Diese Frauen sind Gazas Zukunft

Gaza. Ein großes Gefängnis , einer der perspektivlosesten Orte den man sich vorstellen kann, und das schon seit Jahrzehnten. Tyrannisiert vom israelischen Kriegsverbrecherregime, terrorisiert  vom Hamas-Regime. Es gibt kaum einen Weg raus aus Gaza. Wer dort lebt, muss sehr, sehr stark sein, um sich eine bessere Zukunft zu schaffen. Für Männer sah das immer wieder so aus, dass sie zu den Waffen gegriffen haben. Angesichts ihrer Unfähigkeit  die israelische Kolonialmacht zu besiegen ,  wandten sie sich der islamischen Ideologie zu und unterdrückten die Frauen Gazas. Als Frau in Gaza bist du dreifach bestraft.

Public Radio International hat sechs Porträts bewundernswerter Frauen in Gaza gebracht.  Madeleine Kulab, 21 Jahre jung und Gazas einzige Fischerin. Ständig im Kampf mit den Restriktionen der Besatzungsmacht, den Treibstoffpreisen, den Vorurteilen der palästinensischen Männer. Sie verdient das Geld für ihre Familie – ihre jüngere Schwester bewundert sie und will ebenfalls ihren eigenen Weg gehen.

DSC_1050_CROP Madeleine Kulab

Jameela Dallol hatte eine der seltenen Gelegenheiten, die palästinensische Westbank zu besuchen und lernte dort palästinensische Gerichte kennen, die man im Gaza-Streifen durch die lange Isolation schon gar nicht mehr kannte. Mit 16 anderen Frauen startete sie „Dallol’s Kitchen“ und serviert diese exotischen und doch palästinensischen Gerichte und schlägt sich so durch.

Amal Ashour, eine der besten Studentinnen der englischen Literatur an Gazas Islamic University. Was machst du mit klassischer englischer Literatur? “Literature is always a nice vacation from Gaza … you go deep into human emotion” sagt sie. Zum Geldverdienen vielleicht etwas schwierig, aber eine Gesellschaft ist schon tot, wenn sie die Kultur aufgibt.

Mariam Abultewi, 25jährige Startup-Unternehmerin, die Gründerin von Wasselni, a social carpooling network for transportation in Gaza.

Walaa Saafin, die erfolgreiche Fotojournalistin, geschieden und neu verheiratet mit einem viel jüngeren Mann, den sie über Facebook kennengelernt hat. Unglaublich, so etwas, im Gazastreifen. Und doch, sie schlägt sich durch, sie wird bewundert für ihre tolle Arbeit.

DSC_1053_web Walaa Saafin

Mona Keskin, Gazas einzige Neurochirurgin. “Look, as a woman, you don’t always have to be polite,” sagt sie. “You have to stand your ground. You can’t worry about being nice.”. Al sein Mann sich weigerte, sich von ihr operieren zu lassen, erklärte sie ihm resolut, dann müsse er sich eben selbst operieren, jemand anders gibt es nicht.

“You can always find hope in Gaza,” sagt Walaa Saafin – für mich die beste Zusammenfassung. Sie lässt unsere lächerlichen First World Problems auf ein realistisches Maß zusammenschnurren.

Frauen wie diese sechs sind Gazas Zukunft. Niemand anders. Helfen wir ihnen.

Über sunflower22a

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3 Antworten zu Diese Frauen sind Gazas Zukunft

  1. waswegmuss schreibt:

    Es hilft alles nichts, denn wenn sie dort nicht bald Wasser bekommen wird der Gazastreifen in spätestens 10 Jahren unbewohnbar sein. Dann ist das Grundwasser versalzen.
    Entsalzunganlagen und Wasserwerke sind schließlich ein beliebtes Ziel bei den „Antiterror-Maßnahmen“ der Israelischen Herrenmenschen

  2. gunny schreibt:

    was Ihr beide – „was weg muß“ (wer oder was muß denn weg?) – und sonnenblümchen nicht begreift:

    Israel hat den Gazastreifen 2005 nach langen innenpolitischen auseinandersetzungen verlassen – verbunden mit dem Abbau sämtlicher israelischen Siedlungen. – Seit 2005 gibt es eine Autonomie des Gazastreifens – die natürlich eingeschränkt ist durch die Blockade von Gaza durch die Israelis.

    warum gibt es denn die blockade? die blockade richtet sich gegen die politischen tendenzen in Gaza die immer noch das nackte existenzrecht Israels anzweifeln. Die radikalislamistische Hama rüstet mit iranischer Unterstützung den gazastreifen mit raketen auf – und hält durch anhaltende raketenüberfälle den konflikt am köcheln.

    wäre es nicht mal angebracht näher zu untersuchen was das für Leute sind die diesen Konflikt am laufen halten? anbei zu eurer kenntnis die charta von Hamas.
    http://usahm.info/Dokumente/Hamasdeu.htm

    jemand müßte eigentlich mit einem klammerbeutel gepudert sein wenn er den klerikalfaschistischen weltbild diese terrororganisation zustimmt. für diese terroristen kann es keine zustimmung geben – völlig egal wer deren gegner ist.-

    sonnenblümchens report beißt sich dann auch spätestens an der folgenden tatsache in den schwanz: hamas baut in Gaza die gesellschaft nach islamistischen Glaubensregeln um – und genau dabei gelangen frauen unter die räder – und verlieren die letzten reste einer autonomie
    die sie vor hamas zumindest teilweise hatten.

    das heißt: nach den islamistischen glaubensregeln sind die männer die unerbittlichen kämpfer – die im gegenzug israel seit 2007 daran hindert mit lohnarbeit in israel ihre familien in gaza zu versorgen. dadurch wird es von der islamistischen seite in gaza auch keine wie auch immer geartete lösung geben können: solange die islamisten in gaza das existenzrecht israels nicht anerkennen – solange wird zwangsweise systemisch der kreislauf der gewalt zwischen israel und gaza am laufen gehalten.

    Und teil dieses kreislaufes ist es frauen die vollen menschenrechte zu verweigern und sie auch politisch klein zu halten.

    peinlich nur wenn undifferenzierte kritik aus dem westen gerade dieses islamistische menschenverachtende weltbild unterstützt – wobei es ganauso peinlich ist wenn die männlichen kämpfer dieses systems im westen unterstützt werden: eine andere antwort als raketen, anfachen der gewaltspirale gepaart mit gesellschaftlichen vorstellungen aus dem 8. jahrhundert sind bei denen nicht zu finden.

    meine hochachtung gilt den frauen die sich gegen die gewalt von hamas und gegen die strukturelle gewalt der blockade durchsetzen – und damit ihren eigenen – und zusätzlich den einzig möglichen politischen weg im gazakonflikt finden werden.

    • sunflower22a schreibt:

      Gunny, über Hamas brauchst du mir nix zu erzählen. Das Tolle an diesen ladies ist ja, dass sie sich auch der Hamas und ihrem mittelalterlichen Frauenbild widersetzen. Genau deswegen bewundere ich sie. Aber der Hamas vorzuwerfen, dass sie das Existenzrecht Israels nicht anerkennt ist doch billig – Israels Regierung erkennt das Existenzrecht Palästinas auch nicht an. Und das hat sehr konkrete Konsequenzen. Hamas wird deswegen international isoliert, Israel nicht. Diese Doppelmoral stinkt eben einfach zum Himmel.Beide gehören isoliert, oder beide nicht.

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