Schönheit und Feminismus – ein Gegensatz?

I am a feminist, kind of. Yeah. But I adore beauty, and I want to be beautiful. A contradiction?

Für viele Feministinnen der alten Schule ist das mit Sicherheit ein Gegensatz.

Die Seite „everyday feminism“ ist eigentlich kein Ort an dem sich die Graue-Maus-Feministinnen alter Schule tummeln. Ab und zu geht mir diese Seite aber voll auf die Nerven.

Vor einiger Zeit hat diese Seite mal eine Lady schreiben lassen, die das Abschneiden ihrer langen Haare zu einem pixie cut zu einer feministischen Befreiungsaktion gesellschaftlich diktierter Schönheitsideale hochstilisiert hat.

A woman who cuts her hair is cutting herself off of her own femininity and from being seen as sexual. And what good is a woman, in the eyes of society, if she isn’t feminine and sexual – if she isn’t built for the gratification of the male gaze?

Oh welch ein Blödsinn. Ich kenne viele Ladies, einschließlich mich selbst, die sich mal die Haare kurz geschnitten haben. Weil sie mal Lust auf einen neuen Look hatten. Weil das Haar durch zuviele Färbeaktionen splissig wurde. Oder whatever. Aber musst du das gleich zu einem feministischen Befreiungsakt gegen einen angeblichen gesellschaftlichen Zwang hochstilisieren, dass Frauen nur mit langen Haaren schön sein können?

Und jetzt das. 4 Reasons Why We Should Stop Stigmatizing Women’s Body Hair.

Stigmatizing?? Do you know what stigmatizing is? Ask a sex worker. Ask a veiled Muslim woman. They are being stigmatized. Not the white middle-class woman that is, well, too lazy to shave or wax some body hair.

Immerhin, freundlicherweise, wollen sie Ladies wie mich nicht stigmatisieren. „This article is about how we should stop stigmatizing women for having body hair. It is NOT about shaming women for removing their body hair. We want women to be able to freely choose to keep or remove their body hair without facing social pressure to get rid of it.”

Da bin ich echt erleichtert.

Whether it’s social pressure, a barrage of ads for hair removal products, many women and girls grow up believing that body hair is unattractive and gross and should be removed from as many places as humanly possible at the first sign of its existence. And regardless of whether you shave or not, this stigma is only causing harm….Look, it’s not like if you shave, the only solution to combating the negative associations with women’s body hair is to dump the wax, toss your razors, and delete that laser hair removal Groupon you’ve been saving. But if you have ever winced at the sight of a woman’s hairy legs, unshaven armpits, or even the hint of a mustache, it’s time to ask yourself just what about it you find so offensive. Or why it makes you so uncomfortable. Or what aspect seems unattractive — and why. This isn’t an us-versus-them issue, but the fact that women who choose to shave often contribute — even unwittingly — to the stigmatization of women who don’t is something we can definitely work on changing.

Ach hört doch auf mit dem Unsinn. Ich habe das schon mal kommentiert. Es nervt immer noch. Beiträge wie dieser über Frauen, die sich anscheinend inzwischen wieder schämen sollten weil sie „brasilianisch waxen“ nerven auch. Gestern Trend, heute sollen wir uns dafür schämen, nur weil dumme Tussies wie Madonna lieber haarig rumlaufen?

Ich mache mir jetzt mal den Spaß und parodiere das. Männer rasieren ihren Bart. Gut so, er kratzt nämlich und ist nicht schön, schon gar nicht hip, und dafür sollte sich auch kein Mann schämen müssen. Bärtige Männer sind, well, unattraktiv. Das Geschwätz auf everydayfeminism.com mal übertragen auf Männer:

Early Embarrassments – Es gab in meiner Oberstufen-Klasse zwei Maximiliane, aber Maximilian K. war der beliebte. Die Girls flogen auf ihn. Als er sich über mich lustig machte wegen meines Bartes, versank ich im Boden. Zugegeben, ich hatte schon länger den Verdacht, der Bart könnte nicht schön aussehen. Als ich nach Hause kam, habe ich meinen Vater gebeten, mir zu erlauben, dass ich mich rasiere. Er lehnte ab, genau das hatte ich erwartet. Er kam aus einem orientalischen Land nach Deutschland, in dem Bärte ein stolzes Zeichen der Männlichkeit waren. Rasieren, das war etwas für Weichlinge. Aber ich wusste schnell, genau so ein Weichling wollte ich sein. Denn mit den blöden Gesichtshaaren war nun mal kein Girl zu gewinnen. Ich sehnte mich danach, den Bart loszuwerden. Das war der gesellschaftliche Druck, das wollte ich. Aber Vater ließ es nicht zu.

Nun, so etwas möchte die politisch korrekte Elternschaft nicht haben. Was macht der politisch korrekte Vater?

Er spielt die Tatsache herunter, dass er sich selber rasiert, und sagt seinem Sohn, wie wunderbar Bärte sind. Ich sage ihm, manche Männer rasieren sich und manche nicht. Manche haben viel Bart, manche wenig. Alles ist okay. Mein Onkel hat has noch weiter getragen. Er wurde in der Schule gehänselt für seinen Bart. Als sein Sohn die ersten Barthaare spürte, hörte der Vater aus Solidarität auf, sich zu rasieren. Er sagt, „ich habe mich mal rasiert und mal nicht. Aber als ich die ersten Barthaare bei meinem Sohn sah, wusste ich: er ist zu jung um sich zu rasieren. Ich wollte ihm die Botschaft nahelegen, ein Bart ist natürlich und okay. Dafür muss man sich nicht schämen. Sei zufrieden mit deinem Bart. Er gehört zu dir. Lass dir nicht von gesellschaftlichen Schönheitsnormen einreden, dass du dich rasieren musst.“

So ein beklopptes Geschwätz. Das ist das Äquivalent übertragen auf Männer – Ladies, so etwas dürfen wir auf „feministischen“ Websites lesen. Haarige Beine, Achseln, Pussies sollen schön sein. Tut mir leid.

Und dann noch die neueste Kontroverse um Instagram, diese blöde Fotoplattform. Nicht nur Busen sind tabu, dagegen gab es auch schon Proteste. Jetzt auch noch weibliches Schamhaar, das unter dem Badeanzug heraushängt – während solche Fotos bei Männern nicht gelöscht werden.

Ja. Natürlich. Das ist sexistisch. Auch wir haben das Recht, hässliche Fotos von uns zu posten.

Ich kann mir nicht helfen: weder Bärte in Männergesichtern noch Haare unter den Armen oder sogenannte „Schamhaare“ sind schön. Bei Ladies und bei Gentlemen. They are, well, ugly.

Auch Fingernägel muss man ab und zu schneiden, weil sie sonst zu lang werden und hässlich sind.

Sogar waschen muss man sich ab und zu, weil man sonst stinkt.

Es bleibt mir ein Rätsel, was der Unfug soll, dass fehlende Körperpflege ein Zeichen für Feminismus sein soll. Bekloppt. Morgen muss ich mich wahrscheinlich für Lippenstift und Nagellack rechtfertigen. Welch ein Blödsinn.

 

S0115

This is how I feel beautiful

Über sunflower22a

I am a mystery.
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2 Antworten zu Schönheit und Feminismus – ein Gegensatz?

  1. anonym schreibt:

    Ein wenig Schamhaar ist schon ok

  2. dermultiplepapa schreibt:

    Schöneheit liegt im Auge des Betrachters oder der Betrachterin. Und Schönheit kommt von innen: Finde Dich selbst schön, dann bist Du schön. Wenn Du Dich rasiert schöner findest, dann rasier Dich. Wenn Du Behaarung schöner findest, dann laß es bleiben. Eigentlich ganz einfach, oder?

    Es hat jeder sein eigenes Schönheitsideal. Und ja, die Gesellschaft spielt da auch mit hinein. Mit Tätowierungen im Gesicht wird man – auch wenn man es selbst schön findet – eher nicht in der Bank oder bei der Polizei eingestellt.

    Ob man sich für Feminismus einsetzt, steht auf einem ganz anderen Blatt. Es hat wenig bis nichts damit zu tun, wie man aussieht oder welche Frisur man hat.

    Und um den Kreis zu schließen: ich finde längere Haare sowohl bei Männlein als auch bei Weiblein schöner😉

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