Geld macht glücklich. Zumindest potenziell.

Neuerdings macht angeblich teilen glücklicher als besitzen, oder zumindest ist das gerade der angesagte Trend. Dass Geld glücklich macht, wird von den tonangebenden Gutmenschen routinemäßig bestritten. Lieber arm und gesund als reich und krank, meinen sie. Die meisten dieser Leute dürften selber keine allzugroßen Geldsorgen haben.

Aber drei Forscher im „Journal of Consumer Psychology“ (!) haben herausgefunden: Geld macht eben doch glücklich. Zumindest im Prinzip. Lieber reich und gesund als arm und krank. Das hat doch eine absolut unwiderstehliche Logik.

Klar, Glück kann man nicht kaufen, aber Geld ermöglicht sehr vieles was man zum Glück so braucht. Optimale Gesundheitsversorgung. Gutes und gesundes Essen. Mehr freie Zeit. Die Freiheit, zu vielem Nein zu sagen. Und so weiter. Natürlich gibt es viele Leute, die zwar im Geld schwimmen aber derart im Stress sind, dass sie wahrscheinlich eine niedrigere Lebensqualität als ich haben. Aber dennoch haben sie mehr Möglichkeiten als ein arbeitender armer Mensch.

Wenn viel Geld immer noch nicht reicht, jemanden glücklich zu machen, dann liegt es nach Ansicht von Elizabeth Dunn, Daniel Gilbert und Tim Wilson daran, dass dieser Mensch das Geld falsch ausgibt. Ineffizient, wenn man so will. Sie stellen dafür einige Prinzipien auf, zum Beispiel:

Kaufe mehr Erfahrungen und weniger Produkte. Wer einmal ein Löwenbaby in der freien Wildbahn in der Serengeti gesehen hat, wird davon noch jahrelang schwärmen – wer aber ein neues Designermöbel kauft sieht schon nach 2 Wochen nur noch das banale Möbelstück.

Nutze dein Geld um andere glücklich zu machen und nicht nur dich selbst. Es gibt wohl zahlreiche Studien, die nachweisen dass Leute die mehr Geld für Geschenke und andere „soziale Ausgaben“ ausgeben, insgesamt  glücklicher sind als diejenigen die nur sich selber mit Anschaffungen beglücken – und zwar quer durch alle Kulturen. Sie leben nämlich in wesentlich glücklicheren sozialen Umfeldern, und sorgen dafür dass es so bleibt.

Kaufe viele kleine Annehmlichkeiten statt wenige große. Man gewöhnt sich eben schnell an alles, und den Gewöhnungseffekt kann man nur austricksen dass man ständig was Neues macht.

Vermeide eine übertriebene Versicherungsmentalität. Damit fängt man an, ängstlich sich dauernd Sorgen zu machen was alles schiefgehen könnte – und das ist das Gegenteil von Glück. Denn Glück heißt auch Sorglosigkeit.

Verschiebe den Konsum um dich besser auf ihn freuen zu können. Klingt interessant.

Vergleiche keine Preise. Klar, die Geiz ist geil-Mentalität macht dich nur bekloppt aber sicher nicht glücklich.

Und zum Schluss meinen die drei Autoren, es wäre doch eine gute Idee, wenn Leute mit viel Geld öfter mal Psychologen konsultieren würden, die ihnen erzählen wie sie das Geld optimal in Bezug auf Glücksgewinn ausgeben können.

Ich würde sagen, wer dafür einen Psychologen braucht, da ist wohl schon manches andere schiefgelaufen. Aber anyway. Ich muss die Recherchen dieser Forscher ja nicht 1:1 übernehmen, aber ich finde, im Grundsatz ist da schon was dran.

Allerdings kommen häufig Leute an das große Geld, die eben besonders darauf scharf sind. Und die sind wiederum meistens so veranlagt, dass alle diese schönen Prinzipien bei denen eher unterentwickelt sind. Deswegen werde ich wohl auch nie so richtig reich. Wenn ich gut verdiene, ist das Geld schnell ausgegeben und ich nutze es um glücklich zu sein. Und das klappt ganz gut. Ja, Shopping macht mir Spaß, ohne viel nachzudenken. Würde ich anfangen ständig darauf zu achten, Reichtümer aufzuhäufen – da wäre ich sicherlich schnell nicht mehr ganz so glücklich. Alles paletti.

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Hey Süße, wollen wir shoppen gehen?

Über sunflower22a

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Eine Antwort zu Geld macht glücklich. Zumindest potenziell.

  1. TheNameOfTheRose schreibt:

    Der Beginn deines Textes suggeriert, dass die beiden Aussagen „Geld macht glücklich“ und „Geld macht nicht glücklich“ ein Widerspruch wären. Aber das stimmt ja nicht. Eigentlich ist es ganz einfach: Es ist eine logarithmische oder auch asymptotische Abhängigkeit – je mehr Geld du hast, desto weniger bedeutet ein zusätzliches „Mehr“ an Geld für dich.
    Wer arm ist wie eine Kirchenmaus, kann sich die (auch von dir beschriebenen) wichtigen „Dinge“ wie Geld für eine Wohnung, gesundes Essen (oder überhaupt Essen), Gesundheitsversorgung, Absicherung gegen künftige Krisen nicht leisten und wird durch zusätzliches Einkommen z.B. schon allein deshalb glücklicher, weil er nicht mehr um seine Existenz bangen muss.
    Derjenige, der die Ebene des Mittelstands erreicht hat, z.B. seine eigene 2-3-Zimmer-Wohnung bewohnt (sagen wir als Single, um es vergleichbar zu halten), und ein Upgrade erfährt, indem er sich z.B. eine Villa im Grünen und den schicken Sportflitzer leisten kann, verspürt zwar zunächst auch ein Glücksgefühl, da er aber von einem Zustand ohne materielle Not in einen neuen Zustand ohne materielle Not kommt, tritt keine wirklich *eklatante* Veränderung in seinem Leben ein und er gewöhnt sich recht schnell an die neue Situation. Und findet vielleicht sogar in manchen Umständen neue Quellen des Unglücklichseins – z.B. das nun längere Pendeln von der Villa zum Arbeitsplatz.

    Außerdem spielt noch die Frage der sozialen Relation eine Rolle: Lebt man in einem Slum, ist man dankbar über einfachste zusätzliche Güter & Hilfsmittel wie z.B. ein Mofa oder sogar schon ein Fahrrad als Transportmittel – außerdem ist es ein gewisser Gewinn an Prestige. In einer deutschen Mittelstandssiedlung würde man über so etwas nur lachen, da hat man schließlich „ernsthafte“ Probleme, wie dass man selbst nur den Kleinwagen hat, der Nachbar hingegen die dicke Limousine, die er jeden Sonntag demonstrativ auf der Auffahrt auf Hochglanz bringt😉. (Verzeih es mir, dass ich mich hier auf [angeblich] männliche Statussymbole beschränke. Ich selbst kann Autos übrigens gar nicht leiden und fahre viel lieber Zug.)

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