Bald Kopftuchzwang für Frauen an Amerikas Schulen?

Es ist unglaublich, mit welcher Obsession in nahezu allen Kulturkreisen versucht wird, Frauen vorzuschreiben wie sie sich zu kleiden haben. Dass die islamische Welt in dieser Hinsicht an der Spitze steht, dürfte wohl unbestritten sein. Aber an immer mehr Schulen in den Hinterweltler-Provinzen der USA entwickeln Schulleitungen und manchmal auch Eltern zunehmend Ehrgeiz, den „Rückstand“ zur islamischen Welt aufzuholen.

An der Devils Lake High School in North Dakota wird jetzt versucht, einen Dresscode durchzusetzen, der Frauen das Tragen von Skinny Jeans, Leggins und Yogahosen verbietet. Offizielle Begründung: solche Kleidungsstücke verführen die Jungs dazu “to focus on something other than schoolwork“. Diese Begründung kennen wir ja aus Saudi-Arabien, da müssen Männer auch davor bewahrt werden, durch den Anblick unverschleierter Frauen auf dumme Gedanken zu kommen.

Selbst in New York Citys verschlafenem Stadtbezirk Staten Island kam jetzt ein Schulleiter auf die Schnapsidee, einen strikten Dresscode einzuführen – berichtet die New York Post:

The code doesn’t just cover tank tops and short-shorts, but miniskirts, leggings, skinny jeans, headbands, halter tops, sweats, hats, hoodies, sunglasses and more.

Die Schülerinnen dachten wohl an einen verspäteten Aprilscherz und ignorierten die neue Anordnung. Konsequenz: 200 mal wurde Arrest verhängt, 90% der Betroffenen waren natürlich Schülerinnen. Danach eskalierte der Streit noch mehr und dürfte demnächst vor Gericht weitergehen, weil Eltern dagegen klagen wollen. Viele Schülerinnen ignorieren den dresscode wie Rebecca Brunetta und protestieren massiv dagegen: “These students are rebelling to the point of basically wearing undergarments”.

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Massiven Widerstand gab es auch in Evanston, Illinois. Dort kamen Hunderte Schülerinnen in einem akt offener Rebellion in Leggins und Yoga Pants zur Schule, um gegen das Verbot zu protestieren. Die Schulleitung hatte es verhängt, weil sie die Kleidung der Mädchen für die schlechten Schulleistungen der Jungs verantwortlich gemacht hatte….dazu fällt dir wirklich gar nichts mehr ein.

Noch krasser geht es an der Oakleaf High School in Florida zu. Die 15jährige Miranda Larkin, neu an der Schule, wurde an ihrem dritten Tag an dieser High School gezwungen, ein hässliches überdimensioniertes neongelbes T-Shirt mit der Aufschrift „Dress Code Violation“ zu tragen, um sie öffentlich zu demütigen.

 

Mit diesem Outfit darf Ashley Crtalic nicht am Unterricht der Skyview High School in Billings, Montana teilnehmen:

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Solche Beispiele gibt es immer häufiger in the land of the free, das immer weniger frei wird. Wahrscheinlich verstoßen solche verharmlosend „dress codes“ genannten Vorschriften sogar gegen die Verfassung. Viel schlimmer sind die Botschaften, die damit an die Teenager vermittelt werden: Frauen muss man genau vorschreiben, wo die Grenzen sind. Frauen dürfen keinen Spaß daran haben, schön und sexy zu sein, sondern dafür müssen sie sich schämen. Wenn Frauen sich „zu sexy“ kleiden, lenken sie Männer ab, bringen Männer in Versuchung und sich selbst in Gefahr. Sie sind dann selbst schuld an sexueller Gewalt. Solche stereotypen, anachronistischen Geschlechterrollen sind nicht nur sexistisch, sondern eine Beleidigung für alle Frauen und  Männer, die denken können. Wenn Schulen direkt oder indirekt solche Botschaften an ihre Schülerinnen und Schüler transportieren, machen sie alles falsch  was sie falsch machen können – sie sollten das genaue Gegenteil vermitteln.

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Wie absurd das alles ist, wird sofort deutlich, wenn man den Spieß mal umdreht. Wenn man Männern alles verbieten würde, was Frauen „ablenken“ könnte. Das kann je nach Frau sehr unterschiedlich sein, die eine findet schöne Schuhe attraktiv, andere einen eleganten Schal, wieder andere werden aber durch die manchmal ungemein hässlichen Klamotten von Männern „abgelenkt“ und abgetörnt. Am besten führen wir Uniformen ein.

Was steckt hinter solchen  dumpfen, offenbar nicht auszurottenden Einstellungen aus der Vorgeschichte der Menschheit? Negativ eingestellte verklemmte Leute, die es nicht ertragen können, wenn andere lebenslustig sind, Spaß haben, die darauf neidisch sind, und die nicht nur alles was mit Sexualität sondern vieles andere was einfach nur schön und sinnlich ist am liebsten verbieten würden. Leute wie der türkische Vizepremier Bülent Arinc, der Frauen das Lachen in der Öffentlichkeit verbieten will. Solche Typen gibt es zuhauf, überall auf der Welt. In den USA und islamischen Ländern vielleicht noch mehr als anderswo. Aber was ich nicht verstehen kann, ist: warum nehmen alle anderen Leute solche übelgelaunten, negativen Typen überhaupt ernst statt sie einfach laut auszulachen?

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PS Und wie krank Amerika wirklich ist…School Will Allow Students To Pose With Guns In Yearbook Photos

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4 Antworten zu Bald Kopftuchzwang für Frauen an Amerikas Schulen?

  1. kultgenosse schreibt:

    Spießer egal wo wo ich hinschauet, selbst im Spiegel.

  2. m schreibt:

    Was ich unglaublich finde, ist diese Obsession mit Frauen so generell. Selbst Frauen scheinen die jetzt zu haben. Oder schon immer gehabt zu haben. Mehr als Männer. Ob das gesund ist?

  3. Tim schreibt:

    Bekleidungsregeln geben Feministinnen und erzkonservativen Koran- und Bibelfundis jedenfalls Gelegenheit zum reaktionären Schulterschluss: Die Einen wollen Frauen verhüllen, weil sie jeden Mann für einen potenziellen Vergewaltiger halten, die Anderen, weil für sie jede Frau eine potenzielle Anstifterin zu Sünde und Ehebruch ist. Für beide Gruppen ist die natürliche Sexualität des anderen Geschlechts gefährliches Teufelszeug das streng reguliert werden muss.

    „Ernst“ nehmen sollte man solche Fanatiker(innen) umbedingt. Nicht die Qualität ihrer Meinungsäußerungen, sondern ihren fanatischen Willen, die Welt auch für den Rest von uns zu einem grauen, freudlosen Ort zu machen.

  4. Mordred schreibt:

    von welchem alter reden wir hier eigentlich?
    aus eigener nicht repräsentativer erfahrung würde ich bis 16 bzw. 10. klasse ne „liberale“ schuluniform vorschlagen.
    liberal meint in dem kontext, dass jungs und mädchen jeweils aus dem identischen klamottenpool wählen dürfen. also bspw. können mädels dann selbstverständlich auch hosen tragen.
    mir gehts dabei garnicht primär um vermeintliche ablenkung, sexualisierung etc., sondern vielmehr um sowas wie markenfetische, teure klamotten, bla. denn das war es, woraus gedisse entstanden ist.
    von daher könnte die uniform auch geradezu abwechslungsreich und ggf. meinetwegen auch sexy sein. wobei ich auf obigen fotos ja noch nichtmal imho was grenzüberschreitendes sehe. is doch alles noch sehr weit vom durchscheinendem string unterm minirock entfernt^^

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