Karriere wider willen

Diesmal haben sie es geschafft. Nein, ich wollte nicht. Immer wieder habe ich es verhindern können. So many times. Aber diesmal haben sie mich ausmanövriert. Ich werde versetzt. Mehr Verantwortung soll ich übernehmen. Ausgerechnet ich, das enfant terrible. Nie auf Linie, immer anderer Meinung. Alle Verhaltenscodices, alle Dresscodes ignoriere ich aus Prinzip. Ich nehme alles nicht so ernst, mache mich über alles lustig, sogar über mich selbst. Genau deswegen bewundern mich viele heimlich, aber noch mehr hassen mich deshalb.

All das kannst du nur machen, wenn du keine Karriere machen willst. Aber was willst du tun, wenn sie dich unbedingt Karriere machen lassen wollen? Aller Widerstand hilft nichts mehr. Ich muss. Sie wollen Diversität. Nun gut, die werden sie bekommen.

Jetzt wird die Luft dünner. Ist das angenehme Leben bald vorbei? Mehr  arbeiten? Umgeben von Giftschlangen, die nur darauf warten, zuzubeißen? Du willst gewinnen, und du wirst gewinnen, aber deine Lebensqualität ist dahin? Nein.

Ich mache es genauso wie immer. Nehmen wir es als Herausforderung. Es gibt nur eines was dafür spricht: eine ganze Reihe Leute bleiben mir jetzt erspart, die ich keine Minute vermissen werde. Aber sie können mir nicht gefährlich werden, und ich werde sie eintauschen durch andere, die mir gefährlich werden können. Das ist der Unterschied.

Anfangs werde ich tougher auftreten als nötig. Nicht aus Prinzip, sondern um klarzumachen: in der Hackordnung kriegt ihr mich nicht klein. Ich erwarte keine Harmonie, keine Freundschaften. Ich erwarte schon gar keine Frauensolidarität. Wahrscheinlich sind die wenigen Frauen dort meine größten Probleme. Männer, die permanent die Rangordnung neu definieren müssen und Frauen inzwischen ernst nehmen – gut so, und das heißt aber auch, sie  zwingen uns dazu, sich an diesen Hackordnungsspielen zu beteiligen, wenn wir nicht verlieren wollen. Ich werde nicht nur sehr genau aufpassen, wann diese Spielchen stattfinden und wie sie getarnt werden. Ich werde auch sehr genau überlegen, bei wem ich akzeptiere, dass er in der Hackordnung über mir steht und bei wem nicht. Ich werde erkennen, wer wirklich gegen mich ist und wer nur temporär gegen mich aufgestellt ist, aber morgen schon mein Verbündeter sein kann. Ich werde vor allem darauf achten, diese Spiele dann auf ein Minimum herunterzufahren, wenn ich soweit etabliert bin, dass ich mir das leisten kann. Damit das alles klappt, werde ich mich wohl auch etwas mehr anstrengen müssen. Karriere wider Willen. How bizarre.

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I will survive…

Über sunflower22a

I am a mystery.
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6 Antworten zu Karriere wider willen

  1. kiezneurotiker schreibt:

    Ich habe einen Karrieresprung vor einem halben Jahr abgelehnt. Ich denke, mich wird man nie mehr fragen, zumindest nicht in dem Laden.🙂

    Mach was draus. Ich hab dazu keinen Bock.

  2. Arno Nym schreibt:

    Oh Gott, und nebenbei habt ihr noch Zeit zu Arbeiten?

  3. kalypso schreibt:

    hai sweetheart,

    spontan fällt mir ……………..

    „im auftrag des teufels“ dazu ein……………..ein hervorragender film…….etwas selbstbebespiegelung tut manchmal……………. anyway…………..
    mit einem sehr, sehr, hervorragenden al pacino…………….

    und: du hast immer die wahl!!!! 🙂

  4. Pingback: Dress experiments | sunflower22a

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