Eine neue Welle des Kolonialismus

Die Kriege, Konflikte  und Krisen konkurrieren in diesen Tagen um das knappe Gut Aufmerksamkeit der sogenannten Weltöffentlichkeit. Gaza und Palästina sind schlagartig aus den Meldungen verschwunden, Ukraine und Irak beherrschen die Szene, und in Pakistan steht  ein Umsturz bevor.

Gaza, da gab es doch jetzt einen Waffenstillstand? Das heißt, Gaza ist doch jetzt nicht mehr wichtig.

All das Infame, Oberflächliche, Inhaltsleere des Journalismus wird an so einer Themen-Prioritätensetzung deutlich.

Denn jetzt wird schon wieder die Saat für den nächsten Gewaltausbruch gesät, und das interessiert niemanden mehr. Wegschauen. Die drei Affen, nichts sehen, nichts hören, nichts sagen.

Wer wirklich was verstehen will,  musst in die Welt der Blogs eintauchen. Mondoweiss ist so einer. Da erfährst du mehr über die Hintergründe und alltäglichen Realitäten in Nahost als in den meisten sogenannten Qualitätsmedien.

Die Welt schaut wieder woandershin, und was macht Israel? Eine neue massive Landenteignung in der Westbank wird vorbereitet. Kolonialismus nennt man das normalerweise. „The appropriation was decided on by the cabinet last week as a response to the kidnapping and killing of three Jewish teens by Hamas militants in the area in June, according to the administration’s announcement. Anti-settlement group Peace Now said it was the largest land appropriation in 30 years.”

Wenn Landenteignungen die angemessene Antwort auf tote Kinder und Jugendliche sind, dann müsste man als Antwort auf den Gazakrieg ganz Israel enteignen.

Netanyahus Regime ist unfähig und unwillig zum Frieden. Er wird sich nicht mehr lange halten. Er ist noch zu soft für dieses Land. Das nächste Regime wird noch schlimmer werden. Offener Rassismus wird immer mehr Mainstream in Israel, wer sich dem verweigert wird immer häufiger an Leib und Leben bedroht.

Es gibt keinen de Klerk in Israel, keinen Mandela in Palästina. Palästina wird deshalb explodieren, und das wird Israel mit in den Strudel von Gewalt und Krieg reißen. Das sorglose Leben in Israel mitten in einem Umfeld voller Krieg und Konflikt wird dann vorbei sein.

Der „Westen“, diese Ansammlung von ignoranten Zynikern, wird dann wieder genauso überrascht sein wie von ISIS in Syrien und Irak, wie von der Eskalation in der Ukraine. Er hört die ganze Welt ab und kapiert doch überhaupt nichts. Er wird dann wieder so tun als wäre er unschuldig. Statt Israel so unter Embargo zu setzen wie einst Apartheid-Südafrika, liefert er diesen Kriegsverbrechern noch Waffen. Auf wessen Seite „der Westen“ steht, ist offensichtlich. Israel zu einem Rückzug aus allen besetzten Gebieten zu zwingen, wäre mit einem totalen Wirtschaftsembargo eine Sache weniger Wochen. Sie werden es nicht tun. Sie sehen zu, wie Israels herrschende Cliquen alles in den Abgrund reißen.

Auf eines werden wir uns verlassen können: jeder israelische Flüchtling, der das Chaos verlässt in den Netanyahu sein Land stürzt, wird im „Westen“ Aufnahme finden. Er ist ja „einer von uns“, kein Muslim, kein Araber.

Dieser ganze fette, vollgefressene, arrogante, egoistische „Westen“, er widert mich an. Ich fange schon an, Putin zu bewundern, nur weil er diesen ganzen aufgeblasenen Washingtoner, Brüsseler, Londoner und Berliner Typen die Stirn bietet. Ja zeig es ihnen, mach sie vor aller Welt lächerlich.

Nein, das möchte ich nicht. Es ist ein schlimmes Gefühl. Ich möchte so nicht werden. Ich möchte so etwas eigentlich nicht schreiben. Aber es überkommt mich, leider immer öfter. Es tut mir leid. Vielleicht sollte ich aufhören, über den Nahen Osten zu schreiben.

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Über sunflower22a

I am a mystery.
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2 Antworten zu Eine neue Welle des Kolonialismus

  1. waswegmuss schreibt:

    Netanjahu, besser der Likut, ist der kleine Kläffer, der Stunk macht.
    Die gibt es bei jeder Schlägertruppe. Sie wissen eine starke Streitmacht hinter sich und sind deshalb frech. Wenn man diese einmal allein ließe wäre bald Ruhe.

  2. anonym schreibt:

    ich kann dich verstehen😦

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