Show me your ass

Ein schöner Herbsttag, die Sonne scheint und die Cafés stellen noch einmal, vielleicht ein letztes Mal für viele Monate, ihre Tische vor die Tür. Latte macchiato, ja gerne. Gedankenverloren scrolle ich durch emails, blättere in einer Zeitschrift. Mein Blick fällt Richtung Sonne, Richtung Nachbartisch, und was sehe ich da im Gegenlicht?

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Einen Hintern. Großaufnahme. Alle Achtung.

Soll ich das jetzt sexy finden? Allein schon die Existenz der Frage zeigt, dass die Antwort nein ist. Soll ich das jetzt einen Skandal finden? Auch hier: Allein schon die Existenz der Frage zeigt, dass die Antwort nein ist. Soll mir das einfach egal sein? Na, dann würde ich darüber jetzt nicht nachdenken. Über Dinge, die dir egal sind, denkst du nicht nach.

Der junge Mann trägt offenbar keine Unterhose. Oder ist sie so tief runtergerutscht, dass sie unsichtbar bleibt? Welch blöde Fragen. Warum interessiert mich das?

Sein Gesicht wäre wahrscheinlich viel interessanter als sein Hintern. Wie wird es wohl aussehen? Ich glaube, er achtet nicht sonderlich auf sein Äußeres. Ach, warum interessiert mich das überhaupt?

Diese Klamotten. Nichts besonderes. Jeans, die Alltagsuniform. Viel zu weites T-Shirt, wahrscheinlich irgendein dummer Spruch vorne drauf. Turnschuhe, na klar, Berliner Schlabberlook. Um Himmels willen, bloß nichts elegantes oder schönes. Nur damit wäre er sexy. Nicht aber Berliner Schlabberlook. Das ist unsexy.

Aber das sind doch Äußerlichkeiten.

Nein, das sind sie nicht, denn sie verraten viel.

Also, lass das jetzt. Was soll der Quatsch.

Er ist bestimmt dick und haarig.

Ich möchte jetzt endlich an was anderes denken.

Er steht auf und geht. Sein Gesicht sehe ich immer noch nicht.

Ein Glück. Ich kann mich wieder auf etwas anderes konzentrieren.

Schade eigentlich. War doch irgendwie eine nette Abwechslung.

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Über sunflower22a

I am a mystery.
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3 Antworten zu Show me your ass

  1. westendstorie schreibt:

    Lacher am Morgen. Gott.. ob diese Typen es nie lernen. NEIN, sowas will FRAU nicht sehen. Never. Egal ob Arschfetischistin oder nicht ^^

  2. Bill schreibt:

    ich frage mich manchmal, ob hier bereits eine Zukunft vorweg genommen wird in der sich nur noch die wenigsten eine schicke/elegante und passend geschnittene Kleidung leisten können. Wie mit dem Frosch in langsam immer heißer werdendem Wasser.
    Aktuell gewöhnt sich die Paul und die Sophie daran, dass ein verzogenes und ausgewaschenes T-Shirt (aber e.g. Kanye West), eine Hose mit Hängehintern (aber e.g. G-Star) und Stofftreter (aber e.g. Converse) angesagt sind (und total überteuert). Und wenn dann das Geld nicht mehr reicht weil die Gehälter auch für die Mittelschicht auch bei drei Jobs nicht mehr mit den Preisen mithalten dann merken der Paul und die Sophie gar nicht mehr, dass sie billigsten Mist (dann von Kik) tragen, an das schrottige Ausssehen und die miese Qualität ist man ja schon gewöhnt.
    Andererseits erinnere mich auch noch an die 70er als der alte Bundeswehrparka und die abgenutzte NoName-Jeans auch bei mir ein Muss war.
    Vielleicht bin ich mal wieder nur zu kulturpessimistisch.
    Hoffentlich…

  3. Krümelmonster schreibt:

    Diese Klamotten. Nichts besonderes. Jeans, die Alltagsuniform. Viel zu weites T-Shirt, wahrscheinlich irgendein dummer Spruch vorne drauf. Turnschuhe, na klar, Berliner Schlabberlook. Um Himmels willen, bloß nichts elegantes oder schönes. Nur damit wäre er sexy. Nicht aber Berliner Schlabberlook. Das ist unsexy.
    Man erkennt das kommerzielle Interesse und ist verstimmt.

    Außerdem, ist denn nicht gerade das Maurerdekolleté eine Erscheinung der hier so geliebten Mode und neuer Hosenschnitte? Ich kann mich nicht daran erinnern, dass vor 15 Jahren schon den Männern die Hosen massenhaft von den Ärschen rutschten.

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