Fremde Federn: Schlimmer als ein Erdbeben

Gentrifizierung. Ein wichtiges Thema, das ich auch schon angerissen habe, aber viel zu wenig behandele. Es ist auch ein schwieriges Thema, weil dazu eben nicht nur die übliche Schuldzuweisung an die Politik gehört. Mit der hat man zwar immer recht, aber es ist nur ein Teil des Problems. Sobald du mehr verdienst als der Durchschnitt und anfängst, deine Wohnung aufzuwerten, bist du ganz schnell Teil des Problems. Ich finde diese Entwicklung schlimm, und wenn ich Städte wie New York City sehe, kommen mir fast die Tränen. Aber ich habe immer auch ein schlechtes Gewissen, möglicherweise selber dazu beizutragen. Aber du kannst dir ja auch nicht selber verbieten, dein Wohnumfeld schöner zu machen. Ein wirkliches Dilemma.

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 S0067

„kreuzberg südost – She’s a really great blogger, believe me.“

Über sunflower22a

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3 Antworten zu Fremde Federn: Schlimmer als ein Erdbeben

  1. Janusz schreibt:

    Liebe sunflower,
    ich denke, ich kann dich beruhigen. Wenn man seine eigene Wohnung aufwertet, hat das mit Gentrifizierung nichts zu tun. Es ist seine eigene Wohnung und betrifft keine anderen Menschen.
    Problematisch wird es wenn du eine vermietete Eigentumswohnung oder gar ein ganzes Mehrparteienhaus hast, dass du luxussanierst und dann die Mieten entsprechend anpasst. Man will ja sie Sanierungskosten mittel- bzw. heutzutage sogar kurzfristig wieder raushaben wollen.
    In dem Fall trägt man zur Gentrifizierung bei, da die neue Miete sicherlich nur jemand bezahlen kann, der mehr als der Durchschnitt verdient. Dann darfst du mit Recht ein schlechtes Gewissen haben.🙂

  2. tikerscherk schreibt:

    Danke, dass du diesen Text verlinkt hast!
    Das Thema Gentrifizierung ist mir ein großes Anliegen, und ich finde es wichtig immer wieder auf diese Entwicklung hinzuweisen. Je mehr Leute sich damit beschäftigen, umso besser.
    Ich verstehe das Dilemma mit der Aufwertung.
    Ist man Gentrifizierer, wenn man eine Wohnung mietet, die etwas teurer st, als die durchschnittliche Mite im Kiez?
    ist man Gentriffizierer, wenn man ein nettes kleines Café aufmacht, das dann wohlhabende Menschen in das Viertel lockt, die die Alteingesessenen verdrängen?
    Ist es nicht normal, dass ma dort lebn möchte, wo es schön ist?
    Das Thema ist sehr vielschichtig und Schuldzuweisungen an Einzelpersonen werden ihm nicht gerecht.
    Heute oder morgen werde ich auf meinem Blog etwas dazu ankündigen.

  3. Tim schreibt:

    Im Vergleich zu uns Münchnern haben die Berliner noch einen riesigen Nachholbedarf an Gentrifizierung – die Durchschnittsmieten liegen immer noch locker 50 % unter den Unsrigen und selbst wir haben noch mächtigen Nachholbedarf gegenüber den Gentrifizier-Hauptstädten der Welt wie London und New York, wo man für den Preis eines Hauses auf dem Land allenfalls noch einen Lokus mieten kann.

    In 10 Jahren wird Berlin deshalb vermutlich eine genauso langweilige Schlaf- und Museumsstadt für Privatärzte und Anwälte sein wie das größte Dorf der Welt. Um das zu verhindern bräuchte es eine harte Mietpreisbremse die von der SPD gleich nach der Wahl schon wieder preisgegeben wurde – und Milliarden für sozialen Wohnungsbau die es wegen der Schuldenbremse dank der Sozialdemokraten ebensowenig geben wird. Dafür müssten sich die politischen Mehrheitsverhältnisse schon fundamental ändern.

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