Hunde und Menschen

Vanessa Eden verschickt Rundmails, in denen sie empört zur Rettung rumänischer Straßenhunde aufruft. In Bukarest laufen anscheinend Tausende herrenloser Straßenhunde herum, die auch ab und zu Passanten beißen, und nachdem Programme zur Sterilisierung aufgrund von Geldmangel und Inkompetenz gescheitert sind, sollen sie nun getötet werden. Nun ja, klingt grausam, andererseits wäre ich auch nicht dafür überall streunende bissige Köter anzutreffen. Vor Jahren sollten sie in Bukarest schon mal umgebracht werden, dann flog Brigitte Bardot ein und verhinderte es. Dann war sie wieder weg, und das Problem auch nicht gelöst. Nun, ich verstehe Vanessas Empörung, aber ich würde auch nicht behaupten, zu dieser Frage allzuviele brauchbare Ratschläge anbieten zu können.

Angesichts des Kults um Hunde als Haustiere wundert es mich allerdings schon, warum nicht längst Geld für millionenschwere Programme gespendet wurde. Ich persönlich kann mit Hunden nicht viel anfangen. Ich habe nichts gegen sie. Jedenfalls solange sie friedlich sind. Dass ich schon öfter mal in diesen stinkenden Matsch getreten bin, den sie überall hinterlassen, will ich nicht ihnen ankreiden, sondern ihren „Herrchen und Frauchen“ (wie albern das schon klingt). Diese Hinterlassenschaften waren mal die Ursache dafür, dass in Kreuzberg irgendwann vor vielen Jahren eine Protestliste zur Wahl antrat, die nur einen Programmpunkt hatte: 1000prozentige Erhöhung der Hundesteuer.

Der Hype nimmt in letzter Zeit aber immer skurrilere Formen an. Immer öfter sehe ich nackt rasierte Pudel, Dackel, Möpse oder sonstige Kreaturen – bis auf ein paar Fellreste am Schwanz oder an den Füßen. Nun wäre ich sicher die letzte, die etwas gegen Nacktheit hat, aber an den Viechern wirkt es einfach lächerlich. Wahrscheinlich gibt es dafür spezialisierte Hundefriseure, die für solche „Frisuren“ eine Menge Geld verlangen. Angeblich gibt es allein in Berlin schon 80 professionelle „Dogwalker“, die den armen zeitgestressten Yuppies die lästige Arbeit des Gassigehens abnehmen. Wenn man den Hund als Partnerersatz anschafft, dann keine Zeit für ihn hat – dann hat man wohl  auch für den potenziellen Partner keine Zeit und sollte sich mal die Frage stellen, was das eigentlich für ein Leben ist.

Die Frage, was das eigentlich für ein Leben ist, sollte man sich allerdings auch für die Hunde stellen. Besonders für die armen Kreaturen, die für eine armselige Existenz als Schoßhündchen irgendwelcher Stadtkinder gezüchtet wurden, und deren Äußeres mit ihrer Natur nichts mehr zu tun hat. Zum Beispiel die Zwerghunde in Rattengröße, die es anscheinend auch immer häufiger gibt.

Ich bin sicher, tief in ihrem Inneren spüren diese Viecher, dass sie eine armselige Missgeburt sind. Immer wenn sie einen wirklichen Hund sehen. Sie wissen natürlich nicht, dass sie eine absichtlich produzierte Missgeburt sind. Aber was empfindet ein solcher Mini-Hund, wenn er beim Anblick eines echten Hundes vor Angst zitternd und hysterisch bellend von seinem „Frauchen“ emporgehoben und in die Handtasche gepackt werden muss? Kein Wunder dass solche Viecher neurotisch, hyperaggressiv und gleichzeitig lächerlich sind. Die Besitzer nehmen so ein Viech natürlich selbst nicht ernst und behandeln es auch so, was die (beiderseitige) Neurose nur verstärkt.

Ich gebe zu, ich bin eigentlich keine besondere Tierfreundin. Ich mag vor allem Tiere, die nicht in der Stadt leben, sondern in der Freiheit – und die ich deshalb nicht auf Schritt und Tritt sehe und in deren Sch…  ich deshalb nicht trete. Ich fand es richtig, dass die Kampfhunde verboten wurden, aus Schutz für die Menschen. Aus Tierschutzgründen sollten die Minihunde ebenfalls verboten werden. Vielleicht kann Apple oder Samsung eine Art Hundesmartphone entwickeln, ein Gerät in Hundeform mit periodischem Bellen, das man an einer Leine hinter sich her ziehen kann, so eine Art Tamagotchi-Neuauflage. Damit müssten die bekloppten „Frauchen und Herrchen“ dann eben vorlieb nehmen.

ku-bigpic

PS: Für Katzenliebhaberinnen gibt es sowas Ähnliches schon. Gestern hat Prada eine neue Handtasche vorgestellt:

AtPrada3

 

 

Über sunflower22a

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2 Antworten zu Hunde und Menschen

  1. tikerscherk schreibt:

    Hallo sunflower22a, aus meiner Sicht, ich habe einen Hund, vermischst du ein paar Dinge. Worin ich dir zustimme: Qualzüchtungen sind immer widerlich, ebenso, wie die Vermenschlichung von Tieren.
    Das Thema „Kampfhunde“, ist ebenso, wie die überall rumliegende Hundescheiße (ich musste das jetzt einfach so schreiben), ein von Menschen gemachtes, denn Kampfhunde gibt es nicht, sie werden zu solchen erzogen.
    Was widerum ein Grund ist endlich einen Hundeführerschein einzuführen, den alle, die einen Hund haben, der ein gewisses Gewicht, und eine festgelegte Schulterhöhe überschreitet, ablegen müssen. Einen Wesenstest für Hunde, finde ich auch nicht verkehrt, und über Maulkorbpflicht auf belebten Straßen, könnte man auch mal nachdenken.
    Dass Leute einen dogwalker beschäftigen, zeigt eher einen verantwortungsvollen Umgang mit ihren Haustieren, die ja keine Liebespartner sind, für die man sich mal schnell Escort besorgt😉
    Ein Hund braucht mindestens 2 Stunden Auslauf am Tag. Immer. Wer das nicht hinkriegt, und sich ab und zu helfen lässt, macht es aus meiner Sicht ganz gut.
    Zu den Starßenhunden fällt mir leider auch nichts ein, außer, dass es so nicht bleiben kann.

  2. sunflower22a schreibt:

    @tikerscherk: völlig richtig. Und ich habe auch gar nichts gegen dogwalker, falls ich mich diesbezüglich missverständlich ausgedrückt haben sollte.

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