Feminism’s ultimate triumph

Was ist Feminismus? Eine schwierige Frage. Für viele Mittelschichten-Feministinnen bedeutet Feminismus vor allem, dass Frauen Karriere machen. Für diese Ladies steht möglicherweise der ultimative Triumph des Feminismus bald vor der Tür. Der Präsidentschaftswahlkampf in den USA könnte von zwei Frauen bestritten werden. Dass Hillary Clinton die demokratische Nominierung holen wird, steht mehr oder weniger fest. Jahrzehnte politischer Erfahrung, ein unendlich weit gespanntes Netzwerk und eine unerschöpfliche Wahlkampfkasse, dagegen wird niemand anders in ihrer Partei bestehen können. Aber gegen wen tritt sie an? Bei den Republikanern gibt es bisher nur junge Wahnsinnige, ultrareiche Durchgeknallte, rechte Ideologen und Bush-Sprösslinge. Es lohnt sich nicht, ihre unbedeutenden Namen zu erwähnen. Sie haben vieles gemeinsam: sie können nichts außer rechte und rechtsradikale Sprüche klopfen, und selbst das politisch apathische amerikanische Volk findet sie allesamt – langweilig. Uninteressant. Geht erstmal was arbeiten. Hillary spielt diejenige, die weiß was Joe Sixpack will, welche Probleme ordinary Americans haben – rechtsradikale Millionäre sehen dagegen einfach dumm aus. Die rechtsradikalen Milliardäre wiederum setzen auf verschiedene Pferde, die sie sponsoren können, daher werden sie alle verlieren.

Es gibt nur eine, die Hillary gefährlich werden kann. Carly Fiorina hat ihren Hut in den republikanischen Ring geworfen. Sie war nie Politikerin. Dumme Sprüche klopfen  ist nicht ihre Spezialität. Carly war CEO von Hewlett-Packard, eine der ersten Frauen die ein derart großes Unternehmen geleitet haben. Ich habe sie damals bewundert. Sie kam sympathisch rüber und musste sich gegen ein durch und durch macho Umfeld behaupten. Natürlich war sie eigentlich eine ganz gewöhnliche Spitzenmanagerin, die nichts anderes machte als Männer auch. Kosten senken, Leute rauswerfen, Gewinne erhöhen, und so weiter. Aber das war es nicht. Sie tat es als Frau, und das war neu. Chapeau, das finde ich heute noch. Gescheitert ist sie nicht an ihren unternehmerischen Leistungen, sondern an ihrem letztlich zu großen Ego. HP feuerte sie, weil sie zu kompromisslos ihre Linie durchsetzen wollte. Irgendwie auch gut, finde ich. Chapeau, noch einmal. Man kann auch vor seinen Gegnerinnen Respekt haben.

Im Gegensatz zu den jungen, dummen Männern die bisher um die republikanische Kandidatur antraten, muss man Carly ernstnehmen. Wir werden sehen, wieviel Vernunft die Republikaner noch haben – oder ob sie endgültig durchgeknallt sind und irgendeinen dieser verrückten Berufspolitiker nominieren und damit Hillary das Weiße Haus auf dem Silbertablett servieren. Oder sie entscheiden sich für Carly.

Natürlich ist Carly genau das, was wir nicht wählen können. Wie Hillary auch. Die Millionärin Carly hat noch nicht einmal alle Löhne für ihre Mitarbeiter aus der gescheiterten Wahlkampagne für den Senat von vor vier Jahren bezahlt, wie kürzlich bekannt wurde. Eine halbe Million Dollar schuldet sie ihnen noch. So sind sie, die Reichen. Wie die Millionärin Hillary auch.

Über zweihundert Jahre traten weiße, männliche Millionäre gegeneinander an, um ins Weiße Haus zu kommen. Zweimal hat es jetzt ein schwarzer Mann geschafft. Geändert hat sich dadurch gar nichts. Es sieht so aus, als würden beim nächsten Mal zwei weiße Frauen, auch Millionärinnen, gegeneinander antreten. Ändern wird sich dadurch auch nichts. Aber: Es ist der ultimative Triumph des weißen bürgerlichen Mittelschichten-Feminismus. Auch ich habe davon lange geträumt, und ich gebe zu: ich finde es eigentlich wirklich toll. Die deutsche Kanzlerin wird dann der US-Präsidentin zum Wahlsieg gratulieren. Super.

Aber noch ultimativer ist dieser Triumph, wenn ich mir mein absehbares Wahlverhalten ansehe. I will vote for neither of these reactionary, neoliberal rich ladies. Not for Hillary, not for Carly. Maybe I won’t vote. Maybe I will vote for some outsider, some Socialist, some crazy weirdo, a Native American or whatever. EVEN IF THAT PERSON IS A MAN. The ultimate irony: two rich ladies run for the White House, and I vote for a man that will never make it. For me, this is my personal ultimate triumph of feminism. The male underdog getting my vote. I am actually looking forward to it, the more I think about it.

J011

Yeah, I think this  is a good idea.

Über sunflower22a

I am a mystery.
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5 Antworten zu Feminism’s ultimate triumph

  1. kalypso schreibt:

    moin, moin

    es gibt es einen wunderbaren film –
    eine beißende satire auf die amerikanische politik und ihr verhältnis zu den medien.

    „wag the dog“.

    have fun!🙂

  2. gunny schreibt:

    Ob nun Cary Fiorina “ Mit (ihren) harten Bandagen“ die Alternative wäre glaube ich eher nicht – http://www.cosmopolis.ch/geschichte/92/carly_fiorina_mit_harten_bandagen.htm

    „“Maybe I will vote for some outsider, some Socialist, some crazy weirdo, a Native American or whatever „“ maybe one day your personal dream will come true if US population growth continues through immigration as before.

    You wan`t find him at the moment — I mean „Prince Obama the second“ – native, a bit more weirdo and gathering American people on the left Spectrum. Furthermore – unfortunately it´s reality – socialism is a dirty word for many US citizens. http://eaworldview.com/2015/05/us-audio-analysis-jeb-bush-why-socialism-is-a-dirty-word-in-america/

    Aber man oder frau kann ja bekanntlich nicht alles haben. Hillary wäre schon okay – und nicht nur deswegen um Jeb Bush in den Schatten zu stellen – sondern um auch ein adaquates und ausgeglichenes Gegengewicht zum prä-faschistischen ultranationalisten Putin herzustellen.

    Ansonsten – ich habe ja gehört das wenn frau durch ein Sonnenblumenfeld läuft und dabei per Zufall ein kleines gelbes Sonnenblumenblütenbatt an der rechten Augenbraue hängen bleibt darf Frau sich was wünschen. Vielleicht klappt es es ja …………………………..

  3. anonym schreibt:

    Ja Frauen an die Macht. Es ändert sich zwar nichts aber Frauen wie geil ist das denn.

  4. Samuel schreibt:

    Feminismus ist so krank wie es Maskulinismus wäre. Wer nicht komplex selbst denkt, folgt isolierten Ideologien. Tragisch!

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