Tagen nur wenige schöne bunte Kreationen für die kommende Frühjahrssaison zu bestaunen, und natürlich auch schrille. Gerade bei bunten farbenfrohen Kreationen wird es schnell schrill, aber was soll es, ab und zu ein bisschen schrill kann nichts schaden.

Roksanda Ilincic ist immer für bunte Farben gut, aber verglichen mit ihrer Farbenpracht vom letzten Jahr ist es diesmal auch viel ernster.

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Barbara Casasola hat unter ihren schwarz-weiß-braunen Modellen noch einige bunte übriggelassen:

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Osman gehört zu den Designern, die immer wieder für Überraschungen gut sind. Geradezu clownig sind einige seiner Kleider, Anzüge und Kostüme – auch für Männer.

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Natürlich zu schrill. Klar. Aber irgendwie auch nicht schlimmer als wenn alle in dunklen gedämpften Farben um mich herumlungern, ich in knallrot, wenigstens einer oder eine in bunt unter all den anderen wäre doch schön.

Osman hat sich dann noch eine kleine Besonderheit einfallen lassen, und greift auf bodypainting zurück. Sehr schön, sehr gewagt, aber wahrscheinlich zu luftig für das Frühjahr😉

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Auch Christopher Kane hat dieses Jahr einige ansprechende Kreationen dabei, nicht ganz so schrill sondern geradezu bürotauglich. ..

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Aber auch einige exquisite Stücke mit extravagantem Schnitt, das gefällt mir sehr gut:

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Jonathan Saunders hat auch einige fröhliche Kreationen anzubieten:

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Unter so vielen Kreationen waren das eigentlich die einzigen, die Fröhlichkeit ausstrahlen. Das ist kein gutes Zeichen für die Stimmung unserer Zeit. Gedeckt, gedrückt, traurig, ernst. Das sind die weitaus meisten Kreationen. Regelrecht schlecht wird dir bei den martialischen Endzeit-Designs von Gareth Pugh.

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Wenn dich sowas anmacht, kannst du dich gleich aus dem Fenster stürzen. You’re already dead. Ok, die hier war von der Herbstsaison 2015. Aber die Figuren von Spring-Summer 2016 sind zwar bunt, aber sie wirken wie Killer-Clowns. Nein, das ist gruselig.

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Ach ja, bei all der Trübsal wirst du dann vielleicht auch auf den Straßen fündig statt auf den Catwalks. Der immer schöne Modeblog The Fashion Medley von Elif Filyos Tezer, den ich hier schon öfter empfohlen habe, hat da eine Menge Beispiele, zum Beispiel diese hier:

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Und übrigens: ab heute abend ist fashion weekend bei arte. „Kein Geringerer als Modeexperte Wolfgang Joop selbst führt an diesem Wochenende durch ein Spezialprogramm von erstmals ausgestrahlten Dokumentationen, die einen Einblick in die aufregende Welt der Mode gewähren.“

Besonders gespannt bin auf den Dreh „Wir sind Fashion“:

Modenschauen sind längst nicht mehr nur Treffpunkt für Moderedakteure der klassischen Printmedien. Heute sitzen junge Fashionbloggerinnen neben den Chefredakteurinnen der „Vogue“ und „Elle“ und machen ihnen den Platz in der Modewelt streitig. Doch welche Auswirkungen hat das auf die Modebranche? Können Designer und Kreative mit dem rasanten digitalen Wandel mithalten?

Über sunflower22a

I am a mystery.
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