Ein Monat in Palästina – der Juni in Bildern

Wer über Palästina schreibt, ist vor lauter Wut und Empörung und Verzweiflung schnell dabei, nur noch Katastrophenbeiträge zu schreiben. Ja, das ist das naheliegende. Aber so etwas liest niemand gern. Das Bildertagebuch des vergangenen Monats möchte ich deshalb mit heiteren, fröhlichen Bildern beginnen – denn die gibt es auch. Der Geiger im Hafen von Gaza mit den fröhlichen Kindern – es könnte in Italien sein, am Wannsee, in Brasilien. Aber es ist in Gaza.

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Die palästinensische Altstadt von Jerusalem wird für die Ramadan-Feierlichkeiten geschmückt, man könnte glauben, man wäre an einem friedlichen, glücklichen Ort

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In der Birzeit Universität von Ramallah feiern die Studenten und Studentinnen ihren Abschluss  – hoffen wir, dass sie damit in ihrem Heimatland etwas anfangen können

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Eine Sudi-Tanzgruppe, Anhänger einer liberalen islamischen Strömung, bei einem Umzug aus Anlass des Ramadan in Ost-Jerusalem

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Alles das gibt es auch in Palästina. Aber Palästina ist kein glückliches Land.

Es gibt auch bizarre Glücksszenen – Aseel Khadoora neben ihrem neugeborenen Bruder. Ihre Mutter hat ihn auf unorthodoxe Weise zur Welt gebracht: sie hatte das Sperma des inhaftierten Vaters aus dem Knast herausgeschmuggelt.

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Daoud Nasser vor den Ruinen seiner Existenz – die israelische Kolonialarmee hat seine 1500 Obstbäume gerodet, unter den üblichen fadenscheinigen Begründungen

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Wenigstens sein Haus steht noch. Diesen Palästinensern war dieses Glück nicht vergönnt, sie stehen vor den Trümmern ihres Hauses, das die Kolonialmacht per Bulldozer plattgemacht hat

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Im Dorf Kufr Qaddum bei Nablus schreitet die Kolonisierung voran, Enteignung, Bulldozer, irgendwann kommen die fanatischen Siedler, aber die Leute wehren sich wo sie nur können

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Im Gazastreifen werden die Häuser per Luftangriff plattgemacht

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Der 15jährige Tariq Abukhdeir, nachdem er von maskierten israelischen „Polizisten“  (die passendere Bezeichnung wäre Terroristen in Uniform) in Handschellen gelegt und halbtot geprügelt wurde. Er ist Staatsbürger der USA, lebt in Tampa/Florida und war auf Urlaub in Palästina – sein Pech ist, dass er Cousin des kürzlich von rechtsradikalen Israelis gelynchten Muhammed Abu Khudair ist.

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Seitdem wird er ohne Anklage inhaftiert und ihm wird jede medizinische Behandlung verweigert. Das US-Konsulat tut wie üblich so, als ginge sie das alles nichts an. Wäre ein jüdischer US-Bürger von Palästinensern entführt und zusammengeschlagen worden, hätten sie Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt.

Hier zwei von Nachbarn gefilmte Videos, die zeigen, wie sogenannte Polizisten den in Handschellen gelegten Teenager zusammenschlagen. Das sind die Verbündeten von Obama, Hillary Clinton, Merkel & Co.

Palästina, eines Tages wirst du frei sein. Aber es wird noch viel Blut bis dahin vergossen werden. Obama, Merkel & Co tun alles, damit es noch möglichst lange dauert.

Über sunflower22a

I am a mystery.
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4 Antworten zu Ein Monat in Palästina – der Juni in Bildern

  1. westendstorie schreibt:

    Danke dir sehr für diese Bewegenden Bilder, auch der Blick auf die kleinen augenscheinlichen Momente der Ruhe und auch für alle weiteren. Fassungslosigkeit und Trauer. Das sind stetige Begleiter. Irreführungen im Netz, falsche Berichte, machen es doch häufig schwierig, richtige und wahre Informationen zu bekommen.

  2. waswegmuss schreibt:

    Eine unendliche Geschichte.
    The Death of Klinghoffer, eine Oper von John Adams.

    Ein Teil gesungen von einem Chor exilierter Palästinenser:

    Ein Teil gesungen von einem Chor exilierter Juden:

    Night Chorus:

    Und zur Aufführung, die für diesen Herbst an der Met geplant ist aber nicht in Kinos übertragen wird.
    http://www.theguardian.com/music/tomserviceblog/2014/jun/18/the-death-of-klinghoffer-if-john-adams-opera-isnt-anti-semitic-how-can-it-fan-anti-semitism

  3. Schirrmi schreibt:

    Danke das Du immer wieder erinnerst.

  4. duesselbarsch schreibt:

    Da kann ich mich Schirrmi nur anschließen.

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