Der dänische Gnom

Anders Fogh Rasmussen. Wie kann man so einen komischen Namen haben? Kommt er aus dem Nebel? Was soll so ein Name? Dazu muss man Däne sein. Dänen haben fast alle komische Namen, weil sie so komisch sind. Sein Vorgänger hieß auch Rasmussen, sein Nachfolger auch. Nein, keine Familiendynastie. Die sind noch nicht mal verwandt. Aber viele Dänen heißen eben Rasmussen. Zugegeben, ich verallgemeinere. Nicht alle heißen Rasmussen. Egal. Skandinaviern stehe ich generell ziemlich distanziert gegenüber, weil so viele von ihnen dir rüberbringen, dass sie eigentlich bessere Menschen sind als der Rest der Welt. Die Schweden allen voran. Aber gut, nicht alle.

Anders Fogh Rasmussen

Mister Rasmussen, der Generalsekretär der Nato. Neoliberal bis ins Mark. Er hat die Xenophobie im einst weltoffenen Dänemark erst richtig zum Mainstream gemacht. Feindbilder aufbauen kann er. Angeblich muss er sich zweimal am Tag rasieren, weil er so einen starken Bartwuchs hat. Eine echte Testosteron-Bombe.

Der Gnom, mit der schrulligen Stimme. Allein schon der dänische Akzent wirkt schrullig. Er wäre gern lieber General als Sekretär, das merkt man seinen schnarrigen Statements an. Aber sie lassen ihn nicht wie einen General wirken, eher wie einen Lehrer der seiner widerspenstigen Grundschulklasse Disziplin beibringen will. Wenn er Putin drohen will, der kleine Däne aus dem kleinen Dänemark, es wirkt wie eine Komödie. Wenn er die Entschlossenheit der Nato beschwört, und alle wissen, es sind doch nur leere Worte von einem der gerne wichtig wäre, gerne Generalfeldmarschall der „freien Welt“ wäre. Er träumt von den guten alten Tagen, vom Kalten Krieg, als die Nato zwar kleiner war, aber wenigstens einen richtigen Feind hatte. Danach hatte sie noch nicht mal mehr ein Feindbild.

Wenigstens das hat sie jetzt wieder. Die Russen. Das Reich des Bösen, wieder.

„We have seen the Russians improve their ability to act swiftly. They can within a very, very, short time convert a major military exercise into an offensive military operation.“

Mensch, Rasmussen. Das können die. Willst du behaupten, deine Leute könnten das nicht?

„Nato remains ready for the defence of all allies against any threat. We have to ensure we have the right forces and the right equipment in place for as long as required … Nato always rises to every challenge, we stand ready to act together.“

Wie beruhigend. Wenn du das mit deinen Gnomenstimme und deinem unfreiwillig-komischen entschlossenen Gesichtsausdruck so sagst, da ist der Putin bestimmt ganz besorgt.

Ist er aber nicht. Der weiß doch genau, dass das alles hohle Phrasen sind. Sterben für Donetsk? Ach was. Who really cares about Donetsk?

Angst vor euch müssen andere haben. Die Armen in euren Mitgliedsländern.

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Um die bösen Russen zu beeindrucken, habt ihr beschlossen, die Militärbudgets zu verdoppeln. 2% des sollen die Nato-Mitgliedsländer für das Militär ausgeben. Die Deutschen müssten dann 55 statt 30 Milliarden im Jahr dafür auf den Tisch legen. Wofür? Für nichts. Weil man sich mit Putin ohnehin nicht wegen Donetsk einen Krieg liefern wird, und weil Putin nicht so irre ist dass er das Baltikum angreift. Für nichts. Weil man die Killerterroristen von ISIS auch mit dem heutigen Militärbudget locker erledigen könnte, aber man will nicht. Daran fehlt es. Solange die nur im Irak und Syrien ihre Massaker machen, ist der Nato das eigentlich ganz egal.

Der dänische Gnom geht bald. Bye bye. Dein Nachfolger wird nicht so unfreiwillig komisch. Wieder ein Skandinavier. Stoltenberg, der smarte Norweger. Sicher besser geeignet für die schwierige innenpolitischen Mehrheiten für viele neue Milliarden für das Militär als der dänische Gnom. Expect more conflicts to come. They need them.

Über sunflower22a

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4 Antworten zu Der dänische Gnom

  1. waswegmuss schreibt:

    Stoltenberg ist wenigstens ein echter Diplomat. Das hat er im Fall Breivik bewiesen.
    Echte Diplomaten fehlen schon eine ganze Weile und unser Steinmeier tut nur so als ob einer wäre.

  2. anonym schreibt:

    es geht wie immer nur ums Geld

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