Scheißjobs

„Sie sehen ganz besonders nett aus“. Ich spaziere schwer beladen aus dem Bioladen, und eine geradezu demonstrativ gut gelaunte klapperdürre junge Frau in einem neongelben Aufzug kommt breit grinsend auf mich zu. Amnesty International steht auf ihrem neongelben Überzug. Hinter ihr ein Infostand mit vier weiteren derart verkleideten Menschen, die ausschwärmen und auf harmlose Passanten losgehen.

Hilfe! Auf solche Attacken reagiere ich total allergisch.

„Nein, ich bin nicht besonders nett. Überhaupt nicht nett, um ehrlich zu sein.“

„Ach, natürlich, auf jeden Fall. Wir brauchen Sie! Wir kämpfen für politische Gefangene! Helfen Sie uns, dann können wir etwas erreichen!“

„Warum wollen Sie denen helfen?“

„Sie werden unschuldig eingesperrt nur weil sie ihre Meinung sagen, weil sie das tun was für uns selbstverständlich ist.“

„Ach was. Niemand wird einfach so eingesperrt. Die haben doch bestimmt was ausgefressen.“

„Nein, überhaupt nicht, das sind Menschen die gegen Diktaturen kämpfen!“

„Woher wissen Sie das?“

„Wir kennen die Leute, die wir betreuen.“

„Wir? Wer ist denn wir?“

„Amnesty International, Sie kennen uns bestimmt, alle kennen Amnesty“

„Sie sind doch gar nicht von Amnesty, Sie sollen hier nur Spenden eintreiben.“

Allmählich scheint ihr klar zu werden, dass bei mir nichts zu holen ist.

„Ich meine, es ist ja nicht schlimm was Sie hier machen. Ich habe auch schon solche Jobs gemacht. Aber bitte, ein bisschen weniger überfallartig, und Sie hätten sogar eine Chance.“

„Nun gut, Sie haben es ja selber gesagt dass Sie nicht besonders nett sind…“

Sagt sie und fällt über den nächsten Passanten her. Auch der sieht angeblich besonders nett aus.

Ob amnesty so etwas nötig hat?

daryachristianesolenebyyveskortumforbambixviinsfw2

Beim nächsten Mal hält sie mich nicht mehr für besonders nett…

Über sunflower22a

I am a mystery.
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2 Antworten zu Scheißjobs

  1. Matthias Eberling schreibt:

    Früher wurde man von Pfadfindern und Bhagvan-Jüngern angequatscht, jetzt von Tierschützern und Amnesty-Fritzen. Ich hatte neulich in der Berliner U-Bahn einen rappenden Bettler. Wir dürfen auf die zwanziger Jahre gespannt sein.

  2. kiezneurotiker schreibt:

    Reden bringt nichts. Ignorieren bringt nichts. Sie glauben tatsächlich an ihre Methode, sich den Passanten wedelnd und winkelnd in den Weg zu stellen. Ich habe einmal einen nicht gesehen und umgerannt als er mir von der Seite in den Weg lief. Er hat es gleich beim nächsten Passanten wieder gemacht. Sie raffen es nicht. Scheißjob, da hast du Recht.

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