Nein, ich werde Hillary nicht wählen. Und die blöde Warren auch nicht.

Hillary Clinton sollte endlich in Rente gehen. Es wird Zeit für neue Leute in Amerika, für eine neue Politik – und zwar eine echte, keine Mogelpackung wie dieser Obama, der glaubt, es reiche schon wenn man schwarz ist um als progressiv zu gelten. Bei Salon erschien kürzlich ein sehr lesenswerter Beitrag – eine Tea Party von links?

Nicht  völlig ausgeschlossen. Die Tea Party ist zwar einfach nur furchtbar, aber die Art ihrer politischen Mobilisierung ist durchaus beeindruckend. Von denen kann man viel lernen, selbst wenn man keine millionenschweren Spenden von rechtsradikalen Millionären bekommt.

Nein, Hillary ist von gestern. Von vorgestern. Politik von vorgestern, der gleiche neoliberale Mist wie ihr Bill. Spekulationsblasen, Bankenderegulierung, alles ihre Politik. Geht mit den Israelis durch dick und dünn, trauert heute noch der verpassten Chance nach, die ISIS in Damaskus nicht an die Macht gebombt zu haben. Sie steht 100% hinter dem Geheimdienstapparat. Eine von den 1%, die die anderen 99% klein halten wollen.

Geh nach Hause. Niemand braucht dich. Dein blödes Buch braucht man auch nicht zu kaufen.

Amerika hat allerdings eine Präsidentin verdient. Da gibt es auch noch andere Optionen. Elizabeth Warren wäre für mich bis vor wenigen Tagen the best president ever gewesen.  Die Frau, die der Wall Street den Angstschweiß auf die Stirn treibt. Mindestens die Hälfte der verschräften Gesetze für den Finanzsektor gehen auf ihr Konto. Die Frau, von der ich dachte, sie wäre auch nach zwei Jahren im Senat noch nicht abgedreht. Für Elizabeth hätte  ich sogar Wahlkampf gemacht. Aber sie will sowieso nicht. Es ist zu früh, meint sie. Vielleicht. Vor der offenen Ansage, Hillary zu verhindern und deswegen anzutreten, schreckt sie zurück.

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Besser so. Sie ist nach zwei Jahren Senat jetzt im gehirngewaschenen, konformen Mainstream angekommen. Ihre Unterstützung für die Kriegsverbrechen Israels ist unerträglich. Nicht nur dass sie einer einstimmigten Senatsresolution hzugestimmt hat, die Israel einen Blankoscheck für alle weiteren Kriegsverbrechen ausstellt. Nicht nur dass sie sich weigert, kritische Fragen zu beantworten. Dass das Geschwafel auf ihrer website von „The U.S.-Israel relationship is rooted in shared values and common interests” und “our unbreakable bond” selbst angesichts von 1000 Toten nicht in eine kritische Haltung umschlägt, disqualifiziert sie ganz und gar als progressive Politikerin.

Wann, wenn nicht jetzt ist es Zeit, sich von den Kriegsverbrechen Netanyahus zu distanzieren? „Why Opposing the Israel Lobby Is No Longer Political Suicide”, schreibt The Nation zurecht. Aber man muss eben auch wollen.

Es ist Zeit für eine Präsidentin in Amerika. Wirklich. Aber  bitte keine von den korrupten Schnepfen aus dem heutigen Polit-Establishment, und schon gar nicht Hillary. Vielleicht muss es mal wieder so laufen wie damals bei Reagan. Der zweitklassige Schauspieler, der das Establishment von rechts aufgemischt hat. Jetzt mal das Ganze von links. Jane Fonda ist wohl zu alt. Wie wäre es mit Angelina Jolie? Ihr umfangreiches humanitäres Engagement qualifiziert sie absolut besser als alle die Capitol Hill-Insider-Schnepfen.

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4 Antworten zu Nein, ich werde Hillary nicht wählen. Und die blöde Warren auch nicht.

  1. Nina Tabai schreibt:

    Man darf nicht den Fehler begehen, die Palästinafrage nur unter der Lupe des klassischen Links-Rechts Lagerdenkens zu analysieren. Nicht in Deutschland – und erst recht nicht in den USA. Wie Charles Warner einmal sagte – politics makes strange bedfellows.

    Der bekannteste Advokat gegen imperialistische Außenpolitik und gegen blinde Israelunterstützung ist, bzw. war in den USA mit Sicherheit Ron Paul. Der Mann ist ein libertärer, d.h. hardcore marktliberaler Republikaner und in einigen Fragen erzkonservativ (Abtreibung z.B.), also in vielen policy Bereichen das Gegenteil von dem, was man sich hier in Deutschland als Linken vorstellt.

    Ich kann mich an keinen linken Demokraten erinnern, keinen der POTUS-Kandidaten in den Primaries, der jemals so offensiv die Nahost-Politik der USA bekämpft hätte, wie Paul. Der Mann stach damit in jedem Primary-Wahlkampf aus dem Kandidatenfeld heraus. Mehr als Achtungserfolge konnte er nie erzielen, weil er zwar fantastisch bei seinen Fans ankam, aber von Großspendern und den Massenmedien komplett ignoriert wurde. Ohne die wird niemand in den USA Präsident. Das weiß auch Elizabeth Warren. Es ist vergleichsweise einfach im Senat „links“ (für US-Verhältnisse) zu sein – Obama war in seiner Senatszeit ein Linksaußen – Präsidentschaften werden in der Mitte gewonnen. Niemand wird Präsident, wenn er oder sie AIPAC, die Wall Street und den militärisch-industriellen Komplex gegen sich hat, solche Kandidaten werden nicht einmal die Primaries überleben.

    Elizabeth Warren wird abwarten und Hillary den Vortritt lassen. Deren Vorsprung an Geld und öffentlicher Aufmerksamkeit ist bereits Heute so riesengroß, dass sich kein ernsthafter Gegenkandidat in den demokratischen Primaries gegen sie verheizen lassen wird.

    Angelina hat mit Sicherheit auch Besseres zu tun, als sich in diese Jachegrube zu begeben. Selbst wenn sie Interesse an einer politischen Karriere hätte, wüsste sie genau, dass sie mit massiven, jahrelangen character assassination Kampagnen bekämpft würde – inklusive ihrer ganzen Familie. Das war auch einer der Gründe, wieso Ashley Judd ihre Kampagne für einen Senatssitz in den Mid-terms schnell wieder begraben hat.

    Politik ist in den USA ein viel dreckigeres Geschäft als im gemütlichen Deutschland, ein Boxring in dem sich gerade Frauen übelste persönliche Anfeindungen gefallen lassen müssen. Nicht von ungefähr ist der Frauenanteil dort auf allen politischen Ebenen erheblich niedriger, als hier.

    • sunflower22a schreibt:

      ja, du hast völlig recht. manchmal träume ich eben gerne von einer besseren Zeit. Aber das hat mit Wahlen wohl nichts zu tun. Dennoch bin ich von Warren enttäuscht. Sie hätte ja gar nicht als Präsidentin kandidieren müssen. Aber allein gegen alle im Senat wäre auch schon ganz gut gewesen. Noch nicht mal dazu ist sie bereit. I am, well, simply disappointed…

      • Nina Tabai schreibt:

        Ich glaube nicht, dass Wahlen mehr sind, als die Verhinderung des größeren Übels – doch selbst dafür zahlst Du den Preis, einem System Legitimität zu verleihen, dass Du für fundamental abgefuckt hältst.

        So wie Du Dir Elizabeth Warren wünschst, war vielleicht allenfalls Barbara Lee:
        http://en.wikipedia.org/wiki/Barbara_Lee
        „the majority of responses from elsewhere in the nation were angry and hostile, some referring to her as „communist“ and „traitor“. Many of the responses included death threats against her or her family to the point that the Capitol Police provided round-the-clock plainclothes bodyguards“

        Menschen mit anderer politischer Meinung mit dem Tode zu bedrohen und als Landesverräter zu beschimpfen ist in den USA eben mittlerweile völlig normal. Das sorgt natürlich dafür, dass im Kongress immer mehr Verrückte und immer weniger normale und vernünftige Menschen sitzen.

  2. kultgenosse schreibt:

    Eine linke Tee-Party-Bewegung? hört sich spannend an!

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