Fremde Federn: Girl with the most cake – die Verlogenheit der Kampagne gegen Sexarbeiterinnen

Instinktiv hatte ich schon immer eine Abneigung gegen gutsituierte Mittelschichten-Gutmenschen, die anderen vorschreiben wollen was sie zu tun  und vor allem was sie NICHT zu tun haben. Das gilt vor allem für sogenannte „Feministinnen“ vom Schlage einer Alice Schwarzgeld, und die ganze Kampagne dieser selbsternannten Gutmenschen gegen die Sexarbeiterinnen. Girl with the most cake hat einen wunderbaren Blogbeitrag veröffentlicht, der schlaglichtartig zeigt, was daran so zum Himmel stinkt.

„If privileged women were as likely to do survival sex work as they are likely to get an abortion, there would be no feminist debate on sex work”.  Auf den ersten Blick erstaunlich, aber ihre Argumentation ist absolut treffend. Die Parallelen zwischen Sexarbeit und Abtreibung seien umwerfend. Üblicherweise mache frau das nicht aus Begeisterung, sondern aus einer Notlage. Manche Frauen finden eine Abtreibung traumatisch, manche die Sexarbeit, und anderen macht das eine oder das andere nicht viel aus. Anti-Abtreibungs-Aktivisten/innen halten es jetzt für eine gute Idee, nicht mehr die Frauen zu bestrafen, sondern die Ärzte – die Anti-Prostitutions-Wortführerinnen wollen jetzt auch nicht mehr die Sexarbeiterinnen bestrafen, sondern ihre Kunden. Beide glauben irrtümlicherweise, wenn man Abtreibungen oder Sexarbeit kriminalisiert, hat man sie abgeschafft. Weder Frauen, die eine Abtreibung hinter sich haben, noch Sexarbeiterinnen treten dafür ein, dass man ihnen dadurch „hilft“ dass man sie kriminalisiert. Girl with the most cake zählt noch weitere erstaunliche aber überzeugende Parallelen auf.

Ihr hundertprozentig zutreffendes Fazit: „The only reason why there’s a feminist ‘debate’ over criminalizing sex work instead of advocating for decriminalization, harm reduction, and the provision of other options, is because privileged women are so incredibly unlikely to have to do survival sex work. They can *afford* to focus on their icky feelings and desire to punish the clients, because it’s not their lives that are at stake.”

So ist es. Aber  das Problem mit einer unerwünschten Schwangerschaft, das kann dir auch passieren wenn du noch so privilegiert bist.

Ein empfehlenswerter Blogbeitrag. Auch wenn die Parallelen zwar auffallend, aber auch nicht immer zutreffend sind. Es gibt tatsächlich auch Frauen, die Sexarbeit einen angenehmen Job finden – aber eine Abtreibung findet wirklich keine angenehm.

tumblr_n2qogs9z1C1r600xqo1_500

Ja, ich brauche die Kohle, verdammt noch mal – ihr vielleicht nicht

 

Über sunflower22a

I am a mystery.
Dieser Beitrag wurde unter Fremde Federn, Ladies (and gentlemen) abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Fremde Federn: Girl with the most cake – die Verlogenheit der Kampagne gegen Sexarbeiterinnen

  1. Marsette schreibt:

    Diese Ablehnung des Mittelschichtsgeredes kann ich sehr gut verstehen. Mich irritiert ja auch, dass der BesD z.B. offenbar weitestgehen aus Akademikerinnen besteht oder vertreten wird, die viele andere Möglichkeiten hatten und haben und ihre Kohle woanders her kriegen.
    Als ich anfing, Prostitution erheblich kritischer zu sehen und mir der Ausbeutungs- und Gewaltcharakter davon wirklich auffiel, fiel mir noch etwas anderes auf: Die hohe Anzahl an Unterstützung und Zustimmung gerade von Frauen aus Osteuropa, von Frauen und anderen, die selber am Rande der Gesellschaft leben und die eben nicht finden, dass sie dies automatisch zur Sexarbeit qualifiziert und zu sonst nichts. Die auch nicht finden, dass der Wechsel von Sexarbeiterin zu Wohnungsvermieterin + Zuhälterin oder zur Beraterin für sehr junge Frauen erstrebenswert ist.
    Also – gut, dass das mal gesagt wurde mit den Mittelschichtsfrauen.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s