Sex mit einem römischen Gott

Das Museum für Zeitgenössische Kunst in Casoria bei Neapel (CAM) ist schon öfter durch unkonventionelle Provokationen aufgefallen. Als die Berlusconi-Regierung die Kulturausgaben radikal zusammenstrich, verbrannten sie öffentlich einige ihrer Werke aus Protest gegen dieses regierende Banausentum. Seitdem muss CAM ohne öffentliche Gelder auskommen, und das erlaubt ihnen natürlich auch eine gewisse Unabhängigkeit.

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Die aktuelle Ausstellung ist auch eine innovative Besonderheit und ein Protest gegen neokonservative Prüderie. Im alten Rom hatte man bei der öffentlichen Darstellung nackter Körper und selbst von Sexszene bekanntlich wenig Hemmungen. Auf den alten Mosaiken und Fresken, die man in Pompeji ganz in der Nähe ausgegraben hat, gab es nicht nur viele Nackte zu bewundern, sondern auch Sexszenen. Da hatten nicht nur Mann und Frau Sex, sondern auch Göttinnen und Götter, Mensch und Tier, Fabelwesen und so weiter. Diese Werke gibt es nun in modernisierter Form, wie es sich für ein Museum für Zeitgenössische Kunst gehört – mit modernen Menschen. Direktor Antonio Manfredi sagt dazu: „Selbst heute ist es schwierig, über erotische Werke nicht nur zu sprechen, sondern sie auch zu zeigen. Aber als politisch unkorrektes Museum dachten wir, das wäre doch eine interessante Sache. Wir wollen diese alten Kunstwerke in die moderne Zeit bringen.“

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Gesagt, getan – und so trat er gleich selbst als Modell für eines der antik-modernen Kunstwerk-Hybride auf. Model Caterina Flor Gumpel lässt sich von einem antiken Gott verwöhnen.

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Die österreichische Künstlerin Veronika Bayer tritt ebenfalls auf. „Ich bin eine starke Frau, und ich sage: dies ist mein Bild, das möchte ich machen, und ich bin stolz auf mich dass ich es gemacht habe. Mein Bild ist sehr ästhetisch, absolut keine billige Pornografie, obwohl man wirklich alles sehen kann. Für mich ist das eine Art  Statement.”

Der italienische Staat versuchte halbherzig, die Ausstellung zu unterbinden – fand aber keine Handhabe. CAM bekommt ja keine Subventionen, sondern lebt von Eintrittskarten und Spenden. Dafür muss man eben auch etwas kreativer sein als staatliche Museen. Tolle Sache!

Über sunflower22a

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