Torturing yourself

Eine wirklich sehenswerte Ausstellung gibt es zurzeit in der Alten Nationalgalerie zu sehen. Die Maori Portraits von Gottfried Lindauer. Er malte Ende des 19.Jahrhunderts Maoris in Neuseeland mit ihren eindrucksvollen, voll tätowierten Gesichtern. Eine fremde Kultur, in der das Tätowieren zentraler Bestandteil war. Ich betrachte die Bilder mit einer Mischung aus Faszination und Schaudern.

Tattoos sind in den letzten Jahren auch in Europa und Amerika sehr populär geworden. Angeblich sind in Deutschland 8 Millionen Menschen tätowiert, unter den 25-35jährigen jede/r vierte. Ich hatte das auch mal. Anfangs fand ich es toll, bald nicht mehr. Irgendwann habe ich es wieder wegmachen lassen. War kein Vergnügen, believe me.

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So geht es vielen, immer mehr wollen ihr Tattoo wieder loswerden. Das ist schmerzhaft und teuer. Vielleicht hätten wir den Psychotest von jolie machen sollen: Sind Sie bereit für ein Tattoo? Da kommt bei mir heute raus: Tattoos sind nichts für dich.

Da geht es mir anders als Elif Filyos Tezer, deren Blog The Fashion Medley mich immer wieder inspiriert. All I can ink about, schöner Beitrag, und sie gesteht: my mind is flowing with ideas and I can’t think of anything else than having another tattoo.

Nun denn. Wenn sie meint. Cool aussehen kann das schon. Max Silberman zum Beispiel.

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Tattoos auf Männerbrüsten können durchaus sexy wirken:

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Bedrohlich sind diese Killer-Tattoos lateinamerikanischer Mara-Gangs:

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Deine Pussy kannst du auf verschiedene Weise zum Schmetterling machen:

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Manche Menschen sind geradezu ein Tattoo-Gesamtkunstwerk:

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Aber ehrlich, schön finde ich es nicht. Ich verstehe mich heute selber nicht mehr, wie ich mal auf diese Idee kam.

Noch krasser aber ist piercing. Hiiilfe. Diese Selbstverstümmelung finde ich teilweise echt verstörend. Die Riesenlöcher in den Ohren mancher Leute, gruselig. Man muss es ja nicht so krass treiben wie dieser Typ.

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Schön ist das alles sowieso fast nie.

Geradezu Gänsehaut bekomme ich bei dem Gedanken eines Intim-Piercings. Nie im Leben! Dass so etwas eine ständige erotische Stimulation sein soll, das glaube ich nicht und will ich auch nicht glauben. Richtig geärgert habe ich mich über einen Beitrag in der ansonsten wirklich guten Zeitschrift Separee. Erotik ist weiblich, so das Motto dieser neuen Zeitschrift, die sich wirklich zu kaufen lohnt. Aber nicht wegen diesem Beitrag. Da träumt die Autorin Hannah Brandt dauernd von einem Intimpiercing, „Nice to have: Von Panik, Pussis und Perlen. Ein Selbstversuch.“  Das beschreibt sie so, als würde sie zum Friseursalon gehen. Das Durchstechen geht dann auch ganz easy. „Der stechende Schmerz zieht sich bis in meinen Rücken. Scheiße, der Typ sticht in mein sanftestes Fleisch. Ich spüre, wie er die Nadel weiterschiebt. Es tut weh!!! Verdammt weh!“ und so weiter. Kurz darauf hüpft sie durch die Stadt „Ich habe jetzt ein Intim-Piercing, denke ich stolz. Und kann es keinem zeigen. Trotzdem oder gerade deshalb laufe ich mit einem Lächeln durch die Stadt.“

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Na da ist anscheinend sogar der Zahnarzt anstrengender. Kein Wort davon glaube ich. Da ist wohl Seattle Poly Chick etwas ehrlicher: „There’s never a super great time to stab your pussy, and to wait for it to heal for almost a month for anything about about 3 months for tougher things.” Trotzdem meint sie, I finally realized a dream I’ve been planning for forever.  I got my beautiful labia rings…. Over a year of dreaming and planning and I didn’t know they’d look this pretty.  I LOVE THEM.”

Na wenn es denn sein muss. Für mich, nein danke.

Über sunflower22a

I am a mystery.
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5 Antworten zu Torturing yourself

  1. Hermann Willaredt schreibt:

    Geht mir genau so, schon der Gedanke an eine dauerhafte Beschädigung der Haut lässt mich schaudern. Etwas anderes wäre es, wenn man das mit Farbe machen könnte, und man diese wieder entfernen könnte oder es würde von selbst verblassen.
    Meine Tochter wünschte sich mal nichts sehnlicher als ein Bauchnabelpiercing, nach wenigen Jahren hat sie es entfernen lassen und denkt heute anders darüber.

  2. carol1234567890 schreibt:

    honestly, I like my bellybutton piercing🙂

  3. kormoranflug schreibt:

    Zuviel Eisen muss nicht sein. Zuviele Bilder, wer will sich das alles ansehen….

  4. srtrippe schreibt:

    Wunderschöne Bilder , und ein Thema was polarisiert …

  5. dermultiplepapa schreibt:

    Ich kann dazu eigentlich nur meine Ansicht kundtun. Ich mag es gar nicht, wenn (m)eine Frau tätowiert ist. Und Piercings akzeptiere ich an genau 5 Stellen: Durch die Ohrläppchen, durch die Brustwarzen und durch die Zunge. Wie gesagt: Ich akzeptiere sie dort, ich sage nicht, daß ich dort Piercings schön oder toll oder wasweißichwas finde.

    Ich fand auch schon eine Frau allein deshalb erotisch, weil sie keine Ohrlöcher hatte, auch keine sichtbaren Reste davon.

    Letztendlich muß jeder für sich wissen, ob man sich Piercings oder Tätowierungen antun will.

    Meine kleine Tochter darf so etwas auf jeden fall erst bei sich machen lassen, wenn sie volljährig ist.

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