Fremde Federn: Hipster und Holzfäller

Hipster. Diese bärtigen Gestalten, die sich für „hip“ halten. Hip. Hip, hop, plop. Sie nerven allenthalben, noch nie habe ich jemanden getroffen der diese Typen gut fand. Einen witzigen, reich bebilderten satirischen Blogbeitrag über diesen zu spät gekommenen Wikingerstamm hat Modepraline verfasst, ich fand ihn wunderbar amüsant und empfehle ihn gerne weiter. Sie wundert sich über die freiwillige Uniformierung junger Menschen unter 30. „Wie kann es sein, dass auf einmal alle gleich rumrennen?“ fragt sie völlig zu recht.

„Ich definiere in meinem beachtlichen Alter von 48 Jahren dann etwas als hip, wenn es besonders, passend und anders ist. Wenn es aber so aussieht, als ob es zwei Millionen mal einfach durch das Kopiergerät gejagt wurde, dann kann ich nur sagen:

S c h n a r c h !“

fullsizerender

„Schnarch“ ist noch harmlos, andere Bloggerinnen hassen sie regelrecht und beschimpfen sie wortgewaltig mit geradezu bizarren Schimpfwort-Kreationen. Und wem die Bildergalerie von Modepraline noch nicht reicht…angeblich ist der Hipster schon wieder out, die männliche Hälfte der Menschheit in westlichen Großstädten entdeckt jetzt den Nachfolger des Hipsters. Der ist noch schlimmer. „Lumbersexuality: Ein Mann, ein Holzfäller“.

„Sexy Männer in Jeans, Leder und Flannell, dazu ein wilder Bart: So definiert das Urbandictionary den Mann von heute. Die Rede ist von “Lumbersexuality”. Von dem wilden, kernigen Holzfäller, der in einer Blockhütte im Wald lebt, es liebt, Holz zu hacken und sich nur semi-regelmäßig wäscht. Und: ziemlich heiß ist. So viel jedenfalls zur Theorie. Tatsächlich steckt hinter der sogenannten “Lumbersexuality” eine neue Form der urbanen Identität. Eine neue “Spezies Mann”, wenn man es so will.“

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Alles Fake. Keiner von euch ist Holzfäller, keiner von euch will wirklich Holzfäller sein. Ihr tut nur so. Ihr seid nur urbane Bürohengste. Es gibt sowieso keine Holzfäller mehr, Bäume werden heute von hochtechnisierten Maschinen gefällt, da sitzen die Menschen auch nur noch vor dem Bildschirm in ihrem Leitstand. Glaubt bloß nicht, dass ihr gut ausseht. Zum Weglaufen ist das. Dann lieber Sakko und Krawatte. Auch langweilig, aber wenigstens nicht  unbedingt hässlich.

Bang Bang

Young man, I will kiss you – after you got rid of this beard

Über sunflower22a

I am a mystery.
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14 Antworten zu Fremde Federn: Hipster und Holzfäller

  1. Matthias Eberling schreibt:

    Wenn ich diese Nachkriegswirrengesichter mit Vollbart sehe, denke ich immer an Obdachlosigkeit. Denkt denn niemand an die Arbeitsplätze bei Gillette und Old Spice?

  2. kalypso schreibt:

    ist ja echt spanndend……………………….jahrelang hat man eigentlich nur die frauen durch den medien-werbe-kakao gezogen.
    man denke an die herrlich dämlichen spots der damaligen hausfrau (in den 50erns) – schick mit kostüm + pumps – den staubsauger schwingend. herrlich frisch lächelnd, adrett, bügelnd oder kochend…….

    was für eine scheiße!!!!

    und nun die männer.

    genauso doof.

    lächerlich – peinlich –

    wie lemminge………………………

    indivuduen????

    wo sind sie.

    selbstbestimmt – persönlichkeit – mut zum eigenen selbst!

    werbung……………………bäääääääähhhhh……. medienkult……………….wäääähhhhhh……

    lachhaft das ganze!!!!!

  3. danielajaeggi schreibt:

    Da hast Du aber gehörig noch einen draufgesetzt – ich lach mich kringelig! Danke🙂

  4. waswegmuss schreibt:

    Wie sagte kürzlich meine bessere Hälfte zu mir als so ein Standardisierter mit seiner Normharley vorbei brozzelte: Spätestens in einer halben Stunde tut ihm sein Anwaltsärschchen weh und dann setzt er sich wieder in den Audi mit den Fußmatten in Wagenfarbe.

  5. waldstern schreibt:

    Ich denke, dass die von bestimmten Frauen gegen bärtige Männer vorgebrachten Punkte völlig abwegige Gedanken unbeachteter Mauerblümchen ist. Wenn die Ablehnungshaltung der Frauen gegen solche Männer tatsächlich so groß wäre, dann würden die Männer, allein schon um ein Weibchen zu bekommen, sich die Bärte abrasieren. Da dem aber nicht so ist, ist davon auszugehen, dass diese Bärte von vielen Frauen als primäres und sie unmittelbar vaginal ansprechende Symbol erkannt und aufgenommen wird und entsprechendes Begehren nach Mann in ihnen weckt.

    Die vorgenannten ablehnenden Äußerungen dürften daher feuilletonistische Übungen darstellen. Ich lasse mir jetzt jedenfalls auch einen Bart stehen

  6. kormoranflug schreibt:

    Mir stehen die Bärte auch bestimmten religiösen Gruppierungen zu nahe. Aber da machen sich die Hippen ja nichts draus.

  7. Düsselbarsch schreibt:

    Schön zu sehen: Selbst Sunflower ist nicht perfekt. Zumindest in puncto Körperbehaarung scheint in ihren Genen etwas angloamerikansicher Puritanismus versteckt zu sein. Passt eigentlich nicht zu ihr.

    • sunflower22a schreibt:

      nobody is perfect, me neither. but puritanism is an entirely different story. we’re talking about BEAUTY, and that is, well, subjective.

      • Düsselbarsch schreibt:

        Sure, but some of your earlier comments to my opinion sound like identifying body hair with dirt. And that’s not true. Look at a cat e. g. – But anyhow: being a perch donsn’t excatly qualify me to dicuss matters of hair.🙂

  8. carol1234567890 schreibt:

    even if they don’t look beautiful, some of them can be quite charming. Aber ich weiss nicht warum sie brauchen eine Bart um charming zu sein…es geht auch ohne, ich glaube🙂

  9. Provinzei schreibt:

    Wichtige als das, was die Buben da um , am oder auf dem Kopf haben ist doch eher, was Sie im Kopf haben. Und da, glaube ich, gibt es die größeren Probleme.
    Kenne ja keinen dieser Hipster, lebe auf dem Land, und da gibt es tatsächlich Hölzfäller, vulgo Forstwirte, die Bärte und Karo tragen. Und die oft eine fortschrittlichere Sicht der Dinge haben als diese Konsum und Trendsklaven aus den Metropolen.

  10. altautonomer schreibt:

    Bärte? Auffangbeutel für Erbsensuppenreste und Maulsperrendöner.

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