ISIS – Die Zauberlehrlinge machen sich selbständig

Russische Separatisten, die kennen wir mittlerweile aus den Medien. Eigentlich sind es marodierende Söldner, die behaupten für die Bevölkerung zu sprechen, aber die Bevölkerung der Ostukraine hat vor denen längst genausoviel oder mehr Angst wie vor den desorganisierten Kiewer Regierungstruppen. Und wir alle wissen, wer hinter den Söldnertruppen steckt, denn sie sind viel zu professionell organisiert und gut ausgestattet, um eine bessere Art Bürgerwehr zu sein.

Komisch nur, dass niemand fragt, wer eigentlich die Hintermänner der Verbrecherhorden von „ISIS“ (Islamischer Staat in Syrien und Irak) sind. Wie kann es sein, dass diese Leute bestens ausgestattet, bestens organisiert sind und reihenweise reguläre Armeen in die Flucht schlagen? Dass sie eine Millionenstadt wie Mossul quasi kampflos einnehmen und blitzartig ein Terrorregime errichten? Millionen Menschen leben in Schrecken vor diesen Typen. Stellen wir uns einmal vor, so eine Horde steht vor Berlin und steht vor dem Einmarsch. Ich könnte wahnsinnig werden bei dem Gedanken, wäre ich letzte Woche in Mossul gewesen. Bei dem Gedanken, wie es den Menschen dort jetzt geht, die diesen Verbrechern wehrlos ausgeliefert sind.

Mideast Iraq

Wer sind denn hier die Hintermänner?

Warum will das niemand wissen? Weiß die NSA das etwa nicht, obwohl sie doch Finanztransaktionen und Kommunikation in aller Welt überwacht? Warum werden diese Hintermänner nicht benannt, gesucht, gefasst, Sanktionen gegen sie verhängt, Konten beschlagnahmt?

Weil sie nach wie vor Freunde in führenden Kreisen „im Westen“ haben. Die sehr direkte türkische Unterstützung für ISIS ist mittlerweile bekannt, der Sunnit Erdogan will den schiitischen Diktator Assad beseitigen, da sind ihm alle sunnitischen Verbündeten recht. Alle. Darum geht es bei Erdogan vs Assad. Ich habe es hier im Januar schon geschrieben, dass es genauso kommen wird.

Steinreiche sunnitische Fanatiker in Saudi-Arabien, in Katar, Bahrain, Kuwait haben dieselbe Agenda wie Erdogan. Ob die nun Staatsgelder oder Privatgelder an die ISIS-Jihadisten geben, das kann niemand so wirklich unterscheiden, weil in dieser Region Staaten Familienbetriebe sind. Und diese Familien in den Golfmonarchien sind groß und weirzweigt, und sie haben beste Connections in die USA. Hillary schreibt jetzt in ihrem Bewerbungsbuch, sie wollte Assad bombardieren – ISIS hätte es begrüßt, die Saudis wollten es, die Israelis wollten es, Erdogan wollte es. Zum Glück haben sie sich nicht durchgesetzt.

Obama denkt jetzt darüber nach, mit dem vormaligen Erzfeind aus Teheran militärisch gemeinsame Sache gegen ISIS zu machen. So kaputt ist die westliche Nahostpolitik, dass sie selbst diesen Totalzusammenbruch ihrer jahrzehntelang verfolgten Strategie achselzuckend hinnimmt.

Ja, das sollten sie tun. Nur ein toter Jihadist ist ein guter Jihadist. Diese kaputten Typen, diese marodierenden durchgeknallten jungen Männer sind nicht resozialisierbar. In ihrem ganzen nutzlosen Leben haben sie nur eines gelernt: hassen. Frauen sind für sie ein Stück Vieh, das Leben eines „Ungläubigen“ ist nichts wert. Weil du Musik hörst, oder Alkohol trinkst, knallen sie dich ab. Und deswegen sollte dem Rest der Welt das Leben eines Jihadisten auch nichts wert sein. Er will ja sowieso als „Märtyrer“ sterben, dann kann er in seinem perversen „Paradies“ jeden Tag sieben Jungfrauen vergewaltigen, so stellt er sich das doch vor. Tun wir ihm den Gefallen. Knallt sie ab, jeden einzelnen von ihnen. Je schneller desto besser. Ein toter Jihadist ist eine Win-Win-Option, auch für ihn selbst.

Auf Irans Pasdaran ist Verlass, die können das. Dafür brauchen sie eigentlich gar keine Amerikaner. Aber politisch wäre es besser mit ihnen zusammen diese Aufgabe zu erledigen.

Ich will wissen, wer hinter ISIS steckt. Wer sie bezahlt, ausrüstet, organisiert. Diese Hintermänner in der Türkei, in Saudi-Arabien, in Katar und ihre Freunde im Westen gehören vor das Den Haager Kriegsverbrechergericht. Ich wünsche mir Medien, die genau diese Fragen bohrend immer wieder stellen. Aber da kann ich wohl lange warten.

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9 Antworten zu ISIS – Die Zauberlehrlinge machen sich selbständig

  1. waswegmuss schreibt:

    Gut gebrüllt Löwin!
    Letzt endlich dürfte es um Öl gehen. Clevererweise werden jetzt die Kurden auch noch in die Zange genommen. Wenn der Iran noch mitmischt dürften alle Autonomiewünsche solche bleiben.

  2. schwarzmaler20 schreibt:

    So ähnlich muß sich die kommunistische Revolution angefühlt haben. In Petrograd, in Havanna, in Peking, in Hanoi. Junge gewaltbereite kampferprobte Männer, die einer einfachen Heilslehre folgend auf ein Bürgertum stoßen, daß ihnen fremd ist und das sie als feindlich wahrnehmen und bekämpfen. Nur daß uns im Westen der Marxismus nicht so fremd scheint wie der Islam.

    • sunflower22a schreibt:

      Nein, der Vergleich hinkt. Die Kommunisten wollten nicht zurück ins Mittelalter, sondern selbiges überwinden. Sie wollten die Frauen befreien, nicht versklaven. Der Vergleich hinkt von A bis Z. Zieh den Vergleich mit den marodierenden SS-Horden vor den Toren von Warschau 1939, das passt schon viel besser. Der Faschismus ist den Westlern durchaus vertraut, den haben sie selber schon praktiziert, und da sind die Analogien zu ISIS viel klarer.

      • schwarzmaler20 schreibt:

        Ich fürchte, Du hast da eine zu romantische Vorstellung über die kommunistische Revolution. Im Schatten der kommunistischen Befreiung kam sofort die Tscheka. Kam der Rote Terror (noch vergleichsweise harmlos: http://de.wikipedia.org/wiki/Roter_Terror). Wurden Tausende ohne Gerichtsverfahren hingerichtet. Vorher oft brutal gefoltert. Tags über feierten fröhliche Komsomolzen die Befreiung vom Kapitalismus. Nachts – genaugenommen am frühen Morgen – klopften die Lederjacken der Geheimpolizei an die Tür. Da unterschieden sie sich wenig von Faschisten und Islamisten. Es gab Erleuchtete und Ungläubige. Allen Ideologen ist gemein, daß die Gegner vernichtet werden müssen. Nur die Worte für die Feinde ändern sich: Ungläubige. Juden. Kulaken. Nein, ich habe, was den Kommunismus angeht, keine Illusionen mehr. Das ist alles zu gut dokumentiert.

  3. Janusz schreibt:

    Ja, das ist wirklich krank. Jahrzehnte lang war der Iran nach dem Sturz des (totalitären) Schahs ein Feind des Westens und gehörte zur Achse des Bösen. Und nun, jetzt da die Situation im Irak – vorhersagbar – außer Kontrolle gerät, wird versucht mit dem schiitischen Iran zu kooperieren um den sunnitschen Terror von ISIS in den Griff zu bekommen.
    In der Vergangenheit wurde allerdings der Irak mit Saddam Hussein, seines Zeichens Sunnit, unterstützt bis er in Ungnade gefallen ist und letztendlich gestützt wurde. Bis dahin hatte er alle Schiiten im Irak unterdrückt.
    Nun hat sich das Blatt gewechselt. Die Schiiten sind an der Macht und machen genau das was ihnen vorher angetan wurde. Sie unterdrücken die Sunniten. Nur dass sich die Zeiten von damals geändert haben und Terrorgruppen effektiver und vernetzter geworden sind und damit auch von vielen anderen Glaubensbrüdern anderer Staaten unterstützt werden.
    Da wird vom Westen je nach aktueller politischer Lage die eine oder die andere Seite unterstützt aber niemand versucht diesen – ja fast schon – jahrtausendealten Konflikt zu überwinden. Aber so lange der Terror und das Töten nicht im eigenen Land, vor der eigenen Haustür stattfindet…

  4. flurdab schreibt:

    Guter Artikel, die richtigen Fragen, Respekt.

  5. Provinzei schreibt:

    Ihr wollt wissen, wer die Leute unterstützt ?
    Schaut euch einfach die Waffen an, die von den Bärten rumgetragen werden.
    Es sind nicht mehr nur die allgegenwärtigen AK 47, vulgo Kalaschnikow.
    Man sieht auch viele M16 ( USA ) oder Produkte von Heckeler und Koch. (Schland )
    Hier empfehle ich Wikipedia. Dort könnt Ihr Euch diese Dinger genauer anschauen und dann besser identifizieren.
    Problematisch, daß auf Photos in den Printmedien natürlich nur Leute mit Kalaschnikows dargestellt werden. Aber in den Filmbeiträgen im TV sieht man doch öfter mal die besagten Gewehre. Zwar nur kurz, und man braucht auch ein geschultes Auge, aber man sieht es.

  6. Pingback: Erdogan muss weg | sunflower22a

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