Fremde Federn: Das Schweigen der AbolitionistInnen

Eine der besten Sammlungen von Argumenten und Argumentationsmuster, auf die die Kreuzzüglerinnen (die meisten sind Frauen, daher die weibliche Form) gegen Sexarbeit keine Antwort haben und auch nie eine haben werden. Helga Pregesbauer hat das auf ihrem Blog Wortflechte sehr schön zusammengestellt. Auch wenn euch das nicht interessiert – vielleicht wäre es dennoch mal lesenswert für alle, die etwas gegen Menschenrechtsverletzungen mitten in der EU haben. Abgesehen von Flüchtlingen wird wohl keine andere Personengruppe so massiv und offiziell und per Gesetz diskriminiert wie Sexarbeiterinnen – und im Gegensatz zu Flüchtlingen setzt sich so gut wie niemand für sie ein. Im Gegenteil, manche (nicht nur die bekannte Steuerhinterzieherin Alice S. aus K.) halten sich sogar noch für besonders progressiv wenn sie solche Menschenrechtsverletzungen propagieren.

Eine Sexarbeiterin ist heute in Europa mehr staatlichen Repressalien ausgesetzt als ein salafistischer Hassprediger. Wenn dem Hassprediger die Bürgerrechte beschnitten werden sollen, regt sich eine linksliberale Öffentlichkeit zu seiner Verteidigung. Den Sexarbeiterinnen steht niemand bei, dazu sind sie alle viel zu verspießert und verklemmt.

Wirklich lesenswert.

Sh009

Auch diese Lady hat dieselben Menschenrechte wie du!

Über sunflower22a

I am a mystery.
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3 Antworten zu Fremde Federn: Das Schweigen der AbolitionistInnen

  1. westendstorie schreibt:

    Und auch wenn du manchmal vielleicht zweifelst… Mich zum Beispiel interessiert eigentlich fast alles was du schreibst. Ich lese häufig Hilflosigkeit, Wut und Resignation durch vermeintlich zu viel Akzeptanz schlimmer Zustände heraus, die ich dennoch total verstehen kann.
    Ist man sehr in einem Thema drin, ist das unumgänglich und man kann einfach nicht verstehen, das der nächste Mensch dieses nicht ebenso wahrnimmt.

    So. Und jetzt lese ich deinen empfohlenen Artikel. Hoffe der ist auf Deutsch, sonst verstehe ich wieder zu wenig. Muss ich gestehen🙂

  2. Tim schreibt:

    Selbstbestimmte Sexarbeiterinnen widersprechen eben der mainstreamfeministischen Narrative, dass Frauen immer, immer ausgebeutete Opfer sind und Männer immer, immer gewissenlose Täter. Natürlich ist die Wirklichkeit komplexer, aber das prallt an der ideologisch aufgeladenen Parallelwelt solcher Menschen einfach ab. Wie auch andere Reaktionäre (z.B. Pegida) haben sie keinerlei Interesse, mit ihren Kritikern auf der Basis von Fakten zu debattieren, da dies ein Angriff auf ihr hermetisch geschlossenes Weltbild darstellt.

    Es ist eine gewisse Ironie der Geschichte dass der Feminismus als Bewegung die einst im linken und liberalen Spektrum begann, irgendwann rechts abgebogen ist. Dieses Schicksal teilen Frauen wie Schwarzer, Oestreich, Dorn etc. aber auch mit vielen anderen in den 60ern bis 80ern sozialisierten Menschen die sich Heute noch als progressiv und links empfinden (wie sie es damals vielleicht waren), obwohl sie schon längst zu biederen, angepassten, regelwütigen, reaktionären Anzugträgern mutiert sind. Diese Menschen stammen meist aus Akademikerkreisen der oberen Mittelschicht und haben weder Bezug zu noch Interesse an „denen da unten“, was sie in ihrer Arroganz aber nicht davon abhält, jenen Menschen vorzuschreiben wie sie zu leben , was sie zu glauben haben und mit welchen moralisch einwandfreien Tätigkeiten sie ihren Lebensunterhalt verdienen dürfen. In deren eigenem Selbstbild ist das nur gut gemeint – sie glauben wirklich, Kämpfer für eine gute Sache zu sein – tatsächlich ist es aber einfach nur verdammt paternalistisch, gönnerhaft und abgehoben, da nur über Sexarbeiterinnen gesprochen wird – statt mit ihnen.

  3. carol1234567890 schreibt:

    great piece. sehr kompliziertes deutsch. aber ich verstehe.🙂

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